Die Melitta AromaFresh Kaffeemaschine mit Mahlwerk im Test: Geradeaus geht’s immer noch zum besten Kaffee!

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Mich nervt es langsam selbst, dass jeder Test eines Melitta-Geräts bei mir erst einmal mit einer Lobhudelei auf das Unternehmen anfängt. Auch wenn ich die grundsätzliche Idee von Kaffee als Fast-Food-Genussmittel mit Supermarkt-Attitüde rundweg ablehne, so ist das Unternehmen doch in allen Belangen ein echter Experte auf dem Gebiet.

Mich nervt es langsam selbst, dass jeder Test eines Melitta-Geräts bei mir erst einmal mit einer Lobhudelei auf das Unternehmen anfängt. Auch wenn ich die grundsätzliche Idee von Kaffee als Fast-Food-Genussmittel mit Supermarkt-Attitüde rundweg ablehne, so ist das Unternehmen doch in allen Belangen ein echter Experte auf dem Gebiet.

Denn bei Melitta gibt es immer wieder durchdachte, einfache und preiswerte Maschinen, die für einen umweglosen Genuss unter guten Voraussetzungen sorgen. Das gilt für Kaffeevollautomaten, für simple Kaffeemaschinen und nun auch für Kaffeemaschinen mit Mahlwerk.

Denn in dieser Kategorie gibt es seit 2017 die Melitta AromaFresh zu kaufen, die ihre Konkurrenz ganz sicher nicht gnadenlos abhängt, aber auf jeden Fall zeigt, welche Preis-Leistungsstandards ihr erwarten könnt.

Tut mir nur einen Gefallen und füttert die AromaFresh nicht mit Supermarktkaffee. Denn wenn ihr auf kleine Röstereien mit tollen Produkten setzt, löst Melitta sein Versprechen wirklich ein und macht Kaffee zum Genuss.

Die Melitta AromaFresh im Überblick: Solche Einfälle lob ich mir!

Beim ersten Auspacken der AromaFresh fühlte ich mich zunächst eindeutig an das ältere Kaffeemaschinen-Modell Melitta Aroma Elegance erinnert. Das liegt nicht nur am Namen, sondern am grundsätzlichen Spiel von Glas, Edelstahloptik und einer typischen Menge Plastik.

Ansonsten wirkt die Melitta AromaFresh ein wenig aus der Zeit gefallen. Sie ist eckiger, als man es bei Kaffeemaschinen gewohnt ist, hat aber trotzdem fast architektonische Rundungen. Nach einer Weile glotzen kam ich darauf: Dies ist eine Kaffeemaschine im Bauhaus-Stil. Reduziert auf das Wesentliche, funktionell und gerade deswegen so merkwürdig ansprechend.

Gutes günstiges Gerät

gelungene Maschine ohne Schnickschnack

Sehr leicht zu bedienen

Guter Kaffee auch bei schlechteren Einstellungen

Ausbaubares Mahlwerk

Sehr beweglicher Preis (mit Schnäppchen-Gelegenheit)

Timer-Funktion

Wassertank fest verbaut

Skalengröße stimmt nicht ganz

Günstig bei Amazon
Best Product

Wundert euch nicht, falls aus der neuen Maschine Kaffeemehl herausrieselt oder Wasserflecken zu sehen sind – wie es auch hier der Fall war. Dies sind schlecht beseitigte Spuren der abschließenden Qualitätskontrolle, die wirklich jede Maschine durchlaufen muss. Diese Spuren sind auch ein weiterer sichtbarer Beweis dafür, dass ihr eure Maschine vor dem ersten Benutzen immer (!) säubern müsst.

In ihren Grundzügen besinnt sich die AromaFresh mal wieder sehr deutlich auf ihre Zielgruppe und stellt wichtige Aspekte der Maschinenkategorie in den Vordergrund.

Wo etwa die AEG KAM 400 mit ihren neun Mahlgradstufen prahlt, nimmt sich die Melitta AromaFresh mit ihren drei Stufen sehr bescheiden aus. Dafür hat sie aber ebenfalls eine Maximalfüll- bzw. Kaffeemenge von 1,25 Liter pro Durchlauf und kann damit auch ein ganzes Kaffeetafel-Rudel versorgen.

