„Richtig“ Kaffee kochen 2021: Ein Überblick für Einsteiger

Was bitte soll so kompliziert daran sein, Kaffee zu kochen?

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Was bitte soll so kompliziert daran sein, Kaffee zu kochen?

Eigentlich nichts. Und dann wieder alles.

Das beginnt schon bei der Frage, ob Kaffee mit Filterkaffee gleichzusetzen ist, oder ob (und wann) ein Espresso auch dazu gehört. Es endet bei der Frage nach dem Geschmack einer bestimmten Zubereitungsart.

Und dazwischen gibt es auch noch Fragen wie „Wieviel Gramm pro Tasse?“ oder „Was schmeckt besser: Porzellan- oder Papierfilter?“

Als ich mir diese Fragen durch den Kopf gehen ließ, ist mir aufgefallen, dass ich in meinen Ratgebern bisher den ersten Schritt vor dem zweiten mache:

Die Zubereitungsmethode ist egal, solange die Kaffeebohnen frisch sind, frisch gemahlen werden und alle generellen Zubereitungsparameter mit Sorgfalt umgesetzt werden.

Praktisch jede Kaffeemaschine kann mit guten, frisch gemahlenen Kaffeebohnen auch guten Kaffee machen. Für Extrasorgfalt und einen Geschmack (fast) wie aus dem Handfilter empfehlen wir den Klassiker Moccamaster oder die Beem Basic Selection Pour Over.

Ein Kaffeelöffel oder Kaffeelot fasst rund 7 Gramm Kaffeepulver – die empfohlene Menge für etwa 120 Milliliter Filterkaffee.

Nach der Faustregel kommt ein (Ess-) Löffel Kaffee auf rund 120 Milliliter Wasser. Allerdings ist diese Methode sehr ungenau. Eine Kaffeewaage bietet genauere Ergebnisse.

Viele Anfänger benötigen erstmal Orientierung, um ihren Favoriten unter den Zubereitungsmethoden zu finden. Fragen zum „perfekten“ Wasser oder der Dosierung pro Tasse kommen erst viel später.

Darum habe ich das Thema „Schwarzer Kaffee“ nochmal anders aufgerissen. In dieser Anleitung zeige ich euch im Überblick, wie ihr Kaffee kochen könnt und was ihr bei einer bestimmten Zubereitungsmethode erhaltet.

Ich gebe Tipps, wie ihr Kaffee mit und ohne Strom kochen könnt – egal wo ihr gerade seid. Wir klären, warum manche Zubereitungsarten beliebter sind als andere und finden heraus, welche Version von Kaffeemaschine zu euch passt.

Am Ende sollt ihr wenigstens zwei Dinge mitnehmen:

  1. Bei der Auswahl eurer liebsten Methode gibt es kein richtig oder falsch, keine beste oder schlechteste Variante.
  2. Was wirklich zählt, sind hochwertige Bohnen, die immer frisch gemahlen werden. Selbst wenn ihr nur einen Esslöffel Pulver mit Wasser übergießen wollt.
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Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

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Kaffee kochen: Was ist gemeint?

Jede Form der Kaffeezubereitung – ob von Hand oder per Maschine – beruht auf einem identischen Prinzip: Heißes (nicht mehr kochendes!) Wasser trifft auf Kaffeepulver. Dabei lösen sich Stoffe und Aromen, die als Kaffee in der Tasse landen.

Aus dieser Perspektive ist es vollkommener Quatsch, eine Grenze zwischen Filterkaffee und Espresso zu ziehen. Wäre es jedoch so einfach, bräuchten wir diese Anleitung nicht. 

Beem Pour Over Kaffeepulver in Filter

Denn es kommt eben nicht nur darauf an, dass heißes Wasser auf Kaffeepulver trifft. Viel wichtiger ist, in welcher Form und für wie lange sich Wasser und Kaffeemehl treffen. Drei Faktoren lassen sich aus dieser Bedingung für die Kaffeezubereitung ableiten:

  • Medium (mit Filter oder Direktkontakt)
  • Druck (Über-, Unter- oder Normaldruck)
  • Kontaktzeit (Durchlaufzeit oder Zubereitungszeit)

Diese drei Punkte haben direkte Auswirkung auf die Wahl der Kaffeesorten bzw. auf die Röstungen sowie auf die optimale Temperatur, das Verhältnis von Pulver und Wassermenge, die Körnung des Kaffeepulvers usw.

