Die Gefu Kaffeemühle Lorenzo im Test

Die Gefu Kaffeemühle Lorenzo im Test Ergebnis

Heute im Test ist die Gefu Lorenzo Kaffeemühle: Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Kaffee-Hype auch Unternehmen zu neuen Kundenkreisen verholfen hat, die sonst eher nicht als erste Anlaufstelle für tolles Kaffeezubehör gelten. Sondern die seit Jahr und Tag eher in einem bestimmten Segment unter dem Radar mitschwimmen.

Gefu ist so eine Firma. Die Sauerländer machen unaufgeregtes Küchenzubehör von Spiralschneider bis Klopapierrollenhalter und sind imagemäßig ungefähr Lichtjahre von Hario und Co. entfernt.

Zu diesem Test bin ich übrigens gekommen, weil meine Freunde von Langen Kaffee ihr Sortiment an Kaffeemühlen abchecken lassen wollten. An ihrem Kaffee und Espresso hatte ich bei meinen Tests nie etwas auszusetzen. Im Gegenteil, die sind sehr empfehlenswert!

Dennoch verweist die manuelle Gefu 16330 Kaffeemühle Lorenzo mit ihrem etwas gewöhnungsbedürftigen Look so manche Hario-Mühle mühelos des Platzes. Denn das Gerät ohne Hype ist ziemlich gut, sehr leichtgängig und für ziemlich viele Zubereitungsmethoden geeignet.

Der Haken an der Sache: Für den Urlaub ist die Kurbel-Mühle trotz aller Platzspareinfälle dann doch etwas zu groß geraten. Aber in einem Wohnwagen ist halt auch mehr Platz als in einem Trekking-Rucksack.

Der erste Eindruck

Manuelle Kaffeemühlen kennen gemeinhin drei Formen: Pfeffermühle, schlanker gerader Zylinder oder Retro-Look. Die Lorenzo geht einen vierten Weg: Litfaßsäule mit konischem Verlauf. Warum sie das tut, kann ich euch auch nicht sagen, denn Sinn ergibt das nicht.

Gefu Kaffeemühle im Test

Weil sie oben breiter als unten ist und am Kopf hauptsächlich Edelstahl verwendet wurde, während sich unten fast nur Kunststoff tummelt, hat sie einen sehr merkwürdigen Schwerpunkt, der euch beim Kurbeln schnell mal auf den Keks gehen kann.

Auch die Standfestigkeit leidet darunter etwas, obwohl Gefu den Standfuß sorgfältig ausgearbeitet hat. Ihr müsst also erst einmal die richtige Handhaltung entdecken, bevor das mit dem Mahlen wirklich etwas wird.

Die Materialmischung aus Edelstahl, ABS- und SAN-Kunststoff finde ich prinzipiell gelungen, allerdings hätte ich mir definitiv eine etwas andere Verteilung gewünscht. Denn der Auffangbehälter aus Kunststoff ist schon auf den ersten Blick sehr klein und sehr anfällig für Statik.

Gefu Kaffeemühle: Meine Erfahrungen

Ansonsten ist die Optik aber durchaus brauchbar, auch wenn das nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Lorenzo gerade wegen der relativ kleinen Mahlmenge ziemlich klobig ist. Dafür könnt ihr die Kurbel abziehen und seht sofort, dass hier mit einer sehr eindeutigen, elfstufigen Skala zum Mahlgradverstellen gearbeitet wird.

Vorteile der Gefu 16330 Kaffeemühle Lorenzo im Überblick

  • Hochwertig
  • Hochwertiges Mahlwerk
  •  Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Kurbel abnehmbar
  • Gute Mahlgradeinstellung
  • bruchsicher

Nachteile der Gefu 16330 Kaffeemühle Lorenzo im Überblick

  • etwas zu groß
  • komischer Schwerpunkt

Die Vorteile schlagen hier in meinen Augen auf jeden Fall die Nachteile, denn die Handhabung ist eigentlich nur Gewöhnungssache. Ich bleibe aber dabei, dass Rucksacktouristen mit Alternativen wie der Porlex Mini zum ähnlichen Preis besser fahren als mit diesem kleinen Klopper.

Mit Kurbel an der Seite

Gefu Kaffeemühle mit der abgenommer Kurbel

Becher für den gemahlen Kaffee

Das Mahlwerk und die technischen Werte

Die Amazon-Seite der Lorenzo bietet reinste Übersetzungs-Poesie: „… 11 Grad der Feinheit“ gibt es hier ebenso wie genug Kaffeepulver für „4 Tassen von Französisch Presse Kaffee“.

Warum die Lorenzo per Langstrecke kommt, weiß ich auch nicht. Vielleicht haben die Sauerländer (!) von Gefu da eine ganz eigene Methode, ihre Produkte an den Mann zu bringen.

