Kaffeekapseln: Alumüll, Umweltsünde und deine Mudder

Was sagt es über eine Gesellschaft aus, in der sich Menschen von meinem Motto „Wer Kapselkaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ dermaßen angegriffen fühlen, dass sie seitenlange Rants und Beleidigungen verfassen müssen?

Kaffeekapseln Uebersicht

Was sagt es über eine Gesellschaft aus, in der sich Menschen von meinem Motto „Wer Kapselkaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ dermaßen angegriffen fühlen, dass sie seitenlange Rants und Beleidigungen verfassen müssen?

Was sagt es über eine Gesellschaft aus, in der der Nespresso Club das Zubereitungsprinzip eines Getränks (!) verteidigt, als hätte ich gerade die Abstammung seiner Kinder infrage gestellt?

Und vor allem:

Was sagt es über eine Gesellschaft aus, in der ein Prinzip wie die Kapsel-Kaffeemaschine überhaupt existiert?

Ich schlage vor, dass alle Nespresso-Fans jetzt erstmal vor die Tür gehen, tief durchatmen und dann mit dem Lesen beginnen. Denn ich hatte das große Bedürfnis, meinen ursprünglichen Rant gegen Kaffeekapselnapseln nochmal zu aktualisieren.

Warum? Weil es mir immer noch nicht ins Hirn will, wie jemand teure Mini-Portiönchen Kaffee in Aluminiumkapseln vor sich selbst und der Zukunft rechtfertigen kann.

Ich weiß, Argumente gibt es genug.

„Ich habe morgens keine Zeit zum Kaffee kochen!“

Joar. Aber selbst günstige Kaffeemaschinen haben heute bereits einen Timer. Kaffeevollautomaten lassen sich per App vorprogrammieren und können auch mal Latte Macchiato.

„Aber der Kaffee schmeckt doch so gut!“

Arne geniesst einen Latte Macchiato

Na, das ist doch die Hauptsache. Scheiß auf die Umweltbilanz oder den Müllberg!

„So teuer, wie alle sagen, ist das doch gar nicht!“

Doch, ist es!

„Andere Zubereitungsmethoden sind auch nicht gerade super umweltfreundlich.“

Stimmt teilweise. Deswegen sollten wir ja auch unsere Grundeinstellung ändern. Kaffee ist kein Grundnahrungsmittel, sondern ein Luxusprodukt.

„Du bist ein arroganter, dummer Blogger-Arsch.“

Und deine Mudder …

Ihr könnt mir gern alle Beleidigungen der Welt an den Kopf werfen. Doch wer 2020 immer noch eine Kapselmaschine in der Küche stehen hat, sollte seine Überzeugungen überprüfen. Dringend.

Für diesen Realitätscheck stelle ich euch gern aktuelle Zahlen und Vergleiche zur Verfügung und liefere unverrückbare Argumente, warum Kaffeekapseln gecancelt sind. Für immer.

Kaffeekonsum (Deutschland): Voll mit Koffein und doch endlos träge

Um den Kapselwahnsinn in Beziehung zu setzen, sollten wir uns kurz den Kaffeemarkt angucken. Der hat nämlich ein riesiges Problem: Zwar fällt der Börsenpreis für Rohkaffee seit Jahren, doch die Kosten für Röstung, Marketing und die gesamte Logistik rund um die Kaffeebohne vom Strauch in die Tasse sind gestiegen.

Reife Kaffeekirschen beim Bauern

Gleichzeitig steigt zwar auch der Kaffeekonsum weltweit. Doch leider nur im überschaubaren Maße.

Laut Kaffeereport 2019 von Tchibo und brand eins nahm der Konsum von 2015 bis 2018 nur um 2,2 Prozent zu. Zum Vergleich: Allein der deutsche Konsum von Mineralwasser stieg laut Informationszentrale Deutsches Mineralwasser innerhalb eines Jahres um 5,3 Prozent.

Das stellt die Hersteller vor eine schwierige Aufgabe. Sie müssen sich in einem trägen Marktsegment um eine kaum bewegliche Anzahl an Kunden kloppen. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, das Produkt zu differenzieren. Kaffee ist immer Kaffee.

Ja, sind sie. Bei der Gewinnung von Aluminium fällt toxischer Rotschlamm an, der nicht weiterverarbeitet oder abgebaut werden kann. Die Gewinnung des Grunderzes Bauxit führt zu Waldrodungen. Jährlich entsteht ein Alumüllberg von rund 5.000 Tonnen, der bis zu 200 Jahre braucht, um zu verrotten. Und all das für eine völlig unnötige Verpackung in einem unnötigen Zubereitungssystem.

Um Aluminium zu recyceln, ist ein aufwendiger Trenn- und Analyseprozess notwendig, da nicht jede Legierung den gleichen Verarbeitungsprozess und Wert hat. Fachgerecht sollen Aluminiumkapseln in die Wertstofftonne oder den Gelben Sack entsorgt werden.

Der Preis für Kaffee in der Kapsel liegt je nach Marke bis zum Fünffachen über dem vergleichbaren Bohnenpreis. „Billig“ ist der Kaffee für Kapseln allemal – denn es gibt kaum bzw. keine Angaben zum Ursprung oder der Situation der Kaffeebauern.

Wie also von der Konkurrenz abheben? Marketing und Image?

Das ist dem Kaffeekonsumenten erstaunlich wurscht. Sorten spielen nur eine untergeordnete Rolle, der Preis ist der wichtigere Hebel. Der Kunde ist daran gewöhnt, seinen Klotz Krönung bei Rossmann immer wieder für 3,50 Euro das Pfund im Angebot zu kaufen. Also dürfen Dallmayr, Lavazza und andere Sorten auch nicht wesentlich mehr kosten.

Supermarktkaffee Uebersicht verschiedene Marken

Die Preisschraube lässt sich jedoch nur endlich lockern. Also braucht es einen Weg, wie man Kaffee in einem neuen Zusammenhang verkaufen kann, der so anziehend ist, dass auch teurere Kaffee-Preise kein Problem sind.

Tadaa: Auftritt für Kaffee Kaspeln!

Der George-Faktor: Ein Lehrstück in Sachen Profitmaximierung

Die Probleme des Kaffeemarkts sind nicht neu. Deswegen kam Nespresso, eine hundertprozentige Tochter von Nestlé, schon 1986 auf eine clevere Idee:

Wir füllen denselben Kaffee, den wir sonst als Klotz verkaufen, in Minikapseln ab, durch die Wasser aus einer speziellen Maschine mit etwas mehr Druck schießt!

Dabei versprechen wir, es „Jedem zu ermöglichen, die perfekte Tasse Espresso zuzubereiten“ – genau wie ein professioneller Barista.

Kapselkaffee Kapselmaschine bereitet Kaffee zu

Wo der Barista aber fummeln muss, müssen unsere Kunden nur eine Kapsel versenken und auf einen Knopf drücken. Weil das so super ist, können wir jede Kapsel für ungefähr das Fünffache des normalen Kaffee-Preises verkaufen. Sogar entkoffeinierte.