Wer anständig Kaffee machen will, muss alle diese Grundbedingungen oder Parameter immer beachten. Ob er nun schnell eine Filterkaffeemaschine bestücken will oder sich stundenlang mit dem Keramikfilter oder Siebträger auseinandersetzt.

Früher galt die Losung, dass manuelle Methoden zumindest bei Filterkaffee den Maschinen überlegen sind. Wir werden sehen, dass das immer weniger stimmt. Auch werden wir sehen, dass der scheinbare Gegensatz zwischen der Zubereitung mit Filter und mit Druck ebenfalls nicht vollständig stimmt.

Ist es also am Ende vollkommen egal, über welche Methode wir unser Kaffeepulver und das heiße Wasser zusammenbringen?

Genau genommen ja.

Kaffee kochen mit Handfilter: Die Filtertüte erholt sich vom Hype

Wenn ich „Handfilter“ sage, meine ich reflexartig eine Filtertüte aus Papier. Genau wie die meisten Fans dieser manuellen Zubereitungsmethode. Dabei fällt schnell unter den Tisch, dass es auch Filter aus Porzellan, Metall oder Stoff gibt.

Bonavita BV382510V mit Kaffeefilter

Papierfilter sind jedoch sehr fein. Sie halten starke Bitterstoffe zurück und bringen bei der Kaffeezubereitung auch sehr florale, spritzige oder obstige Noten in die Tasse.

Diese Fähigkeit hat den Handaufguss in einer Filtertüte zu der Zubereitungsmethode des Kaffee-Hypes gemacht. Das Wort Filterkaffee wurde mit der Rückkehr zum manuellen Aufbrühen völlig neu definiert. Und nahm dabei teilweise abenteuerliche Züge an.

Das Barista-Gehampel am Handfilter soll allerdings nicht nur den Preis von Filterkaffee in der hippen „Brew Bar“ rechtfertigen. 

Es braucht tatsächlich viel Sorgfalt und ein exaktes Verhältnis zwischen Kaffeemenge, Zeit und Wasser (Brew Ratio), um gerade aus hellen Röstungen alle entscheidenden Aromen herauszukitzeln. Diese Zeit kann und will sich nicht jeder nehmen – schon gar nicht, wenn es gilt, mehr als eine Tasse Kaffee zu kochen.

Aber sobald ihr die Zubereitung einmal verstanden habt, entfaltet derart zubereiteter Filterkaffee eine unglaubliche Feinheit und Aromenvielfalt, die wir früher, als die Filterkaffeemaschine die einzig verfügbare Filter-Form schien, gar nicht gekannt haben.

Der Handfilter

  • Günstiges bis sehr günstiges Equipment
  • Enorme Aromenvielfalt
  • Sehr gut für hellere bis mittlere Röstungen („Filterröstungen“)
  • Kaffeezubereitung als meditative Entschleunigung
  • Braucht Wissen, Geduld und Sorgfalt
  • Relativ fehleranfällig (Mahlgrad, Dosierung, Wassermenge, Methode)

Im Hype um die Filtertüte gehen Alternativen wie Filterkaffee aus der Karlsbader Kanne schnell unter. Ihr Porzellanfilter ist wesentlich gröber und bringt eine ganz andere Kaffee-Stilistik hervor. Stofffilter sind eine umweltfreundlichere Dauerlösung. Doch geschmacklich geht nichts über Papierfilter – zumindest bilde ich mir das sein.

Da der Handfilter meine Lieblingsmethode ist, habe ich dazu bereits viele Ratgeber und Videos verfasst. Hier eine kleine Auswahl:

Kaffee kochen mit der French Press: Der rüpelige Bruder von Filterkaffee?

Theoretisch ist Kaffee aus der French Press bzw. Stempelkanne ebenfalls eine Art Filterkaffee. Hier gibt es schließlich feinmaschige Metallsiebe, die das Kaffeepulver nach der Zubereitung auf den Boden drücken.

French Press Arne Fertiger Laffee Einschenken

Doch genau das ist der Knackpunkt: Anders als beim Handfilter oder in der Filterkaffeemaschine geschieht die „Filterung“ erst nach der eigentlichen Zubereitung. 

