Espressokocher aus Edelstahl Test 2022: Der Bialetti Venus hat alle Herdarten im Griff

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Der Espressokocher ist nicht mein Lieblingsgerät für die Kaffeezubereitung? Überraschung … sagt niemand. Solange es die Espressomaschine gibt, Kaffeevollautomaten gefragt sind und ein Filter schon von Weitem winkt, muss sich eine Caffettiera warm anziehen. Immer.

Der Espressokocher ist nicht mein Lieblingsgerät für die Kaffeezubereitung? Überraschung … sagt niemand. Solange es die Espressomaschine gibt, Kaffeevollautomaten gefragt sind und ein Filter schon von Weitem winkt, muss sich eine Caffettiera warm anziehen. Immer.

Ich weiß aber auch, dass die klassische Herdkanne ihre unbestreitbaren Vorteile hat. Sie ist super leicht, super günstig, einfach zu reinigen, faktisch unkaputtbar, für Kaffee unterwegs genauso geeignet wie für die schnieke Küche.

Auch wenn ein echt italienischer Kocher auf Alu setzt, gibt es viele (moderne) Alternativen aus Edelstahl. Zurecht. Dann ist er nämlich für jede Herdart geeignet – von der elektrischen Kochplatte über den Gasherd bis zum Induktionsherd. Spülmaschinenfest ist er auch noch.

Nicht nur deswegen ist der Bialetti Venus aus Edelstahl mein Testsieger aus der (zugegeben überschaubaren) Espressokocher-Kategorie. Gleichzeitig ist er meiner Meinung nach der beste Bialetti Espressokocher. Hier erfahrt ihr, warum.

Mein persönlicher Favorit ist der Bialetti Venus aus Edelstahl, in modernem Design und mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mein Favorit für den Heimgebrauch ist ein Espressokocher aus Edelstahl.

Vergleich Edelstahl & Aluminium: Was ist das beste Material für Espressokocher?

Die Mutter aller Espressokocher, der Bialetti Moka Express, besteht aus Alu und hat sich seit seiner Erfindung 1933 praktisch nicht verändert. Für rund 20 Euro könnt ihr euch den Klassiker auf die Herdplatte stellen und ohne Gedöns eine Form von Espresso zubereiten. 

Aluminium hat allerdings keinen guten Ruf. Zum Beispiel bei im Materialien-Check des Bundesinstituts für Risikobewertung. Deswegen haben Hersteller von WMF über Alessi, Cilio oder Ilsa bis Gräwe längst einen anderen Favoriten:

Edelstahl ist für klassische und elektrische Espressokocher auch ohne gesundheitlichen Aspekt eine hervorragende Wahl:

  • Sie dürfen in die Spülmaschine und lassen sich einfach reinigen.
  • Edelstahl kommt langfristig besser mit Hitze klar als Alu.
  • Die Edelstahlkanne ist auch für Induktion geeignet.
  • Ihr könnt sie bedenkenlos entkalken. 

Ich bilde mir außerdem ein, dass Aluminium ab einem bestimmten Kocher-Alter den Espresso-Geschmack beeinflusst. Da wir wissen, dass das Metall Partikel abgeben kann, ist diese Bewertung sicher nicht allzu subjektiv.

Dennoch habe ich nichts gegen den Alu-Klassiker. Zum Beispiel für die Kaffee-Zubereitung auf Reisen oder beim Camping. Stichwort niedriges Gewicht und Unverwüstbarkeit. Einmal kaufen, quasi für immer benutzen.

Für den heimischen Herd bleibt meine Empfehlung aber Edelstahl – schön zu sehen am Bialetti Venus.

Bialetti Venus im Überblick: Testsieger-Espresso im hochwertigen Gewand

Bialettis ohne Schnickschnack wie Abschaltautomatik oder Spezialventil waren noch nie teuer. Selbst die Stahl-Espressokanne ist mit einem Preis von rund 30 Euro wirklich günstig. Dafür erhaltet ihr eine Menge Vorteile:

  • Der verarbeitete Edelstahl fühlt sich sehr hochwertig an, Partikel sind kein Thema.
  • Die Kanne ist einfach und gründlich zu reinigen, sie darf in den Geschirrspüler (am besten ohne Dichtungsring)
  • Dank durchdachter Form und gutem Griff liegt der Venus besser in der Hand als der Moka Express.
  • Ihr könnt den Edelstahl-Espressokocher ohne Bedenken mit Zitronensäure entkalken. Und mit jedem anderen Entkalker.
Bialetti Venus

Vergesst nur nicht, dass sich der Kunststoff der Dichtung nicht mit Säure verträgt. Ihr müsst die Dichtungen aber ohnehin alle paar Jahre erneuern und bekommt sie günstig als Ersatzteil.

