SimpleTaste Automatischer Milchaufschäumer im Test

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Sobald auf einem Produkt „Simple“ steht, bin ich grundsätzlich erstmal begeistert. Denn wenn etwas „einfach“ funktioniert, haben wir alle was davon. Wenn aber Geschmack oder Ergebnis auch nur „einfach“ sind, werde ich – wie ihr alle wisst – immer ein bisschen fuchsig.

Simpletaste Milchaufschäumer im Test

Sobald auf einem Produkt „Simple“ steht, bin ich grundsätzlich erstmal begeistert. Denn wenn etwas „einfach“ funktioniert, haben wir alle was davon. Wenn aber Geschmack oder Ergebnis auch nur „einfach“ sind, werde ich – wie ihr alle wisst – immer ein bisschen fuchsig.

Insofern hat mich der SimpleTaste Automatische Milchaufschäumer schon etwas überrascht. Der er ist wirklich einfach zu bedienen, liefert einen ziemlich tollen Milchschaum und kostet dabei nicht die Welt. Nur zwei Dinge machen mir Sorgen: die Verarbeitung und die Materialien. Warum, erfahrt ihr im Testbericht.

Anmerkung zu den Fotos: Bei diesem Test konnte ich auf meine Schwiegermutter als Model zurückgreifen. Also nein, ich trage immer noch keinen Nagellack.

Der erste Eindruck

Ich habe mal versucht herauszufinden, woher dieser Milchaufschäumer der Kompaktklasse stammt. Einen direkten Produktauftritt gibt es nicht, aber die Verpackung verrät uns, dass der Schäumer angeblich von einer kanadischen Firma namens byone stammt. Doch der Seitenreiter wechselt sofort auf chinesische Schriftzeichen, wenn ich die abgedruckte Website anwähle.

Erster Eindruck

Soviel dazu. Wir können also davon ausgehen, dass wir es hier mit einer typischen China-Bude zu tun haben. Das war für mich nur interessant, weil mich der viele Kunststoff bei diesem Gerät wenig angemacht hat.

Von außen nach innen, vom Aufsatz über den Rührstab bis zum Sockel: Hier ist alles aus Plastik. Das muss zwar nichts heißen, denn etwa auch der Senseo Milk Twister ist nicht gerade ein Ausbund an Nicht-Kunststoff.

Doch macht mich die Kombination aus No-Name-Import (über mehrere Kontinente) und Plastik immer hellhörig, denn so ganz glaube ich nicht an die Schadstofffreiheit dieses Aufbaus. Zusätzlich ist der SimpleTaste auch überaus leicht – vor allem der Sockel hat keine Standfestigkeit.

Die Rühreinheit kommt hier als Stab daher, den ihr einfach in den Becher mit maximaler Schäummenge von 150 ml setzt. Den Rest übernehmen Induktion und Magnet. Das ist schön einfach und erleichtert auch das Säubern, weil der Innenraum so glatt ist. Aber dazu später mehr.

Insgesamt ist der SimpleTaste einen Hauch bulliger als die Konkurrenz. Das liegt aber an der etwas größeren Füll- und Schäummenge, wovon ich grundsätzlich immer ein Fan bin. Denn trotzdem bleibt der Schäumer schlank und (relativ) kompakt.

So viel passt Rein

Hier habt ihr wieder nur einen einzigen Bedienknopf, den ihr öfter drücken müsst, um zwischen Schaum, Erhitzen und Kaltschäumen zu wechseln. Das ist wirklich simpel.

Schaue ich mir das Ganze im unmittelbaren Preisvergleich mit der Konkurrenz an, liegt der SimpleTaste bei 0.00 € bequem im Mittelfeld. Freche Preise wie etwa für den Nespresso Areoccino 3 dürfte das No-Name-Produkt ja auch nicht verlangen.

Trotzdem bin ich nach dem ersten Eindruck überaus skeptisch, ob das Gerät sein Geld überhaupt wert ist. Denn für den gleichen Preis bekommt ihr zum Beispiel den tollen Clatronic MS 3326 oder auch den {Arendo Milkstar} aus der aktuellen Testrunde. Und beide Versionen hatten höherwertige Materialien und eine eindeutige Herkunft.

Die Vorbereitung

EintragWert
GerätenameSimpleTaste Automatischer Milchaufschäumer
Maximale Schäummenge
150 ml
Maximale Füllmenge
250 ml
Schäumdauer laut Hersteller70 s
Schäumdauer im Test120 s
Milchtemperatur69,5 ° Celsius
Kaltschäumen
Milch erhitzen
Sonderfunktionen laut Hersteller/ ExtrasHeiße Schokolade
Bulletproof Coffee (!)
Aktueller Preis
0.00 €

Ihr könnt sicherlich nachvollziehen, dass ich diese Plastikbude besonders gründlich gereinigt habe, bevor der erste Tropfen Milch in den Behälter kam. Zwar gab es im Vorfeld keinen Geruch oder Staubablagerungen, aber man weiß ja nie.

Technik hinter dem Milchschaum

Die Milch hatte wie immer im Milchaufschäumer Test ordentlich Fett, damit der Schaum besonders cremig wird. Ich habe die Maximalfüllmenge gewählt, die wenigstens für einen Cappuccino reichen sollte. Steht ja auch so in der Amazon-Beschreibung.

Allerdings stammte die Milch dieses Mal nicht aus dem Kühlschrank, obwohl das für einen guten Schaum immer eine gute Idee ist. Ich habe es schlicht vergessen. Aber so kann der SimpleTaste wenigstens zeigen, ob er unter allen Bedingungen klarkommt.

