Nivona 6er-Reihe: Die Kaffeevollautomaten-Serie zwischen Einsteiger- & Mittelklasse

Kein Einsteiger-Modell mehr, aber auch noch nicht ganz Mittelklasse – mit der 6er-Baureihe eröffne ich offiziell die Kategorie „gehobene Einsteiger-Modelle“ unter den Nivona Kaffeevollautomaten in meinem Test.

Kein Einsteiger-Modell mehr, aber auch noch nicht ganz Mittelklasse – mit der 6er-Baureihe eröffne ich offiziell die Kategorie „gehobene Einsteiger-Modelle“ unter den Nivona Kaffeevollautomaten in meinem Test.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Gefühlt habe ich schon ein Modell jeder Serie des Herstellers in meinem Kaffeevollautomaten Test 2022 vom Kaffee-Bezug bis zum Milchschlauch auf die Probe gestellt. Nur die 6er-Vollautomaten haben es bislang noch nicht in meine Kaffeeküche geschafft.

Nivona ist eine Kaffeevollautomaten-Marke aus Nürnberg. Der eigentliche Produzent der Geräte ist jedoch die Schweizer Firma Eugster / Frismag, die u.a. auch Kaffeevollautomaten für Jura herstellt.

Nivona bezieht entscheidende Bauteile wie z.B. die Brühgruppe beim gleichen Produzenten wie Jura, wodurch die Kaffeevollautomaten sich ähneln. Jura ist zwar innovativer unterwegs, Nivona bietet aber das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Nivona Kaffeevollautomaten sind mit einem Kegelmahlwerk aus Edelstahl ausgestattet.

Die Garantie für alle Geräte von der Nivona 5er- bis zur 9er-Reihe beträgt 24 Monate, wenn ihr das Gerät bei einem autorisierten Fachhändler in der EU kauft.

Höchste Zeit also für einen Ausflug in das 6er-Universum! Vor allem, da die Nürnberger mit dem 690 und dem 695 gerade erst zwei neue Sternchen auf den Markt gebracht haben. Was ich euch schonmal verraten kann: Wenn ihr auf Cappuccino steht, sind die neuen Kaffeeautomaten mehr als nur einen Blick wert.

Also nutze ich doch gleich mal unsere Kooperation mit Nivona, für ein Kaffeekränzchen mit der 6er-Baureihe.

Die 6er-Serie von Nivona: Übersicht der „gehobenen Einsteiger-Modelle“

Bevor wir uns anschauen, was die 6er-Kaffeevollautomaten so auf dem Kasten haben, starten wir mit ein bisschen Modell-Kunde. Was ich an den Nürnbergern immer zu schätzen weiß, ist das aufgeräumte Sortiment – kein Vergleich zu den teilweise kryptischen Bezeichnungen, mit denen z.B. DeLonghi hantiert.

Die Regel lautet:

  1. Zahl für die Serie (in dem Fall die 6er)
  2. Zahl für die Ausstattung & Funktion
  3. Zahl für die Farbe

Nivona CafeRomatica NICR 660: Die Basics der 6er-Serie

Der Nivona CafeRomatica 660 ist das Basic-Modell der 6er-Reihe. Der Vollautomat setzt mit seiner Ausstattung und seinen Funktionen die Grundlage für alle weiteren Kaffeeautomaten der Serie:

  • Aroma Balance System „Barista in a Box“
  • Bluetooth-Verbindung zur Nivona-App
  • TFT-Farbdisplay & Bedienung mit Drehknopf
  • Ein Kaffeerezept im Speicher
  • Stahl-Kegelmahlwerk & Mahlgrad stufenlos verstellbar
  • Kaffeetemperatur (3 Stufen) & Kaffeestärke (5 Stufen) einstellbar
  • Kaffeeauslauf höhenverstellbar
  • Cappuccino-System „Easy Spumatore“
  • Herausnehmbare Brüheinheit für gründliche Reinigung
  • 2,2 Liter Wassertank & 250 Gramm Bohnenbehälter
  • Kontrollanzeige & Pflegeprogramme mit Reinigungstabletten

Ein Milchsystem mit „Easy Spumatore“ klingt vielleicht cool, bedeutet in der Praxis aber, dass ihr für jeden Kaffee mit Milch fröhlich die Tassen vom Kaffeeauslauf unter die Milchschaum-Ausgabe schieben müsst.

