Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm im Test

Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 21. November 2017 von 1

Wenn ich aus dem bisherigen Kaffeejahr 2018 eine Erkenntnis mitgenommen habe, dann die, dass ich Melitta für eines der ehrlichsten und besten Kaffeeunternehmen halte. Bevor ihr mich jetzt mit euren Hario-Filtern beschmeißt und „Was stimmt denn mit dir nicht?“ brüllt, lasst es mich erklären:

Melitta hat noch nie so getan, als wären sie etwas anderes als eine Marke, die Familie X oder Singlemensch Y dabei unterstützen will, einfach und einfach besseren Kaffee zu machen. Ohne Hipster-Attitüde oder hochnäsige Werbung.

Das transportiert das Unternehmen nicht nur bei Auftritten wie auf der IFA 2017, sondern auch mit jeder einzelnen Maschine. Und gerade in der Kernexpertise – dem Filterkaffee aus der Kaffeemaschine – hat mich Melitta bis jetzt noch nie enttäuscht:

Praktisch alle bisher getesteten Geräte konnten überzeugen. Nur die Melitta Easy war dann doch eine Luftnummer. Und selbst bei den Kaffeevollautomaten bin ich von der CI-Reihe sowie den Caffeo-Varianten regelmäßig begeistert.

Ich frage euch: Welches andere Unternehmen kriegt das so niederschwellig hin? Philips und Saeco, die mir als Pendant einfallen würden, wirken nicht einmal halb so familienfreundlich und für Einsteiger durchdacht. Auch wenn sie es sind.

Und die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm, die ich dieses Mal am Wickel hatte, hat all diese Erkenntnisse nur erneut bestätigt: Top-Funktionalität, Top-Leistung, guter Preis, kein Schnickschnack und auch noch ansehnlich.

Hat alles was man braucht

Ihr findet dieses Gerät auch unter der Bezeichnung Melitta Kaffeemaschine 1017-08, was aber auf dasselbe Modell hinausläuft. Ich würde die aktuell 52.98 € bei www.amazon.de jedenfalls sofort ausgeben, wenn ich denn noch Bedarf an einer Filtermaschine hätte.

Datenblatt

EINTRAGWERT
ModellnameMelitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm 214457
Material KanneIso-Edelstahl
Fassungsvermögen gesamt1,4 Liter
Nennleistung1.000 Watt
Tatsächliche Leistung*957 Watt
Durchlaufzeit 3 Tassen*2.14 Minuten
Durchlaufzeit 10 Tassen*7.57 Minuten
Temperatur Kaffee 3 Tassen*72,1 °C
Temperatur Kaffee 15 Tassen*87,7 °C
Tassenportionen2 bis 10 (groß) 3 bis 15 (klein)
Filtern entnehmbar
Einhandbefüllung
ExtrasAromaselector,
4 Papierfilter

Gewicht2,7 kg
Warmhaltefunktion
Ersatzteile bestellbar
Preis (Preis zum Kaufzeitpunkt)52.98 € (47,89 Euro)

* laut Testergebnis

Die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm Kaffeemaschine im Überblick

Der erste Coup gelingt Melitta damit, dass sie einen guten Mittelweg zwischen günstigen Einsteigermaterialien und eher teureren Features gefunden haben. Denn die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm besteht zwar aus einem Kunststoffkorpus mit Edelstahllook, bringt aber eine echte Iso-Kanne aus Edelstahl mit.

Mix aus hochwertig und billig

Auch wenn ich kein Freund von Warmhaltevorrichtungen für Kaffee bin, so macht sich eine Isokanne auf dem Kaffeetisch doch besser als das übliche Glas, das einen enormen Temperaturabfall schon in kurzer Zeit hat.

Die Melitta Top Therm ist weder zu wuchtig noch zu klein und sieht recht minimalistisch-modern aus. Der Deckel an der Thermoskanne ist ein Hybrid aus Ein- und Zweihandbedienung: Zum Kaffeeausschenken und (umständlichen Befüllen) braucht ihr nur das Ventil auf dem Deckel aufzuklicken.