Die French Press ist eine sogenannte „Full Immersion-Methode“, bei der das gesamte Kaffeepulver während der gesamten Zubereitungszeit mit Wasser in Kontakt ist. Der Kaffee wird gröber gemahlen, um diesen ständigen, intensiven Kontakt auszubalancieren.

Direkter als in der French Press könnt ihr kaum Kaffee kochen. Günstiger und einfacher geht es fast ebenfalls nicht. 

Anleitung: So geht French Press Kaffee

Die Anleitung für diesen nahen Verwandten von Filterkaffee besteht im Grunde nur aus fünf Mini-Schritten:

  1. Kaffeebohnen mahlen, 
  2. Etwa 7 Gramm Kaffeepulver pro Tasse (halbwegs) genau dosieren, 
  3. Wasser bis knapp unter den Rand aufgießen, 
  4. Insgesamt rund 3 bis 4 Minuten warten, 
  5. Den Siebstempel langsam und gleichmäßig herunterdrücken.

Weil es so einfach ist, findet sich eine Bodum oder irgendeine andere French Press in praktisch jedem Haushalt.

Der Geschmack ist sehr kräftig, schlägt aber auch schnell ins Bittere oder zu Starke um. Superfeine Aromen wie beim Filterkaffee haben es hier sehr schwer. Vor allem, wenn ihr einen Teelöffel zu viel in die Edelstahl- oder Glaskanne gebt oder kochendes statt optimal temperiertes Wasser um die 96 Grad verwendet.

Doch das sind eher Feinheiten. Auf den Milliliter genau müsst ihr hier nicht dosieren, die klassische Löffel-Methode (einer pro Tasse) führt mit etwas Übung ebenfalls zum Ziel. Nur der Mahlgrad sollte halbwegs stimmen und gröber als beim Handfilter sein (ca. 5 bis 6 von 10).

Dabei geht es nicht nur um den Geschmack, sondern auch darum, dass ihr sonst schnell Kaffeesatz zwischen den Zähnen habt.

Die Kannen gibt es in unzähligen Varianten und Preiskategorien, die weit unter zehn Euro beginnen. Tut euch den Gefallen und achtet auf Qualität. Ich habe neulich eine supergünstige French Press bei der ersten Anwendung gesprengt, als das heiße Wasser auf billiges Glas traf.

Die French Press

  • Günstiges bis sehr günstiges Equipment
  • Supereinfache Zubereitung mit hoher Fehlertoleranz
  • Keine Verbrauchsmaterialien wie Filtertüte etc. notwendig
  • Überall anwendbarer Vorgang (wenn heißes Wasser am Start ist)
  • Eher für dunklere und klassische Filterröstungen
  • Manchmal sehr rumpeliges Aroma
  • Kaffeesatz in Tasse und Mund

Ihr wollt einen Vergleich zwischen Filterkaffee und Stempel-Kaffee? Ich habe da was vorbereitet: „French Press oder Handfilter? Unterschiede im Geschmack“.

Kaffee kochen mit der Kaffeemaschine: Rückenwind für faule Qualitätsverliebte

Noch vor wenigen Jahren hätte mir jeder Barista-Kollege folgenden Doppelsatz um die Ohren gehauen und meinen Mitgliedsausweis zerschnippelt:

Filterkaffee aus der Kaffeemaschine schmeckt immer öfter genauso gut wie Filterkaffee aus dem Handfilter.

Wer beim Thema „Kaffeemaschine“ weiterhin an 20 Euro-Plastik-Geräte denkt, hat einen enormen Qualitätssprung verschlafen. Die Hersteller überschlagen sich im Wettrennen um Maschinen, die möglichst nah an die Feinheiten der Handfilterung herankommen. Und das gelingt!

Beem Basic Selection Pour Over Aufbruehen Gewicht

Die Moccamaster war in dieser Hinsicht schon immer spitze, Neuerungen wie die Beem Basic Selection Pour Over schicken die Neuausrichtung von maschinellem Filterkaffee in den Overdrive.

Dieser Lückenschluss hat einige unbestreitbare Vorteile: Ihr könnt (fast) perfekten Filterkaffee genießen, ohne dafür viel selbst zu tun. Wasser einfüllen, Bohnen frisch mahlen – das reicht schon!

Im Gegensatz zur Hand-Variante gibt es diesen Filterkaffee auch direkt kannenweise mit genauso wenig Aufwand. 

