DeLonghi La Specialista Espressomaschine – Hybrid für Engagierte & Gewohnheitstiere

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Noch im vergangenen Jahr habe ich euch angekündigt, dass die Hybrid-Automaten aus Espressomaschine und Kaffeevollautomaten zum nächsten großen Ding werden könnten. Und ich habe recht behalten.

Noch im vergangenen Jahr habe ich euch angekündigt, dass die Hybrid-Automaten aus Espressomaschine und Kaffeevollautomaten zum nächsten großen Ding werden könnten. Und ich habe recht behalten.

Nachdem ich euch die Gastroback 42612 S Design Espresso Advanced Pro GS als sehr guten Anfang gezeigt habe, krachte die Sage Oracle Touch als neuer Maßstab in der Crossover-Welt in die Läden.

Auch DeLonghi hatte bereits auf der IFA 2018 seine eigene Version unter dem Titel „La Specialista“ vorgestellt. Damals hatte das Vorführgerät noch ein paar Macken und war augenscheinlich noch nicht zu Ende entwickelt. Die arme Promoterin konnte jedenfalls nicht zeigen, wie der Kaffee aus der Maschine kommt.

Seit Mai 2019 ist die La Specialista nun zu haben und bei einem Preisschild von rund 800 Euro weit unter dem Sage-Niveau und leicht über der (zwischenzeitlich nicht mehr erhältlichen) Gastroback zu finden. Zum Testzeitpunkt gab es sie noch nicht bei Amazon, aber das dürfte sich bald ändern.

DeLonghi hat uns angefragt, ob wir die La Specialista testen wollen und uns dementsprechend ein Gerät zur Verfügung gestellt. Natürlich ändert das nichts an unserem Grundsatz: Wir testen ehrlich, knallhart und lassen uns nicht kaufen.

Im Grundsatz muss DeLonghi das Coffeeness-Urteil nicht fürchten: Die La Specialista ist eine gelungene Maschine, die euch echten Espresso und ausnehmend gelungenen Milchschaum bietet.

Allerdings müsst ihr dafür ein bisschen mehr von den einzelnen Faktoren eines guten Espresso verstehen bzw. gewillt sein, euch damit zu beschäftigen. Damit rutscht die La Specialista wesentlich näher an eine Espressomaschine als an einen Vollautomaten.

Das macht Spaß, wenn ihr Bock darauf habt, kann aber auch ein bisschen nerven, wenn ihr ständig neue Espressobohnen ausprobieren möchtet.

Darum bin ich überzeugt, dass die La Specialista eher bei Gewohnheitstieren Anklang finden wird, die sich für eine bestimmte Espresso- oder Kaffeeröstung entscheiden und weniger Lust auf Experimente haben.

Denn wenn wir auf die eher professionell orientierte Consumer-Zielgruppe gucken, wird die ein paar Feinheiten vermissen. Welche das sind, seht ihr im Folgenden.

Die DeLonghi La Specialista im Überblick: Funktionen, Vorteile, Nachteile

In Sachen Optik lässt sich die La Specialista mit ihrem Mix aus Edelstahl und schwarzer Blende, altmodisch-modernen Knöpfen und der klassischen Druckanzeige als Mittelpunkt schonmal nicht lumpen.

Das Gerät wirkt ausnehmend hochwertig, zumal es mit verträglichen 13 Kilogramm und einer relativ breiten Grundfläche sicher auf jeder Oberfläche steht.

Wie bei allen Hybriden ist die Maschine in zwei Zonen unterteilt: Links geht es ums Mahlen der Kaffeebohnen, ums Verdichten und Portionieren. Rechts befinden sich der Brühkopf, die (automatische) Milchschaumlanze und der Heißwasserauslass.

Der 250 Gramm fassende Bohnenbehälter lässt sich mit einem einfachen Klick-System auf das Edelstahlmahlwerk aufsetzen und auch wieder abnehmen. Ihr kommt also ohne Probleme direkt bis ans Mahlwerk heran und könnt es sehr gut reinigen bzw. beim Bohnenwechsel von Resten befreien.

Das Mahlwerk meldet sich auch rechtzeitig per Leuchtsymbol auf der schwarzen Front, wenn der Inhalt nicht mehr für die nächste Portion reicht. Direkt am Behälter befindet sich auch die sechsstufige Mahlgradeinstellung, die ihr mit einem großen Schieberegler im laufenden Betrieb justieren könnt.

Mir fiel aber schon beim ersten Ausprobieren auf, dass dieser Regler ein bisschen viel Spiel hat und irgendwie nicht ganz hochwertig wirkt. Schon einmal ein Spoiler: Der Mahlgradeinstellung tut das nichts, das klappt leicht und die Mahlung ist auf Stufe 1 auch ausnehmend Espresso-tauglich.

Das Kaffeemehl kommt an der „Smart Tamping Station“ in den Siebträger, der dafür sicher in die Halterung geklickt werden muss. Das Verdichten funktioniert hier nicht wie bei Sage automatisch, ihr müsst dafür den Tamping-Hebel an der linken Seite betätigen. Dazu komme ich nachher noch einmal.

Wo die Sage Oracle Touch mit ihrem bunten Display eine klar funktionsstarke Richtung einschlägt, zeigt sich die DeLonghi La Specialista auf der Front sehr reduziert:

  • Einstellräder für Kaffeemenge und Kaffeegetränke
  • Knöpfe für Doppel-Mehlbezug, Spülen, Brühstart, Heißwasser, Individual-„Profil“

Die Profile und Kaffeegetränke sind im Grunde nichts weiter als unterschiedliche Einstellungen für die Wassermengenzufuhr bzw. für das Verhältnis von Brühen, Wasser und Espresso.

Ihr habt die Wahl für einen Espresso, den ihr zwischen vorbildlichen 25 und 90 Milliliter regulieren könnt. Voreingestellt sind 35 Milliliter. Der Kaffee jagt mehr Wasser (zwischen 50 und 120 Milliliter) durch den Kaffeepuck, der Americano brüht erst den Espresso und schenkt dann heißes Wasser nach. Da der Heißwasserauslass direkt neben dem Brühkopf sitzt, müsst ihr dafür nichts weiter verschieben.

Obwohl das im Vergleich zur Sage sehr weniger funktionsstark wirkt, macht die DeLonghi La Specialista keinen Hehl daraus, was bei einer Hybridmaschine zu tun ist: Ihr braucht eine bestimmte Form von Kaffee und müsst anschließend noch Milchschaum zubereiten (lassen). Mit den Grundrezepten könnt ihr faktisch sowieso alle „Kaffeespezialitäten“ bauen.