G-E-N-I-A-L!

Die Kapsel-Maschine ist nicht der eigentliche Umsatzbringer. Sie ist nur das Vehikel für den kontinuierlichen Verkauf der Kapseln.

Dieses sogenannte Lock-in-Prinzip ist ein weit verbreiteter Kniff in der Wirtschaft: Verkaufe das Gerät möglichst billig, aber das notwendige Zubehör möglichst teuer. Ihr kennt das von Druckern. Da es zunächst keine gleichwertigen Alternativen gab, war der Umsatz erstmal sicher.

Allein damit hätte Nespresso sicher keine Revolution ausgelöst und dem Espresso Konkurrenz machen können.

Wie gut, dass es George Clooney gibt.

Auch wenn die braunäugige Schmalzbacke nur ein Werbeträger ist, hat sie doch das Image von Nespresso entscheidend geprägt: Luxus, Exklusivität, Genuss, Mann von Welt, ein bisschen Italien (aber nicht zu dolle) und volle Gönnung.

Würde the Cloon einen Filter falten und Krönung in die Melitta-Maschine löffeln? Nein. Er wählt eine schön gestaltete Kaffee Kapsel – passend zu den Manschettenknöpfen – drückt auf einen Knopf und verführt nach ein bisschen Gesüppel die Tante im knallengen Kleid.

Diese Luxus-Fantasie wurde noch dadurch befeuert, dass Nespresso nicht im Elektromarkt in Stadtrandlage zu finden war, sondern in eigenen Boutiquen von München bis Hamburg, in denen Schmuck aus Kapseln an der Wand arrangiert wurde.

Kleine Espressomaschinen Uebersicht mit Barista Arne

Unterschwellig spielte natürlich auch immer mit, dass der Haushalt zum Singledasein tendiert und es sich nicht lohnt, eine Kanne Kaffee zu machen. Siebträgermaschinen waren keine Alternative, weil sie zu kompliziert, teuer und langwierig waren.

Der moderne Powermensch hat keine Zeit zum Kochen, er muss Geld scheffeln, Autos kaufen und Tanten verführen!

In jedem Fall geschah dank Espresso mit Nespresso ein völlig absurder Paradigmenwechsel: Kaffee wurde plötzlich zum Luxus. Aber nicht etwa, weil Kaffee selbst als Luxusprodukt wahrgenommen wurde. Es ging um die Systemwelt drumherum!

All das ist an sich nicht verwerflich. Es ist mir egal, woher Leute ihr Luxusgefühl beziehen. Es geht mich nichts an, wofür sie ihr Geld ausgeben. Was uns jedoch etwas angeht, sind die Konsequenzen für alle.

F… dich, Umwelt: Tonnenweise Alu-Wahnsinn

Aluminium braucht zwischen 80 und 200 Jahren, um zu verrotten. Es wird aus Bauxit hergestellt, einem Erz, das in den Tropen zu finden ist. Um an die Lagerstätten zu kommen, werden tausende Quadratmeter Regenwald gerodet.

Beim Herauslösen von Aluminium aus Bauxit entsteht das Abfallprodukt Rotschlamm. Er lässt sich nicht weiterverarbeiten, muss also irgendwo hin. Deponien und Seen sind die am weitesten verbreitete Ablagestelle. Dort zerstört Rotschlamm sofort alles, was einmal lebendig war.

Wer mehr wissen will, kann die Fallstudien zu Umwelt- und Sozialauswirkungen der Bauxitgewinnung und Aluminiumherstellung in Pará, Brasilien des Umweltbundesamts lesen.

„Was interessiert mich ’ne Pfütze im Regenwald?“

Für die Gewinnung eines Kilogramms Alu werden rund 14 Kilowattstunden Energie benötigt. Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt verbraucht pro Tag rund 10 Kilowattstunden. Inklusive allem.

„So what?!“

Jede Kaffee Kaspel besteht aus etwa einem Gramm Aluminium.

„Is doch nüscht!“

Nehmen wir an, ihr trinkt an sieben Tagen in der Woche täglich zwei Einzelportionen Kaffeekapseln. Das macht 14 Gramm Abfall pro Woche und 728 Gramm im Jahr.

„Is‘ doch überschaubar!“

Allein in Deutschland betrug der Kapselverbrauch nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe im Jahr 2018 allerdings rund 3,5 Milliarden Kapseln. Das macht 350 Tonnen Müll. Wegen eines einzigen, sinnlosen Küchengadgets. Schätzungen gehen außerdem von einem jährlichen, weltweiten Gesamtvolumen an Kapselmüll von rund 5.000 Tonnen aus.

Kaffeekapseln Aluminium umweltschaedlich

Regt sich schon das schlechte Gewissen?

Natürlich nutzen auch andere Systeme (leider immer noch) Alubeutel für ihren Kaffee. Ich habe bei Großhändlern geschaut: Ein typischer 500 Gramm-Alubeutel für eine Packung Kaffee wiegt rund 15 Gramm.

Auch das ist scheiße, weswegen viele anständige Röster darauf achten, alufreie Beutel für ihre Kaffeebohnen zu nehmen. Aber selbst mit Alubeutel jagt ihr an einem Tag kaum eine ganze Packung – oder sogar zwei – durch.

Nehmen wir den durchschnittlichen Nespresso-Füllstand mit rund fünf Gramm Kaffeepulver pro Kapsel, braucht ihr ca. 50 Tage, bis die große Alutüte bei gleicher Zubereitungsmenge leer ist. Das wiederum summiert sich jährlich zu einem Alu-Müllberg von 109,5 Gramm.

„Aber ich recycle meine Kapseln!“

Aluminium und Recycling sind ein brandheißes Thema. Zwar sind die Verwertungsquoten und Recyclingraten für Alu sehr hoch – je nach statistischer Quelle liegen sie bei über 90 Prozent. Das gilt aber nur für bestimmte Branchen. Und nur für bestimmte Legierungen.

Alu ist nämlich nicht gleich Alu. Und damit das Metall zielsicher wiederverwendet werden kann, muss es sorgfältig von anderen Wertstoffen getrennt werden. Außerdem kann man aufgrund der verschiedenen Legierungen nicht jede Aluverpackung gleich behandeln, sondern muss sie erst einmal analysieren.

Aber: Recyceltes Aluminium spart unter anderem laut Umweltbundesamt bis zu 95 Prozent Energie gegenüber der Neuherstellung.

Solltet ihr eure Kapseln wirklich umsichtig entsorgen und recyceln, seid ihr echte Vorbilder. Aber Hand hoch, wer in den letzten sieben Tagen eine Kapsel einfach in den Restmüll gefeuert hat. Und zweitens: Wäre es nicht super, wenn wir etwas nicht recyceln müssten, das wir sowieso nicht brauchen? Frage für einen Freund …

Übrigens ist mir bewusst, dass es auch Kapseln aus Kunststoff gibt. Wir können gern die Debatte um unnötige Plastikverpackungen anfangen. Das Ergebnis dürfte klar sein.