Die Typ-Bezeichnung 666 ist übrigens kein eigenständiger Kaffeevollautomat der 6er-Reihe, sondern wird nur für euch relevant, wenn ihr Ersatzteile oder Reparatur-Zubehör für den NICR 750 sucht.

Nivona CafeRomatica NICR 670: Die 6er-Baureihe 2.0

Die nächste Generation der 6er-Baureihe ist der NICR 670. Der Vollautomat bietet im Vergleich die gleichen Features wie sein kleiner Bruder, hat aber noch einige weitere Funktionen auf Lager:

  • Heckrollen für komfortablen Transport
  • Tassenbeleuchtung am Kaffeeauslauf
  • Milch-Container mit Milchschlauch erhältlich
  • Live-Programmierung für Cappuccino & Americano
  • 5 Kaffeerezepte im Speicher

Nivona CafeRomatica NICR 675 & 680: Kaffeevollautomaten für Design-Fans

Der NICR 675 und 680 gehen in Sachen Ausstattung mit dem 670 einher – optisch hat Nivona den beiden Geräten jedoch ein Make-Over verpasst: 

  • Der NICR 675 ist statt (langweiligem) Silber in Titan-Chrom erhältlich & seine Front wirkt deutlich aufgeräumter 
  • Der NICR 680 ist ein schwarzer Vollautomat mit einer hübsch strukturierten Oberfläche

Nivona CafeRomatica NICR 690: Neue Modelle für Cappuccino-Trinker

Nivona 690 Kaffeebezug.

Jetzt aber Schluss mit der Geschichtsstunde und auf zu den neuen Modellen der Nivona-Familie. Mit dem NICR 690 ändert sich optisch und in der Ausstattung auf den ersten Blick nicht viel am gewohnten 6er-Profil – in Sachen Milchschaum hat Nivona allerdings deutlich nachgelegt!

Nivona hat dem 690 ebenso wie seinen Vorgängern einen „Easy Spumatore“ verpasst, allerdings laufen in der Neuauflage Kaffee und Milch aus demselben Auslauf. 

Das hat gleich zwei Vorteile:

  1. Endlich Schluss mit dem lästigen Tassenrücken
  2. Mit einem Auslauf weniger wirkt die Front direkt nochmal aufgeräumter

Alle Details zum Nivona 690 im Test verrate ich euch, sobald ich die schwarze Variante der beiden neuen 6er-Geräte auf Herz und Espresso geprüft habe. 

Nivona CafeRomatica NICR 695: Der 690 im Silbermantel

Schwarz ist nicht so eure Farbe? Der Nivona NICR 695 ist baugleich zu seinem Bruder, steckt jedoch in einem silbernen Gehäuse.

Die 6er-Klasse: Was macht die Vollautomaten aus?

Nivona steht seit meinem ersten Probelauf mit dem Hersteller für zuverlässige und hochwertige Kaffeevollautomaten. Die 6er-Baureihe bildet da keine Ausnahme und hat von der Aroma-Technologie bis zum Entkalken die wichtigsten Nivona-Features an Bord.

Design & Bedienung: Intuitiv über Display & Nivona-App

Die Bedienung des Nivona 690 ueber das uebersichtliche Display.

Was das Design der Kaffeevollautomaten angeht, fährt Nivona durchweg eine cleane Strategie in Schwarz und Silber, in der ich auch die 6er-Vollautomaten ganz klar wiedererkenne. 