Allerdings zeigt euch die Sage, wie das geht, während sich die DeLonghi sagt: Ihr müsst wissen, was ihr tut. Das erklärt ein wenig auch die Zeigerskala für den Druck in der Mitte, die ein typisches Element professioneller Siebträgermaschinen ist.

Für die typische Zielgruppe von Hybriden ist sie aber – glaube ich – eher ein hübsches Gimmick. Denn die Maschine brüstet sich im Branding und Marketing gerade damit, dass bei allen wichtigen Dingen – Druck, gleiche Dosierung, Temperatur etc. – die Automatik greift.

Die Skala ist aber gut dazu geeignet, am Anfang das Zusammenspiel von Mahlgrad und Kaffeemenge zu kontrollieren. Dazu später mehr.

Ich persönlich bin ein großer Freund von so viel Eigenverantwortung und auch ein Fan reduzierter Maschinen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Mich beschleicht nur der Verdacht, dass ich im Endeffekt eine absolute Einsteiger-Siebträgermaschine vor mir haben könnte, bei der die Mühle nur deswegen dran gebastelt wurde, damit DeLonghi beim Hybrid-Trend mitspielen darf.

Es fehlt so ein wenig das letztendliche Kaufargument, wie es gerade bei der Sage vorhanden ist: Dort haben wir ein Gerät, das euch an die Hand nimmt und langsam dazu animiert, von der Automatik zum selbstständigen Arbeiten und Entdecken überzugehen.

Hier seid ihr von Anfang an stärker auf euch selbst gestellt und solltet zudem grundsätzlich wissen, wie man Kaffeemühlen bzw. Espressomaschinen einstellt und welche Kniffe bzw. Hinweise einen perfekten Espresso markieren.

Dafür liegt der Preis aber weit unter dem Sage-Niveau, was die Kauflaune natürlich schneller anheizt. Der Lieferumfang ist dabei zwangsläufig etwas reduziert:

  • Siebträger plus Einzel-, Doppelsieb
  • Milchpitcher aus Edelstahl (super handlich!)
  • Entkalker
  • Teststreifen für Wasserhärte
  • Reinigungsbürste

Ich hätte mir dringend noch eine (standfähige) Knockbox zum Ausschlagen der gebrauchten Kaffeepucks gewünscht und vermisste auch einen Blindeinsatz für die Siebe, was euch die Tiefenreinigung der Brüheinheit erleichtert.

Die Betriebsanleitung in meinem Testgerät war noch eine Vorführversion, darum kann ich euch nicht genau sagen, ob darin alles so beschrieben ist, wie wir es brauchen. Aber mit ein bisschen Wissen (von dem ich ausgehe, dass es hier vorausgesetzt wird) braucht ihr kaum eine Anleitung.

KategorieEintrag
HerstellerDeLonghi
NameDeLonghi La Specialista
ArtSiebträgermaschine mit eingebautem Kegelmahlwerk („halbautomatische Siebträgermaschine“)
MahlwerkEdelstahl
Voreingestellte GetränkeKaffee, Espresso, Americano
Individuelle GetränkeprofileNur Wassermenge
Größe Wassertank2,5 Liter
Wassertank entnehmbarJa
Größe Bohnenbehälter250 g
Steuerung/DarstellungKnöpfe, Display
Kaffees einstellbarJa
VorbrühfunktionJa
WasserfilterNein
MilchschaumautomatikJa
HeißwasserfunktionJa
GehäusematerialEdelstahl
Pumpendruck maximal
19 bar
Gewicht in kg13
Maße in cm31,5 x 36,9 x 44,5
Preis (Preis zum Kaufzeitpunkt)UVP 799 (Mai 2019)

Inbetriebnahme und Vorbereitung

Sobald ihr die Maschine an den Strom hängt und den Hauptschalter betätigt, erwachen auf der schwarzen Front der La Specialista Symbole zum Leben. Die sind sehr gut nachvollziehbar und sagen euch zum Beispiel, dass ihr das Tampen nicht vergessen sollt oder dass der Bohnenbehälter gleich leer ist.

Der Wassertank befindet sich auf der Rückseite der Maschine, lässt sich aber gut nach oben entnehmen. Mit 2,5 Liter ist er sehr geräumig. Obwohl ich das Gerät nicht nur im eigenen Test, sondern auch für den Check diverser neuer Espressobohnen genutzt habe, war der Tank noch nicht einmal zur Hälfte geleert.

Bevor ihr mit dem Einstellen loslegt, solltet ihr erst einmal alle wichtigen Auslässe spülen bzw. alle beweglichen Teile (Bohnenbehälteraufsatz, Siebträger, Siebe etc.) unter heißem Wasser abspülen.

Zum Spülen der Auslässe nutzt ihr den „Wassertropfenknopf“ auf der linken Seite, ihr könntet aber auch einen Kaffeebezug über OK starten. Auch der Heißwasserzufluss darf mit Druck auf den Teeknopf gern einmal durchgespült werden.

Die Milchlanze könnt ihr über den riesigen Drehknopf auf der rechten Seite kurz einmal mit heißem Wasserdampf flashen.

Espresso aus der La Specialista

Ich schiebe es auf die hohen Temperaturen am Testtag, dass ich ewig gebraucht habe, um die Mahlmengeneinstellung zu kapieren. Das Rad auf der linken Seite besitzt quasi zwei wichtige Bereiche – nur Tampen ohne Mahlen (zwischen den beiden Symbolen) und Mahlmenge als größter Teil der Skala.

Zuerst habe ich den Regler möglichst klein gestellt und mich gewundert, warum die Mühle nicht loslegt. Ich Depp. Der Siebträger ist dabei nicht das Problem, denn er lässt sich sehr gut einsetzen und rastet schon beim ersten Versuch sauber ein.

Nach der kleinen Verständnishürde habe ich die Mahlmenge erst einmal niedrig eingestellt. Der Siebträger war noch relativ leer, die Riffel an der Seite des Siebes waren sichtbar. Das ist laut Anleitungs-Mockup zu wenig, ich habe den Espresso in dieser Einstellung trotzdem gebrüht.

Folgerichtig war die Crema eine sehr blasse und sehr dünne Angelegenheit, die sofort zerfaserte. Also habe ich die Menge graduell immer weiter erhöht, bis ich ungefähr im oberen ersten Drittel der Skala fündig wurde.