Wer einen solchen Anspruch an den automatischen Filter hat, muss allerdings bisher noch vergleichsweise viel Geld bezahlen. Eine Filterkaffeemaschine, die selbst einen Profi zufriedenstellt, gibt es erst ab deutlich über 100 Euro.

Das scheint dem Prinzip Filterkaffeemaschine ein wenig zuwiderzulaufen. Denn wenn wir es ganz genau nehmen, ist das größte Problem an dieser Maschinenwelt nicht die Maschine – sondern die Zutaten.

Es liegt in unserer „Erziehung“ als Kaffeetrinker-Nation, dass wir Filterkaffee aus der Maschine mit vorgemahlenen Supermarkt-Kaffee gleichsetzen, der teilweise günstiger ist als die Filtertüte.

Da bleibt nicht mehr viel Platz für Qualität, selbst die optimale Wassertemperatur oder eine exzellente Brühtechnik verbessern den Geschmack nicht. Denn er ist einfach nicht vorhanden. Darum gibt es inzwischen Kaffeemaschinen mit Mahlwerk

Melitta AromaFresh Kaffeemaschine mit Mahlwerk

So klug diese Idee ist – es hakt noch an der Ausführung. Die Melitta AromaFresh gehört zu den wenigen brauchbaren Geräten in dieser Kategorie.

Auf der anderen Seite beweisen die neuen Hochleistungsmodelle, dass die Filterkaffeemaschine spielend einfach vollmundigen, facettenreichen und herausragenden Kaffee zaubern kann. Selbst wenn es sich um sehr frische, helle und spritzige Röstungen handelt, die in der Plastikbude nur sauer geworden wären.

Die Filterkaffeemaschine

  • Geräte in allen Preisklassen
  • Viel (guter) Filterkaffee auf Knopfdruck
  • Wenig bis kein Wissen erforderlich
  • Hohe Innovationsfreude der Hersteller
  • Je nach Maschine für alle Filterröstungen
  • Verführt zum „Billigkauf“ aller Elemente (von Maschine bis Bohnen)
  • Wirklich gute Filterkaffeemaschinen kosten eine Menge Geld

Kaffee aus der AeroPress: Akuter Nerd-Alarm

Wir schleichen uns langsam auf Zehenspitzen in Richtung Kaffee kochen mit Druck, bleiben aber dennoch beim Medium Filter: Es gibt wirklich kein anderes Gerät, dass der AeroPress auch nur ansatzweise ähnelt.

Aeropress Stempel Druecken Arne

Denn hier benutzt ihr nicht nur einen Filter, sondern erzeugt per Hand Druck im sogenannten Presskolben. Dabei entsteht ein Getränk, das weder Filterkaffee noch Espresso ist. Diese Eigenständigkeit ist ein guter Grund, warum die AeroPress den Handfilter in Sachen Hype ein wenig abgelöst hat.

Weil ihr das Teil auf unterschiedlichste Arten zusammenbauen und zum Aufbrühen verwenden könnt, lädt euch die AeroPress zum Experimentieren und Ausprobieren verschiedener Kaffeebohnen ein.

Zwar braucht ihr dafür spezielles Werkzeug und müsst euch intensiver mit der Zubereitung beschäftigen. Dafür werdet ihr mit vielen Geschmacksnuancen belohnt, die selbst im manuellen Filterkaffee untergehen können. Das Getränk wird voller, bleibt aber in der Filter-Stilistik.

Gleichzeitig könnt ihr bei (helleren) Espressobohnen vorbeischauen, die als Filterkaffee kaum funktionieren.

Allerdings ist die AeroPress ein manuelles Tool für Einzelportionen und Minimalisten. Da sie aus Kunststoff besteht, ist sie eine gute Alternative für Kaffee auf Reisen. Ihr braucht nur noch heißes Wasser und Kaffee, versteht sich.

Preislich liegt diese Methode etwas über dem Handfilter, da ihr spezielles Filterpapier und den patentierten „Kolben“ braucht. Aber mit einem Preis von rund 40 Euro für das gesamte Set sprengt ihr nicht die Bank.