Obwohl die geradlinige Venus-Form für ein besseres Handling sorgt, fehlt mir das mehreckige Bialetti-Design trotzdem ein wenig. Aber das hat ja nix mit dem Brühvorgang oder dem Geschmack zu tun. Beides kann dank unverändertem Aufbau locker mit dem Original mithalten. 

So bekommt ihr „Espresso“ in eure Tassen: Die Funktionsweise des Bialetti Venus

In meinem Espressokocher Test habe ich mich ausführlich darüber ausgelassen, dass ein Getränk aus der Caffettiera vieles sein kann – nur kein Espresso. Der Kaffee kommt in Sachen Aroma dennoch nah heran. Also hören wir mal auf mit dem Erbsengezähle.

Der Bialetti Venus ist in unterschiedlichen Tassengrößen erhältlich: 

  • für 2 Tassen (Achtung: Nicht für Induktion geeignet!) 
  • für 4 Tassen
  • für 6 Tassen (mein Favorit)
  • für 10 Tassen

Der Preisunterschied liegt bei jeweils etwa zwei Euro. Größer ist dabei nicht zwangsläufig besser. Denn ihr solltet eine Mokkakanne stets genauso voll befüllen wie etwa eine French Press. Das Aluminium-Original bietet übrigens auch Modelle für 1 Tasse, 3 Tassen, 12 Tassen oder mehr. 

Unabhängig von Größe, Form oder Farbe ist der Edelstahl-Kollege vom Wasserbehälter über das Steigrohr bis zum Deckel genauso aufgebaut wie alle klassischen Espressokännchen. 

Es gibt ein Unterteil mit Sicherheitsventil, ein Sieb und die obere Kanne für den fertigen Espresso mit einer Kunststoffdichtung. Das Funktionsprinzip ist seit jeher unverändert: 

  • Befüllt den unteren Teil mit Wasser.
  • Setzt den Siebeinsatz mit Kaffeepulver in den unteren Teil.
  • Schraubt den oberen Teil darauf und stellt das Kännchen auf den Herd.
  • Durch die Wärme steigt das Wasser nach oben und wird durchs Kaffeemehl gedrückt.
  • Im oberen Teil sammelt sich dann der fertige Kaffee. 
Bialetti Venus Einzelteile

Die Espressokanne ist vor allem dafür bekannt, dass ihr bei der Zubereitung nicht allzu viel falsch machen könnt. Trotzdem gibt es einige Kocher-Punkte, wie der Fake-Espresso mit vollem Geschmack in eurer Tasse landet.

Die Espressokocher-Anleitung: Bohnen, Mahlgrad & Kochzeit

Ihr wisst, was jetzt kommt. Egal, ob ihr eine Espressomaschine, einen Filter oder sonst eine Maschine verwendet. Egal, ob wir über Espresso, Cappuccino oder Mokka reden:

Verwendet nur hochwertige Kaffeebohnen aus fairem, transparenten Direkthandel. 

Ihr tut damit etwas für euer Gewissen, die Kaffeebauern und die Wertschöpfungskette. Wenn ihr Lavazza, Mövenpick und sonstigen Supermarktkaffee im Regal verstauben lasst, bekommt ihr vor allem ein riesiges Plus an Geschmack.

Die nachhaltigen Kaffeebohnen aus eurer Lieblingsrösterei bestehen für den Espressokocher bestenfalls aus 100 Prozent Arabica in einer mittleren bis mitteldunklen Röstung. 

Das erdige Aroma eines Robusta funktionieren im Unterschied zu Arabica im Espressokocher kaum, obwohl diese Variante gut für mehr Crema ist. Auch Säure passt eher zu anderen Zubereitungsmethoden – im Espressokocher setzt ihr besser auf Dessert-Aromen wie Nougat, Schoko, Karamell und Co. 