Wie es in dieser Kategorie fast Standard ist, könnt ihr auch hier die Kaffeestärke in zwei Aspekten (Mehlmenge und Wasserdurchlauf) einstellen. Jeweils drei unterschiedliche Stufen plus die drei Mahlgrade ergeben also theoretisch 27 unterschiedliche Kaffees, die aus der Maschine kommen können.

Geradezu genial, auch wenn es viele von euch vielleicht nicht auf dem Schirm haben, sind der abnehmbare Bohnenbehälter und das auseinanderbaubare Mahlwerk. Damit erreicht ihr Stellen beim Putzen, die bei solchen Kaffeemaschinen meist nicht so leicht erreichbar sind. Wer jetzt nicht ordentlich säubert, der ist also selbst schuld.

Blöd ist hingegen, dass ihr den Wassertank nicht abnehmen könnt. Da wird das Bedienen etwas schwerer, auch das Säubern funktioniert nur halb so gut. Doch wenigstens ist der seitlich angebrachte Tank gut zu erreichen.

Für viele von euch ist auch noch die Timer-Funktion unerlässlich, damit ihr morgens nicht erst denken müsst, um zum fertigen Kaffee zu kommen. Weil der Dauerfilter bereits an Bord ist, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ihr vergesst, einen Filter einzusetzen. Nur ans Wasser müsst ihr am Abend vorher noch denken.

Das Display inklusive Bedieneinheiten ist unter dem Wassertank ganz gut aufgehoben und gewohnt einfach gehalten. Unter „Calc“ verbirgt sich ein automatisches Entkalkungsprogramm, das im Grunde nichts anderes ist als ein Spüldurchlauf ohne Kaffee. „Calc“ klingt aber professioneller.

Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass eine Maschine, die abenteuerlich viel Plastik verbaut, bei einem Preis von über 100 Euro schon sehr viel guten Willen verlangt. Aber da ich einfach weiß, dass Melitta Qualität abliefert und euch keinen überteuerten Schrott verkauft, halte ich den Preis für berechtigt.

Außerdem sind hier alle notwendigen Einstellmöglichkeiten plus abnehmbares Bohnenfach und Mahlwerk am Start. In dieser Gerätekategorie sind das wichtige Argumente!

Nicht zuletzt sei auch noch festgehalten, dass der Preis erheblich schwankt. In meinen Vorrecherchen habe ich die Maschine auch schon für lächerliche 87,12 Euro bei Amazon gesehen. Der UVP liegt bei 170 Euro.

Das wiederum wäre zu viel. Solltet ihr aber mit der Anschaffung einer Kaffeemaschine mit Mahlwerk liebäugeln und die Melitta für unter 100 Euro sehen, rate ich euch zum Zuschlagen. Warum, sehen wir gleich noch ausführlicher.

Bedienung, Benutzerfreundlichkeit und Mahlgrad: Bekommt jeder hin – wenn er weiß, worauf es ankommt

GerätenameMelitta 1021-01 AromaFresh Filterkaffeemaschine
MahlwerkKegelmahlwerk
Mahlstufen3
KannenmaterialGlas
Maximale Portionsgröße in Tassen (groß/klein)
10/15
Kaffeestärke einstellbar
Ja
Wassertank entnehmbar
Nein
Filterhalter entnehmbar
Ja
WarmhaltefunktionJa
Mahlwerk abstellbar
Ja
Größe Bohnenfach in g
180
ExtrasTimer-Funktion, abnehmbarer Bohnenbehälter, Mahlwerk komplett auseinandernehmbar
Maße in cm
25,8 x 23,4 x 44,3
Gewicht in kg4,21

Einen kleinen Etikettenschwindel habe ich dann doch schon beim ersten Probedurchlauf zum Spülen und Antesten festgestellt: Die angeblichen 10 großen Tassen in der Kanne sind in der Realität nur 8. Keine Ahnung, warum. Das ist mir auch noch nie beim Kaffeemaschinen-Testen untergekommen.