Die AeroPress

  • Genial-spezielle Zubereitungsmethode
  • Sehr eigenständiger Kaffee-Charakter
  • Günstiges Marken-Equipment
  • Top zum Kaffee kochen auf Reisen
  • Für alle Röstungen und Kaffeebohnen geeignet
  • Nur Einzelportionen
  • Verlangt ein wenig Übung

Wenn ihr sehen wollt, wie es ungefähr funktioniert, habe ich ein Video für euch: „AeroPress Anleitung | Ein einfaches Rezept von der Kaffeebohne bis zum Filter“. Und wenn ihr wollt, könnt ihr dafür auch meine Kaffeevollautomaten-Bohnen verwenden! Denn wir sind hier sehr nahe am Espresso, meine mittlere Röstung kann aber auch mit weniger Druck umgehen.

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Kaffee kochen mit dem Espressokocher: Nehmen wir es italienisch gelassen!

Der Espresso gilt als italienischer Kaffee schlechthin und kommt natürlich ausschließlich aus der Siebträgermaschine. Blöd nur, dass das niemand den Italienern gesagt hat!

Die stellen sich nämlich keine teure Maschine in die Küche. Sondern einen ordinären, oft superbilligen Espressokocher. Den kann man fast einfacher aufsetzen als einen Topf mit heißem Wasser. 

Espressokocher Arne Uebersicht

In dieser mehrteiligen Kanne jagt heißes Wasser von unten durch das Kaffeepulver. Ganz einfach, weil es sich beim Kochen ausdehnt. Dabei entsteht minimaler Druck, auch weil das Kaffeepulver in einem Sieb relativ dicht eingepackt ist.

Von 9 Bar Druck, wie sie für Espresso notwendig wären, sind wir jedoch weit entfernt. Genauso wie von dessen Eleganz. Doch Kaffee aus der Herdkanne ist mindestens genauso voll und kräftig – wenn nicht gar voller und kräftiger.

Der kompakte Schluck Kaffee aus der Herdkanne kommt nah genug an Espresso heran, lässt sich aber einfacher und günstiger zubereiten. Ähnlich wie bei der French Press müsst ihr nicht alle Parameter bis zum letzten Detail ausmessen, sondern könnt fast frei Schnauze arbeiten.

Ihr habt freie Wahl zwischen unzähligen Kannenvarianten in Milliliter- oder Liter-Größe, wobei ich mit der Bialetti Venus ein kompakteres Edelstahl-Modell für alle Herdarten empfehle. Klassische Espressokocher bestehen aus Aluminium.

Entsprechend der Stilistik nutzt ihr für die Herdkanne mittlere bis dunklere Röstungen mit Schoko-, Nuss- und Kakao-Akzenten. Achtet jedoch auf wenige Bitterstoffe und verzichtet auf Robusta-Bohnen. Auch hier könnt ihr meine Coffeeness-Bohnen ausprobieren!

Denn wir haben darauf geachtet, dass Bitterstoffe möglichst subtil bleiben, weshalb auch die rumpelige Kannen-Methode damit hervorragend klarkommt. 

Die Espressokanne

  • Sehr einfache Zubereitungsmethode
  • Schön kräftiger Kaffee
  • Supergünstiges Equipment
  • Für dunklere Röstungen und Espressobohnen geeignet
  • Recht fehlertolerante Zubereitung
  • Kaffee „verbrennt“ schnell
  • Mehr Koffein als feiner Geschmack

Auch wenn es bei dieser Art Kaffee zu kochen nicht allzu viel zu beachten gibt, solltet ihr euch an ein paar Tipps halten. Schaut dazu in meine Video-Anleitung: „Espressokocher Kurzanleitung | So holst du alles aus der Herdkanne von Bialetti heraus!

„Kaffee“ kochen mit dem Kaffeevollautomaten: Na endlich!

Eine der häufigsten Einsteigerfragen zu meinem Kaffeevollautomaten Test lautet, ob und welche Maschine auch Filterkaffee machen kann. Wenn wir damit jene Version meinen, die wir sonst mit Hand und Papierfilter zubereiten, ist das unmöglich.

Denn der Kaffeevollautomat imitiert eine Espressomaschine, setzt also auf Druck und einen bestimmten Mahlgrad, um Kaffee in wenigen Sekunden zu extrahieren. Der Geschmack ist nah am Espresso, das Getränk sieht auch so aus. Nur wird die charakteristische Crema hier nachträglich „aufgequirlt“, weil der Automat zum Kaffee brühen weniger Druck aufbaut.

