Der WMF BUENO Wasserkocher im Test

Der WMF BUENO Wasserkocher im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 5. Februar 2017 von 2

Letztes Update: 05.02.2017: Wenn ihr meinen ausführlichen Artikel zum großen Wasserkocher Test 2017 gelesen habt, wisst ihr, dass es drei sinnvolle Materialkategorien für Wasserkocher gibt. Und ihr wisst auch, warum ich mir die Mühe, neun Wasserkocher zu testen, überhaupt mache.

Selbst ich mit meinem eher minimalen physikalischen Verständnis bin im Vorfeld davon ausgegangen, dass Wasserkocher aus Edelstahl aufgrund der hohen Leitfähigkeit eigentlich Testsieger in Sachen Kochgeschwindigkeit und Wassertemperatur sein müssten.

Exzellenten technischen Werte
WMF BUENO Wasserkocher

Der beste Wasserkocher aus Edelstahl im Test.

Der WMF BUENO Wasserkocher hat diese Annahme bestätigt – und unterscheidet sich in wichtigen Kleinigkeiten wohltuend von so mancher Konkurrenz. Allerdings hat diese Leistungsfähigkeit auch ihren Preis – und damit meine ich nicht das Geld.

Außerdem habe ich mich bei manchen Eigenschaften gefragt: „Wer baut sowas?!“ Als direkten Konkurrenten zum Bueno habe ich übrigens den Severin WK 3364 unter die Lupe genommen.

Hier könnt ihr den WMF BUENO Wasserkocher auf www.amazon.de kaufen.

So habe ich getestet

Bei einem Kaffeevollautomaten oder anderen komplexen Geräten für die Kaffeezubereitung ist es ziemlich leicht, Gerät A und Gerät B auseinanderzuhalten und einzuordnen. Bei einem Wasserkocher ist das ein wenig schwieriger, schließlich machen alle exakt den gleichen Job.

Und gekochtes Wasser hat idealerweise weder einen Geschmack noch hat es sich im Kochprozess groß verändert. Darum habe ich mir für den Wasserkocher Test 2017 den Laborkittel angezogen und ein Küchenthermometer von Habor sowie ein Arendo Stromzählergerät zu Hilfe genommen:

  • Jeder Kocher wurde mit genau 1 Liter Wasser aus dem Hahn (Temperatur: 19 Grad Celsius) befüllt.
  • Mit der Stoppuhr habe ich die Kochzeit festgehalten.
  • Die Leistung und den Stromverbrauch habe ich mit dem Stromzähler gemessen.
  • Zusätzlich habe ich die Wassertemperatur direkt nach dem Kochen und nach einer Minute Standzeit mit offenem Deckel überprüft.

So habe ich für alle Kocher die gleichen Ausgangsbedingungen geschaffen und geschaut, welches Gerät sich für Kaffee aus der French Press oder andere manuelle Zubereitungsmethoden am besten eignet. Denn wer will schon ewig warten, bis das Wasser die optimale Temperatur erreicht?

Der erste Eindruck

WMF ist uns sicher allen ein Begriff als Hersteller manchmal ziemlich teurer Haushaltswaren, bei denen nicht jedes Stück sinnvoll ist (Melonenbällchenmacher, also bitte!) Allerdings denke ich, dass viele von uns WMF auch mit Qualität assoziieren.

WMF Kocher mit der Verpackung

Rein äußerlich kann der WMF BUENO Wasserkocher diese Assoziation bestätigen. Der gesamte Korpus besteht aus poliertem Edelstahl, was schon einmal auf richtig viel Wumms beim Wasserkochen hindeutet.

Der Decke und der Griff bestehen aus Kunststoff, doch sieht es so aus, als ob das Wasser mit dem Plastik, wenn überhaupt, nur minimal in Berührung kommen sollte. Warum ich dabei Bedenken habe, lest ihr im Ratgeber zum Wasserkocher Test.

Das Gewicht des Bueno ist ordentlich, aber nicht zu schwer und die gut geformte, ausgedehnte Tülle mit Kalkfilter ist mir sofort ins Auge gefallen. Und weil wir schon am Loben sind, sollte ich gleich noch den exzellenten 360 Grad-Sockel erwähnen, der viel schwerer ist als bei vielen Gerät-Kollegen.