Alle Einstellungen könnt ihr – ebenfalls typisch Nivona – über das TFT-Farbdisplay und den Drehschalter bzw. Rotary vornehmen. Durch die eindeutigen Display-Symbole bediene ich das Gerät so easy und intuitiv, dass ich die Bedienungsanleitung getrost ignorieren kann. 

Ab der 6er-Reihe könnt ihr euren Kaffeevollautomaten außerdem via Bluetooth-Verbindung mit der Nivona-App koppeln und eure Kaffee-Versorgung mit dem Smartphone sicherstellen. 

Aroma-Technologie: Aroma Balance System „Barista in a Box“

Mit den 6er-Geräten von Nivona holt ihr euch auch einen neuen Mitbewohner ins Haus – den „Barista in a Box“. Alternativ nennt der Hersteller das ganze auch Aroma Balance System. Grundsätzlich hat das Feature drei Aufgaben:

  1. Pumpendruck individuell regulieren
  2. Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers variieren
  3. Mehr Aromen aus euren Bohnen extrahieren

Dabei habt ihr die Wahl zwischen drei verschiedenen Aromaprofilen: Intense, Constant und Dynamic. Ich muss gestehen, dass ich zwei der Profile konsequent ignoriere und meinen Kaffee immer mit der Constant-Einstellung zubereite – schmeckt mir einfach am besten!

Kaffee & Espresso: Gewohnte Nivona-Qualität

Espressobezug Nivona 690 Kaffeevollautomat.

Ein Kaffee kann nur dann was werden, wenn die Bohnensorte stimmt und der Vollautomat damit auch umgehen kann. Nivona hat in jedem meiner Tests immer wieder bewiesen, dass die Kaffeeautomaten eine erstaunliche Breite an Aromen aus meinen Kaffeebohnen herauskitzeln konnten – von den neuen Modellen der 6er-Serie erwarte ich nichts anderes. 

Manueller Easy Spumatore 2.0: Für Milchschaum ohne Tassen rücken

Nivona ohne Milchschaum gibt’s nicht. Selbst die Einsteigermodelle der 5er-Reihe besitzen bereits einen Spumatore mit einem halbautomatischen Milchsystem. Das heißt im Klartext:

  • Ihr müsst nicht extra Latte-Art lernen bzw. wie ihr Milchschaum von Hand produziert
  • Die Tasse von A (Kaffeeauslauf) nach B (Milchauslauf) zu schieben ist aber nötig

Die 6er-Serie hatte lange auch nicht mehr zu bieten, bis zu den neuen Modellen NICR 690 und 695. Die neue Spumatore-Ausführung 2.0 funktioniert zwar nach dem gleichen Prinzip. Allerdings könnt ihr alle Rezepte mit Milch zubereiten, ohne die Tasse von einem Auslauf unter den anderen schieben zu müssen. 

Im Vergleich: Welche Nivona Baureihe ist die richtige für euch?

Mit einem Preis von rund 650 Euro* würde ich die 6er-Geräte von Nivona normalerweise deutlich in der Mittelklasse verorten. Trotzdem habe ich die Kaffeevollautomaten in die Kategorie „gehobene Einsteiger-Modelle“ verfrachtet – sinnvoll? Zugegeben, orientiere ich mich nur an den Funktionen, wirken die Preise ein bisschen happig. 

Allerdings dürft ihr auch nicht die Material- und Kaffee-Qualität vergessen, bei denen Nivona so schnell keiner was vormacht. Im Gesamtverhältnis passt der Preis also wieder. Die Einordnung ist auch dann sinnvoll, wenn wir die Serien im Nivona-Sortiment direkt vergleichen:

  • 5er-Reihe = Einsteigerklasse
  • 6er-Reihe = gehobene Einsteigerklasse
  • 7er-Reihe = Mittelklasse mit Tendenz zur Oberklasse

Ab der 8er- und 9er-Serie beginnt bei Nivona die Oberklasse, der NICR 1040 ist dann sogar ein Kaffeevollautomat fürs Büro. Aus diesem Grund lasse ich diese Reihen bei meinem 6er-Vergleich außen vor.