Das Mahlwerk habe ich direkt am Anfang auf die erste Stufe gestellt und die Einstellung dann auch nicht mehr verändert. Die Mahlung war fein und gleichmäßig. Zum Einstellen habe ich übrigens den XO EFA Kaffee genommen – der sowieso für nichts anderes taugt.

Diese öligen Dunkelstbohnen brauchen einen wesentlich feineren Mahlgrad als hellere Versionen, was sich später bei den anderen Tests noch sehr deutlich zeigen sollte – dazu mehr im Schwarzwild Kaffee Test und im Angelique’s Finest Espressotest.

Ich muss gestehen, dass ich etwas frustriert war, dass die Mahlmenge mit der La Specialista so merkwürdig einzustellen ist. Die Skala gibt euch wenig Anhaltspunkte und der Knopf ist zu grobmotorisch, als dass man genau erfühlen könnte, wie viel denn nun gerade im Sieb landet.

Ich hatte irgendwann die Schnauze voll und habe meine Kaffeewaage herausgeholt, um mich dem Optimum von 7 Gramm Espressopulver anzunähern und die „Argumentation“ der Maschine zu verstehen. Denn so ganz will mir nicht in den Kopf, warum der Knopf noch so viel Spielraum nach oben hat. Doppelmahlung gibt es ja als Extra-Button.

Ich muss aber sagen, dass die für diese Kaffeebohnen optimale Menge tatsächlich 7 Gramm betragen hat. Insofern also alles schick.

Auf den einarmigen Tamper-Banditenhebel hatte ich mich von Anfang an gefreut. Spielkind bleibt Spielkind. Hier sind Federn und Vorrichtungen dafür verantwortlich, dass der in der Maschine verbaute Stempel das Kaffeemehl sauber, gleichmäßig und mit dem richtigen Druck zum Puck verdichtet.

Auch hier war ich erst weniger begeistert. Wenn ihr nur einmal kurz am Hebel zieht, dann wird das Mehl zwar verdichtet, aber die Oberfläche ist für meinen Geschmack nicht plan genug. Wenn ihr den Hebel zweimal zieht, wird das Ganze wieder etwas zu stramm.

Ich glaube, hier muss sich die richtige Mischung aus Hebelbewegung und Dauer erst einspielen. Ich würde DeLonghi vorschlagen, hier unbedingt Tipps ins Handbuch zu schreiben und nicht darauf zu pochen, dass der Hebel ALLES von allein richtig macht. Macht er nicht.

Es stimmt aber, dass die Smart-Tamping-Station wirklich keine Sauerei veranstaltet, wenn ihr sie richtig benutzt. Die abenteuerlichen Kaffeereste auf meinem Beweisfoto kommen daher, dass ich den Siebträger immer wieder ohne Tampen herausgenommen habe, um die Menge zu checken.

Noch ein Wörtchen zur Lautstärke: Hier ist die DeLonghi La Specialista echte Spitzenklasse. Sowohl Mahlwerk als auch Brühvorgang sind unglaublich leise und auf ein angenehmes Hören eingestellt. Ich hatte das Ding den ganzen Tag in Betrieb und war nicht eine Sekunde genervt oder hatte Sorge um die Nachbarn.

Sobald ihr die Mahlhürde genommen habt, müsst ihr nur noch das gewünschte Getränk am rechts positionierten Drehrädchen einstellen, den Siebträger in den Brühkopf einsetzen und auf OK drücken.

Der Espresso kam in der richtigen Temperatur und mit einer brauchbaren Menge im Glas an, auch wenn ich am Ende dann doch wieder auf die 25 Milliliter Mindestmenge runtergeregelt habe. In der Werkseinstellung klappt der Espresso (nach ein paar Einstellungsanläufen) aber auch sehr gut.

Geschmeckt hat er trotzdem nicht – aber das lag ausschließlich an den Bohnen. Apropos: Jetzt muss ich zu dem kommen, was ich in der Überschrift gesagt habe.

Die La Specialista ist in meinen Augen ein Modell für Gewohnheitstiere, die immer die gleiche Röststufe bzw. immer die gleichen Bohnen trinken. Sobald ihr nämlich von dunkel auf heller oder andersherum wechselt, geht die Einstellerei von vorne los.

Gerade beim Wechsel von Dunkel auf Hell zeigt sich, dass der feinste Mahlgrad plus aktuelle Menge nicht mehr funktioniert. Denn es kommt zu viel Mehl im Sieb an. Das merkt ihr daran, dass ihr den Siebträger nicht mehr in die Brüheinheit setzen könnt.

Also wieder rumfummeln – insbesondere an der Menge. Aber gerade weil das Rädchen so kryptisch ist und die Justierung nicht perfekt genug funktioniert, nervt das gewaltig. Spätestens an dieser Stelle bin ich zur Baratza Sette 270W Kaffeemühle übergegangen und habe den Drehknopf auf „nur Tampen“ gestellt.

Nun wechselt nicht jeder an einem einzigen Tag dreimal die Bohnen. Aber mancher hat vielleicht Lust auf Abwechslung. Andersherum bin ich auch sicher, dass sich das Verhältnis zwischen Nutzer und Maschine auf Dauer einstellt und ihr genau wisst, auf welcher Position ihr am Ende landen solltet. Für Ungeduldige ist die La Specialista so aber ganz sicher nicht geeignet.

Zum Schluss habe ich auch den Ikea Glas-Test durchgeführt: Das übliche Glas für Latte Macchiato passt definitiv nicht unter den Auslauf, noch nicht einmal aufs Abtropfgitter. Aber da ihr euren Latte Macchiato sowieso einzeln zusammenbaut, ist das wurscht.

Milchschaum: Volle Punktzahl

Hier muss ich dem Gerät, ohne mit der Wimper zu zucken, volle Punktzahl geben. Die „automatische Dampflanze“ macht alles richtig. Ich habe den Pitcher nur leicht gefüllt und außerdem Sojamilch verwendet, weil ich vergessen hatte, Testmilch zu kaufen.

Das konnte ich mir aber sowieso sparen. Lanze in die Milch hängen, Riesenrad an der rechten Seite nach vorne drehen und entspannen. Die Milch wird sehr leise, sehr gleichmäßig und sehr gut kontrollierbar aufgeschäumt.

Ihr könnt einfach an jeder Stelle den Schäumvorgang abbrechen und damit die Konsistenz beeinflussen. Ich habe den „Extremtest“ gemacht und das Ding laufen lassen, bis die Milch die Oberkante erreicht hatte.

Und trotz Sojamilch und eigentlich viel zu viel Volumenzuwachs war der Schaum am Ende saucremig, perfekt temperiert und auch noch vollkommen porenfrei.