Platform

Würde ich den Wasserkocher Test allerdings nur auf das Design und das Handling beschränken, wäre der WMF Wasserkocher mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Denn hier kommt alles zusammen, was ich an dämlichem Produktdesign hasse:

  • Die Füllskala reicht von 0,75 Liter (statt der üblichen 0,5 Liter) bis zu max. 1,7 Liter.
  • Die Füllskala ist etwas detaillierter als bei anderen Kochern.
  • ABER: Sie befindet sich unter dem Griff und wird durch ein Rohr im Inneren des Kochers gespeist, das sich jedem intensiven Putzversuch ordentlich in den Weg stellen dürfte.
  • Der Deckel muss von Hand geöffnet und geschlossen werden und ist dabei auch noch ziemlich widerspenstig.

Die umständliche Füllskala erklärt sich durch die geschlossene Edelstahloberfläche, die bei allen Kochern dieser Kategorie vorherrscht. Anders würden sie nicht funktionieren. Jedoch hat der Severin WK 3364 das im Gegensatz zum Bueno ganz clever gelöst und die Füllskala im Inneren aufgestanzt.

Die Skala

Beim Bueno jedenfalls ist das Abmessen unfassbar nervig und umständlich. Eine Skala im Inneren hätte aber nichts genützt, weil die Öffnung so mini ist, dass im Bauch kaum Platz zum Gucken bleibt.

Mit aktuell rund 40 Euro bei Amazon liegt der WMF Wasserkocher gut im Mittelfeld und kostet genauso etwa genauso viel wie der Arendo Wasserkocher aus Glas (hier mein Testbericht) und andere „bessere“ Geräte.

In der Amazon Bestsellerliste für Wasserkocher liegt er momentan auf Platz 4, direkt hinter dem Severin-Kollegen. Ginge ich nur vom ersten Eindruck aus, wäre diese Reihenfolge gerechtfertigt. Der Bueno ist übrigens der teuerste Wasserkocher in den Top 10 ohne Einstellfunktion.

Fassen wir mein Gemeckere zum WMF Bueno Wasserkocher sowie die positiven Aspekte zusammen:

Das gefällt mir auf den ersten Blick

  • 360 Grad Sockel.
  • gutes Gewicht.
  • gute Verarbeitung.
  • standstabil.
  • guter Sockel.
  • gut geformter Ausgießer Edelstahl.
  • wenig Kunststoff.
  • großer, feinporiger Kalkfilter, der über dem gesamten Ausgießer sitzt.
  • flaches Heizelement.
  • feinteiligere Füllskala.

Das gefällt mir weniger auf den ersten Blick

  • größere Mindestfüllmenge.
  • Füllskala unter dem Griff.
  • Keine Einhand-Bedienung möglich.
  • Deckel sehr schwierig zu öffnen.
  • Rohr im Inneren für Wasserstandsanzeiger verhindert einfaches Reinigen.
  • sehr kleine Öffnung.

Im direkten Vergleich mit dem Severin WK 3364 hätte der WMF BUENO Wasserkocher an dieser Stelle einpacken können. Doch dann habe ich ihn eingeschaltet.

Ein Schalter

Der WMF BUENO Wasserkocher im Einsatz

Als Metall ist Edelstahl von Hause aus ein hervorragender Wärmeleiter. Und das wollen sich Wasserkocher aus Edelstahl zunutze machen. Theoretisch müssten sie also weniger Zeit und Energie brauchen als Wasserkocher aus Glas oder gar Kunststoff.

Außerdem ist guter Edelstahl überaus neutral und auch der WMF BUENO verbreitet beim Kochen kaum einen Neugeräte-Geruch. Dennoch solltet ihr ihn auf jeden Fall mehrfach zum Kochen bringen und das Wasser wegschütten.

wmf_bueno_wasserkocher

Wenn ihr Kippschalter umlegt, zeigt euch eine blaue Kontrollleuchte an, dass es losgeht.
Die bräuchtet ihr aber gar nicht, denn der Bueno ist ziemlich laut – was ich nur deshalb erwähne, weil die anderen Geräte kaum nennenswerte Geräusche gemacht haben, egal aus welchem Material.

