Kaffeezubehör: Barista-Tipps für die beste Ausstattung

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

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Für die Zubereitung von gutem Kaffee benötigt ihr im Grunde nur zwei Dinge: das richtige Basis-Equipment in Form von Kaffeebereiter, Siebträgermaschine oder Vollautomat und anständige Kaffeebohnen.

Für die Zubereitung von gutem Kaffee benötigt ihr im Grunde nur zwei Dinge: das richtige Basis-Equipment in Form von Kaffeebereiter, Siebträgermaschine oder Vollautomat und anständige Kaffeebohnen.

Praktisch alles andere – Tassen, spezielle Milchkännchen, Becher, Filterpapier usw. – ist im Grunde nur Verzierung. Allerdings macht ihr euch das Leben mit dem richtigen Kaffeezubehör um Längen einfacher, schöner und abwechslungsreicher.

Das wissen natürlich auch Hersteller und Händler. Ständig wird das Sortiment erweitert, ständig gibt es neue Geschenkideen, ständig neue Einfälle, ohne die eine Kaffeemaschine angeblich nicht funktionieren kann.

Wer soll da durchblicken? Na ihr! In diesem Ratgeber gebe ich Empfehlungen und Tipps zur besten Küchen-Kaffee-Ausstattung – und sage, was ihr euch sparen könnt.

Kaffeezubehör für Vollautomaten: Reicht nicht einfach Kaffee?

Bräuchten Geräte aus meinem Kaffeevollautomaten Test 2024 tatsächlich so viel Kaffeezubehör, wie uns die Hersteller weismachen wollen, müssten sie „Kaffeenixautomaten“ heißen.

Schließlich geht es in dieser Maschinenwelt darum, Espresso und Milchschaum von selbst in Tassen und Gläser zu bugsieren. Das passende Geschirr ist daher fast das Einzige, was ihr zusätzlich besitzen solltet:

Espresso Glas Hintergrund Glaeser

Das Sortiment ist groß, die Preisunterschiede sind es auch. Wenn wir es aber genau nehmen, könnte euer Espresso genauso gut in einen alten Joghurtbecher laufen.

Lediglich für günstige Vollautomaten mit Dampfdüse wie den Einsteiger-King DeLonghi Magnifica S halte ich ein professionelles Milchkännchen aus Edelstahl für wichtig. Damit habt ihr den Schäumvorgang buchstäblich besser in der Hand, könnt Latte-Art-Schaum produzieren und die Milch leichter in eure Tassen kippen.

Was ihr in meinen Augen definitiv nicht benötigt? Alles, was über Ersatzteile, Wasserfilter, Reiniger für Mahlwerk und Co oder Entkalker hinausgeht. Genauer gehe ich darauf im Ratgeber Kaffeevollautomat-Zubehör ein.

Kaffeezubehör für Espressomaschinen: Barista-Level knacken

Espressomaschinen sind in vielen Dingen der komplette Gegenentwurf zu Vollautomaten. Darum benötigt ihr definitiv mehr Kaffeezubehör, um sie korrekt zu nutzen, die besten Ergebnisse zu erzielen und Barista-Skills zu erlernen.

Wenn ihr nicht gerade auf hybride Geräte mit eingebautem Mahlwerk setzt (zum Beispiel Sage The Barista Touch), müsst ihr euch unbedingt mit Kaffeemühlen auseinandersetzen. Denn vorgemahlene Bohnen und Siebträgerportionierung vertragen sich schon grundsätzlich nicht.

Rechnet mit einem Preis ab 150 Euro – günstigere Kaffeemühlen sind für Espresso baulich meist nicht geeignet. Ansonsten benötigt ihr nach meiner Ansicht auf jeden Fall:

  • Einen Tamper (wenn der mitgelieferte zu fipsig und/oder leicht ist)

  • Ein oder mehr Kännchen zum Milchschäumen

  • Eine Knock Box zum einfachen Ausklopfen von Kaffeemehl aus dem Siebträger

  • Einen Gruppenpinsel mit abgeknicktem Kopf zur Zwischenreinigung des Wasserauslasses

Sage the Bambino Plus Tamper
Sage the Bambino Plus tampern

Eine Kaffeewaage ist zwar nicht unbedingt ein Muss. Allerdings hilft sie euch immens dabei, eure Siebträgermaschine und Kaffeemühlen korrekt einzustellen. Je öfter ihr neue Bohnen ausprobiert und mit Espresso experimentiert, desto wichtiger wird die Waage.