Da die Maschine über zwei unabhängige Thermoblöcke verfügt, könnt ihr die Milch ohne Zwischenwartezeit direkt aufschäumen und theoretisch auch gleichzeitig mit dem Espresso ansetzen. Dann wird’s aber zu eng auf dem Abtropfsieb, wo der kleine Pitcher am besten aufgehoben ist.

Vergesst nicht, die Milchlanze nach dem Schäumen direkt abzuwischen und stellt das Rad noch einmal kurz an, um Milchreste aus der Düse zu flashen.

Mehr muss ich dazu eigentlich nicht sagen. Außer vielleicht, dass ihr hier auch die Möglichkeit habt, die Schaumlanze nur auf „Erhitzen“ zu stellen. Aber auch hier musste ich beim „Schieberegler“ wieder feststellen, dass er nicht ganz eindeutig einrastete bzw. zu viel Spiel hatte.

Die Reinigung: Spielend einfach

Wie alle Hybriden macht euch auch die DeLonghi das hygienische Reinigen relativ einfach, weil das Kaffeemehl niemals in der Maschine mit Wasser in Kontakt kommt. Schimmel wird also von Natur aus vorgebeugt.

Lediglich das Duschsieb am Brühkopf ist ein Tummelplatz für nasses Kaffeemehl, das ihr mit einer Zwischenspülung relativ leicht abbekommt. Die startet ihr über den „Wassertropfen-Knopf“.

Die beiliegende Bürste ist lang und biegsam genug, um von unten das Duschsieb zu schrubben oder sie in den Mahlkanal zu führen und Kaffeereste raus zu bürsten. Achtet aber darauf, immer von trocken zu nass zu gehen. Sonst bringt ihr Feuchtigkeit in die Mahlstation, die da besser nichts zu suchen hat.

Für die Endreinigung der Mahleinheit habe ich zum Staubsauger gegriffen, weil ihr damit auch das Mahlwerk von oben gut sauber bekommt, ohne den Kegel rauszufummeln. Der hatte einen Henkel, ließ sich aber ohne entsprechende Anleitung nicht gefahrlos rausmanövrieren. Also habe ich es gelassen.

Doch wo Henkel, da auch Rausnehmbarkeit. Ich schätze einmal, dass die finale Betriebsanleitung da genauer ist.

Alle beweglichen Teile vom Siebträger über den Wassertank bis zu Bohnenbehälter und Abtropfschale lassen sich super leicht entnehmen und von Hand reinigen. In die Spülmaschine darf absolut nichts, wie die Symbole auf jedem Plastikteil unmissverständlich klar machen.

Aber ich finde, die braucht ihr auch nicht. Mit ein bisschen altmodischer Waschleistung bekommt ihr die Maschine wirklich von Kopf bis Fuß sauber.

Fazit: Solide Hybrid-Maschine

Im Direktvergleich zur Sage Oracle Touch schlägt die DeLonghi La Specialista sehr leise Töne an. Die Sage macht einen auf „Grundschullehrer“, der euch alles von der Pike auf beibringt. Die La Specialista ist eher Ausbilder im letzten Lehrjahr: Es gibt noch ein bisschen Hilfe, den Rest solltet ihr schon können.

Sie ist wesentlich manueller und verlangt Geduld und Wissen, soll aber als Hybrid (theoretisch) eher auf den unbedarfteren Kaffeetrinker fokussieren. Profis wiederum würden an der Ungenauigkeit einzelner Einstellungsaspekte verzweifeln und Feinteiligkeit vermissen.

Wenn ihr etwas Geduld und Interesse habt, bekommt ihr für ein sehr verträgliches Preisschild eine solide Hybrid-Maschine, die euch praktisch dazu herausfordert, euch mit Kaffee zu beschäftigen.

Sie verzichtet auf jeglichen Schnickschnack und macht das, wofür sie gebaut wurde, sehr gut – an den Getränken an sich gibt’s nichts zu meckern. Zudem ist der Milchschaum wirklich hervorragend, die Reinigung ist super, der Look überzeugt.

Nur müsst ihr euch auf wesentlich mehr Trial & Error einstellen, als dass bei Sage der Fall ist. Das macht sicher Spaß, wenn man nicht wie ich von Anfang an darauf fokussiert ist, mit dem geringstmöglichen Aufwand zu den besten Ergebnissen zu kommen.

Und weil sie so super leise ist und auch im Wesentlichen alles richtig macht, gibt’s von mir eine hohe Punktzahl. Und wie steht es mit euch? Habt ihr Fragen oder Lust auf die La Specialista? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

46 Kommentare

    Hallo und danke für den ausführlichen Bericht.
    Ist seiner Ansicht nach der Preisunterschied zu der Sage gerechtfertigt?
    Schönen Gruß,
    Gottfried

    Antworten
    Arne

    Hallo Gottfried,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Wir sehen die DeLonghi eher als direkter Konkurrenz zur Sage Barista Touch. Sind ja auch vom Preis her gleich. Für viele lohnt sich der Aufpreis zur Sage Oracle Touch nicht wirklich. Wegen dem Dual-Boiler kann sich das schon lohnen. Aber nur in bestimmten (wenigen) Fällen. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo Team Coffeeness
    Ich habe mir gerade die La Specialista gekauft, u.a. auch wegen Eures Berichtes.
    Zur Technik gibt es nicht viel hinzuzufügen. Optik und Kaffee sind top. Aufgrund der diversen Berichte die ich im Vorfeld gelesen habe, habe ich auch gleich „richtigen“ Espresso gekauft, und es lohnt sich wirklich den ein oder anderen Euro mehr auszugeben.

    Meine Frage hier an dieser Stelle ist aber eine andere:
    Das Manometer sollte, so habe ich es verstanden, bei der Zubereitung von Espresso in etwa im Mittelfeld der Anzeige stehen, das passiert bei mir nie.
    Auch wenn ich die Bohnen feiner mahle (Stufe 1) bekomme ich nicht genug Druck zustande als das die Anzeige auf gerade mal genug Druck aufbaut um am Anfang der Optimalzone zu stehen.
    Nutze ich immer noch „falsche Bohnen“ oder ist das Manometer weniger gut zu gebrauchen als das ich es bei einer De Longhi Maschine erwarten dürfte?