Öffnung

Sein wahres Können offenbart der WMF Wasserkocher erst, wenn wir uns die technischen Werte genauer anschauen:

  • Laut Hersteller müsste er 2.400 Watt hinlegen, tatsächlich sind es aber wieder nur um die 2.260 Watt.
  • Direkt nach dem Kochen beträgt die Wassertemperatur 100.02 Grad Celsius. Damit ist der Bueno im Test eine echte Ausnahme.
  • Nach einer Minute sind es Handfilter-freundliche 94,6 Grad Celsius.
  • Für das Kochen hat der Bueno wirklich nur 2.51 Minuten gebraucht.
  • Dabei hat er 0,104 kWh benötigt.

(Die Werte aller getesteten Geräte findet ihr im Vergleich im Ratgeber-Text: Wasserkocher Test)

Auch wenn die Nennleistung mal wieder Wunschdenken ist, so kann mich der Bueno mit seiner sehr kurzen Kochzeit, der Punktlandung bei der Wassertemperatur und dem niedrigen Verbrauch doch überzeugen – und schlägt hier den Severin um Längen.

Der Deckel

Das Ganze hat nur einen Haken: Wo Kunststoff und Glas höchsten warm werden, heizt sich der Edelstahl-Bueno auch außen unheimlich auf und wird heiß mit einer deutlichen Verbrennungsgefahr!

Dies und die Tatsache, dass der Bueno trotz kleiner Öffnung bereits nach einer Minute so stark runterkühlt, zeigt mir, dass er praktisch keine Isolierung besitzt. Dafür müsstet ihr auf Zusätze wie „Cool Touch“ oder ähnliches in der Produktbeschreibung achten.

Zwar ist ein gut schließender Deckel ein Pluspunkt für die Sicherheit, aber will ich den noch heißen Kocher aus irgendeinem Grund (zum Beispiel zum Runterkühlen des Wassers) aufmachen, ist das beim Bueno ebenfalls mit Gefahren verbunden.

Schauen wir uns die Fakten im Überblick an:

  • sehr gute technische Werte bei Kochzeit und -temperatur.
  • Selbstabschaltung.
  • gut sichtbare Kontrollleuchte.
  • Das Wasser wird wirklich heiß.
  • kaum Geruchsentwicklung.
  • guter Temperaturabfall für schnellen Wassergebrauch.
  • sehr gutes Ausgießen.
  • Nennleistung entspricht nicht der tatsächlichen Leistung
  • Verbrennungsgefahr!
  • Deckel widerspenstig – ebenfalls Verletzungsgefahr!

Die Geräuschkulisse lasse ich hier außen vor, weil mich das bei einem Wasserkocher nicht weiter stört. Die bemerkenswert guten Werte sind letztendlich der ausschlaggebende Punkt, warum der WMF BUENO gegenüber dem Severin gewinnt.

Die Reinigung

Leider sieht man bei einer Edelstahloberfläche jeden kleinen Fingerabdruck. Also müsst ihr den WMF BUENO zumindest von außen öfter polieren. Wollt ihr Kalkrückständen im Inneren zuvorkommen, wird das aber zum aufwendigen Puzzlespiel:

Das dämliche Rohr zu putzen ist fast unmöglich und auch die schmale Öffnung macht es nicht gerade leicht, hier ordentlich zu Werke zu gehen. Außerdem solltet ihr IMMER warten, bis der Kocher vollständig abgekühlt ist, sonst verbrennt ihr euch wirklich.

Mein Testfazit: Was taugt der WMF BUENO Wasserkocher?

Das Krönchen als Testsieger in der Kategorie Wasserkocher aus Edelstahl für den WMF BUENO Wasserkocher vergebe ich nur mit vielen Wenns und Abers. Erstes Wenn: Diese Einordnung stimmt nur, wenn wir uns den BUENO im Vergleich zum Severin angucken.

Wie gut gießt er aus?

Im gesamten Wasserkocher Test kann sich der WMF Bueno nur aufgrund seiner exzellenten technischen Werte behaupten, die aber auch wieder vom Wattzahl-Schummeln eingeschränkt werden.