Für faktisch alle Espressomaschinen könnt ihr außerdem andere Siebe und gar Siebträger kaufen. Manche Home-Barista schwören zum Beispiel auf bodenlose Siebträgerversionen, die angeblich ein noch besseres Aroma in die Espressotassen bringen.

DeLonghi EC  685 BK Espressomaschine Siebtraeger

Solche  „Profi-Ersatzteile“ sind sogar für sehr günstige Espressomaschinen wie die DeLonghi Dedica erhältlich. Gerade Schnupper-Siebträgermaschinen werden mit Angebertools nicht besser. Solange die mitgelieferten Teile ordentlich arretieren, ordentlich in der Hand liegen und die Extraktion nicht behindern, sehe ich keinen Grund zum Wechsel.

Kaffeezubehör für Kaffeemaschinen: Filter, Wasser, ab dafür

Ähnlich wie Vollautomaten lebt eine Kaffeemaschine von der vollen Integration der Zubereitung und braucht damit ebenso wenig Kaffeezubehör. Es liegt hier allerdings in der Natur der Sache, dass ihr euch mit dem Thema Kaffeefilterauseinandersetzen müsst – sonst wird das nix mit Filterkaffee.

Sage the Precision Brewer Kaffeemaschine Papierfilter drin
Moccamaster Kaffeemaschine Permanentfilter

Dabei habt ihr die Wahl zwischen Papierfilter oder Dauerfilter verschiedenster Marken und Hersteller. Auch wenn ich früher manchmal eine Qualitätsgrenze zwischen Papier und Mesh gezogen habe, halte ich inzwischen beide Arten für absolut sinnvoll. Ihr müsst nur wissen, was ihr kauft:

PapierfilterDauerfilter
Lebensdauerxxxx
Umweltfreundlichkeitxxxx
Preis-Leistungs-Verhältnisxxxxx
Herausarbeitung von Aromen und frischer Säurexxxxx
Geschmacksneutralitätxxxx
Reinigungxxxxx

Wenn ihr nicht gerade eine Kaffeemaschine mit Mahlwerk besitzt, ist die korrekte Dosierung von Kaffeemehl im Verhältnis zu Wasser die größte Hürde. 

Das typische Kaffeelot als Messlöffel enthält je nach Hersteller 6 bis 8 Gramm Kaffeepulver. Allerdings weiß niemand, ob das gestrichen oder gehäuft meint.

Kommt es euch auch bei einer Kaffeemaschine auf jede Nuance Geschmack eurer Bohnen an, halte ich auch hier eine Kaffeewaage für wichtig – zumindest solange, bis ihr die Dosierung mit einem Löffel raushabt.

Kaffeewaage Kaffeepulver abwiegen von oben

Nicht vergessen: Auch scheinbar simple Kaffeemaschinen können mit anständigen, frisch gemahlenen Kaffeebohnen völlig neue Geschmackswelten eröffnen. Eine Kaffeemühle, selbst eine sehr günstige, macht hier bereits einen riesigen Unterschied.

Zubehör für manuelle Methoden kaufen: Was braucht man für French Press, Handfilter & Co?

Arne mit Filter in der Hand und Chemex

Wenn wir von Kaffeemaschinen weggehen und uns einem Handfilter oder Pour-Over-Kombis wie Chemex oder Bodum Pour Over zuwenden, ist die Filter-Frage nochmal so wichtig. Hier ziehe ich klare Grenzen:

  • Für Chemex und Handfilter würde ich stets auf Papierfilter setzen. Diese beiden Methoden der Kaffeezubereitung sind unter anderem für feine Specialty Coffees gedacht. Papierfilter aus besonders reinem Material holen jeden Geschmack aus der Bohne, arbeiten erwünschte Säure sauberer heraus etc.

  • Für Pour Overs werden häufig Dauerfiltermitgeliefert, die durch ihr Meshgewebe zwar etwas gröber sind, aber insbesondere im Falle der Bodum-Variante auch bei Mahlgrad- oder Dosierfehlern einen überraschend tollen Kaffee herausarbeiten. Schon deshalb empfehle ich solche Versionen als DAU-Zubehör für Anfänger.

Gehen wir in gröbere Richtungen und arbeiten zum Beispiel mit einer French Press, einer AeroPress oder machen Cold Brew, könnt ihr neben der obligatorischen Kaffeemühle auf weiteres Zubehör grundsätzlich verzichten.

Sonstiges Barista-Zubehör: Was lohnt sich?