    Eine kleine Hilfestellung wäre sehr willkommen
    Gruß Rainer

    P.S. ich habe mich beim Kauf über die De Longhi Homepage auf einen Mediamarkt weiterleiten lassen um die Maschine abholen zu , kleiner Vorteil hier, es handelt sich dabei um eine Online Bestellung was es mir ermöglichen würde das Gerät bei Nichtgefallen ohne angäbe von Gründen innerhalb von 14 Tage zurück geben zu können. Für die unter Euch die siychnicht wirklich sicher sind.

    Antworten
    Arne

    Hallo Rainer,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Probier mal folgendes: Feinste Mahleinstellung und dann mal mehrere Bezüge hintereinander beziehen, da die Anzeige nicht gleich umspringt, den Siebträger ganz füllen. Und dann müsste das eig. hinhauen . Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo, wir haben die La Specialista seit gestern und folgende Frage zur Menge des Kaffeepulvers. Diese lässt sich bei unserem Gerät nämlich nicht mehr herunterregeln. Anfänglich haben wir auf der Minimalposition zu wenig gehabt und den Regler nach oben geschoben bis schließlich zu viel Kaffeemenge ausgegeben wurde. Nun ändert sich nicht mehr die Menge und gibt auf der kleinsten Position zu viel aus. Haben Sie dafür eine Lösung? Danke und viele Grüße, Kathrin

    Antworten
    Arne

    Hallo Kathrin,

    das klingt nach einem Defekt?! Würden wir mal von einem Experten testen lassen, wenn sonst alles probiert wurde. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo Team, Bin jetzt durch Zufall auf euch gestoßen-super Bericht.
    Wir haben das gleiche Problem mit dem Druck. Wir haben es mit drei verschiedenen Bohnen probiert und alle Formen von mahlgrad und Menge. Druck bleibt immer im oberen Bereich der „pre-infudion“ zone stehen. Manchmal kommt trotzdem eine brauchbare crema, aber halt nur manchmal. Wir haben die Maschine schon bei delonghi gehabt, die sagen, es sei alles OK.
    Wir haben seit fast dreizehn Jahren nur Siebträger im Einsatz und wissen um die Abhängigkeiten. Habt ihr noch ne Idee?
    LG und vielen Dank vorab!

    Antworten
    Arne

    Hallo Marko,

    danke für deinen Kommentar und herzlich willkommen bei uns ;). Leider sind wir auch ein bisschen ratlos. Die Maschine haben wir leider nicht mehr da, sodass wir nochmals etwas experimentieren könnten. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo ich bin ebenfalls an der Maschine interessiert, leider haben wir sehr kalkhaltiges Wasser bei uns. In der Beschreibung steht kein Wasserfilter vorhanden. Ich habe mir auf der Herstellerseite die Bedienungsanleitung heruntergeladen – Dort ist ein Wasserfilter mit * aufgeführt und es wird darauf hingewiesen das manche Geräte einen Filter hätten? Gibt es nun Wasserfilter zum nachträglich einsetzen? Ich finde im Zubehör keinen Hinweis – Grüße aus dem Süden

    Antworten

    Hallo,
    ja du kannst den typischen Wasserfilter von De’Longhi einsetzen,
    LG

    Antworten

    Hallo Rias

    vielen Dank für den Hinweis – Lg aus Lörrach

    Antworten

    Hallo Kaffeeprofis , habe mir dir Specialista gekauft und seit einer Wochen im Gebrauch . Bin zufrieden , habe aber durch keine Einstellung das Manometer in den optimalen Bereich bekommen . Nur einmal mit so viel Kaffeepulver das ich Mühe hatte die Brühgruppe zu verriegeln . Wie war da eure Erfahrung ?Und wäre das so viel besser im Geschmack . Mich hätte noch interesiert wie lange bei euch der Espresso zeitlich durchlief . Lg Sven

    Antworten

    Ich habe auch das Problem, dass die Maschine den optimalen Druckbereich nicht erreicht. Hat jemand eine Lösung?

    Antworten

    Ich habe die Specialista seit zwei Monaten.
    Um einen höheren Druck zu erreichen, musst du die Kaffeemenge erhöhen und den Mahlgrad reduzieren.
    Am besten machst du das nachdem du deinen Lieblingskaffee gefunden hast.
    Dann musst du die Einstellung danach nicht mehr verändern.

    Antworten

    Hallo Arne,

    danke für den Bericht. Hatte heute zufällig den Delonghi im Geschäft gesehen. Eigentlich haben wir uns schon auf den Barista Touch „eingeschossen“, aber noch nicht gekauft (Oracle wäre nett, aber für uns zuviel des Guten, im Preis sowieso).

    Der Delonghi würde uns entgegenkommen, weil wir tatsächlich die Gewohnheitsmenschen sind. Sprich, wenn uns mal eine Bohne zusagt, bleiben wir auch relativ lange dabei. Die Delonghi wirkt auch deutlich besser verarbeitet und „hochwertiger“ als die Sage (subjektiv) und sagt mir mehr zu. Im gleichen Laden war die Barista Touch 100 Euro billiger.

    Wir trinken eigentlich zu 60% Kaffee (Americano), 30% Cappuccino und 10% Espresso. Andere Kombinationen eher selten.

    Wie ist Deine Aussage zu bewerten mit den „Tampen“ in Bezug das richtig hin zu bekommen?

    Welche Maschine würdest Du uns empfehlen (leider ist Dein Vergleich zur Oracle für mich jetzt nicht hilfreich).

    Besten Dank im voraus.

    Horst

    Antworten
    Arne

    Hallo Horst,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Wir würden sagen, dass die DeLonghi näher an einem Siebträger als einem KVA ist. Die Oracle ist da etwas mehr Richtung KVA einzusiedeln. Bei euren sonstigen Anforderungen, könnt ihr ohne Probleme zur DeLonghi greifen. Wegen deiner Frage stehen wir gerade auf dem Schlauch. Hast du den genauen Absatz dazu? Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo

    Wir haben die Maschine jetzt seit fast 2 Wochen.

    Ich benutze auf der Arbeit Tag täglich siebträgermaschinen und habe eigentlich genügend Erfahrung damit aber bei der La Specialista komme ich nicht weiter.

    Der Espresso kommt mir zu wässrig vor, der Tamper ist bis zur Markierung voll der Mahlgrad ist auf eins und der Druck ist auch optimal.
    Beim Kaffee haben wir das Problem mit der Menge, bei der Voreinstellung kommt er geschmacklich einen Espresso nahe und selbst bei der 2x einstellung ist die Tasse nicht voll.

