Mehr als Kaffee fürs Büro: Wie perfekter Kaffeeservice neue Kunden gewinnt

Normalerweise interessiert mich Marketing bei Kaffee nicht die Bohne – im Gegenteil. Wenn Hersteller ihre Kaffeevollautomaten oder Kaffeebohnen mit allzu viel Glitzer und Geschwätz anbieten, schalte ich gern in den Rant-Modus.

Normalerweise interessiert mich Marketing bei Kaffee nicht die Bohne – im Gegenteil. Wenn Hersteller ihre Kaffeevollautomaten oder Kaffeebohnen mit allzu viel Glitzer und Geschwätz anbieten, schalte ich gern in den Rant-Modus.

Wenn wir das Ganze jedoch umdrehen und Marketing mit Kaffee betrachten, wird es plötzlich interessant. 

In meiner B2B-Ratgeberreihe haben wir bereits geklärt, wie ihr Kaffeevollautomaten fürs Büro findet und welche Kaffeemaschine etwa in Gastronomie, Hotellerie oder beim Bäcker Sinn ergibt.

Wir haben also betrachtet, was ihr tun müsst, wenn der Kaffee selbst das Kaufobjekt ist oder die Maschine dafür sorgt, dass eure Mitarbeiter glücklich (und produktiv) sind.

Doch wie sieht es aus, wenn ihr Klienten, Patienten oder Kunden mit einem Espresso oder Cappuccino davon überzeugen wollt, etwas völlig anderes (und meist sehr teures) zu kaufen? Zum Beispiel ein Haus? Oder euren Service als Anwalt? Oder eine Fettabsaugung?

Was im ersten Moment wie ein extrem nischiges Nischenthema für meine B2B-Ratgeberreihe klingt, entpuppt sich bereits auf den zweiten Blick als ziemlich fundamentale Frage für Kaffee in Büro und Geschäft:

Was muss ich beachten, wenn mein Kaffee als Teil einer Marketingbotschaft funktionieren soll? Welche Maschine oder Zubereitungsmethode passt zu einem exklusiven Geschäft mit einem hochwertigen Image? Und ist der Effekt auf die Zielgruppe wirklich so groß?

Bewertung vom Coffeeness-Kaffee zur Nutzung im Buero

Einer Sache bin ich mir jedenfalls sicher: Meine Coffeeness-Kaffeebohnen sind auch für die Kundengewinnung geeignet. Nachhaltiger Kaffee ist schließlich ein super Verkaufsargument, oder?

Mit Koffein zum Kaufabschluss: Kaffee kochen als Marketing-Tool

Wenn es um die regelmäßige Kaffeeversorgung für Mitarbeiter und Kollegen geht, haben viele Unternehmen begriffen, dass kein Mitarbeiter mehr schlechten Kaffee akzeptiert. Guter Kaffee auf Bestellung gehört ebenso zur Mitarbeiterpflege wie ein anständig belüftetes Büro.

Sobald es um Kaffee als „Beilage“ zu einem Verkaufsgespräch mit potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern geht, ist es mit diesem Verständnis meist nicht mehr allzu weit her. Es gilt das Motto: Solange es überhaupt Kaffee gibt, kann (und wird) sich niemand beschweren.

Das stimmt. In der Besprechung selbst wird niemand einen Mucks zum mickrigen Kaffeeangebot loslassen. Allerdings solltet ihr damit rechnen, dass euch unter Umständen ein lukrativer Auftrag oder Kunde entgeht. 

Denn unsere Gesellschaft tickt zunehmend anders: Wenn selbst Tchibo mit Specialty Coffee wirbt und Single Origins ins Programm aufnimmt, ist das Thema „Kaffeegenuss“ auf einem neuen Massenniveau angekommen – und weckt damit gewisse grundsätzliche Erwartungen.

