Bester Kaffeevollautomat unter 300 Euro 2020: Der feine Unterschied zwischen billig und günstig für Testsieger

Lasst mich eine These in den Raum stellen: Eigentlich müsstet ihr nie mehr Geld ausgeben als für die besten Kaffeevollautomaten für den kleinen Geldbeutel. Denn meine Top 3 um 300 Euro bringen bereits alles mit, was diese Gerätewelt definiert:

Philips EP2220/10 SensorTouch cafetera superautomática Arne

Lasst mich eine These in den Raum stellen: Eigentlich müsstet ihr nie mehr Geld ausgeben als für die besten Kaffeevollautomaten für den kleinen Geldbeutel. Denn meine Top 3 um 300 Euro bringen bereits alles mit, was diese Gerätewelt definiert:

Sie machen Kaffee auf Knopfdruck – und mit etwas Übung auch ordentlichen Milchschaum. Sie lassen sich sinnvoll einstellen und genauso sinnvoll reinigen. Sie sind wahnsinnig günstig und in den meisten Fällen auch noch wahnsinnig klein und ziemlich schick.

Welchen Grund hätten wir also, auf eine hochpreisige Jura oder einen Testsieger von Miele zu setzen? Schon „mittlere Modelle“ wie der Philips Latte Go 3200 sind in diesem Zusammenhang nur ein Prestige-Kauf. Oder?

Jeder weitere Euro, den ihr in meine Empfehlungen aus dem Kaffeevollautomaten Test 2020 investiert, erhöht im Vergleich „nur“ das Leistungsangebot, die Materialqualität und den Komfort.

Ihr solltet euch also durchaus fragen, ob diese drei Punkte wirklich so wichtig sind. Meine Top 3 um 300 Euro beweisen sich nämlich teilweise seit Ewigkeiten in meiner Testküche. Und es gibt gute Gründe, warum ich sie immer wieder für meine YouTube-Videos aus dem Regal hole.

Der unbestrittene King of Einstiegsklasse: DeLonghi ECAM 22.110.B als ewiger Testsieger?

Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft der DeLonghi Magnifica ECAM 22.110.B in meinen Bestenlisten, Videos und Ratgebern auftaucht.

Es wundert schon sehr, dass bisher kein anderer Hersteller auf die Idee gekommen ist, den hornalten Vollautomat mit Milchschaumdüse zu entthronen. DeLonghi selbst hat keinen Grund, diesen Klassiker von 2011 zu überarbeiten. Denn er verkauft sich unverändert gut.

Wenn wir uns fragen, was ein günstiger Kaffeevollautomat unter 300 Euro wirklich können muss, liefert der Magnifica zumindest schon einmal die entscheidenden Antworten:

Niemand sonst schenkt euch in dieser Klasse ein so feinteiliges Mahlwerk und dermaßen sinnvolle Einstellmöglichkeiten. Keiner schafft es, ein genauso gutes Espresso-Ergebnis abzuliefern. Und das bei einem Preis, der konstant unter allen anderen Geräten liegt.

Zumindest, wenn ihr Milch schäumen wollt. Üblicherweise liegen Kaffeemaschinen ohne Milchsystem im selben Preissegment wie der Testsieger.

Der DeLonghi 22.110 ist natürlich nur eine Plastikbude mit einer manuellen (etwas schwachbrüstigen) Milchschaumdüse. Außerdem ist er potthässlich. Doch seine billige Optik sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er alles leistet, was ein Vollautomat leisten muss – ohne zwischendurch rumzuzicken.

DeLonghi ECAM 22.110.B Kaffeevollautomat Milchschaum fuer Latte Macchiato

Auch wenn ich DeLonghi Kaffeevollautomaten in verschiedenen Preisklassen als Referenzgeräte nenne, ist der günstige und kleinste Vollautomat der Italiener aus den gerade genannten Gründen ihr Meisterstück.

Der Herausforderer unter den kleinen Angeboten: Philips EP2220/10 SensorTouch

Nach und nach wird mir klar, dass der leicht übersehbare Philips EP2220/10 SensorTouch ein ziemlich gelungener Herausforderer für den DeLonghi-King ist. Allerdings glaube ich, dass diese Konkurrenz keine Absicht ist. Ist nur so ein Gefühl.

Das Philips-Modell sprengt den 300 Euro-Rahmen meist um fünf bis zehn Euro. Doch das können wir vernachlässigen. Es wäre nämlich dumm, ihn nicht zu nennen.

Er setzt auf ein ebenso feinteiliges Mahlwerk, addiert gleichzeitig mehr Bedienkomfort und eine moderne Optik im ebenso kleinen Gehäuse. Auch hier entsteht Milchschaum über eine Dampflanze. Auch hier könnt ihr einstellen, was wirklich eingestellt werden sollte.

Dass Philips dennoch „nur“ Herausforderer bleiben wird, zeigt sich in der Tasse. Der Espresso ist zwar gut, aber eben nicht so gut wie bei DeLonghi. Sollte euch das nicht stören, ist der EP2220 eine wirklich großartige Investition zum Mini-Preis.