    Wer weiß einen rat?
    Ach ja an der Bohne liegt es nicht

    Antworten

    Hallo hat die ec9335.m einen 58mm Siebträger oder wie groß ist er?
    Gruß
    Torsten

    Antworten

    Hallo,
    Kann mir jemand sagen wie lange die Maschine zum Aufheizen braucht? Normal Siebträger brauchen ja sehr lang dafür, KVA sind ganz fix!
    Danke

    Antworten
    Arne

    Hallo Aviva,

    die DeLonghi braucht ca. 40 Sekunden zum Aufheizen. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo
    Hat die Maschine einen 58mm Siebträger, wenn ja kann man andere 58mm Siebträger verwenden? Wenn Sie keinen 58mm hat , wie groß ist der Siebträger?
    Welche Leitungen werden im Inneren Verwendet ( Plastik , Kupfer oder Edelstahl. )?

    Antworten

    Hallo Arne,
    mich würde interessieren, was zu zur Espressoqualität im Vergleich zur Sage Barista Touch sagen würdest. Ich liebe richtig italienischen Espresso mit dunkler Crema.
    Die DeLonghi hat ja Siebe mit doppeltem Boden und die Sage Bariste Touch hat auch einwandige Siebe. Gibt es hier einen Unterschied bezüglich des Espressos? Kann man bei der DeLonghi auch einwandige Siebe einsetzen?

    Zweite Frage wäre zur Aufheizzeit: Die Sage Oracle Touch unterscheidet sich zur Barista Touch ja deutlich mit 10min zu 3sek. Wie lange braucht die DeLonghi La Specialista?

    Besten Dank für deine Einschätzung!

    Antworten
    Arne

    Hallo Max,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Der Espresso wird unserer Meinung nach im Sage besser. Ja, du kannst bei der DeLonghi auch einwandige Siebe einsetzten. Das Resultat haben wir aber noch nicht getestet, weshalb wir darüber nichts sagen können. Die DeLonghi braucht knapp 40 Sekunden zum aufheizen. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo, ist der Wasserfilter bereits integriert in der La Specialista oder nur ein Entkalkungsmittel?

    Antworten

    Hallo,

    nachdem ca. 1,5 Kg Bohnen durch das Mahlwerk liefen, mahlt die Maschine nicht mehr. Habe nach Gebrauchsanweisung das Mahlwerk gereinigt. Da steht auch, man soll die Bohnen entfernen und leer mahlen. Das funktioniert nicht, das Mahlwerk springt nicht mehr an. Ich habe gemäß Anleitung weiter das Mahlwerk gereinigt und wieder zusammen gesetzt. Leider mahlt die Maschine weiterhin nicht.

    Antworten

    Hallo,

    Wie hast du das Problem gelöst? Ich habe seit gestern das gleiche Problem. Habe die Maschine gestartet, es wird aber nicht mehr gemahlen. Danke Ralf

    Antworten

    Ich habe mir die Maschine auf der Funkausstellung angesehen. Hat mir super gut gefallen. Könnte mir gut vorstellen das das die nächste wird.

    Antworten

    Hallo,

    habe auch die Specialista seit zwei Tagen, aber beim Espresso komme ich mit dem Manometer nicht in den Optimal Bereich, nur in den Bereich zwischen Verbrühen und Optimal.
    Was muss ich da evt. vertellen (Mahlgrad feiner oder grober, bzw. weniger Mahlgut oder mehr???)

    Antworten

    Vielen Dank für die Mühe und dem Versuch einer objektiven Beurteilung der DeLonghi La Specialista!
    BTW: Leider ist dieser Test nicht richtig oder gar nicht auf eurer Seite verlinkt. Bin nur über die Suchmaschine drüber gestolpert.

    Mein KVA Krups EA9010 hat wohl die beste Zeit hinter sich und nach erfolgter Rep. ist der Kaffee nicht mehr der gleiche, also bin ich auf der Suche nach etwas neuem, nach 3 Jahren. Den ganzen Sommer über war ich auf der Suche…leider ohne Erfolg. Von Siemens EQ6 plus 700 bis hin zu diversen Jura Modellen. Dabei spielte nicht nur ein guter Kaffee und Milchschaum eine wesentliche Rolle, sondern auch die Langlebigkeit und der Service sowie die Alltagstauglichkeit überhaupt und da fallen alle KVA´s durch, egal welches Modell oder Hersteller. Ja, das Ergebnis ist niederschmetternd. Stiftung Warentest spricht von durchschnittlich 5 Jahren Lebensdauer, mit 3 Reparaturen im Schnitt. Eigentlich ist ein KVA eine Geldvernichtungsmaschine….
    (möchte nicht weiter ins Detail gehen)
    Das sollte man unbedingt in seine Überlegungen mit einbeziehen, gerade bei hochpreisigen Geräten. Allzu oft und allzu leicht lassen wir uns da von prahlenden, markschreierischen Marketingsprüchen blenden. Darauf hat Arne ja auch schon etliche Male hingewiesen.

    Die Espresso Siebträger Hybriden machen da keine Ausnahme!
    Aber ich will ja auch zuhause einen vernünftigen Espresso zu einem annehmbaren Preis, also bleibt nur der Kompromiss, wohlwissend um die Schwächen.
    Und da scheint mir der DeLonghi La Specialista ein guter zu sein.
    Schon im Marketing kommt er etwas leiser daher, als der agressiv beworbene Sage/Breville Mitbewerber. Und die User der Sage/Breville Barista XXX stoßen ins gleiche Horn und machen die DeLonghi nieder.
    Sicher hat die Sage Barista Touch einiges an Innovationen zu bieten.
    So soll sie in 3 Sekunden betriebsbereit sein. Die automatische Milchschaumlanze mit Sensor für die Temp. und der automatischen Reinigung und ja der Touchscreen mit seinen Presets und Customsets Möglickeiten und dem PID für gradgenaue Brühtemp. und natürlich die einwandigen Siebe, die mit geliefert werden und die doppelwandigen mit der „Schwindel-Crema“ sind ja nur für „fremdgemahlenen“ Kaffee.
    Alles gut und schön, aber… User die diese sagenumwogende Maschine wirklich in Nutzung haben, sind zu oft frustriert. Fehlerhafte Boiler sind die häufigste Fehlerquelle, die reihenweise ausfallen und das seit Jahren schon. Bei der Touchversion kommen Fehlfunktionen bis Totalausfall der Software und des Touchscreen sehr häufig vor. Kann schon mal vorkommen, dass sich die Schaumlanze zwischendurch mal ungewollt reinigt oder einschaltet, wenn man eigentlich nur den Espresso brühen will. Alles nachzulesen, wenn man ein wenig die Suchmaschine bemüht. Naja und aus einem angeblichenen Americano, wird dann doch ein Long Black, da die Zubereitungsreihenfolge nicht eingehalten wird und der amerikanische Vorführer findet das auch nicht seltsam (ob er wohl weiss, wie das richtig wäre?)…