Wirklich negativ find ich erstens das etwas unglückliche Design und die Handhabung, zweitens die Verbrennungsgefahr. Doch die ist bei fast allen Wasserkochern aus Edelstahl ohne zusätzliche Isolierung gegeben.

Exzellenten technischen Werte
WMF BUENO Wasserkocher

Der beste Wasserkocher aus Edelstahl im Test.

Wenn ihr also kleine Kinder oder Haustiere habt oder zu den Grobmotorikern gehört, rate ich euch dringend von einem Edelstahlkocher ohne Isolierung ab. Glas ist hier die bessere Wahl!

Wenn es euch auf schnell heißes Wasser ankommt, ist der WMF BUENO jedoch eine recht gute Entscheidung und besser als der günstigere Severin. WMF BUENO Wasserkocher auf www.amazon.de kaufen.

Habt ihr etwas einzuwenden, zu ergänzen oder zu bestätigen? Und welcher Wasserkocher steht bei euch in der Küche? Verratet es mir gern in einem Kommentar!

2 Kommentare
  • Bernd
    10 März, 2017

    hallo, schöne site zur Information von Kaffee.
    Seit ca. 7 sieben Jahren nutze ich den Petra WK 95 zum Wasser kochen. Das Teil saugt glatte 3.000 Watt aus dem Strom und mir ist anfangs sogar mal die Haussicherung raus gesprungen. jetzt seit Jahren schon lange nicht mehr.
    Das Wasser heiß kochen geht sehr schnell. Handhabung bin ich zufrieden. Erinnern tut mich das Aussehen ein bisschen an den WMF BUENO.
    Beim Petra fällt noch auf, dass er einen beleuchteten Ein /Ausschalter besitzt zur Kontrolle.
    – – –
    Da es hier oft um elektrische Kaffeemaschinen und Wasserkocher geht, möchte ich einen Hinweis geben, der nicht ohne Bedeutung sein könnte.
    aufmerksam bin ich über einen TV Beitrag dieser Tage geworden. Um die Belastbarkeit von Mehrfachstromleisten.
    Oft sind elektrische Geräte angeschlossen im Haushalt, in der Küche an sog. Mehrfachsteckleisten, weil es einfach nicht genug Steckdosen gibt. Wer achtet schon dabei auf die Belastbarkeit dieser Dosen. Wenn man bereits nur zwei Geräte einschaltet, kann das die Belastbarkeit der Mehrfachleiste enorm beanspruchen. Wie alt sind solche Dosen teilweise im Haushalt, wo werden sie gelagert um Hitzestau zu vermeiden. Oftmals werden sie einmal im Leben angeschafft und man vergisst sie regelrecht. Egal ob sie dann schon dreißig Jahre alt sind, das Plastik evtl sogar schon porös wird und sich auflöst. Beliebtes Unterbringsel von diesen Mehrfachleisten sind im Schlafzimmer das Bett, damit werden sie dann wohl vollends vergessen.
    Vielleicht ist sogar auch schon einmal beim eingießen in die Kaffeekanne die Stromleiste mit Wasser in Berührung gekommen und es ist glücklicherweise dabei nichts passiert?
    Kennt jemand das „schmoren“ von Wasser in einer Steckdose? Es knispert und knuspert. Sollte dies schon einmal geschehen sein: Mehrfachleiste unbedingt vom Strom und ab in den Müll und eine neue sichere Stromleiste kaufen. Die beste Chance dabei gleich mit Qualität kaufen
    Auch hier gilt wieder und insbesondere: Qualität kostet, billiger Ramsch aus dem Billigheimer Laden kann im schlimmsten Fall sogar zu einem unvorhersehbaren Schaden kommen, den die Verursacher niemals wieder zurück zahlen könnten. Leider bieten selbst Elektromärkte diese Billigst Stromleisten für ein paar Euro an, um dann „schweres Gerät“ an solche Leisten zu verbinden.
    Hier der dazugehörige Beitrag:
    Quelle: http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/brandrisiko-mehrfachsteckdose-100.html

  • Kaffeepflücker
    9 Juni, 2017

    100,02°C, du wohnst scheinbar Meereshöhe 😉

Ich freue mich über deinen Kommentar

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