Der Hybrid aus Ein- und Zweihandbedienung

Wenn ihr Wasser bequem einfüllen wollt, müsst ihr den Deckel allerdings mit der zweiten Hand abheben. Das ist zwar nervig, ergibt aber bei Isokannen immer Sinn. Wäre der Deckel nur aufgelegt, wäre es mit der Haltefähigkeit schließlich vorbei.

Wiederum befindet sich die Einfüllskala für 2 bis 10 große Tassen oder 3 bis 15 kleine Tassen an der Seite. Und wiederum finde ich das blöd, weil ihr ganz genau hinschauen müsst, um die Wassermenge mit der empfohlenen Kaffeemenge zu koppeln. Und das ist nun mal einer der wichtigsten Faktoren für guten Filterkaffee aus der Maschine.

Wasserfuellskala

Der Clou an der Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm befindet sich obendrauf und nennt sich in diesem Fall “Aromaselector”. Bei der Philips Intense hieß das Ganze „AromaSelect“, läuft aber auf die gleiche Funktion hinaus:

Ihr könnt einstellen, wie schnell das Wasser durch das Pulver laufen soll. Stellt ihr die Skala auf „mild“, läuft das Wasser schneller und der Kontakt zwischen Pulver und Wasser ist nur kurz. Also wird der Kaffee – dumm gesagt – dünner. Andersherum gilt das Gegenteil.

Die Intensitaet einstellen

Diese Funktion ist sicher nicht nötig, macht es euch aber einfacher, euren optimalen Filterkaffee aus der Maschine zu finden. Dazu später noch mehr.

An dieser Stelle ist mir erst einmal wichtig, dass die Melitta im ausgeschalteten Zustand keinen Strom zieht. Ich muss das extra erwähnen, weil es mir in dieser Testrunde besonders sauer aufgestoßen ist, dass Maschinen, die eigentlich nichts Besonderes können, dennoch permanent Strom ziehen.

Standby, Schmändby! Wozu? Wie gesagt, die Melitta macht deutlich, dass das unnötig ist.

Zieht im abgeschalteten Zustand keinen Strom

Wenn man sich als Vergleich die eben erwähnte Philips Intense anguckt, wird deutlich, dass sich beide Maschinen gar nicht so sehr unterscheiden. Und die Melitta ist einfach einmal stramme 20 Euro günstiger. In dieser Gerätekategorie sind das Welten.

Die Pro- und Contraliste für die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm liest sich auf jeden Fall hervorragend:

Pro

  • Günstig
  • Trotz Kunststoff hochwertiger Look
  • herausnehmbarer Filter
  • einfache Reinigung
  • recht flotte Zubereitung
  • Iso-Kanne
  • Kaum Temperaturabfall (bei großen Mengen)
  • Gute Kaffeetemperatur bei großen Füllmengen
  • Sehr aromenreicher Kaffee
  • Unterschiedliche Stärken einstellbar
  • Keine Geruchsentwicklung

Contra

  • Einhand-Befüllen nicht möglich
  • nur annehmbare Kaffeetemperatur bei kleinen Füllmengen

Das zweite Gegenargument lässt sich leider nicht wegdiskutieren. Wenn ihr in der Isokanne „aus dem Kalten“ nur wenig Kaffee macht, wird der auch sofort kalt. Hier ist es also umso wichtiger, dass ihr die Isokanne vorher ordentlich anwärmt. Das führt uns zu:

Die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm im Einsatz – Die Vorbereitung

Bei einer Isokannenkaffeemaschine dürft ihr den Zwischenschritt “nochmals mit heißem Wasser anwärmen“ bloß nicht vergessen. Denn eigentlich soll ja immer kaltes, frisches Leitungswasser in die Maschine. Und dafür nehmen die meisten die Kanne.

