Was ist Instantkaffee? Löslicher Kaffee unter der Lupe

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

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Gefriergetrocknetes Kaffee-Granulat, einfach mit heißem Wasser aufgegossen – das soll Kaffee sein?! Frage ich Convenience-Fans, ist Instantkaffee der Gipfel der einfachen Zubereitung… und von echtem Kaffee kaum zu unterscheiden.

Gefriergetrocknetes Kaffee-Granulat, einfach mit heißem Wasser aufgegossen – das soll Kaffee sein?! Frage ich Convenience-Fans, ist Instantkaffee der Gipfel der einfachen Zubereitung… und von echtem Kaffee kaum zu unterscheiden.

Fragt ihr mich, ist löslicher Kaffee höchstens Secondhand-Kaffeepulver in einer Verarbeitungsstufe, die es einfach nicht braucht. Denn wenn eine Röstung erst gekocht, dann getrocknet und wieder gekocht wird, ergibt das … ja, was eigentlich? Schauen wir uns die Sache mal genauer an.

Wasserlöslich in der Tasse: Was ist Instant-Kaffee? 

Löslicher Kaffee, Instantkaffee, Schnellkaffee oder auch Krümelkaffee entsteht durch die Gefriertrocknung von „Kaffeeextrakt“. Das ist ein schöner Schwurbelbegriff für eine eigentlich simple Sache:

Für die Produktion von Fertig-Kaffee werden Bohnen erst geröstet, dann gemahlen und danach mit heißem Wasser „extrahiert“. Wir reden also tatsächlich einfach von Kaffee kochen bzw. von gekochtem Pulverkaffee – ohne Filter oder Kaffeemaschine.

Damit das Ganze löslich wird, muss es aber anschließend in die Trocknung. Dabei wird sämtliches Wasser aus dem Extrakt entfernt, sodass ein Granulat entsteht, dem ihr anschließend zu Hause wieder Wasser hinzufügen könnt.

Die Idee zu dehydriertem Instantkaffee stammt von Alphonse Allais und wurde schon 1881 entwickelt. Heute dominiert Nestlé den Markt, Nescafé Instant-Kaffeepulver ist zum Synonym für die ganze Pulver-Sparte geworden.

Herstellung von Instantkaffee & Inhaltsstoffe: Was macht löslichen Kaffee aus?

Ich bin bestimmt nicht der einzige, der bisher dachte, dass es für Instant-Kaffee irgendeine Form von Chemie braucht. Extraktionsmittel, zum Beispiel. Oder eine spezielle Chemie-Röstung. Ehrlich gesagt, ich dachte sogar, dass hier nicht einmal Arabica in die Tasse kommt.

Der „Trick“ besteht jedoch ausschließlich in der Trocknung, die mit Kälte oder Hitze erfolgen darf. In keinem Schritt der Herstellung darf Chemie zum Einsatz kommen. So will es das „Reinheitsgebot“ der deutschen Kaffeeverordnung

Um vom Kaffeekonzentrat zum Umrühren-Getränk zu kommen, gibt es in der Industrie zwei grundlegende Verfahren:

  1. Das Extrakt aus Kaffeebohnen wird mit Sauerstoff vermischt und dabei aufgeschäumt. Dieser Schaum wird durch Kühlung zu einer cremigen Masse, die anschließend schockgefrostet und granuliert wird. 

  2. Der Hersteller setzt auf die Sprühtrocknung, indem das Kaffeegranulat mit heißer Luft „besprüht“ wird. Der Kaffee wird also geföhnt. 

Das erste Verfahren ist Grundlage für typischen Nescafé, das zweite Verfahren ergibt feines Kaffeemehl, welches zusammen mit Zucker, Molkepulver usw. zu Instant-Espresso, Frappé-Pulver, Cappuccino-Pulver usw. verarbeitet wird. 

Solche Espressopulver sind meiner Meinung ein Thema für sich. Jetzt ist erst einmal wichtig, dass „echtes“ gefriergetrocknetes Kaffeeextrakt ein hochreines Produkt ist. Das hat mich echt überrascht – es unterscheidet sich prinzipiell nicht von einer klassischen Arabica-Röstung. Außer in Sachen Zubereitung, Kalorien, Qualität, Aromen, Nachhaltigkeit, Transparenz der Kaffeebohnen

Wie lange ist Instantkaffee haltbar & ist er gesund?

Arne haelt Instantkaffee

Die lange Haltbarkeit von Krümelkaffee ist für seine Fans ein großer Vorteil. Ein Glas oder eine Tüte kann bei trockener Lagerung offiziell bis zu 18 Monate verwendet werden, inoffiziell aber auch weit darüber hinaus. Habe ich mir sagen lassen.

Solange das Kaffee-Extrakt nicht nass, also nicht wieder rehydriert wird, sehe ich keinen Grund, warum Instantkaffees nicht auch Jahre später noch ihren Job erledigen.

Wie genau dieser Job im Körper aussieht, ist nicht so einfach zu beantworten. Denn die Wissenschaft hat sich (bisher) noch nicht so recht mit der Gesundheit von löslichem Kaffee auseinandergesetzt. Das können wir auf zwei Arten interpretieren:

  1. Dehydrierte Kaffeebohnen-Extrakte sind wirtschaftlich nicht so interessant, dass es wissenschaftliche Untersuchungen bräuchte.

  2. Instantkaffee ist tatsächlich so nah an normalem Kaffee, dass die Ergebnisse in Sachen Koffeingehalt oder der Magenschonend-Frage dieselben sind.

