Die Hario Mill Skerton Handkaffeemühle im Test

Die Hario Mill Skerton Handkaffeemühle im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 5. Juli 2017 von 3

Heute teste ich die Hario Mill Skerton Handkaffeemühle. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich echt Spaß daran habe, ab und zu Löcher in das Hario-Image zu hauen. Glaubt man dem Hype, sind die Geräte für die Insta-Kaffeegemeinde praktisch alternativlos. Das stimmt in meinen Augen aber nur für einen Teil und ganz sicher nicht für die Handkaffeemühlen.

Nach meinen ausführlichen Tests der Hario Small und der Hario Slim, die beide nicht sooo berauschend waren, habe ich mir jetzt die Hario Mill Skerton vorgenommen, die in dieser heiligen Dreifaltigkeit noch gefehlt hat.

Sie steht auf Platz 1 der Amazon Bestsellerliste für Handkaffeemühlen und kostet weniger als 30 Euro. Und dieser Platz ist bei diesem Preis tatsächlich einmal für eine Hario-Mühle gerechtfertigt.

Müsste ich ein Hario-Ranking für die Kaffeemühlen aufstellen, stünde die Skerton definitiv weit vor der Slim und der Small. Warum das so ist, erfahrt ihr wie immer im Testbericht.

Zu diesem Test bin ich übrigens gekommen, weil meine Freunde von Langen Kaffee ihr Sortiment an Kaffeemühlen abchecken lassen wollten. An ihrem Kaffee und Espresso hatte ich bei meinen Tests nie etwas auszusetzen. Im Gegenteil, die sind sehr empfehlenswert!

Der erste Eindruck

Wie auch die Slim sieht die Skerton einer handelsüblichen Pfeffermühle verdächtig ähnlich. Interessant ist hier, dass die Bilder bei Amazon aus dem Gerät ein optisches Billigprodukt machen, während die Mühle selbst erstaunlich hochwertig ist.

Hario Skerton im Test

Gummi Deckel: Hario Mill Skerton

Griff mit Mutter: Hario Mill Skerton

Durch ihre bauchige Stundenglas-Form liegt sie sehr gut in der Hand und ist an den richtigen Stellen dick und dünn. Bei den ersten Trockenübungen kurbelt sich die Skerton problemlos und ich habe sofort den Verdacht, dass die Hebelwirkung bzw. Kraftübertragung hier ziemlich gut funktionieren dürfte.

Bevor ihr jetzt aber schon die Koffer packt und die Hario Skerton als Reisebegleiter nutzen wollt, sei noch ein wichtiges Aber hinterhergeschoben: Der Auffangbehälter besteht aus Glas. Gut für die Hygiene und die Antistatik, schlecht für die Bruchfestigkeit.

Zumal ich diese Mühle eh für zu groß halte, um sie im Handgepäck mitzuschleppen. Auch die Kurbel lässt sich nicht so einfach abnehmen.

Dafür macht sie sich in einer gut sortierten Küche umso besser, wenn ihr keine Lust habt, eine elektrische Kaffeemühle anzuwerfen oder gern mit verschiedenen Kaffees und Zubereitungsmethoden experimentiert.

Vorteile der Hario Skerton im Überblick

  • Günstiger Preis
  • Hochwertig
  • Gute Handhabung
  • Hochwertiges Mahlwerk

Nachteile der Hario Skerton im Überblick

  • Nicht bruchsicher
  • Zu groß für Reisen

Bin ich der Einzige, der Handmühlen immer danach beurteilt, ob sie für den Urlaub etwas taugen? Sei es drum, lässt man diesen Punkt außen vor, kann die Hario Skerton bis hierhin problemlos überzeugen.

Das Mahlwerk und die technischen Werte

Auch ein Blick auf die Daten beweist, dass wir es hier mit einem Zuhause-Modell zu tun haben:

  • Maße: 18 x 7 cm (B/D)
  • 70 g Inhalt im Bohnenbehälter
  • 80 g Inhalt im Auffangbehälter
  • Gewicht rund 615 g

Das Ganze verarbeitet sie mit einem durchaus vorbildlichen stufenlosen Keramikmahlwerk, das zumindest mit den meisten Zubereitungsmethoden zurechtkommen wird. Problem an der Sache ist nur, dass das Justieren des Mahlwerks ein Glücksspiel ist.

Denn leider haben die Hario-Macher vergessen, am Einstellrädchen eine Skala anzubringen. Das ist besonders blöd, wenn ihr zwischen zwei Stufen wechseln wollt. Aber wenigstens könnt ihr die einmal gefundene Einstellung richtig feststellen, sodass sie nicht mehr verrutscht.

Hario Mill Skerton Gummi-Fuss

Mahlgrad einstellen: Hario Mill Skerton

Schraube für den Mahlgrad: Hario Mill Skerton

Die Hario Skerton im Einsatz

Apropos verrutschen: Das kann die Skerton auch im Einsatz nicht, denn der Silikonfuß fixiert das Gerät ziemlich sicher auf der Arbeitsfläche. Weil ihr außerdem perfekt zupacken und gleichzeitig einen hohen Kurbelradius im Vergleich zur Mühle habt, ist das Mahlen kein Problem.