Es gefällt mir aber gut, dass der Tank eine Art Überlaufschutz hat. Allerdings handelt es sich nur um ein Loch im Tank, das man schnell mal übersehen kann. Aber wenigstens seid ihr dann gewarnt.

Trotzdem rächt sich die zu klein kalkulierte Kannengröße. Die Maschine ist noch am Flüssigkeit rausjagen, während die Kanne schon bis zum Anschlag gefüllt ist. Beim Herausnehmen schwappt es dementsprechend kräftig. Hier wurde ganz klar gepennt und es gibt einen Punktabzug fürs Schludern.

Darüber hinaus bekommt ihr die Maschine – wie von Melitta zu erwarten – dennoch fix und eindeutig in Gang. Ich habe bei den meisten Einstellungen erst einmal die goldene Mitte gewählt und die Intensität auf Anschlag gedreht, um einen Ausgangspunkt zu haben. Solltet ihr wirklich einmal nicht weiterkommen, ist dieBetriebsanleitung für euch da.

Wie schon in anderen Zusammenhängen muss ich Melitta für seine Mahlwerke loben. Edelstahl ist eigentlich ziemlich gut darin, mit Krach ans Werk zu gehen. Das Mahlen in der Melitta AromaFresh verläuft zwar nicht geräuschlos, ist aber äußerst verträglich und angenehm.

Mit meiner mittleren Einstellung habe ich mich beim Mahlgrad jedoch ein wenig verkalkuliert. Er ist definitiv noch zu grob. Außerdem sieht das Mehl wie Rindenmulch aus – es ist recht unregelmäßig und unansehnlich. Das hat zwar nichts mit der Mahlstufe zu tun, aber in feineren Einstellungen fällt es nicht mehr so auf und die Extraktion wird gleichmäßiger.

Der Kaffee: Der Melitta-Stil in allen Facetten

Nicht nur auf der IFA 2017 oder bei anderen Tests habe ich immer wieder festgestellt, dass Melitta einen ganz typischen Kaffeestil verfolgt. Das hat nicht nur was mit den Bohnen, sondern auch mit den Zubereitungsparametern der Automaten zu tun. Der Melitta-Geschmack ist sehr gefällig, hat aber eine klare Tendenz zur Bitterkeit, die viele Endanwender mit Kaffee assoziieren.

Interessanterweise habe ich diesen Stil im ersten Durchgang mit den „falschen“ Einstellungen fast auf den Punkt getroffen. Allerdings fehlte es definitiv noch an der Balance. Denn die höchste Einstellung auf der Bohnenskala ist zu viel des Guten. Zumindest bei meiner aktuellen Röstung mit etwas kräftigerer Tendenz.

Ich habe also den Durchlauf noch einmal mit der Stufe 2 von 3 und einem feineren Mahlgrad wiederholt. Da kamen wir einem gefällig-samtigen Kaffee mit stilvoller Massennote schon wesentlich näher.

Unter diesen Voraussetzungen bin ich aber auch fast sicher, dass alle hellen Röstungen für die Melitta AromaFresh eher ungeeignet sind. Und darüber bin ich irgendwie froh.

Denn helle Röstungen und Handfilter sind zwei Säulen meiner Kaffeeleidenschaft. Und ich fände es traurig, wenn dieses Handwerk von einer Kaffeebude aus Plastik automatisch erledigt werden könnte. Nennt es Expertenstolz. Oder einfach Liebe zum Detail.

Bei den technischen Parametern Durchlaufzeit und Kaffeetemperatur konnte mich Melitta in Teilen überzeugen:

Durchlaufzeit maximale Tassenanzahl in MinutenTemperatur direkt nach dem Brühen in der Kanne bei vier Tassen in Grad CelsiusTemperatur in der Kanne nach zehn Minuten bei vier Tassen in Grad Celsius
7,5379,5
77,3

79,5 Grad Ausgangstemperatur ist bei Glaskannen und einer kleinen Kaffeemenge leider eine etwas kalte Norm. Hier könnt ihr nur entgegenwirken, wenn ihr etwas mehr Kaffee kocht und die Glaskanne zuvor mit heißem Wasser ausspült. Das Borosilikatglas kann hohe Temperaturen problemlos ab.