Immer noch keine Regung?

Dann lasst uns über Geld reden!

Was der Kaffee aus der Nespresso Kapsel wirklich kostet

Überzeugte Kapsel-Kaffee-Freunde wollen es nicht hören, doch mit jedem Druck auf ihre shiny Maschine spülen sie aktiv Geld ins Klo. Viel Geld.

Eine x-beliebige Originalkapsel kostet online bei Nespresso 0,39 Euro das Stück. Das macht laut Unternehmen 6,84 Euro pro 100 Gramm. Ich rücke diesen Preis mal zurecht: Das sind 68,40 Euro pro Kilo!

Oder noch deutlicher: Im Vergleich zu einer Packung Krönung aus dem Rossmann-Aktionsangebot für 3,50 Euro das Pfund zahlt ihr hier 34,20 Euro für die gleiche Menge.

So viel kosten meist nicht einmal hervorragende Single Origins oder Microlots aus einer echten Rösterei! Der Durchschnittspreis empfehlenswerter Kaffeebohnen nach allen Regeln der Transparenz-Kunst liegt bei rund 30 bis 40 Euro pro Kilo.

Happycoffee Robusta Kaffeebohnen

Diese aberwitzige Rechnung wird auch nicht besser, wenn wir uns beliebte „Billiganbieter“ im Vergleich angucken. K-Fee Kapseln kosten 37,30 Euro pro Kilo, eine Aldiversion namens Expressi (ernsthaft?!) liegt bei 22,40 Euro das Kilo.

Auch wenn diese Preise schon freundlicher sind, zahlt ihr sie für Kaffee, von denen ihr weder wisst, woher er kommt, noch unter welchen Bedingungen er produziert wird.

Ich habe völlig zufällig die Nespresso Kapsel Ispirazione Palermo Kazaar ausgewählt. Da steht bei Ursprung auf der Unternehmensseite: „Als Hommage an die Geschichte der Stadt Palermo wählten wir für die Mischung vier kräftige Kaffees aus.“ Ahja.

Nespresso Kapseln im Ausverkauf: (Zu) langsames Umdenken

Wenn ein exklusives System mit Luxus-Faktor plötzlich nicht mehr exklusiv ist, hat das System ein Problem. Lange war Nespresso der einzige Kapselkasper auf dem Markt. Doch nach diversen Rechtsstreitigkeiten ging es dem Unternehmen an den Kragen:

Von Aldi über Starbucks und Segafredo bis Tchibo brachte jedes Unternehmen, das am Kaffeekonsum beteiligt ist, eigene Kapsel-Produkte auf den Markt. Manche mit, manche ohne Maschinensystem. Mit Dolce Gusto fing sich Nespresso sogar einen Konkurrenten aus dem eigenen Hause ein.

Darüber hinaus entstanden alternative Portionskaffee-Systeme und Ideen: Pads von Senseo und Co als „umweltfreundlichere“ (weil kompostierbare Variante), verschiedene Kapselgrößen, Tabs zum Wiederbefüllen etc.

Und weil es fortan Jacobs Kapseln weit unter Nespresso-Preis im Discounter um die Ecke gab, gab es keinen Grund, nach Berlin oder Frankfurt zur Boutique zu pilgern.

Außerdem merkten die Kunden irgendwann, wie umständlich Kaffeekapseln am Ende des Tages doch sind.

Jura Z8 Kaffeevollautomat Arne trinkt Espresso

Denn aus jeder lässt sich nur eine sehr überschaubare Menge Kaffee extrahieren, es gibt kaum Möglichkeiten, zu variieren. Der Siegeszug der Kaffeevollautomaten war demzufolge auch ein Stück weit eine Folge der Kapselmüdigkeit. Denn jeder Kaffeevollautomat Test beweist, dass diese Maschinenkategorie mehr für weniger Geld kann. Selbst mit den besten und teuersten Kaffeebohnen!

Öko-Image basteln mit Kaffeekapseln: Eine Einführung

Man muss es schon als Fortschritt werten, dass es inzwischen kompostierbare Kaffeekapseln und wiederverwendbare Kaffeekapseln gibt. Selbst bei Nespresso, Tassimo und Co.

Kleiner Wermutstropfen: Die „biologisch abbaubaren Kapseln“ aus kompostierbarem Plastik dürfen nicht in die Biotonne. Sie bauen sich nämlich nicht gescheit ab und gefährden die Kompostqualität, wie die Deutsche Umwelthilfe untersucht hat.

Kapseln zum selbst Befüllen ergeben da schon mehr Sinn.

Ich frage nur: Macht das Gefrickel nicht noch deutlicher, wie bescheuert diese Zubereitungsmethode eigentlich ist?

Mahlt ihr den Kaffee frisch (wenn ja, in welchem Mahlgrad überhaupt?) oder löffelt ihr nur Krönung oder sogar Néscafe rein? Und ist das Ergebnis dann genauso „gut“ wie mit dem Original aus Alu?

Refill-Optionen sind am Ende des Tages ebenfalls eine Lösung für ein Problem, das niemand haben müsste. Siehe Vollautomaten. Oder auch Siebträger für Einsteiger.

Zubereitungsmethoden Kaffee Ubersicht mit Barista Arne

Das führt mich zum Schluss zu einem Argument, das Kapselfans mit Zähnen verteidigen: Andere Kaffeezubereitungen sind auch energieintensiv, Kaffeebohnen selbst sind eine Umweltbelastung usw.usf.etc.pp.

JA! E-B-E-N!

Verabschiedet euch endlich davon, Kaffee als Grundrecht anzusehen!

Kaffee ist ein verdammtes Luxus-Produkt, das wir nicht in Massen, sondern in Maßen konsumieren sollten!

Fertiger Espresso Fokus

Wenn ihr doch wisst, dass Kaffee nicht gerade ein Naturfreund ist, warum kippt ihr mit Kapselscheiß noch mehr Gülle auf den Haufen? Ohne jeden Zwang oder nachvollziehbaren Grund?

Durchatmen. Sammeln. Runterkommen.

Ich werde sicher niemals Kaspelversteher. Aber ich bin gern bereit, das Thema mit euch weiter zu diskutieren. Ring frei in den Kommentaren!