Deckel

Ansonsten musste ich nur den Rührstab hineinstellen und einmal auf den Knopf drücken. Wie gesagt: simple!

Sockel

Die Anwendung

Ich habe mir schon vorher gedacht, dass die 70 Sekunden Schäumzeit, wie bei Amazon angegeben, bloßes Wunschdenken sind. Denn wie soll die Milch da auf Temperatur gebracht und sauber durchgeschäumt werden?

Einschalten und los geht es

Am Ende bin ich mit Milch bei Zimmertemperatur bei 120 Sekunden gelandet, was im Grunde sogar noch schneller als bei anderen Geräten ist. Der Arendo Milkstar hatte bei gleicher Füllung über drei Minuten benötigt.

So viel Milch passt in den Behälter

Aber seien wir ehrlich: Auf die paar Sekunden kommt es ja nicht an. Der Simple Star ist auf jeden Fall lauter als die hochwertige Konkurrenz, auch wenn das Gerödel sicher nicht stört.

Hauptsache ist, dass der Korpus und der Sockel vollkommen kalt geblieben sind, was in Sachen Familiensicherheit natürlich ausnehmend wichtig ist.

Das Umgießen klappte hier überhaupt nicht gut, schließlich fehlt es an einer Tülle und der Korpus ist auch noch recht wummsig. Darum habe ich mir mit einem Löffel geholfen.

Das Ergebnis

Ich muss sagen, der Schaum überzeugt! Er ist ziemlich gut, hat fast Mikroqualität und ist auch noch ordentlich durchgeschäumt. Bravo! Die 69,5 Grad Celsius Milchtemperatur werden sicher viele von euch begeistern, die bei kaltem Schaum immer das kalte Schütteln kriegen. Ich bin da zwar etwas anderer Meinung. Aber ich teste ja für euch.

Temperatur

Das dicke Aber dieses Schäumers kündigte sich hier jedoch bereits nach der ersten Anwendung an: Er verströmt einen sehr (!) unangenehmen Plastikgeruch, der sich gefühlt auch auf den Schaumgeschmack überträgt. Ob meine Nase hier dem Gaumen einen Streich gespielt hat, kann ich indes nicht genau beurteilen.

So gut wird der Milchschaum

Außerhalb der Wertung: Was kann der SimpleTaste Milchaufschäumer noch?

Ein bisschen musste ich schon feiern, als ich in der Überschrift bei Amazon die Beschreibung „…für Bulletproof Kaffee“ gelesen habe. Da wollte aber einer auf den Trendzug aufspringen!

Aber dumm ist die Idee nicht, denn ihr könnt die Rühreinheit durchaus dazu verwenden, um Kaffee, Butter und Kokosfett zu mischen. Diesen Kaffeetrend hatte ich bei Milchaufschäumern gar nicht auf dem Schirm!

Natürlich sind damit dann auch Schokis und andere Mischungen kein Problem, zumal die Milch sehr gut erhitzt wird und sich das Pulver dadurch sogar von alleine lösen könnte. Nur müsst ihr die Sauerei dann auch wieder wegputzen.

Die Reinigung

Befindet sich das Heizelement direkt im Korpus, könnt ihr die Spülmaschine natürlich vergessen. Und so richtig bequem finde ich die Reinigung per Hand hier nicht. Das liegt schlicht am recht schlanken und tiefen Korpus, der am Boden etwas doof verläuft, sodass sich Milchreste ziemlich schnell festsetzen können.

Außerdem und noch viel wichtiger: Der Plastikgeruch geht beim Reinigen nicht weg, er wird sogar noch deutlicher. Löse ich hier gerade Bestandteile, Weichmacher und weiß-der-Geier aus der Beschichtung? Gerade dieser Punkt hat meine Skepsis befeuert.

Mein Fazit: Für wen eignet sich der SimpleTaste Milchaufschäumer?

Es kann natürlich sein, dass der SimpleTaste Milchaufschäumer nur deswegen so stinkt, weil er funkelnagelneu ist. Und dass der Geruch nichts mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen zu tun hat. Ich möchte das gern glauben. Sicher bin ich mir nicht.

Doch eigentlich ist der Milchaufschäumer ein gutes Gerät mit tollem Ergebnis, praktisch, kompakt und anwenderfreundlich. Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist in Ordnung. Ich weiß zwar nicht, warum er „Amazon’s Choice“ ist, aber da blickt ja sowieso keiner durch.

Milchschaum Test

Letztendlich müsst ihr wissen, ob ihr die Plastik-Gefahr ernst nehmt oder sie als übertrieben einschätzt. Ich persönlich würde allein aus diesem Grund eher zum {Arendo Milkstar} aus dieser Testrunde raten, der zwar nicht ganz so megatoll schäumt, dafür aber wesentlich unbedenklicher wirkt.

Für eure Entscheidung habe ich nochmal die wichtigsten Aspekte des SimpleTaste zusammengestellt:

Vorteile

  • Kompakt
  • Leichte Bedienung
  • Sehr gute Schäumergebnisse
  • Gefällige Milchtemperatur
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Nachteile

  • Sehr viel Plastik (mit entsprechendem Gestank)
  • Ein wenig umständlich zu reinigen
  • Etwas wackliger Stand

Lasst uns Debatten und Diskussionen zur Frage „Plastik oder nicht“ gerne in der Kommentarspalte führen! Und natürlich auch zu allen anderen Themen rund um diesen Milchaufschäumer!

Ich freue mich über deinen Kommentar