Habt ihr eure Lieblings-Espressobohnen gefunden, müsst ihr sie noch mahlen. Der ideale Mahlgrad liegt zwischen French Press und Handfilter – also nicht ganz espressofein, aber auch nicht filtergrob. Probiert Zwischenschritte mit eurer Kaffeemühle aus. 

Dann kann es mit dem Kochen losgehen: 

  1. Frisches, am besten warmes Wasser in den unteren Teil bis zur Markierung einfüllen. 
  2. Das Sieb in den unteren Teil einsetzen und bis zum Rand mit dem Espressopulver befüllen.
  3. Das Pulver maximal leicht andrücken, um eine ebene Fläche zu erreichen – keinesfalls zu viel Druck mit einem Tamper ausüben!
  4. Dichtung einsetzen und das Oberteil gerade und fest aufsetzen.
  5. Auf den Herd, Gaskocher oder sonstiges Heizelement stellen.
  6. Herd nicht auf die höchste Stufe stellen – der Kaffee verbrennt sehr schnell! Tastet euch langsam an die richtige Temperatur heran. 
  7. Sobald ihr den Kaffee blubbern hört, läuft der Brühvorgang.
  8. Hört ihr kein Blubbern mehr, ist der Brühvorgang abgeschlossen.
  9. Nehmt den Espressokocher sofort von der Hitze und genießt den fertigen Kaffee ebenfalls sofort.

Ich habe das alles für euch auch noch einmal anschaulich in diesem Video zusammengefasst: 

Reinigung des Bialetti Venus: Ab in die Spülmaschine!

Wie für die Bedienung braucht es auch für die Reinigung der Espressokanne weder viel Erfahrung noch einen speziellen Trick. Alle Teile (bis auf den Dichtungsring) sind spülmaschinenfest. Auch mit einem Schwamm und Wasser bekommt ihr das Ding sauber. 

Wie ich oben schon erwähnt habe, könnt ihr den Kaffeekocher aus Edelstahl ganz einfach entkalken, während Modelle aus Aluminium empfindlicher sind. Ihr könnt dafür Zitronensäure oder jeden anderen Entkalker nehmen. Vergesst aber nicht, den Dichtungsring vorher rauszunehmen. 

Was fehlt dem Bialetti Venus? Ein Wort zum Cremaventil

Im Bialetti Brikka hat das italienische Urgestein eine neue Espressokannen-Funktion verbaut: das Cremaventil. Während die ein oder andere Kundenbewertung sich vor Begeisterung kaum einkriegt, bin ich eher zurückhaltend. 

Dieses Ventil baut zusätzlichen Druck auf, wodurch die Zubereitungszeit kürzer wird und das Getränk Crema-technisch näher an einen echten Espresso herankommen soll. Dadurch steigt allerdings die Gefahr einer Überextraktion. Die ist bei einer solchen Kanne ohnehin groß.

Auch andere Espressokocher-Hersteller verkaufen Angebote mit diesem Feature, der Preis liegt meist nicht viel höher als bei einer herkömmlichen Espressokanne. 

Nüchtern betrachtet, liefert die Brikka und jede ähnliche Herdkanne dieselben Vorteile wie klassische Modelle. Ihr könnt Kaffee kochen – und das ganz ohne Steckdose.

Espressokocher: Edelstahl ist Trumpf, Bialetti ist Meister

Tradition hin oder her: Edelstahl ist für einen Espressokocher die beste Wahl. Kaffeezubereitung ohne Partikelsorgen? Super! Für Haushalte mit Induktionsherd kommt Aluminium sowieso nicht infrage. 

Ihr findet viele Edelstahl-Espressokannen auf dem Markt, die Unterschiede sind größtenteils dezent. Wichtig sind die Anzahl der Tassen und vielleicht ein hitzeunempfindlicher Griff aus Kunststoff. 

Mein persönlicher Testsieger ist der Bialetti Venus. Er vereint das langjährige Know-how der traditionsbewussten Marke mit modernem Design, einem benutzerfreundlichen Griff und einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Aber ganz ehrlich: Wenn ihr eine ähnliche Kanne mit ähnlicher Qualität und gutem Kaffeepulver befüllt, ist es eigentlich wurscht, was auf der Packung steht.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Espressokochern aus Edelstahl gesammelt? Oder seid ihr beim traditionellen Alu-Modell geblieben? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

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