41 Kommentare

    Das Bauxit-Abbau-Argument lasse ich gelten. Das ist wirklich ein Problem. Aber mit konsequentem Befolgen der Recycling-Regeln (nur Kapseln nach dem selben System kommen in das vorgesehene Sammelsystem, am besten jenes der beteiligten Kaffee-Firmen, wo auch der Kaffeesud zumindest energetisch verwertet wird), kann man es sehr stark abmildern. Und dass die Bio-Kapseln aus landwirtschaftlichen Produkten leider nur schlecht über die Biotonne abbaubau sind, ist zwar leider wirklich eine Tatsache, aber die Umweltbilanz gegenüber dem Kaffee als solchem ist hier vernachlässigbar. Ansonsten entsteht nun mal die meiste Umweltbelastung beim Kaffeeanbau selbst. Daher ist das wichtigste Biokaffee, möglichst von erhöhtem Standard, zu kaufen, den es auch bei den Kapseln gibt. Die einzige von der Einfachkeit für Espresso (bei niedriger Menge) vergleichbare Alternative, die ESE-Pads, werden leider einzeln verpackt in ein Alugemisch und sind daher umweltschädlicher als die Kapseln. Tja, und der Siebträger ist nun mal für alle, die sich wissenschaftlich mit Kaffeezubereitung beschäftigen wollen, keine Alternative, und der Kaffeevollautomat ist für den Einzelhaushalt mit 2 Kaffeeportionen täglich leider ungeeignet (weil wenig Gebrauch auch für die Maschine schlecht ist). Daher bleiben Kapseln für Espresso konkurrenzfähig.

    Antworten
    Arne

    Hallo Alexander und Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Wir sind immer offen für neue Sichtweisen und lassen uns auch gerne mal bekehren aber in Sachen Kapseln haben wir uns klar positioniert 😉 Der Umwelt Aspekt ist und bleibt nicht abzustreiten. Und auch für zwei Kaffeeportionen pro Tag gibt es hervorragende Alternativen, die preislich sowie in der Schnelligkeit der Zubereitung durchaus lohnen. Liebe Grüße – dein Coffeeness-Team

    Antworten

    Hoi Arne,

    ich denke die Umweltbilanz zu rechnen ist nicht so einfach… Ich meine ein Nespresso braucht ungefähr 1/3 soviel Kaffeebohnen pro Tasse wie ein Vollautomat oder Siebträger. Das müsste dann auch eingerechnet werden, ebenso dass die Nespressomaschinen deutlich weniger graue Energie in der Produktion und im Strom Betrieb brauchen als etwa der Vollmetall Zweikreiser oder XL Kaffeeautomat. Dazu kommt noch dass die Maschinen lange leben und keinen Service brauchen, während die günstigen Kaffeeautomaten leider heute Wegwerfware sind. Wenn du dann noch mit dem SUV Kaffeebohnen beim Lieblingsröster 200km weiter holen gehst ist die Umweltbilanz von Kaffeebohnen definitiv schlechter. Gilt aber natürlich auch wenn du so zur Boutique fährst.
    Von daher jedem das seine. Am besten mit Mass trinken und auf Bohnen aus fairem Anbau achten… aber dein geliebter Filterkaffee ist von der Ökobilanz her vermutlich kaum zu schlagen 😉

    Gruss Andi

    Antworten
    Arne

    Hallo Andi,

    danke für deinen Kommentar und deine Gedanken! Da hast du Recht. Stimmt, der hat eine sehr gute Ökobilanz :). Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Mir steigt jetzt weder Dampf aus den Ohren, noch habe ich sonst irgendwelche überschäumenden Reaktionen, die Du Dir aufgrund Deines Artikels erhoffst. Zumindest unterstellst Du dem geneigten Leser am Anfang diese Reaktionen.

    Aber ganz im Gegenteil: Dein Artikel liest sich amüsant und erheiternd

    Und jetzt?
    Jetzt geh‘ ich mal runter in die Küche und schmeiss die Nespresso für den ersten Kaffee des Tages an.

    Freu mich auf Deinen nächsten Artikel!
    (ernst gemeint)

    Antworten
    Arne

    Hallo Moist Lipwig,

    danke für deinen Kommentar. Das ist sehr gut fürs Herz, wenn du dich darüber nicht aufregst ;). Freut uns, dass dir unser Artikel gefällt und bis zum nächsten Artikel. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Lieber Arne,

    ich geb jetzt aber auch zu, seitdem ich auf Deinen Artikel gestossen bin, zieh’ ich mir nun nach und nach Deine ganze Website und auch jene von „die Kaffeemacher“ rein und schleich jetzt seit Tagen im Internet und im Handel um Siebträger herum.

    Du hast es tatsächlich geschafft, dass meine Nespresso nach dem Aufbrauchen aller Vorräte demnächst aus der Küche verschwindet.

    Lediglich der Preis und das Modell sind für mich – der Siebträger immer nur von der Kundenseite des Tresens aus bewundert hat – noch offen…
    Ich schwanke zwischen der Solis Barista Gran Gusto und der, für Anfänger etwas einfacheren, Sage The Barista Express
    (gibt‘s gerade neu um 499,-)

    Antworten

    Hi Arne,
    sehr fundierte Recherche und nicht provokativ sondern genau richtig! Die Nespresso Träger fühlen sich beleidigt, weil du der Maschine die Maske runter gezogen hast. Nackt betrachtet ist der Reiz (da hilft auch der Clooney nicht) weg und man kann nicht mehr damit punkten, Aua. Weiter so 🙂

    Antworten
    Arne

    Hallo Arno,

    vielen lieben Dank :)! Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Im August 2016 (Beitrag weiter oben zu finden) habe ich dich recht deutlich für den Spruch „“Wer Kapsel-Kaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ kritisiert – und ich finde den Spruch immer noch daneben. Erst recht anmaßend/arrogante und beleidigende Zeilen wie in diesem Kommentar eines Teilnehmers (die mangelhafte deutsche Rechtschreibung ist wohl nicht sein einziges Problem…) :

    „hat definitiv die Kontrolle verloren oder ist grenzenlos Selbstsüchtig und Ignorant.“

    Aber…

    Schon damals habe ich deinen Blog gelobt (und ich denke heute, dass es wirklich keinen besseren gibt !) und dir was die Kritik an Kapseln an sich angeht, durchaus beigepflichtet.

    Jetzt sind mittlerweile über 3 Jahre vergangen – und ich muss dir das Kompliment machen, dass du es ganz wesentlich beeinflußt hast, dass ich mittlerweile vom Kapselkaffee zum Handfilter Kaffee (mit frischen Bohnen, Keramikfilter und der von dir empfohlenen „Porless Tall“) und vom Kapselespresso zum Siebträger (natürlich auch mit frischen Bohnen vom örtlichen Röster – und mit der von dir empfohlenen „Delonghi EC 680 Dedica“) umgestiegen bin – und Kapseln nur noch sehr selten (wenn ich zu „faul“ bin o „keine Zeit“ habe) verwende. Es ist eine „Umweltbelastung“ die ich damals noch „vertretbar“ fand und heute zunehmend kritischer sehe – ganz auf Kapseln werde ich deswegen nicht verzichten (s.o.) aber Stand heute sind es 80 % weniger….