Wenn ihr „Kaffee“ im Sinne von „viel Getränk auf einmal“ wollt, könnt ihr beim Bezug mehr Wasser verwenden. Ich setze meist auf eine Wassermenge von rund 120 Milliliter. Im Fachjargon wäre das ein Lungo, auch wenn die Hersteller der Einfachheit halber gleich „Kaffee“ o.ä. in ihr Kaffeespezialitäten-Menü schreiben.

Das sorgte bisher meist für ein Problem: Weil das Espresso-Getränk ja schon nicht ganz „richtig“ war, wurde der Kaffee häufig sehr wässrig. Und je mehr Kaffee die Maschine auf einmal zubereitet hat, desto stärker schlug der Anteil an Wasser durch.

Das ändert sich inzwischen in rasendem Tempo. Die Hersteller bauen ihre Maschinen immer raffinierter und feinteiliger. Jura Kaffeevollautomaten führen derzeit den unübersehbaren Qualitätssprung an.

Jura Z10 Kaffeevollautomat Flat White Nah

Dieser Sprung hat dafür gesorgt, dass die einstmals wässrigen Kaffeeversionen inzwischen vollmundig und facettenreich schmecken. Das Knopfdruck-Prinzip ist eines der größten Pro-Argumente. Wenn ihr das Gerät einmal anständig eingestellt habt, könnt ihr gelungene Kaffeegetränke beziehen, bis die Abtropfschale kracht.

In Sachen Röstung gelingt ein Vollautomaten-Kaffee am besten mit klassischen Geschmacksnoten zwischen Schoko und Kakao. Ihr braucht ein wenig mehr Wumms, um das Kompromissprinzip auszugleichen, das aus dem Zusammenspiel von Mahlwerk und Brühgruppe entsteht. Genau für dieses Prinzip habe ich meine Bohnen entwickelt.

Der Kaffeevollautomat

  • (Viel) Kaffee auf Knopfdruck
  • Kaffeemenge, Wassertemperatur etc. leicht einstellbar
  • Aus hochwertigen Geräten kommt exzellenter Kaffee
  • Für mittlere, dunklere Espressobohnen geeignet
  • Auch Cappuccino und Co ohne Aufwand
  • Hohe Investition (insbesondere für sehr gute Qualität)
  • Kein Filterkaffee
Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

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„Kaffee“ kochen mit der Espressomaschine: Hello, Americano!

Spätestens bei der Betrachtung von Siebträgermaschinen müssen wir uns fragen, was „Kaffee“ eigentlich ausmacht. Ich ziehe die Grenze entlang eines Filters, andere entlang des Wasseranteils oder der Füllmenge.

Nach meiner Auffassung entfernen wir uns mit einem Kaffee aus der Espressomaschine am weitesten vom eigentlich gemeinten Getränk. Denn auch hier gibt es keinen Filter, das Kaffeepulver im Sieb wird direkt über Druck und durchschießendes Wasser in wenigen Sekunden extrahiert.

Delonghi EC685BK Espresso Laeuft

Da ihr an der Espressomaschine sowieso (fast) alles selbst machen müsst, drängt sich hier eine Zubereitungsversion jenseits des klassischen Lungo als „Kaffee“ auf:

Mit dem Americano kommen wir in einer Geschmackswelt raus, die ich persönlich sehr lecker finde (und auch als bessere Alternative für den Kaffeevollautomaten ansehe!).

Der Americano ist ein Espresso, der nach der Extraktion mit Wasser verlängert wird (nicht währenddessen). Diese Trennung sorgt immer für einen vollen, runden Geschmack und recht viel Wumms. Wenn ihr das Wasser zuerst in die Tasse gebt, bleibt sogar die Crema erhalten.

Doch eine gute Espressomaschine ist eine echte Investition, zu der ihr noch die Kosten für die Kaffeemühle, eine Kaffeewaage, vielleicht einen Milch-Pitcher und unter Umständen einen Barista-Kurs addieren müsst.

Sie lohnt sich nur, wenn ihr wirkliche Espressotrinker seid, die sich nicht nach drei Tagen nach ihrem großen Becher Filterkaffee sehnen. Denn der Siebträger kommt nie auch nur ansatzweise im Filter-Stil an.

Doch Tatsache ist, dass euch eine Espressomaschine die gesamte Aromenwelt der Röstungen und Kaffeebohnen eröffnet. Es muss nicht nur bummsdunkel oder schokoladig zugehen, superhelle florale Espresso funktionieren genauso gut. Und zwar auch als Americano. Das ist bei Vollautomaten im Grunde nie der Fall.