Natural Aufbereitung Specialty Kaffee

Sobald ihr etwas Teures verkaufen wollt und zu diesem Verkaufsgespräch einen Kaffee anbietet, wird das Ergebnis in der Tasse unterschwellig mit diesen Erwartungen und eurem eigentlichen Service bzw. Produkt abgeglichen.

Bleibt der Kaffee hinter den etablierten Erwartungen zurück, überträgt sich diese Enttäuschung zu einem Teil auch auf euer Angebot. Und plötzlich wirkt es teurer, weniger attraktiv, weniger hochwertig und überhaupt.

Jeder gute Verkäufer sollte sich klarmachen, dass Kundenwerbung und -gewinnung am allerwenigsten mit seinem Angebot zu tun hat. Vor allem, wenn es viel Konkurrenz gibt. Es geht um eine sehr komplexe Mischung aus Eindrücken, Botschaften und Gesten.

Wie das mit Kaffee funktionieren kann, zeige ich euch an einigen plakativen Branchen-Beispielen, die ich bisher in der B2B-Reihe noch nicht betrachtet habe.

Kaffeeservice in der Arztpraxis: Mit Latte Macchiato gegen das Anpreisverbot

Wenn die Nase läuft, geht man zum nächstgelegenen Hausarzt. Wenn der Zahn wehtut, suchen sich Patienten ihre Hilfe ebenfalls nach Erreichbarkeit. Doch wenn die Nase schief ist und der Zahn weißer werden soll, beginnt das große Vergleichen.

Arztpraxen unterliegen dem gleichen intensiven Wettbewerb wie jede andere Branche, dürfen aber nicht auf dieselbe Weise werben und Marketing betreiben.

Sie dürfen informieren, aber nicht anpreisen. Sie dürfen ihre Ärzte nicht als Personenmarke etablieren und auch keine doppeldeutigen oder anderweitig hängen bleibenden Marketingbotschaften in die Welt hinaus blasen.

Allerdings dürfen sie die Arztpraxis als Wohlfühlort und echten Dienstleister etablieren. Bei elektiven Eingriffen oder kosmetischen Behandlungen dreht sich für Patienten alles darum, ob sie sich bei euch gut aufgehoben fühlen. Der Preis für die Leistung ist fast Nebensache.

Kaffee ist dabei eine effektive Geste, mit der ihr euch aus der Masse an Praxen abheben könnt. Außerdem beruhigen sich viele Patienten, wenn sie sich bei einer Tasse entspannen. Und wer entspannt ist, kauft am Ende mehr oder bucht noch einen Extra-Service.

Je nach Spezialgebiet und Ausrichtung (schulmedizinisch oder alternativ) könnt ihr zum Beispiel arztkittelweiße Jura Kaffeevollautomaten aufstellen oder Single Origins in Bio-Qualität als Handaufguss servieren.

Kaffeeservice in der Anwaltskanzlei oder beim Steuerberater: Effizienz ist nicht nur schwarzer Kaffee

Einsprüche einlegen und Testamente verfassen ist serious business. Anwälte sollten stets wirken, als würden sie zum Lachen in den Keller gehen. Zumindest ist das ein Image, das positiv auf mögliche Klienten wirkt. 

Weil Anwaltshonorare dabei immer zu teuer wirken, solltet ihr bei der Kaffeeversorgung auf alle Fransen und Rüschen verzichten:

Geradlinige Vollautomaten von Nivona oder Jura unterstreichen die Seriosität eurer Kanzlei. Gleiches gilt für klassische Röstungen, die sich eher am traditionellen Geschmack orientieren – also lieber Schoko als Fruchtsäuren bieten. 

Nivona Caferomatica 970 Espressobezug

Spielereien wie ein Handaufguss oder neue Maschinen mit Handfilter-Automatik vermitteln hier schnell den falschen Eindruck. Filterkaffee serviert ihr am besten aus einer schnellen, unauffälligen Kaffeemaschine für viele Tassen pro Tag. Mein Ratgeber zu Kaffeemaschinen für Unternehmen bietet euch einen Überblick.