    Auch nach 3 Jahren habe ich keinen auch nur annähernd so informativen Blog zum Thema „Kaffee“ gefunden und schaue immer wieder gerne hier rein – was du hier machst, ist wirklich ganz großes Kino, dafür an dieser Stelle ein großes DANKE von mir.

    Antworten
    Arne

    Hallo Peter,

    vielen Dank für deinen Kommentar und auch deine Kritik! Das ist sehr wichtig und wenn jeder die Welt gleich sehen würde, wäre das ja auch völliger Quark. Es ist schön zu hören, dass du uns immer noch treu bleibst und unsere Arbeit so schätzt. Das gibt uns wirklich Auftrieb und motiviert uns immer wieder noch ein Stück besser zu werden :). Eine tolle Errungenschaft ist der Umstieg von der Kapselmaschine zur DeLonghi! Auch wenn zwar nicht ganz, aber da kommen wir auch noch hin ;). In diesem Sinne ein „GERN GESCHEHEN“ von uns und nochmals ein Dank :)! Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Best & greatest done!!!
    Super fundierte Darstellung – gibt es das T-Shirt zu deinem Spruch zukaufen? 🙂

    Antworten
    Arne

    Hallo Alex,

    danke für deine netten Worte :). Noch nicht! Wir arbeiten aber dran. Stay tuned ;). Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Sehr guter Beitrag!

    Ich war schon immer auch auf der Suche nach einer besseren Lösung als die normalen Plast-Kapseln, die ich nicht die Umwelt schonen. Ich finde aber eben auch, dass Kapsel-Kaffee sehr gut in den Alltag passt, da ich morgens nicht viel Zeit habe, und nicht 5 Minuten dafür habe, Kaffee zu machen.
    Ich habe aber eine andere Seite gefunden, wo ich kompostierbare Kapseln bekommen kann, was für mich ein guter Kompromiss ist. Man könnte ja dann fürchten, dass die recht teuer sind, aber eigentlich nicht, und ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis gut. Der Geschmack ist auch gut – vor allem, wenn man daran denkt, dass es den Bauern bessere Bedingungen sichern.
    Ich trinke am liebsten Espresso morgens, da ich nicht so viel Zeit habe, aber es gibt alles was das Herz begehrt in Bezug auf die Größe des Kaffees.

    Antworten

    Ist mir bis jetzt noch nie so bewusst geworden. Logisch, ich trinke auch keinen Kapselkaffee.
    Ich benutze Porzellanfilter, Filtertüte und selbstgemahlener Kaffee. Den Artikel sollten sich mal die ganzen Kapseltrinker durchlesen.

    Die Seite habe ich mir mal als Lesezeichen gespeichert. Finde ich gut.

    Antworten
    Arne

    Herzlichen Dank für das Lob 🙂

    Antworten

    So ist es, Uli!!! Habe die Seite auch direkt gespeichert. 🙂

    Antworten

    Guter Beitrag! Nestle‘ ist in Sachen Nachhaltigkeit/ Umwelt eh nicht gerade ein Musterknabe. Da sieht’s mit Unilever auch nicht viel besser aus.

    Antworten

    Lieber Arne Preuß, es gibt auch nachfüllbare Stahl Kapseln für die nespresso Maschinen. Die kann man mit seinem Wunsch Kaffee und Mahlgrad etc. Befüllen. Macht es dann bei geringem Umsatz am Kaffee und wenn man vor allem Espresso möchte (für Latte macchiato) nicht doch Sinn ein so Mini Drucksystem zu verwenden? Anders als mit hohem Druck bekommt man doch keinen guten Espresso?
    https://www.compatible-capsules.com

    Antworten

    Hi Arne! Die Provokation sei erlaubt! Wer sich dabei persönlich angegriffen fühlt und die dramaturgische Überspitzung (Provokation eben …) nicht versteht, macht eh was falsch (und hat die Kontrolle verloren…) – unabhängig vom Kaffee.
    Dass das Thema selbst bei deinen Blog-Lesern doch noch recht kontrovers diskutiert wird erstaunt mich ein Bisschen. Ich dachte beim Lesen eher, das wäre „preaching to the choir“. Ich bin wahrlich kein Öko-Fanatiker, aber das Müllaufkommen und die ENergieverschwendung durch die Kaffeekapseln ist einfach nur so unnötig wie nur überhaupt möglich. Klar, Recycling, wenn man das denn auch tut (die Realität sieht leider anders aus…) aber selbst bei 100% Recycling wäre es immer noch eine riesige Energieverschwendung. Dabei geht es auch nicht nur um den Energieverbrauch beim Aluminium-Recycling, das Zeug muss transportiert werden, die Kapseln müssen hergestellt und befüllt/verpackt und so weiter.
    Und was gewinnt man dabei? Ein Sch***-Ergebnis (okay, das ist Geschmacksache…), den besagten Kontrollverlust (Auswahl an Kapseln vs. Bohnenkaffee plus Zubereitungsarten/-parameter) und ein kleines Bisschen Bequemlichkeit die wunderbar mit unserem eh schon viel zu hektischen Lebensstil zusammenpasst. Herzlichen Glückwunsch!
    Beim Kaffeeanbau selbst von Umweltbelastung zu sprechen, lässt sich auch relativieren, immerhin gibt man das Wasser ins Gesamtökosystem zurück (sei es durch Bodenbewässerung der Verdampfen) anstatt es mit Rotschlamm verseucht auf die Deponie oder in die Botanik zu kippen und das CO2, das während Herstellung und Zubereitung aus dem Kaffee ausgast, das hat die Kaffeepflanze vorher aus Luft und Boden abgezogen. Der Energieverbrauch in der Verarbeitung kommt natürlich dazu, aber das ist in allen Fällen mehr oder weniger gleich.
    Nebenbei, dass Kaffee ein reines Luxusgut ist, tut der Tatsache keinen Abbruch, dass man im Luxus ein Bisschen Umsicht walten lassen sollte…

    @Kalkulator: Sorry, aber das Argument Kaffeemenge pro Getränkvolumen ist absoluter Schwachsinn. Wie im Artikel beschrieben, ist die enthaltene Kaffeemenge zwischen einem Nespresso-Gebräu und einem Siebträger-Espresso ziemlich identisch, und man wird wohl eher die gleiche Anzahl an Tassen als die gleiche Getränk-Flüssigkeitsmenge konsumieren. Sonst kann man im Extremfall auch gleich den Nespresso-Americano (150 ml) gegen einen Siebträger-Ristretto (~15 ml) vergleichen. Kein Mensch trinkt das in gleicher Flüssigkeitsmenge (10 Ristretto). Und wo du deinen Kaffee kaufst zu einem 79€/kg Preisstandard (selbst bei single origin) möchte ich nicht wissen – abgesehen davon, dass Kaffee für so einen Preis in der Qualität mit Nespresso überhaupt nicht zu vergleichen ist (sonst wäre Nespresso wahrscheinlich noch 5-10-mal so teuer). So viel zum Thema Halbwahrheiten …

    @Florian: Dazu war der Link weiter oben ganz interessant: http://futterblog.weberphilipp.de/mull-hat-einen-namen-nespresso/ Wenn du Arnes Beitrag/T-Shirt provokativ findest, … Ich glaube, dass wenige Siebträgerbesitzer Kaffe von der Qualität eines Nespresso-Kapselinhalts verwenden und selbst dann wird es vermutlich einen Qualitätsunterschied geben. Ein Vergleichstest zwischen Kapsel, KVA und ST mit identischen Ausgangsbohnen würde mich aber auch wirklich interessieren. Dann aber eher alle drei mit gutem Kaffee als auf Nespresso-Standard.