    Eine gute Alternative scheint mir daher doch die Delonghi zu sein. Nochzumal die Tamper-Funktion ein nicht zu unterschätzendes Feature dieser Maschine ist, auch wenn sie nicht so perfekt ist. In Vorführungen amerikanischer/kanadischer Präsentationen geht man da ganz pragmatisch vor. Dort wird der einarmige gern 3 bis 4mal gezogen und siehe da, auch der Brühdruck ist im grünen (grauen) Ideal Bereich. Es existiert sogar ein Extra-Video darüber. Über größere Mängel ist noch nichts zu lesen, mag wohl vielleicht daran liegen, das die DeLonghi erst 2019 auf den Markt kam. Delonghi mag nun vielleicht nicht der Garant für Qualität zu sein, aber als Platzhirch im unteren Preissegment, sind sie auf keinen Fall Billigheimer. Sie stehen eher für ein gesundes Preis-/Leistungsverhältnis.

    Die Sage Barista habe ich abgehakt, aber die Delonghi La Specialista behalte ich wohlwollend im Auge. Ich hab keine Eile und vielleicht tut sich sogar noch was am ohnehin moderaten Preis. Bis dahin nutze ich meine neueste Übergangs(!)Maschine von Tchibo (Esperto cafè). Die macht sogar einen wohlschmeckenden Americano in der richtigen Reihenfolge und das als OneTouch(!) Direkt-Taste!!! Das können sehr, sehr viele KVA‘ s nicht, die auch noch sehr, sehr viel teurer sind. Jura kann das nur über Umwege mit ihrem Premium Z6 Automaten und bewirbt das auch noch als – „neuartiges Fluidsystem“, mit dem jetzt sogar Barista Rezepte möglich sind.- Einfach nur lächerlich und peinlich für Jura, aber das ist wieder ein anderes Thema.
    Sorry, für diese Buchstabenflut, aber ich bin auf der Suche nach einer anständigen Home-Espresso Maschine unfreiwillig zum Dauer-Tester geworden und voller Eindrücke.

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    Arne

    Hallo RSBAss,

    das ist überhaupt kein Problem. Wir freuen uns immer über Erfahrungsberichte von unseren Lesern :). Danke dafür! Liebe Grüße Team Coffeeness

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    Vorab herzlichen Dank für eure detaillierten und professionellen Berichte!

    Die Tiefe der La Specialista EC9335.M gebt ihr mit 44,5 cm (wäre zu tief) an. Ein Anbieter nennt 36,8 cm (würde passen). An diesem Mass und dem verfügbaren Platz in meiner Küche hängt nun tatsächlich ein Kauf einer Maschine. Danke für eure Antwort und herzliche Grüsse.

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    Arne

    Hallo,

    danke für deinen Kommentar und das Lob :). Die Tiefe beträgt 36,9 cm. Der letzte Wert ist die Höhe des Geräts. Liebe Grüße Team Coffeeness

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    Hallo Arne, danke für den schönen Test. Ich hatte die Maschine für 14 Tage in Gebrauch und dann zurückgegeben (Dank an MediaMarkt für die kulante Rückabwicklung). Das sind die Gründe:
    Positives:
    1) Espresso und Cappuchino sind gut, Kaffee „ok“. Americano oder Latte hab ich nicht verwendet.
    2) Milchschaum ist gut herstellbar
    3) Kompakt und stabil gebaut, Haptik super, alles massiv mit stabilen Stand
    4) Eingebauter Tamper funktioniert super und sehr sauber (verdient ein extra Sternchen)
    5) Nur Hauptfunktionen per Drehschalter (Espresso/Americano/Kaffee). Keine 1000 Optionen, die keiner wirklich braucht

    Negativ
    1) Kaffee-Menge kann nicht wirklich eingestellt werden: es funktioniert fast nur die werkseitige Minimalstellung. Geringere Mengen als die Werkseinstellung sind überhaupt nicht möglich, größere Mengen führen sehr schnell dazu, dass man den Siebträger nicht mehr in die Extrahier-Einheit bekommt. Als Folge kann man von der angebotenen Dreh-Skala nur die ersten 1-2mm der Minimaleinstellung verwenden.
    2) Mahlgrad (und Menge) und Tamperkraft haben kaum Einfluss auf den Extrahier-Druck. Der liegt immer im unteren Bereich von „Optimal“. Also kein Optimierungspotential durch den Druck!
    3) Die Flüssigkeitsmenge für die Kaffee-Einstellung macht selbst in der maximalen Ausgabe-Menge eine normale Kaffeetasse nur halb voll. Ist einfach zu wenig, gerade wenn man 2 Tassen in einem Bezug bereiten will.
    4) Die rückseitige Anbringung des Wassertanks ist im Gebrauch sehr ungünstig. Zum einen kann man die Maschine nicht nah an die Wand stellen, da der Tank nach oben und hinten zur Entnahme bewegt werden muss. Zum anderen ist es wirklich blöd gemacht, dass die Seiten des Tanks verchromt sind. So kann man nicht einmal die Wassermenge im Tank im eingebauten Zustand in Augenschein nehmen und wird dann von der „Wasser-leer-Meldung“ überrascht.
    5) Wird die Maschine unter einen normalen Küchenschrank gestellt, ist der Platz für die Wassertank-Entnahme und das Auffüllen der Bohnen sehr limitiert. Es geht zwar, ist aber jedesmal eine rechte Fummelei, oder man hebt die ganze Machine nach vorne um Platz zu haben.

    Mein persönliches Fazit:
    gerade für einen morgenlichen 2 Tassen-Bezug von normalen Kaffee ungeeignet, da weder die Kaffemenge noch die Wassermenge zufriedenstellend einstellbar ist.
    Handling von Wassertank und Bohnentank ist fummelig, wenn die Maschine in einer normalen Küchenzeile mit Überschränken aufgestellt werden soll.
    Als reine Espresso/Cappuccino Machine ein guter Kompromiss zur Siebträger-Geräten ohne Mahlwerk oder zu Vollautomaten. Preis von 800.- scheint mir für das Gebotene ok zu sein

    Antworten
    Arne

    Hallo Uwe,

    herzlichen Dank für deinen kleinen Erfahrungsbericht!! LG Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo Uwe,
    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Klingt interessant und schlüssig, wir ticken bei der Bewertung einer für uns passende Maschine sehr ähnlich. Kannst du sagen, welche Maschine denn deine Ansprüche erfüllt?
    Besten Dank,
    Uli

    Antworten

    Hallo,
    ich habe seit kurzem eine DeLonghi Specialista und bekomme keine ordentliche Crema zustande. Den Mahlgrad habe ich auf 1 gestellt und der Mengenregler steht auf Minimum. Wenn ich etwas mehr Menge haben will, ist der Siebträger übervoll. Das Druckmanometer steigt gerade so in den Anfangsbereich der optimalen Zone.
    Mache ich was falsch oder funktioniert meine Maschine nicht richtig?