Die Espressomaschine

  • Echter Espresso in seiner leckersten Form
  • Für die gesamte Vielfalt an Espressoröstungen
  • Viel Gelegenheit zum Ausprobieren, Experimentieren und Entdecken
  • Hohe Investition (vor allem für notwendiges Zubehör wie Waage und Mühle)
  • Verlangt intensive Beschäftigung für optimale Ergebnisse
  • Kein Filterkaffee

Kaffee kochen mit Siphon: Wenn Filterkaffee zu langweilig wird

Ich habe nichts gegen den Siphon. Die Zubereitung per Unterdruck bzw. Vakuum ist uralt. Zudem ist die Apparatur ein Hingucker. Aber schon meine rudimentäre Anleitung zeigt, warum man es sich beim Aufbrühen von Kaffee (auch hier wieder ohne Filter) unnötig kompliziert machen kann:

  1. Wasser in den unteren Kolben füllen
  2. Siphon auf Herd oder Hitzequelle stellen
  3. Wird das Wasser heiß, steigt es von unten nach oben
  4. Sobald alles Wasser oben ist, gebt ihr das Kaffeemehl (im mittleren Mahlgrad) dazu
  5. Umrühren, um das Kaffeepulver vollständig mit Wasser zu durchdringen
  6. Hitze ausschalten, warten, bis der Kaffee zurück in den unteren Teil fließt, der Kaffeesatz bleibt oben.

Geschmacklich schwören Siphon-Fans darauf, dass der Unterdruck-Kaffee jeden Filterkaffee um Längen schlägt. Und das ist nicht ganz falsch, auch wenn die Aromen einfach etwas anders aufgeschlüsselt werden und damit zu einem recht eigenständigen Getränk werden.

Doch erstens kostet ein (brauchbarer) Siphon um die 100 Euro, zweitens besteht er aus bruchanfälligem Glas und drittens muss er gut geputzt werden. Und zwar nach jedem Einsatz. Von allen Zubereitungsarten für Filterkaffee und Verwandte geht es für mich beim Siphon am stärksten ums Spektakel.

Wäre es anders, würden euch die teuren Kaffeebars keinen Filterkaffee für fünf Euro servieren, sondern ihre Theke mit Siphons statt Filter voll stellen.

„Türkischen“ Kaffee kochen: Cowboy-Kaffee kann mehr als Outdoor & Wohnmobil

Vergesst Filter, Kaffeelot oder die aufwendige Filterkaffeemaschine. Manchmal reicht es völlig aus, Kaffeepulver pi mal Daumen in die Tasse zu geben, heißes Wasser aufzugießen und die Plörre zu trinken, sobald das Pulver auf den Boden gesunken ist. (Kleiner Tipp vom Profi: Umrühren nicht vergessen.)

Es gibt viele Bezeichnungen dafür, Pulver und Wasser ohne Firlefanz zusammenzubringen. Weder beim Mahlgrad noch bei der Menge, weder beim Aufbrühen oder der Kaffeepulver-Wahl verlangt „türkischer“ oder „Cowboy“-Kaffee irgendeine Raffinesse. 

Das größte Problem ist, wie man das Wasser heiß bekommt und ohne Kaffeepulver zwischen den Zähnen in den Tag startet.

Die Bezeichnung „türkischer Kaffee“ leitet sich von der arabischen Zubereitungsform Mokka ab, bei der extrem fein gemahlenes Kaffeepulver direkt im Wasser in einer speziellen Kanne (Ibrik) zweimal aufgekocht wird.

Kaffeepulver gemahlen verschiedene Stufen

Dieses doppelte Aufbrühen funktioniert nur mit bestimmten Kaffeesorten bzw. Röstungen, die in jeder anderen Form unfassbar sauer und eklig schmecken. Ich habe es mal als Filterkaffee ausprobiert und es nie wieder versucht. Mokka gilt als stärkster Kaffee der Welt, was ich durchaus so unterschreiben kann.

Cowboykaffee wiederum gilt als faulster Kaffee der Welt. Aber ganz so simpel ist es dann doch nicht. Denn das direkte Aufgießen von Wasser auf Kaffeemehl ohne alles ist nicht einfach nur eine Notlösung für Backpacker und „echte Männer“. 