    PS: Mal bitte bei „Kaffee mit voller Trapezen“ die Transparenz korrigieren. Trapeze findet man ja doch eher im Zirkus als beim Kaffeeröster. Hat aber trotzdem zur Unterhaltung beigetragen. ;P

    Antworten
    Arne

    Danke für den tollen Kommentar! Ist korrigiert 🙂

    Antworten

    Danke für diese Sichtweise Kalkulator!!

    Im Büro haben wir ebenfalls einen KVA und mir fällt immer wieder der enorm hohe Kaffeeverbrauch (Melitta) dieser Maschine im Vergleich zum Inhalt einer einzelnen Kapsel auf.
    In die Summen-Energiebilanz kann man zudem noch den Energieeinsatz bei der Herstellung einer aufwändigen Siebträgermaschine oder eines KVA mit einberechnen. Dagegen stehen die Nespresso Maschinchen vermutlich auch nicht so schlecht da.

    Arne kannst du hier nicht vielleicht nochmal in dieser Richtung etwas recherchieren und hier zusammentragen?

    Auch hinsichtlich der Kaffeepreise pro Tasse wäre das sehr interessant. Ist Nespresso tatsächlich so teuer, oder ist ein Espresso in vergleichbarer Kaffeequalität aus einem Siebträger / KVA evtl. gar nicht so weit davon entfernt?

    Wie hoch ist der kWh Einsatz bei neuem Aluminium?
    Wie viel wird von der Kapseln recyclet?

    Wäre ein super Beitrag! Ansonsten nebenbei bemerkt noch großes Kompliment für den Blog!

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    Oh cool, Nespressobashing mit Halbwahrheiten…

    Ja, der Kilopreis ist höher, als bei üblichem Supermarktkaffee (Single Origins vom Kleinröster liegen trotzdem im Nespresso-Preisbereich). Es gibt nur einen Unterschied. Pro Nespresso-Milliliter wird weniger Mehl gebraucht als beim typischen Espresso. Und dazu schmeckt dieser noch besser als bei 80 % der Restaurant-Espressos in Deutschland. Das relativiert das ganze deutlich. Ist übrigens auch vorteilhaft für die Umweltbilanz, da die Bohnenherstellung selbst immer noch den größten Batzen an der der Umweltsauerei Kaffee ausmacht.

    Aber nun direkt zur Umweltbilanz: 1300 kWh und 1,7 m³ Wasser pro Tonne recycletes Aluminium. Neues Alu wird nicht berücksichtigt, weil ich meine Kapseln zu 100 % ins Recycling gebe und sie somit Teil eines wiederkehrenden Kreislaufs sind.

    Sagen wir ein Durchschnitts-Nespresso-Trinker trinkt pro Tag 3 Tassen. Eine Kapsel besteht aus weniger als 2 Gramm Aluminium. Das macht dannn in einem Jahr 2190 Gramm Aluminium. D.h. für das Recycling werden 2,87 kWh und rund 1,3 Liter Wasser benötigt.

    WOW! D.h. wenn ich als Verbraucher einmal weniger die Toilettenspülung betätige und eine 40 Watt-Birne für ein Jahr gegen eine LED-Lampe auswechsle, habe ich soviel Ressourcen gespart, daß ich dafür 10 Jahre lang meine Nespresso-Maschine betreiben kann. Und wenn man sich anschaut, wieviele Warmhalteplatten von einfachen Kafeemaschinen und Gastrosiebträger im Heimbetrieb stundenlang laufen, wird Nespresso aus ökologischer Sicht noch sympathischer.

    Ich sage: Viel Lärm um nichts. Du hast beim Schreiben dieses Artikels wahrscheinlich mehr Ressourcen verschwendet, als ein typischer Nespresso-Trinker während seines gesamten Lebens.

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    Es lebt sich einfach leichter, wenn man die gewissen Maschen der Industrie zu überlisten weiß und z.B. aus einem Lock-in ein Lock-out macht: Anstatt die Kapseln wegzuwerfen, kann man sie reinigen , mit seinem handgemahlenen Lieblingskaffe wiederbefüllen ( dabei noch selber dosieren) und immer wieder benutzen. Dazu kann man sie obendrein auch noch mit Tee befüllen- zur Abwechslung. Ich mache dies nun schon ziemlich lange , allerdings mit dem Kaffepulver des Testsiegers von Stiftung Warentest , Bellaroma (Lidl). Kosten für 1 Tasse ? 8 cent.

    Lieber Arne, ich möchte ab sofort meine Kapseln mit frisch geröstetem Kaffee befüllen, weiß aber überhaupt nicht, welche Art von Bohnen sich für eine Kapselmaschine eignen würden und welchen Malgrad man da einstellt ? Hast du ’nen Tip ?

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    Du sprichst mir aus der Seele!
    Es wird zwar auf dem Kaffeesektor meiner Ansicht nach manchmal etwas viel Kult betrieben, wenn man sich beispielsweise ernsthaft über die Art der Kreisbewegung beim Wassereingießen in den Filter auslässt, aber so aus der Hand sollte man sich die Zubereitung wirklich nicht nehmen lassen. Es ist hier wie in allen Lebensbereichen. Der Verbraucher wird konsequent zum Volltrottel hin erzogen. Wir müssen weder am Berg anfahren, einparken oder uns orientieren können, noch sowas Schwieriges wie uns selbst zu bekochen.
    Zwar würde ich das Kaffeetrinken nicht aufgeben wenn es nur noch Kapseln gäbe, aber auch ich lehne das Zeug ab und würde mir nie ohne Not sowas anschaffen. Irgendwie passen Nespresso und sein Hersteller Nestle auch super zusammen. Von Denen hört man ja mit schöner Regelmäßigkeit: Palmöl, schlechtes Milchpulver für die dritte Welt, dubiose Trinkwassergeschäfte u.v.m. Ich kauf meinen Kaffee lieber beim lokalen Röster und in deutlich besserer Qualität.
    (Bitte ändere doch Trapezen in Transparenz – Scheiß Autokorrektur °_^ )

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    First-Wolrd Problems.

    Alles muss schnell gehen, einfach sein, cool sein.
    Da passt der Kapselkaffe wunderbar in den durchgetimten digitalen Alltag.

    Reicht doch wenn man „Grün“ wählt. Sich um Umwelt Sorgen machen dann bitte andere.