Kaffee & Espresso: Die 5er-Reihe macht Puristen glücklich

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Die Nivona 5er-Reihe steht für die Einsteigerklasse und ist vor allem für euch geeignet, wenn ihr mit Kaffee und Espresso im Grunde genommen happy seid. In dieser Kategorie findet ihr bereits einen „Easy Spumatore“ – Features wie die App-Anbindung oder das Aroma Balance System gibt es jedoch nicht.

(Fast) Oberklasse: Die 7er-Reihe kratzt an der Oberklasse

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Die älteren Modelle der 7er-Serie, wie z.B. der NICR 769 im Test, hatten der 6er-Reihe außer leiserem Mahlen und ein paar Extras nicht viel entgegenzusetzen. Geändert hat sich das mit dem Update, das Nivona auch mit den 790er-Modellen auch dieser Klasse verpasst hat. Die neuen Features rechtfertigen das Anklopfen bei der Oberklasse allemal:

  • In 4 verschiedenen Farben erhältlich
  • Vorbrühfunktion & zusätzliche Kaffeerezepte
  • OneTouch Spumatore & vereinfachte Reinigung des Milchsystems
  • Cappuccino-Connaisseur für erst Milchschaum & dann Kaffee oder umgekehrt 

Nivona 6er oder 7er: Lohnt sich der Kauf?

Gehobenes Einsteigerniveau oder Mittelklasse mit Oberklasse-Ambitionen? Ob ihr euch beim Kauf für einen NICR 6er oder 7er entscheidet, ist eine individuelle Typ-Frage, die ich euch via Online-Beratung nicht beantworten kann. Folgende Punkte solltet ihr aber im Hinterkopf behalten:

  1. Die 7er-Modelle sind rund 200 Euro teurer als die 6er-Baureihe, bieten dafür aber auch ein Plus an Funktionen
  2. Seid ihr eher Kaffee-Trinker & trinkt ganz gerne auch mal einen Cappuccino, sind die 6er-Geräte vollkommen ausreichend
  3. Geht bei euch nichts ohne Latte Macchiato & Co, solltet ihr über ein 7er-Modell nachdenken

Vor dem Update der Serie hatte die 6er-Reihe gegenüber den 7er-Vollautomaten den Nachteil, dass ihr die Tasse für Milchgetränke verschieben musstet. Das hat sich jedoch ab dem Nivona 690 erledigt.  

Fazit 6er-Reihe: Nivona Kaffeevollautomat für Kaffee & Cappuccino ohne Tassen rücken gesucht?

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Ist es sinnvoll, neben der Einsteigerklasse und der echten Mittelklasse noch eine Kaffeevollautomaten-Linie „gehobener Einsteiger-Modelle“ im Sortiment zu haben? Eigentlich gehe ich in meinem Kaffeevollautomat Test 2022 mit solchen Vorhaben hart ins Gericht.

Nivona beweist mit der 6er-Baureihe jedoch, dass die Vollautomaten durchaus eine Daseinsberechtigung haben. Die Preise der Geräte ordnen sich genau zwischen der 5er- und der 7er-Reihe ein. 

Schaue ich mir die Funktionen der älteren Modelle an, wirkt die Abgrenzung jedoch eher schwammig. Mit den neuen Features des 690 und 695 hat Nivona es aber geschafft, die 6er-Serie in der goldenen Mitte zu positionieren. 

Trinkt ihr nicht so oft Kaffee mit Milch, könnt ihr sparen und den NICR 550 wählen. Wollt ihr mehr Milchfunktionen, legt einfach eine Schippe drauf und legt euch den NICR 690 oder gleich den 790 zu.

Habt ihr den neuen manuellen Spumatore des Nivona 690 schon ausprobiert? Erzählt mir in den Kommentaren von euren Erfahrungen!

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