Werden Bohnen und Röstungen auf ihre Qualität hin bewertet, geschieht das im Grunde nach derselben Anleitung. Das Ganze nennt sich Cupping und die Verkoster achten höllisch darauf, dass der Mahlgrad, die Menge an Kaffeepulver sowie alle anderen Parameter exakt gleich und nach wissenschaftlichen Standards umgesetzt werden.

Hier wartet niemand darauf, dass sich die „Kruste“ aus Kaffeepulver auf dem Boden absetzt. Sie wird mit einem speziellen Esslöffel gebrochen, um an die Flüssigkeit zu kommen. Und dann wird geschlürft und sensorisch geprüft, was das Zeug hält.

Ich finde das ziemlich interessant, weil ihr natürlich fragen könnt, warum wir nicht einfach alle ohne Maschine oder Zeug unseren Kaffee kochen – die Profis machen es doch nicht anders?

Ähnlich wie bei der French Press dient diese Full Immersion-Methode dazu, den Kerncharakter einer Varietät bzw. Ernte aufzuschlüsseln. Profis können erkennen, ob und wie eine Bohne als Filterkaffee oder aus dem Sieb schmecken wird.

Sie nehmen also hin, dass der Cupping-Test einige Facetten nur erahnen lässt. Doch sie wissen, wie diese Facetten in der fertigen Zubereitungsform aussehen könnten. Laien wissen das nicht. Wir wollen das Aroma erfahren, nicht nur halb theoretisch bewerten.

Kalten Kaffee kochen: How to Cold Brew

Nahezu alles, was ich gerade zu „Unfertigkeit“ von direkt mit Wasser gebrühtem Kaffeepulver gesagt habe, wird als Cold Brew ad absurdum geführt. 

Die sexy Form von Eiskaffee setzt auf kaltes Wasser, in dem das Kaffeemehl bis zu 24 Stunden gemütlich herumliegen darf. Das extrahiert eine unfassbar große Aromenvielfalt, jede Form von Frische, Obst und Süße.

Cold Brew ist ähnlich wie die French Press ein Verwandter von Filterkaffee, auch wenn der Filter erst nach der Extraktion zum Einsatz kommt. Mahlgrad und Menge bzw. das Verhältnis von Wasser zu Kaffee müssen für guten Kaltkaffee allerdings ein bisschen genauer als bei der Stempelkanne justiert werden. 

Und schon weil der Mahlgrad feiner als der Standard für die Filterkaffeemaschine ist, funktioniert Cold Brew nicht mit Supermarktkaffee. Am mangelnden (und falschen) Aromenprofil scheitert es natürlich auch.

Kalter Kaffee im Schonverfahren ist dermaßen im Trend, dass sogar Kaffeevollautomaten behaupten, sie könnten ihn zubereiten. Der Jura Z10 hat jüngst den Anfang gemacht. 

Nope. Geht nicht. 

Es sei denn, die Maschine ist bis zu 24 Stunden im Dauerbetrieb und stellt eine Art Schwimmkammer für das kalte Brühen zur Verfügung. Das Jura-Modell macht einen kalten Espresso mit weniger Druck, der aber tatsächlich sehr lecker ist – nur eben kein Cold Brew.

Fazit zum Kaffee kochen: Was heißt das alles nun?

Wie ich bereits am Anfang sagte: Wenn ihr euren Kaffee selber kochen wollt, kommt es auf euren Geschmack und gute Bohnen an. Von mir aus könntet ihr sogar den Thermomix bemühen, solange ihr auf Bohnenqualität achtet.

Kaffeevollautomaten Espresso

Wer weniger auf Experimente setzen will, findet in meinem Kaffeevollautomaten Test oder auch bei den Kaffeemaschinen die richtigen „Zutaten”“. Wer aufs Geld achtet und sich intensiv mit Kaffee auseinandersetzen möchte, sollte zu den manuellen Methoden greifen.

Jede Form von Kaffeemaschine oder Equipment hat eigene Vor- und Nachteile und erzeugt völlig andere Geschmackserlebnisse. Darum freue ich mich darüber, wenn ihr in den Kommentaren weiter erzählt, wie ihr euren Kaffee zu Hause, im Büro oder sonst wo kocht!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Mein Kaffee eignet sich bestens für alle Getränke aus dem Vollautomat.

Täglich frisch geröstet

Schokoladiges Aroma

Fair gehandelt

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