Die Kanne vorher aufwaermen

Obwohl es hier durchaus eine Überlegung wert wäre, auf ein anderes Gefäß zurückzugreifen. Denn der Ausguss der Melitta-Kanne ist nicht ganz so gut. Ansonsten gelten die gleich Bedingungen, die ich euch immer bei Kaffee aus der Filtermaschine ans Herz lege:

  • Spült den Papierfilter (Größe 4) vor dem Einsetzen ordentlich aus
  • Nutzt frisch gemahlene Kaffeebohnen

Es wäre jetzt einfach zu sagen: nehmt doch gleich die Melitta-Bohnen! Doch davon kann ich nur abraten. Trotz aller familiären Atmo bei den Geräten handelt es sich bei den Bohnen um Industrie-Mist, der in Sachen Aroma und Ethik leider der letzte Sch… ist.

Ich habe für meinen Ersttest zwar nicht gleich meine besten Kaffeebohnen hervorgeholt, habe aber zu einer Bio-Variante aus dem Direkthandel gegriffen. Man muss seinen Prinzipien schließlich treu bleiben.

Feine Kaffeebohnen

Geht es um die Dosierung, finde ich gerade bei Melitta die alte Regel „Ein Löffel pro Tasse plus einer für die Maschine“ vollkommen gerechtfertigt. Schließlich macht es die Melitta-Mama jeden Morgen so. Nachjustieren und mit dem Aromaselector spielen könnt ihr sowieso jederzeit.

Apropos: Den habe ich auf „volle Pulle“ gestellt und dafür bewusst etwas zu wenig Kaffee in die Maschine gegeben. Ich wollte mal wissen, ob diese Funktion vielleicht aus dieser Kombi mehr herausholen kann.

Die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm im technischen Überblick

Bei der Tassengröße für meinen Testdurchlauf bin ich dieses Mal ein wenig verquer vorgegangen, weil ich wissen wollte, wie sich die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm im Vergleich zur Philips Intense macht, die auf die gleiche Kundengruppe abzielt.

Darum habe ich statt der in diesem Testlauf üblichen vier Tassen als Mindestmenge nur drei Tassen gewählt und ansonsten das andere Ende der Füllskala mit 15 Tassen (also voller Ladung) überprüft. Darum sind die Ergebnisse auch nicht ganz vergleichbar, bieten aber ein paar gute Erkenntnisse.

Als Mindestmenge nur 3 Tassen

Die Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm hat folgende Werte geliefert:

TassenanzahlDurchlaufzeit in MinutenTemperatur Kaffee in °CTemperatur nach 30 min.*
in °C
Verbrauch in kWh
32.1472,162,10,034
157.5787,785,00,126

*ausgeschaltet auf der Heizplatte in Kanne

Bei der Philips Intense sah das Ganze folgendermaßen aus:

Tassenanzahl (groß)Durchlaufzeit in MinutenTemperatur Kaffee
Temperatur nach 30 min.Verbrauch (in kWh)
32:4276,273,50,044
107:4887,084,60,126

Am interessantesten ist sicherlich der Unterschied bei den Temperaturen und dem Temperaturabfall in der kleinsten Füllung. Hier hat die Isokanne der Melitta schlichtweg versagt.

Wo ist der warme Kaffee hin

Selbst wenn ich einrechne, dass beim Öffnen des Deckels zum Messen der Temperatur einiges verloren geht, ist der Unterschied dennoch zu groß und der Kaffee initial zu kalt. Punkt.

Das ist bei der größeren Füllmenge nicht der Fall gewesen, hier nähern sich beide Kannen ziemlich stark an. Auch zeitlich nehmen sie sich nichts und sind für ihre Leistung relativ fix.

Was lernen wir daraus? Dass ihr nicht umhin kommt, die Isokanne der Melitta wirklich richtig gut anzuwärmen, wenn euch wirklich heißer Kaffee in kleiner Menge wichtig ist. Das nervt ein wenig und spätestens hier zeigt sich der feine Unterschied in der Materialqualität, die ihr für 20 Euro mehr oder weniger erhaltet.