In jedem Fall läuft dieses hübsche Geschwafel auf folgendes hinaus: Bei Maßen von 14 x 5 x 5 cm kann die Lorenzo über den Daumen gepeilt etwa 50 Gramm Kaffeepulver produzieren, wenn wir die Vorgabe „4 Tassen Kaffee von Filter“ mit 12 Gramm je Tasse annehmen.

So oder so ist das nicht besonders üppig und schon gar nicht präzise beziffert, denn etwa die Hario Skerton liefert in einem Rutsch rund 80 g Inhalt. Aber wenigstens gibt es eine Skala am Auffangbehälter. Für den Campingurlaub sollte das Ganze jedoch ausreichen.

Das Justieren des Mahlwerks ist dafür besonders einfach und lässt sich problemlos an der Oberseite erledigen. Dumm ist nur, dass man die Kurbel abnehmen muss, um die Bohnen einzufüllen. Aber irgendwas ist schließlich immer. Denn der Wechsel zwischen zwei Mahlgraden gelingt super.

Die Lorenzo Kaffeemühle im Einsatz

Sobald ihr die richtige Handakrobatik entdeckt habt, mit der ihr die Mühle fixieren könnt, gelingt das Mahlen schnell und vor allem sehr gleichmäßig. Dabei hat die Lorenzo einen Vorteil gegenüber unseren oft gebashten Hario-Testkandidaten:

  • Sie arbeitet im gröberen Bereich für French Press – pardon, „Französisch Presse“ – wesentlich sauberer und homogener.
  • Aber auch sie macht sich in den Einstellungen für Handfilter und Kaffee aus dem Espressokocher am besten. Und damit ist sie natürlich wieder ein guter Unterwegs-Kandidat.
  • Schlappe Arme müsst ihr nicht befürchten, obwohl es ein wenig nervt, dass euch der Schwerpunkt häufig in die Quere kommt.

Bei der Arbeit

Dass ihr die Kurbel abnehmen könnt, ist immer ein dickes Plus und die passende Halterung ist auch gleich parat. Da sie mehr kann als manch andere günstige Mühle, vor allem im Bereich manueller Zubereitungsmethoden, dürfte die Lorenzo vielen Wohnwagen-Campern bei diesem Preis sehr gut gefallen.

Ansonsten muss ich, wenn ihr WIRKLICH Qualität ohne Abstriche wollt, in dieser Kategorie mal wieder auf die Commandante verweisen. Wer eine noch bessere Idee hat, kann sie im Kommentar gern mitteilen!

Mahlgrad fein

Die Reinigung

Trotz der ein oder anderen Mini-Macke kann die Lorenzo-Kaffeemühle auch bei der Reinigung problemlos überzeugen. Da sich alle wichtigen Bestandteile ziemlich leicht erreichen lassen – wie immer gilt da besonders für das Mahlwerk – müsst ihr hier auch nicht lange fummeln.

Die wesentlichen Bauteile sind bruchsicher und eignen sich teilweise auch für die Spülmaschine bzw. das ruppigere Handabwaschen im Wohnwagen.

Wasserrückstände in Ritzen oder doppelten Wänden habe ich nicht beobachtet, weshalb ich einmal davon ausgehe, dass die Lorenzo auch bei häufigem Benutzen kaum Ranz-anfällig ist.

Mein Fazit: Für wen ist die Gefu 16330 Kaffeemühle Lorenzo geeignet?

Mit der Gefu Lorenzo Kaffeemühle macht ihr sicher nichts falsch. Sie ist hochwertig, bruchsicher und liefert sehr homogene Ergebnisse. Außerdem könnt ihr sie prima reinigen.

Mir persönlich ist zwar die Mahlmenge etwas zu klein und der Schwerpunkt bei der Handhabung etwas zu undurchdacht. Daneben dürfte sie im Handgepäck bzw. Rucksack erheblich mehr Platz wegnehmen als nötig wäre.

Testergebnis: Gefu Kaffeemühle

Sie ist naturgemäß keine Konkurrenz für gute elektrische Kaffeemühlen, womit wir wieder bei der Frage wären, ob eine Handkaffeemühle, die zu groß für den Urlaub scheint, überhaupt eine Daseinsberechtigung hat.

Hat sie, und zwar deswegen, weil sie ziemlich viele Zubereitungsmethoden bzw. die dafür nötigen Mahlgrade beherrscht. Dann kann sie als Zweitgerät in der Küche dafür sorgen, dass ihr mal eben einen neuen Kaffee oder Espresso antesten könnt, ohne euer Hauptgerät verstellen zu müssen.

Mit ihrem Preis von unter 50 Euro erfüllt sie außerdem dennoch die Anforderungen, die ich an eine hochwertige Kaffeemühle stellen würde und die gibt es normalerweise selten unter diesem Preis. Gefu sollte also durchaus auf eurem Markenradar auftauchen, zumindest, was die Lorenzo Kaffeemühle betrifft.

Bei Fragen freue ich mich auf einen Kommentar!

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