Sobald jemand in der Familie eine ordentliche Kaffeemacke entwickelt, haben Familienmitglieder und Freunde häufig krude Geschenkideen. 

Da steht dann zu jedem Geschenkanlass plötzlich irgendein Ding auf dem Tisch, das vielleicht nett gemeint, aber überflüssig ist. Dazu zwei grundsätzliche Tipps:

  1. Nach meiner Erfahrung solltet ihr dem Kaffeefan niemals irgendeinen Kaffeebecher oder anderes Geschirr schenken. Meistens treffen weder Design noch Größe den Geschmack, lustige Sprüche und Kaffee-Ästheten passen so gar nicht zusammen, die Küche steht plötzlich voller Tassen, die keiner braucht.

  2. Wenn ihr selbst nicht genug Ahnung von den korrekten Kaffeebohnen für die bevorzugte Zubereitungsmethode des Beschenkten habt, kauft ihm auf keinen Fall Kaffeebohnen. Im schlimmsten Fall werden diese nur zum Einstellen von Mahlwerken oder Kaffeemühlen verbraten. Ein Gutschein für eine echte Rösterei in der jeweiligen Stadt oder Umgebung ist immer die bessere Wahl!

Abgesehen von der Geschenkefrage finde ich es vollkommen in Ordnung, bestimmtes Kaffeezubehör einfach zu ignorieren. Dazu gehören:

  • Sudschubladen zum Ausklopfen von Siebträgern direkt unter der Maschine. Zwar praktisch in der Handhabung, aber absolut nervig in der Reinigung. Außerdem nehmen sie viel Platz weg und ergeben nur in der Gastronomie wirklich Sinn.

  • Gleiches gilt für kühlende Milchbehälter für Vollautomaten. Eure Milch sollte niemals so lange draußen und an der Maschine stehen, dass Kühlung notwendig wird.

  • Spezielle Lappen zum Reinigen einer Milchdüse nach dem Aufschäumen. Ist er stets sauber und liegt stets bereit, kann jeder Lappen diesen wichtigen Job erfüllen. Etwas dickeres Material ist gut für eure Finger und hat mehr Putzkraft. Fusselfrei sollte es auch sein.

  • Schablonen oder Hilfsmittel für Latte Art. Selbst wenn ihr euch mit dem Milchschaummalen beschäftigt, entstehen die besten Muster frei Hand. Tipp: Metallkännchen in mehreren Größen sind für Latte Artisten die wesentlich bessere Wahl.

  • Tamping Matten oder Tamping Stations. Spezielle Unterlagen und Gestelle zum Tampen sind nur notwendig, wenn eure Arbeitsplatte besonders druckempfindlich oder rutschig ist.

  • Cold Brew Jars und besondere Cold-Brew-Gefäße. Es reicht vollkommen, das Kaffeemehl in irgendein Glas mit Deckel zu geben und den fertigen Kaffee nach der Ziehzeit durch irgendeinen Filter zu geben.

Andersherum gibt es überlegenswerte Kleinigkeiten, die den Kaffee-Alltag ein bisschen einfacher oder abwechslungsreicher machen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Große Kaffeeklammern zum dichten Verschließen von Bohnenbeuteln

  • Schwanenhalskanne zum kontrollierten Aufguss bei Handfilter oder Chemex

  • Unterlegmatte für Kaffeemaschine, Kaffeemühle, Kaffeebereiter

  • Kleine Handkaffeemühle für Testmahlungen, neue Espresso-Bohnen, Kaffee-Experimente etc.

  • Kleine Espresso-Kännchen aus Edelstahl zum Bezug an der Espressomaschine (besser umgießen, länger heiß)

Im Online-Shop oder vor Ort in Berlin, Köln, Hamburg kaufen?

Mal abgesehen davon, dass es sich immer lohnt, kleine Geschäfte vor Ort zu unterstützen, solltet ihr einige Kaffee-Produkte am besten immer im Laden aussuchen. Das gilt nach meiner Ansicht für alles Kaffeezubehör, bei dem die optimale Handhabung für die besseren Ergebnisse sorgt:

  • Je nachdem, wie ein Tamper in eurer Hand liegt, könnt ihr gleichmäßig und mit genug Druck verdichten.

  • Je nachdem, wie groß oder klein, breit oder schmal ein Kännchen für euch ist, könnt ihr Latte-Art-fähigen Milchschaum machen.

  • Bei einer French Press zeigt sich erst beim Ausprobieren, ob der Presskolben gerade und hochwertig im Gefäß sitzt, ob die Maße stimmen, wie schwer das Glas ist usw.