    Antworten

    Das hängt sehr stark von den verwendeten Bohnen ab.
    Ich habe Espresso-Bohnen gehabt, wo bei Mahlgrad 1 und Doppelsieb der Druck schon in den roten Bereich gekommen ist und die Maschine dann abgeschaltet habe.
    Bei eher typischen „Kaffee“-Röstungen (ohne Robusta-Beimischung) und dem Einfach-Sieb ist der Druck in der Tat geringer, auch die Crema ist dünner.

    Antworten

    Hallo Arne,

    ich habe mich jetzt für die DeLonghi La Specialista entschieden und versuche gerade den für mich perfekten Espresso bzw. Kaffee hinzubekommen.

    Wie lange ist das Wasser bei Dir durchgelaufen? Im Internet liest man ja immer wieder, dass bei einer klassischen Siebträger die Zeit 25-30 Sekunden betragen soll, nun ist die De’Longhi für mich keine klassische Siebträger. Ich komme aktuell auf ca. 13 Sek. Die Menge beträgt glaube ich 35ml.

    Meinst Du, auch bei der DeLonghi sollte die Zeit länger sein oder kann die Maschine einfach nicht länger? Aus der Betriebsanleitung bin ich noch nicht richtig schlau geworden

    Besten Gruß
    Lars

    Antworten
    Arne

    Hallo Lars,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Spiele mal ein bisschen am Mahlgrad herum. Wir haben (vor allem bei der DeLonghi) auch nicht immer alles so hinbekommen wie wir es wollten. Gibt’s da sonst noch Erfahrungen mit der Durchlaufzeit? Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo, ersteinmal vielen Dank für diesen ausführlichen Test!!! Bin auch seit gestern Besitzer einer La Specialista und auch ich habe das Problem, mit dem Druck nicht in die „Optimal Zone“ zu gelangen (obwohl die Menge passt + feinster Mahlgrad). Der Geschmack ist gut aber die Crema ist viel zu dünn. Ich habe große Lust in die Welt der Siebträger einzusteigen, aber wenn auf Einstell-Aktionen (meinerseits) keine Änderung der Extraktion ersichtlich ist, wird es sehr schwierig. Scheint ja einigen so zu ergehen. Falls jemand hierzu schon einen Lösungsansatz gefunden hat würde mich das sehr interessieren 🙂

    VG

    Antworten

    Hallo, wollte frage ob jemand weiss, wie ich mit Pads Kaffee rauslasse, brauch ich ein speziellen Siebträger?
    Danke

    Antworten

    Habe mir gestern die La Specialista gekauft. Der Kaffeebohnenbehälter rastet nicht ein. Weiß nicht was ich tun soll. Ich bitte um Hilfe. LG.

    Antworten

    Hallo Zusammen,
    auch ich habe die Maschine geliehen und wieder zurückgebracht.
    Druck und „das Einlaufen/ Espressolaufzeit (bei mir 12s) bekommt man trotz Mahlgrad 1 und vollem tampen nicht sauber hin. Ergebnis ist eine zu dünne Crema.
    Ich schätze es liegt an der Mühle, das Kaffeemehl sah gut aus aber ein Tick zu dick.
    Was ich verpasst habe zu testen ist mittels mehr Kaffeemehl im Doppelsieb ein besseres Ergebnis zu erhalten. Könnte das mal jemand testen, die Maschine ist an sich gut finde ich.
    Auch war bei mir die Kaffeemenge zu gering.
    Anscheinend kann man das Mahlwerk noch verstellen (eigentlich bei Abnutzung).
    Frage: Habt ihr eine vernünftige Laufzeit hinbekommen ohne die Wassermenge zu erhöhen?
    Grüße
    Frank

    Antworten

    Liebe Community,
    auch ich habe die Maschine geliehen und wieder zurückgebracht.
    Druck und „das Einlaufen/ Espressolaufzeit „(bei mir nie mehr als 12s) bekommt man trotz Mahlgrad 1 und vollem tampen nicht sauber hin. Ergebnis ist eine zu dünne Crema.
    Ich schätze es liegt an der Mühle, das Kaffeemehl sah gut aus aber ein Tick zu dick.
    Was ich verpasst habe zu testen ist mittels mehr Kaffeemehl im Doppelsieb ein besseres Ergebnis zu erhalten. Könnte das mal jemand testen, die Maschine ist an sich gut finde ich.
    Auch war bei mir die Kaffeemenge zu gering.
    Anscheinend kann man das Mahlwerk noch verstellen (eigentlich bei Abnutzung).
    Frage: Habt ihr eine vernünftige Laufzeit hinbekommen ohne die Wassermenge zu erhöhen?
    Grüße
    Frank

    Antworten

    Hallo Team Coffeeness,
    wir haben uns diese Maschine gekauft und sind soweit zufrieden. Es werfen sich jedoch einige Fragen auf und zwar finde ich, dass der Siebträger mit Kaffee sehr schwer in die Vorrichtung zu geben ist. Was machen wir falsch? Zudem habe ich den Eindruck, dass der Druck nicht richtig aufgebaut wird. Und noch: bei dem Versuch 2 Tassen zu brühen hatten wir jedes mal das Ergebnis, dass eine Tasse ordentlich gefüllt war, die 2. jedoch wesentlich weniger – also kein gleichmäßiger Auslauf.
    An der Erhöhung der Wassermenge doktern wir noch herum. Es ist halt alles nicht so einfach.
    Viele Grüße
    Edelgard

    Antworten
    Arne

    Hallo Edelgard,

    danke für deinen Kommentar. Ja, da hast du Recht. Die DeLonghi macht es einem nicht gerade einfache. Dafür kann man sehr viel experimentieren :). Die Erfahrung, dass der Siebträger sehr schwer in die Vorrichtung geht, können wir nicht teilen. Vielleicht hat jemand aus der Community das gleiche Problem? Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

Ich freue mich über deinen Kommentar

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