Das Kaffeearoma hingegen hat mich sehr überzeugt. Und ich glaube fast, dass in diesem Fall die Aromaselector-Funktion einen größeren Unterschied macht als bei der Philips Intense. Vergesst nicht, ich habe extra wenig Kaffeepulver genommen und habe trotzdem einen intensiven Kaffee erhalten! Bravo!

Sehr ueberzeugendes Aroma

Das Geschmacksbild hat darunter vermutlich einen Hauch gelitten, es hatte wesentlich weniger Bandbreite als der Kaffee aus der WMF Bueno Kaffeemaschine. Aber es hat weder zu bitter, noch zu sauer oder „nicht gut“ geschmeckt. Es war geradeaus und mit diesem typischen Hauch von Melittakaffee, den wohl jeder von uns kennt.

Die Reinigung

Jeder gute Haushaltsmensch weiß: Thermoskannen dürfen nicht in die Spülmaschine. Ob ihr dem nun Folge leistet oder nicht, überlasse ich euch. Grundsätzlich sollte die Isokanne der Melitta Kaffeemaschine 1017-08 das aushalten können.

Doch wenn wir davon ausgehen, dass es mit der Isolierfähigkeit und Güte des Materials nicht allzu weit her ist, sparen wir uns das lieber und wischen das Ding von Hand aus. Das funktioniert problemlos und auch der Rest der Maschine kann einfach gesäubert werden.

Obwohl die Maschine durchaus robust wirkt, bin ich mir sicher, dass sie genauso regelmäßig entkalkt werden sollte wie alle anderen Kunststoff-Günstig-Geräte. Denn die sind noch weniger gegen Kalk und seine Auswirkungen gefeit als Produkte mit extra viel Metall.

Also gönnt der Melitta ab und zu einen Durchlauf mit einem Essig-Wasser-Gemisch und lasst die Finger von scharfen Reinigern. Zwar gibt es einen Entkalker in der minimal teureren Version bei Amazon gleich dazu, aber beruht auch dieser auf dem Essigprinzip.

Mein Fazit zur Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm

Ich schicke an dieser Stelle einmal einen ernstgemeinten Dankesgruß an die Jungs und Mädels in der Produktentwicklung von Melitta: Euch ist mit der Melitta Filterkaffeemaschine ENJOY Top Therm mal wieder ein schönes Stück Alltags- und Genusselektronik gelungen. Hier findest du sie auf www.amazon.de.

Melitta hat mich wieder nicht enttaeuscht

Der Kaffee schmeckt, eine Isokanne gibt es auch, man kann Dinge verstellen und selbst vollkommene Dosier-Verweigerer kommen am Ende zu einem guten Ergebnis. Dafür ist jeder einzelne Euro hier berechtigt.

Nur bei der Qualität bzw. Güte der Isokanne hätte ich Einwände, bin aber bereit, bei diesem Preis-Leistungsverhältnis den Mund zu halten. Ihr könnt einfach kaum mehr in dieser Preiskategorie verlangen.

Klar sind 50 Euro nicht gerade ultrawenig, aber wir haben ein ums andere Mal gesehen, dass alle Geräte darunter entweder Schrott sind oder sehr viele Kompromisse eingehen. Und beides wollt ihr sicher selbst dann nicht, wenn ihr „nur“ Filterkaffee auf Menge trinkt. Glaubt mir, der Unterschied ist enorm.

Für Fragen, Anregungen und eine hitzige Debatte dazu, ob ich meine Melitta-Liebe nicht ein bisschen übertreibe, stehen euch wie immer die Kommentare zur Verfügung.

1 Kommentar
  • Peter Apel
    7 Dezember, 2017

    Frage: was meinen Sie mit „den Papierfilter ausspülen?“

Ich freue mich über deinen Kommentar

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