Ein bisschen blind habe ich mich schon durch die einzelnen Einstellungen arbeiten müssen, bin dabei aber zu guten Ergebnissen gekommen:

  • Auch wenn sie (wie immer bei den Harios!) im gröberen Bereich für French Press und Co. etwas schwächelt, sind die Ergebnisse doch in allen Einstellungen brauchbar und homogen.
  • Espresso- und Handfilter -Kaffee werden am besten.
  • Theoretisch könntet ihr den ganzen Tag ohne nennenswerte Ermüdungserscheinungen vor euch hin kurbeln, was ein dickes Plus gegenüber den anderen Hario-Vertretern ist.
  • Die Mühle macht sich in jeder Körperhaltung und sogar ganz ohne Auflagefläche ganz gut, weil ihr eure Handposition ziemlich bequem wechseln bzw. austarieren könnt.

Ich merke zwar immer noch deutliche Qualitätsunterschiede zu meiner geliebten Commandante, aber vergesse dabei trotzdem nicht, dass wir hier in ganz anderen Preisvorstellungen argumentieren.

Trotzdem möchte ich eigentlich nicht auf Cold Brew oder French Press verzichten müssen, nur weil meine Mühle mit dem Mahlgrad nicht klarkommt. Wenn ihr das nicht so eng seht, spricht grundsätzlich nichts gegen die Skerton.

Mahlgrad fein: Hario Mill Skerton

Behälter mit Deckel: Hario Mill Skerton

Die Reinigung

Während ich bei der Hario Slim einige Kleinigkeiten bei der Reinigung zu bemängeln hatte, löst die Hario Skerton diese Nachteile exzellent auf.

Denn es ist kein Problem, alle wichtigen Bauteile (allen voran das Mahlwerk) auseinander zu basteln und mit den Händen zu erreichen. Auch nervige Doppelwände bzw. Ritzen, in denen sich Wasser ansammeln könnte, gibt es hier nicht.

Nur die Sache mit dem Glasbehälter ist eben ein zweischneidiges Schwert. Ich könnte ihn einfach in die Spülmaschine stellen und fertig, laufe dabei jedoch Gefahr, dass das Ding kaputt geht.

Handreinigung ist sicherer, aber wenn euch der Behälter aus der Hand fällt, stehen die Chancen für Futsch gut. Bei knapp 30 Euro ist das sicher nicht ein so großer Verlust, aber doch nervig, oder? Seid also ein wenig vorsichtig!

Mein Fazit: Für wen eignet sich die Hario Skerton Handkaffeemühle?

Schade eigentlich, bei der Hario Skerton gibt es nicht genug zu meckern, um sich über den Hario-Hype aufzuregen.

Der Preis entspricht exakt der Leistung, welche sehr gut, homogen und angenehm ist. Ihr könnt die Mühle einfach reinigen und außerdem sicher und bequem verwenden.

Barista bei der Arbeit: Hario Mill Skerton

Die Frage ist nur: Wo und wofür? Auf Reisen macht sie euch sicher irgendwann Probleme, sei es durch ihre Größe, sei es durch den empfindlicheren Glasbehälter. Da ist zum Beispiel die Porlex Mini definitiv die bessere Wahl – obwohl sie „etwas“ mehr kostet.

In der Küche ist die Hario Skerton besser aufgehoben, obwohl wir Faulen hier sicher eher zu elektrischen Kaffeemühlen greifen würden. Wozu also diese Mühle?

Ich finde sie prima als Zweit- bzw. Experimentiergerät. Wenn ich kurz einmal einen neuen Espresso oder einen neuen Kaffee antesten will, kann ich die Bohnen rubbeldikatz in die Skerton werfen und sie durchmahlen. Dazu brauche ich nicht erst meine anderen Maschinen leeren und verstellen.

Grundsätzlich ist sie auf jeden Fall durchdachter als ihre Hario-Kollegen, auch wenn ich persönlich immer meine Budget-Untergrenze für Handkaffeemühlen bei 50 Euro ansetzen würde – da kriege ich auch gröbere Wunschergebnisse gleichmäßig hin!

Das ist jedoch nur mein persönlicher Erfahrungswert, der bei euch ganz anders aussehen kann. Oder? Sagt es uns in einem Kommentar!

3 Kommentare
  • Helmut Steckbauer
    12 Oktober, 2017

    Hallo Arne,
    ich bin froh, dass Du immer wieder testest.
    Jetzt habe ich folgende Frage:
    Meine Lebensgefährtin möchte sich eine Handkaffeemühle kaufen.
    Auf den Geschmack ist Sie gekommen, weil ich die Commandante habe, diese ist Ihr jedoch etwas zu teuer.
    Sie hat das Problem in Ihren Händen. Also zu große Kraftanstrengungen beim Mahlen sind nicht möchlich.
    Früher hatte ich die Porlex, die aber durch den kleinen Durchmesser größere Kraft erfordert.
    Würde meine Lebensgefährtin mit der Hario relativ leicht mahlen können und der Mahlgrad reletiv einheitlich?

    Wir bereiten unseren Kaffee in einer French Press

    Über Deinen Tip würden wir uns sehr freuen

    Viele Grüße, Helmut

  • Gerald
    12 Oktober, 2017

    Die Achse meiner Mühle “eiert”, sprich der Konus hat bei einer vollen Umdrehung nicht immer den gleichen Abstand zum Gegenstück.
    Ist das absichtlich so kostruiert oder ist das ein Fabrikationsfehler?

  • Arne
    13 Oktober, 2017

    Hallo Helmut, für French Press ist schon mal gut. So grob ist deutlich leichter. Ich würde tippen die Hario liegt vom Kraftaufwand zwischen Commandante (Sehr leicht) und Porlex (Mittel). Das ist aber auch nur gefühlt. Viele Grüße, Arne

Ich freue mich über deinen Kommentar

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