    Und ich stimme dir da zu 100% zu: Kontrollverlust!
    Wer sich, wie Peter Mertens oben schreibt, für eine derartig teure und umweltschädliche Sache entscheidet, hat definitiv die Kontrolle verloren oder ist grenzenlos Selbstsüchtig und Ignorant. Uns geht es einfach zu gut und das ist ein typisches „Ich-will-aber!“ Denken. Was kostet die Welt und nach mit die Sintflut. D.Trump trinkt bestimmt auch Kapselkaffee. Das mit dem Müll und der Umwelt sind doch nur Lügen…
    Und unsere Kinder dürfen dann den Müll entsorgen oder müssen damit Leben oder wie?

    Sorry! Kein aber überhaupt kein Verständnis! Betrifft aber leider nicht nur den Kaffee sondern so ziemlich jeden Lebensbereich. Überall nur noch Egomanen…. Man man man, ich kriege Puls ob solcher lächerlichen Argumente für Kapselkaffee.

    Und ja Peter, Kaffeeanbau ist per se schon umweltschädlich. Aber muss man dem ganzen dann noch einen drauf setzten? Mit Müll und allem was die Aluminiumherstellung verursacht?

    Ich akzeptiere das nicht und wenn mein Vater mir einen Kapselkaffee servieren würde, da kannst du dich drauf verlassen, würde ich das Zeug wegkippen und ihm eine Standpauke halten! Zum Glück hat er die Kontrolle nicht verloren und hat genug Verantwortungsbewusstsein.

    Amen und das musste jetzt mal sein!

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    Schöner Blog, habe hier viel gelernt!

    Gut wäre, wenn du eine Erklärung zu deinem Spruch „Wer Kapsel-Kaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ abgeben könntest.
    Da das Original von Karl Lagerfeld ist, sieht es immer ein bissl doof aus.

    Aber er passt perfekt zum diesem Kapsel-Irrsinn, von daher ist die Verwendung durchaus legitim.

    Grüße
    Christian

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    Schöner Bericht, allgemein ist deine Seite sehr gut.

    Aber etwas Kritik an dem Spruch „Wer Kapsel-Kaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ muss dann doch sein.
    Er ist zwar sehr lustig, aber wenn man den Original Spruch vom deutschen Modedesigner schon kennt, stört es doch irgendwie, wenn jemand anderes diesen für seine Zwecke missbraucht.
    Das alleinige Gute daran, er macht auf den Kapsel-Irrsinn aufmerksam.

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    Ich habe nach mehreren Jahren Nespresso auf eine Siebträgermaschine (mit separater Mühle) gewechselt. Nespresso-Kaffee schmeckt okay, aber an wirklich guten Espresso den ich schon in Bars, Restaurants etc. getrunken habe reicht er schlichtweg nicht ran. Nespresso-Kaffee ist einfach zu erzeugen, man muss nur ein Knöpfchen drücken. Dafür ist das Produkt „Kaffee“ hier völlig abstrakt, man sieht und riecht es gar nicht mehr und es gibt auch nichts was man einstellen oder verändern könnte. Verglichen mit einer schönen Siebträgermaschine sind Nespresso-Maschinen zudem billig anmutende Plastikbomber. Eine richtige italienische Espressomaschine aus Stahl und mit glänzend-schwarzen Kolbengriffen verströmt einfach einen unglaublichen Charme.
    Ich kann jeden verstehen, der Nespresso verwendet: es ist einfach zu verwenden und in vielen Situationen (z.B. in der Firma) das einzig machbare. Ich persönlich brauche aber nicht Kaffee für eine ganze Familie zuzubereiten, stehe also nicht unter Zeitdruck, dafür habe ich gerne kleine Rituale. Und die Zubereitung mit dem Kolben ist ein schönes Ritual. Und der Espresso, selbst wenn er nicht perfekt ist (und mir als Anfänger gelingt er nicht immer perfekt) schmeckt immer noch um Längen besser als Nespresso. Natürlich ist auch die Auswahl viel grösser, ich kann z.B. einmal einen 100% Robusta ausprobieren wenn ich das möchte, das wird es bei Nespresso kaum geben.
    Noch ein Wort zu den Apps. Ich bin selber Informatiker, SW-Entwickler. In meiner Freizeit jedoch, möchte ich bei meinen Hobbies ein „unverfälschtes“ und „ursprüngliches“ Erlebnis. Das betrifft auch die Photographie (eine DSLR muss sich für mich wie ein Fotoapparat anfühlen, mit Rädern, optischem Sucher, und ganz bestimmt brauche ich darauf nicht irgendwelche Apps…) aber eben auch Kaffee (ich will sehen, riechen, fühlen, aber ich brauche keinen allgegenwärtigen Computer der für mich entscheidet, ich will etwas manuelles und mechanisches).
    Der Unterschied zwischen Nespresso und Kolbenmaschine ist für mich der gleiche wie zwischen Fertigfrass und selber kochen. Fertigfrass ist praktisch, aber schmeckt immer gleich, die Auswahl ist gering und es verleidet einem schnell. Selber kochen ist immer besser, auch wenn es viel zeitaufwendiger ist, dafür macht es viel mehr Spass und die Auswahl ist nahezu unbeschränkt.

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    Arne

    Hallo Marco, danke für den tollen Kommentar. Das hört sich doch super an! Ich habe noch ein kleines „Fotolabor“ das ich reanimieren müsste. Das mit den Apps als Entwickler verstehe ich total. Es gibt auch viele Röster und Barista die wirklich nicht mehr so gerne Kaffee oder Espresso trinke. Den Spaß daran konnte ich mir (noch) erhalten. Bei mir gibt es aber weniger Espresso und mehr Kaffee aus dem Handfilter.

    Viele Grüße,
    Arne

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    Hallo Arne,

    Dein Bericht ist gut und ich geh komplett konform. Bleib deiner Linie treu und mache den Leuten weiterhin Mut, die richtige Zubereitungsart nebst Bohne zu finden. Scheinbar ist es keine leichte Mission. Aber gerade beim Geschmack und beim Zubereiten sollten mE keine Kompromisse eingegangen werden. Kaffee ist Wissenschaft, Kunst und Leidenschaft und nicht nur Knöppe drücken

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    Sehr guter Beitrag wie ich finde! 🙂
    Besonders erschreckend fand ich es mit dem Preisvergleich.
    Ich wusste gar nicht , dass man so ein paar Euro sparen kann!

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    Hallo,

    habe vor kurzem Deinen Blog entdeckt, weil ich was zu Cold Brew nachlesen wollte und bin natürlich fündig geworden. Vielen Dank dass Du Deine Kaffee-Kenntnisse mit uns teilst!