Die Durchlaufzeit muss ich relativieren, da wir ja im Endeffekt nur acht, keine zehn großen Tassen wie bei den Vergleichsgeräten hinbekommen. Lange dauert es trotzdem nicht. Die Warmhaltefunktion scheint ihren Job zu machen, auch wenn ich das nur euch zuliebe teste.

Wer Kaffee von der Warmhalteplatte trinkt, kann es auch gleich lassen!

Am Ende des Tages zählt für mich aber in dieser Kategorie, dass der Kaffee selbst dann noch schmeckt bzw. leicht zum Schmecken gebracht werden kann, wenn ihr einfach nur blind irgendwelche Einstellungen nehmt und den Rest der Maschine überlasst. Es gibt halt einfach nichts falsch zu machen.

Die Reinigung: Was ist wichtiger?

Bei einem komplett auseinanderbaubaren Mahlwerk nebst abnehmbarem Bohnenfach gibt’s von mir schon fast aus dem Stand volle Punktzahl. Dagegen spricht bei der Melitta AromaFresh jedoch, dass der Wassertank eben nicht abgebaut werden kann.

Nun müssen wir die Rechnung aufmachen, was wichtiger ist bzw. dreckiger wird. Dabei gilt: Den Wassertank solltet ihr täglich reinigen, auch wenn hier nur Wasser am Start ist. Auswischen reicht meist, aber sonst freut ihr euch bald über Kalkkrusten oder eine schöne Algenschicht.

Das Mahlwerk solltet ihr zwar weniger oft, dafür gründlicher reinigen. Dazu baut ihr den oberen Mahlstein aus und spült ihn unter fließendem Wasser ab. Anschließend lasst ihr ihn gut trocknen. Die Reste aus der Maschine entfernt ihr am besten mit einem Staubsauger. Das mache ich auch bei Kaffeevollautomaten so.

Unter diesen Aspekten sage ich: Ein zerlegbares Mahlwerk ist wichtiger als ein abnehmbarer Tank. Ihr könnt mir da gerne widersprechen – doch wisst ihr sicher, wie ich zur Reinigung von Mahlwerken und den Gefahren durch ranzige Kaffeereste stehe.

Fazit: Kein Volltreffer, aber dennoch eine Punktlandung

Wäre die Melitta AromaFresh Kaffeemaschine mit Mahlwerk nicht unter meinen Fingern, sondern unter den Augen eines interessierten Laien gelandet, hätte es vermutlich fast volle Punktzahl gegeben. Lediglich der Fauxpas mit der maximalen Füllmenge wäre auch ihm aufgefallen.

Gutes günstiges Gerät

gelungene Maschine ohne Schnickschnack

Sehr leicht zu bedienen

Guter Kaffee auch bei schlechteren Einstellungen

Ausbaubares Mahlwerk

Sehr beweglicher Preis (mit Schnäppchen-Gelegenheit)

Timer-Funktion

Wassertank fest verbaut

Skalengröße stimmt nicht ganz

Günstig bei Amazon
Best Product

Ansonsten tut die Maschine aber alles dafür, in jeder Lebenslage, ohne Kenntnisse und ohne große Umstände guten Kaffee abzuliefern. Feinheiten und Vorlieben werden nicht ignoriert, selbst bei einem höheren Kenntnisstand seid ihr bei der Maschine nicht komplett fehl am Platze.

Sie ist wirklich nett zu guten Bohnen und nett zum Anwender. Der Preis ist für die Leistung nicht nur vollkommen okay, sondern auch ein kleiner Maßstab. Solltet ihr demnächst über ein Angebot um die 90 Euro stolpern, dann bedeutet das sogar einen Preis-Leistungssieg in der aktuellen Testrunde.

An die grundsätzliche Klasse des Testsiegers Beem Fresh-Aroma-Perfect Superior reicht zwar auch Melitta nicht heran. Aber der kostet halt auch ein paar Scheine mehr.

Eure Melitta-Stories und Fragen zur aktuellen Maschine könnt ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen.

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