In meinen Recherchen zum Kaffee-Gesundheits-Komplex spielt die lösliche Version jedenfalls nur dann eine Hauptrolle, wenn es um bessere Verfahren zur Extraktion geht. Zur Verwendung und Zubereitung existieren keine Einzelpapers.

Lediglich bei Instant-Cappuccino und ähnlichen Fertigkaffees in Pulverform brauche ich keine Wissenschaft, um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen: Diese Getränke sind im Grunde volle Tassen Zucker und Fett. Kaffee ist hier nur in einer geringen Menge enthalten.

Instant-Kaffee vs Espresso & Filterkaffee: Wie steht es um die Qualität?

Kommen wir zum eigentlichen Problem, das löslicher Kaffee repräsentiert. Wir müssen davon ausgehen, dass die Bohnen dafür weder von anständig bezahlten Kaffeebauern stammen noch das Beste repräsentieren, was Arabica hervorbringen kann.

Bei Filterkaffee und Espresso beobachte ich ein Umdenken, ihr macht euch über den Geschmack von Kaffee genauso Gedanken wie über die Ernte oder den Handelsweg. Bei Instant geht es nur darum, möglichst schnell und möglichst billig zu irgendeinem Kaffee zu kommen.

Fertiger Espresso

Dazu gehört auch, dass auf einem Instant-Glas noch weniger Informationen zur Nachhaltigkeit oder dem Anbau stehen als auf dem typischen Industrie-Kaffeeklotz. Ob der nun als ganze Bohne oder gemahlen angeboten wird.

Die Hersteller ruhen sich auf der Reinheits-Richtlinie aus und betonen die Bequemlichkeit in der Kaffeetasse. Das ist auch okay, nur sollten wir uns keine Illusionen machen:

Während echte Kaffeebohnen als Naturprodukt auch geschmacklich ein Eigenleben führen, schmeckt jede Tasse Instant-Kaffee stets verdächtig identisch, immer nur nach Koffein-Zufuhr und komplett seelenlos.

Ähnlich wie beim Verhältnis von einer Tiefkühlpizza zu einer schnellen, selbst gekochten Mahlzeit stelle ich auch das Bequemlichkeitsversprechen infrage:

Zwar braucht ihr für richtigen Kaffee meist Equipment. Aber selbst die einfachste Kaffeemaschine bereitet euer Getränk ohne Aufwand zu – und holt dreimal mehr Geschmack aus guten Bohnen, die ihr zudem in immer neuen Varianten kaufen und ausprobieren könnt.

Zudem fallen bei echtem Kaffee zwei ressourcen- und preisintensive Produktionsschritte weg – hier muss nix extrahiert oder getrocknet werden. Hört die Wertschöpfungskette spätestens beim Mahlen und Verpacken auf, ist das zwar keine Garantie für höherwertige Rohstoffe, aber die Kosten-Nutzen-Rechnung fällt in jedem Fall besser aus.

Kaffee-Rezepte mit Instantkaffee zubereiten

Trotz aller Meckerei ist Instant-Kaffee kulturell so breit verankert, dass er es inzwischen zur Grundlage für ziemlich berühmte Kaffee-Rezepte gebracht hat: Frappé aus Griechenland und Dalgona aus Südkorea sind gleichzeitig Tradition und Trend.

Dalgona Kaffee aus Suedkorea

Generell wird Instant-Kaffee hierfür stets mit Milch, Eis und ähnlichen Dingen gemixt, aufgeschlagen und verschnitten. 

Für vollen Geschmack dreht ihr löslichem Kaffee aber den Rücken zu und nehmt zum Beispiel Cold Brew, kalte Getränke aus Vollautomaten wie dem DeLonghi Eletta Explore und Zutaten, die nicht als Pulver vorliegen oder aus Kaffeekapseln stammen.

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Der Instantkaffee-Kompromiss: Notlösung, aber nix für wahre Kaffeetrinker

Wie lange dauert es, eine Tasse guten Kaffee oder Espresso zu kochen? Höchstens ein paar Minuten. Setzt ihr auf Instant-Kaffee, spart ihr kaum mehr Zeit, opfert aber Aroma und helft der Industrie, mit Mist noch reicher zu werden.

Kaffeezubereitung muss zwar nicht kompliziert sein, aber immer noch nah am Kaffee sein. Allerdings gebe ich zu, dass ich löslichen Kaffee als Notreserve oder beim Camping akzeptieren kann.

Was steht ihr zu Instantkaffee? Schmeckt er euch? Ich freue mich auf eure Kommentare.

FAQ zu Instantkaffee

Instant-Kaffee ist getrockneter, bereits gekochter Kaffee, der durch heißes Wasser wieder zu flüssigem Kaffee wird. Kaffee ist einfach geröstetes Kaffeepulver, das erst durch heißes Wasser extrahiert wird.

Zwar hat Instantkaffee geschmacklich wenig mit Filterkaffee zu tun, doch auch er besteht aus echten Kaffeebohnen. Im Herstellungsprozess dürfen keine Zusatzstoffe verwendet werden, das Granulat wird nur getrocknet.

Da Instant-Kaffeepulver nur aus Kaffeebohnen ohne zusätzliche chemische Bestandteile besteht, ist löslicher Kaffee genauso gesund oder ungesund wie alle anderen Sorten echten Kaffees. Auch der Gehalt an Koffein hat grundsätzlich nichts mit der Herstellung zu tun.

Aktualisiert: 30. Mai 2024
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