    Ich muss ja gestehen, ich habe über Dein T-Shirt sehr gelacht – durch Kapsel-Kaffee die Kontrolle über sein leben zu verlieren ist doch herrlich absurd. Wobei mir als jahrelangem Gourmet-Kaffeetrinker die eigentliche Message durchaus klar ist. Keine Ahnung wie ich das finden würde, wenn ich jetzt selbst ein Kapselfan wäre. Letzten Endes muss natürlich jeder selbst wissen, was er trinken mag.

    Nur an den Fakten (Preis/Leistung, Qualität, Umwelteinflüsse, evtl. große Konzerne vs. direkt trading Röstereien) ändert das nunmal nichts. Für einen VW-Fan ist es ja bestimmt auch interessant zu wissen, was genau mit den Abgaswerten nun los ist. Dann kann man sich aber wenigstens bewusst entscheiden. Falls jemand Kapselfan ist, finde ich das wie gesagt ok. Ich wünsche den Kapselfans sogar, dass sie Ihren Kaffee wenigstens genießen können. Wenn sie den Kapselkaffee aber lecker finden, dann könnte ich mir allerdings sehr gut vorstellen, dass sie über den Duft und das Aroma, den Körper und die Komplexität und letztlich des Geschmacks eines frisch gemahlenen Bohnenkaffees sehr positiv überrascht wären. Nach mehreren Jahren bewussten Kaffee-Genusses bin sogar ich es nach jeder Tasse auf Neues.

    Vielleicht hast Du schonmal darauf hingewiesen und bestimmt kennt der eine oder andere diesen Text schon, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen und trotzdem auf diesen etwas älteren aber mittlerweile kultigen Blog-Post zu dem Thema hinweisen:

    http://futterblog.weberphilipp.de/mull-hat-einen-namen-nespresso/

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    Gut und umfangreich erklärt. Der Link bzw. ein klares Statement zum Kontrollverlust fehlt zwar, allerdings warst du mit deinem Aufbau schon fast am Ziel. Was sich aus deinem Text ableiten lässt ist, dass man die Kontrolle über das Endergebnis den Konzernen überlässt (vielleicht kann man sogar so weit gehen zu sagen: die Kontrolle über den eigenen Geldbeutel, da die Kundenbindung stark ist und der Preis diktiert wird). Ein Kontrollverlust über das eigene Leben findet hier sicherlich nicht statt, ist aber philosophisch betrachtet durchaus diskutierbar, denn auf lange Sicht ist eine derartige Einstellung gegenüber unseren Konsumgütern als schrittweise Aufopferung des freien Willens zu interpretieren. Aber auch hier muss man dazu sagen, dass wir das in vielen Fällen schon tun oder getan haben.

    Die Provokation ist trotzdem erlaubt und auch gut so, denn sie regt zum Nachdenken an. Etwas, das viele Menschen heutzutage auf ein Minimum reduziert haben…

    Danke für den Beitrag!

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    „Hut ab“

    Bei aller von mir vorgebrachten Kritik bzgl. deines Kaffekapsel-Motto (und der ebenso offen geäußerten Bewunderung für deinen toll gemachten Blog ) muss ich dir in einer Hinsicht doch wirklich Respekt zollen:

    Das du ( nun zum wiederholten Male) von mir deutlich geäußerte Kritik, hier einstellst, statt sie, (wie bei leider gar nicht so wenigen Seiten) einfach zu löschen, ist dir wirklich hoch an zu rechnen

    Lg
    Peter

    PS
    Im übrigen lief soeben auf NDR ein thematisch passender sehr interessanter Beitrag – u.a. auch zu Kapselkaffee – „Kaffe und Tee – aufgebrüht und abkassiert“. Evtl. ist der via Mediathek in den nächsten Tagen abrufbar…

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    Ganz meine Meinung. Sind vor kurzem auf einen VA umgestiegen. Weniger wegen des Preises sondern einfach wegen dem vielen Müll. Das finde ich einfach unverantwortlich.
    MfG,
    Sebastian

    P.S.: weiter so! Sehr schöne Internet-Seite!

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    „Was hat es denn nun mit dem Kontrollverlust auf sich?“

    Sorry, aber jetzt hast du viel und durchaus zutreffend beschrieben, dass – und warum – du Kapseln nicht magst (letztlich aber auch Geschmacksache) dass sie die Umwelt schädigen (das der Anbau von Kaffee an sich umweltschädlich, weil „nicht existentiell notwendig“, aber z.B. mit hohem Wasserverbrauch verbunden ist, muss ich dir ja wohl kaum erklären) und das du dabei das „Erlebnis bzw das Zeremoniell der Kaffezubereitung“ vermisst usw

    Aber deine „provokative“ Fragestellung , ist eben nicht provokativ (denn du erklärst auch hier mit keiner Zeile einen wie auch immer gearteten „Kontrollverlust“ – denn die Kapselfans entscheiden sich ja bewusst für diese Variante) sondern tats. einfach nur dümmlich beleidigend gegenüber Leuten, die deine Sicht der Dinge bewusst (!) nicht teilen.
    Würdest du bspw deinen Nachbarn/Vater…so titulieren,, wenn er dir einen Kaffee aus einer Kapselmaschine anbieten würde ? Wohl kaum…

    Dieses peinliche T-Shirt und dein hier geäußerter kindlich trotziger Versuch einer Erklärung, passt so gar nicht zu deinem sonstigen Auftreten (ob visuell via YT, oder schriftlich, rhetorisch hier im Blog) das fachlich fundiert, neugierig und sympathisch erscheint….

    Schade

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    Hallo, Arne,

    dass die schicken, bunten Kapseln eine geniale Marketing-Strategie sind, ist unbestreitbar.
    Dass man/frau für schnell/bequem/hip teuer bezahlt – selbst schuld.
    Dass der Schaden für Natur/Umwelt dafür billigend in Kauf genommen wird – höchst ärgerlich aber leider typisch „schöne neue Welt“.
    Der auf Massentauglichkeit getrimmte Einheitsgeschmack ; tja, es gibt auch Menschen, die schwören auf McDonalds …
    Kaffee aus Kapseln ist Fast Food flüssig – gruselig.

    Guter, „unbequemer“ Artikel!
    Lieber Gruß

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    sehr guter Bericht 🙂
    Bei sowas brauchst du Dich nicht von Kapseltrinkern anschwärzen lassen.
    Ja, du bist damit provokant – aber wie sagt man so schön, manchmal tut die Wahrheit weh 😉

    Die Moral aus der Geschicht: Trinkt guten Kaffee und zelebriert das Zubereitungsritual :]

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    Moin Moin, was haltet ihr denn von Mehrwegkapseln zum selber füllen? Die Vorgehensweise würde dann so aussehen: Kaffee frisch mahlen, in die Kapsel füllen und sofort kochen. Kapsel ist viele Male verwendbar und erzeugt keinen Müll

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    Arne

    Hallo Marc,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Wäre das dann nicht das System eines Dauerfilters/Permanentfilter? Liebe Grüße Team Coffeeness

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Ich freue mich über deinen Kommentar

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