Geht es um Gläser, Klammern, Knockboxen, Sirup oder Pflege-Zubehör, ist die Vor-Ort-Betrachtung nicht unbedingt nötig.

Tut der Kaffeewelt jedoch gern den Gefallen und schaut euch im Onlineshop einer anständigen Röststätte um. Fast jede Kaffeerösterei bietet Equipment und Zubehör fürs Upselling an. Die Preise entsprechen meist dem Markt. Wenn ihr euer Zeug da kauft, unterstützt ihr die generelle Arbeit des Betriebs.

Das stimmt übrigens auch für unseren Coffeeness-Onlineshop. Wir arbeiten gerade daran, euch ein paar kleine Besonderheiten zusätzlich zu unserem Kaffee für Vollautomaten anzubieten. Ihr dürft gespannt sein.

Motta, Tchibo, Concept Art: Marke oder No-Name-Zubehör?

Marken sind meist Schall und Rauch. Oft steht ein bekannter Name auf einem Kaffeezubehör, das genau dasselbe kann wie ein No-Name-Pendant. Siehe Supermarkt-Eigenmarken.

Ich würde stets zuerst fragen, wie entscheidend das Zubehör für die Zubereitung ist. Dann auf Qualitäts-Details der Produktbeschreibung schauen, dann auf den Preis – und am Ende vielleicht auf die Marke.

Das Artikelgewicht ist eines der vielleicht wichtigsten Kriterien für eure Auswahl. Es hilft euch selbst dann beim Vergleich, wenn ihr das Teil nur online seht:

Im Vergleich superleichte Kaffeebereiter (zum Beispiel eine French Press) besitzen an den entscheidenden Komponenten offenbar dünnes Plastik. Eine smoothe und sichere Handhabung könnt ihr mit solchen Angeboten meist vergessen.

Gleiches gilt für Tamper oder Kännchen – je leichter, desto fragwürdiger und meist sinnlos. Isolierende To-Go-Becher sollten nicht allzu schwer sein. Doch wenn sie zu leicht sind, geht das auf Kosten der Standsicherheit und der Haltefähigkeit der Temperatur.

Bei Verbrauchsmaterialien wie Filterpapier kommt es nicht zwingend auf die Marke an. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass bestimmte Marken besser sind als andere. Chemex- oder Hario-Filter sind absolut geruchs- und geschmacksneutral, bei Melitta-Tüten (und Eigenmarken) kommt ein komischer Hauch aus den Poren.

Sämtliches Zubehör, das ständig in Kontakt mit Wasser oder Kaffee kommt, muss den Flüssigkeiten auch dauerhaft standhalten. Hier ist Plastik einmal mehr im Nachteil.

Tchibo elektrische Kaffeemuehle Uebersicht close

Geht es um entscheidendes Equipment wie Kaffeemühlen, eine Waage oder erst recht die Espressomaschine, halte ich eine Marke für unumgänglich. Und zwar eine etablierte. 

In jedem meiner Tests hat sich bisher gezeigt, dass neue Mitspieler oder unbekannte Namen (noch) nicht die Expertise besitzen, die es für eine Kategorie braucht.

Bei Produkten für die Pflege ist die Marke komplett egal. Hier könnt ihr bei der Zusammensetzung eines empfohlenen Produkts des Herstellers spicken und euch Drittanbieter mit demselben Rezept kaufen – oder je nach zu reinigendem Stück gleich auf Hausmittel setzen.

Kaffeezubehör: Was kommt auf eure Einkaufsliste?

Wie bei jeder anderen Leidenschaft ist es auch als verkappter Kaffeeliebhaber ziemlich einfach, sich mit Zeug einzudecken, das irgendwo angepriesen wird. Denn Kaffee und Kapitalismus sind nunmal ein starkes Team.

Macht vor dem nächsten impulsiven Klick auf „in den Warenkorb legen“ einfach mal den Marie-Kondo-Test: Bringt euch das gewünschte Kaffeezubehör wirklich Freude? Oder hat irgendein Influencer behauptet, dass ihr es unbedingt braucht, um anständigen Kaffee zu machen? Oder ist das Angebot einfach zu verlockend?

Ich bin auf eure Kommentare gespannt: Welche Kaffeezubehör-Geschenke macht ihr euch am liebsten? Was haltet ihr für unverzichtbar, was nicht? Und bei welchen Produkten setzt ihr zwingend auf Marken?

Dein Kaffee-Experte
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Arne Preuss

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

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