Einen ähnlichen Nimbus wie Anwälte haben auch Steuerberater. Hier könnt ihr direkt bei der Zubereitung erklären, wie euer Kunde seinen eigenen Kaffeeservice als Betriebsausgabe steuerlich absetzen kann und wie er den Kaffeeautomat oder die Lieferung Bohnen buchen muss.

So beweist ihr bei einer kleinen Nebentätigkeit – quasi schon im Small Talk – dass ihr euer Handwerk versteht. Zwei Fliegen, eine Klappe, hundertfacher Effekt. Solltet ihr ein wenig Auffrischung benötigen, empfehle ich euch meinen Ratgeber zum Kaffeevollautomat abschreiben.

Kaffeeservice für Architekten & Immobilienmakler: Träume mit porenloser Milchschaumhaube

Wer Wohnungen und Häuser entwirft oder makelt, verkauft keine Wohnungen oder Häuser. Er verkauft Träume von der Zukunft. 

In der Immobilienbranche trifft kühle Kalkulation auf künstlerisches Design, hohe Summen treffen auf ein Prestige-Marketing, das über alles spricht – außer über Geld.

Immobilien- oder Architektenbüros müssen immer ein wenig nach Reichtum riechen und gleichzeitig von großer Eleganz und einem Bewusstsein für Trends und Design erzählen. Das darf natürlich nicht vor der Kaffee-Theke aufhören.

Nachhaltiger Kaffee sollte hier gut sichtbar in schicken Packungen präsentiert und mindestens in Vollautomaten der Oberklasse zubereitet werden. 

Geisha Coffee 19grams All

Wenn ein möglicher Kunde einen Flat White oder einen handgefilterten Geisha wünscht, solltet ihr zumindest etwas sehr Ähnliches am Start haben. Wer beim Kaffee knausert oder nur 0815-Getränke anbietet, macht als Unternehmen in dieser Branche keine gute Figur.

Kaffeeservice für Zulieferer und Co: Auf eine Tasse Partnerschaft

In der OEM-Branche und bei industriellen Firmen-Netzwerken ist der einzelne Lieferant nur ein kleines und oft austauschbares Rädchen in einer großen, heiß umkämpften Maschine. 

Zulieferverträge mit großen Unternehmen sind der Hauptgewinn für vorgeschaltete Betriebe, weshalb es besonders wichtig ist, sich bei Meetings, auf einer Messe oder bei Events als idealer Partner zu präsentieren.

Hier geht es um Verlässlichkeit, ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Verhältnis und die Konzentration aufs Wesentliche. Da darf der Kaffee fürs Meeting gern aus einer Maschine einer etablierten, aber etwas piefigen Marke kommen, während ihr euren Kunden nach dem Gespräch an einem Kaffeevollautomaten mit Bezahlsystem für die Mitarbeiter vorbeiführt.

Mitarbeiter-Wellness wie in einer Event-Agentur würde hier tatsächlich den falschen Eindruck erzeugen. Ihr könnt den Mitarbeiter-Vollautomaten ja „heimlich“ über einen Incentive-Service oder ähnliche Konten abrechnen. Mehr dazu gibt es im Ratgeber zu Kaffeevollautomaten mit Bezahlsystem.

Kaffee & Marketing: Führt das nicht zu weit?

Arne mit Coffeeness Kaffee vor Vollautomaten

Natürlich kann eine Tasse exzellenten Kaffees kein schlechtes Angebot verbessern. Sie kann aber ein gutes Angebot attraktiver machen und eure Kunden ohne Dampfhammer zu einer positiven Kaufentscheidung bewegen. 

Lasst euch also von meiner B2B-Kaffeereihe inspirieren und lernt, die richtigen Fragen an die perfekte Maschine zu stellen. Es lohnt sich.

Habt ihr Interesse an weiteren nischigen Nischenthemen im B2B-Bereich? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Inhaltsverzeichnis