Philips EP2220 SensorTouch Kaffeevollautomat Espressobezug

Bei dieser Maschine stimme ich zur Abwechslung auch mal mit der Stiftung Warentest überein, die das kompakte Gerät erst jüngst zum Testsieger unter den Manuellen gewählt hat. Nun ja… Der DeLonghi ist ihnen sicher zu alt.

Kleiner Tipp: Juckt es euch in den Fingern und ihr wollt einen automatischen Milchaufschäumer, gibt es bei annähernd gleicher Maschinenqualität noch den Philips EP 2230/10 als weiteres gelungenes Referenzmodell der Marke.

Der Sonderling: Melitta Purista

Habt ihr euch schon einmal gefragt, welchen Anteil das Milchschaumsystem am Verkaufspreis von Kaffeemaschinen hat? Melitta liefert euch eine klare Antwort.

Der Melitta Purista als Kaffeevollautomat ohne Milchschaumsystem kostet so viel wie der DeLonghi-Einsteiger. Das exakt baugleiche Gerät mit Cappucinatore kostet als Melitta Avanza rund 190 Euro mehr.

Ihr spart also eine Menge Geld, wenn euch Milchschaum schnurzpiepegal ist und ihr nichts weiter wollt als Kaffee und Espresso auf Knopfdruck.

Für beide Varianten von schwarzem Kaffee ist der Purista perfekt geeignet. Er rechtfertigt seinen günstigen Preis im Vergleich zu vielen anderen Geräten mit Milchaufschäumer schon allein durch seine hochwertigen Komponenten und die tolle Optik.

Melitta Purista Kaffeevollautomat Kaffee beziehen

Die Einstellmöglichkeiten sind überschaubar, reichen jedoch für das, was dieser kleine Vollautomat können soll. Das Wichtigste ist, dass Kaffee und Espresso schmecken – auch wenn ich als Alternative zum Automatenkaffee die Zubereitungsvariante Americano empfehlen würde.

Damit entschlüsselt ihr die volle Aroma-Power im Kaffee, die auch dieser Vollautomat in der verlängerten Form nicht von allein gebacken bekommt.

Was muss der beste Kaffeevollautomat bis 300 Euro mitbringen?

Obwohl die Preisgrenze von 300 Euro für einen Vollautomaten sehr niedrig erscheint, solltet ihr grundsätzlich keine Abstriche hinnehmen – zumindest nicht, was die Leistungsfähigkeit in der Tasse betrifft.

Bietet euch ein Gerät kein anständiges Mahlwerk und ist nicht in der Lage, ordentlichen und trinkbaren Espresso zu zaubern, ist das Gerät Schrott.

Aus diesem Grund hat auch der sonst oft gesuchte Krups EA 810B bei mir keine Chance: Der direkte Vorgänger EA8108 machte deutlich klar, wo die Grenze zwischen günstig und billig verläuft.

Philips EP2220 SensorTouch Kaffeevollautomat Milchschaum

Ist ein Milchaufschäumer eingebaut, muss er brauchbaren Schaum für Latte Macchiato oder Cappuccino produzieren können – auch wenn der Dampfdruck überschaubar bleibt und die Ergebnisse meilenweit von Barista-Qualität entfernt sind.

Die Einstellmöglichkeiten in Sachen Temperatur, Kaffeemenge und Co dürfen begrenzt sein, gehören aber unbedingt an Bord. Dreistufige Skalen sind hier meist der Standard – und auch völlig ausreichend. Für jede weitere Stufe müsst ihr exponentiell mehr Geld investieren.

Das gilt natürlich auch, wenn ihr eure Einstellungen über ein Display kontrollieren wollt. Die Mini-Maschinen stellen jedoch immer wieder unter Beweis, dass ein Display grundsätzlich nicht nötig ist. Wenn wir es ganz genau nehmen, soll es nur einen höheren Preis rechtfertigen.

Denn ich bin mir sicher, dass ihr etwa ein Modell aus der Philips 1200 Serie mit den charakteristischen Touchtasten fast noch leichter bedienen könnt als Geräte wie den Jura E60 oder ähnliche Kollegen, die ein extra Display und dementsprechend komplizierte Menüs haben.

Das größte Manko aller Vollautomaten um 300 Euro ist ihre notorische Liebe zu Plastik. Das sorgt für statische Aufladung, sieht nicht allzu hochwertig aus und verringert (zumindest theoretisch) die Lebensdauer der Kaffeemaschine.

DeLonghi ECAM 22.110.B Kaffeevollautomat Bruehgruppe ausgebaut

Der DeLonghi Magnifica ist eine klare Ausnahme von der Theorie, die anderen Geräte kenne und nutze ich noch nicht lang genug, um dazu eine fundierte Meinung zu haben.

Außerdem müsst ihr euch mit der Tatsache anfreunden, dass es nur eine sehr kleine Zahl an vorprogrammierten Getränken gibt – schon allein wegen der manuellen Milchsysteme.

Ein wirkliches Problem sehe ich darin nicht. Schließlich habt ihr so mehr Gelegenheit für persönliche Experimente. Und die Reinigung wird am Ende auch einfacher!

Meine Top 3 um 300 Euro ließen sich aus all diesen Gründen folgendermaßen übersichtlich vergleichen:

 DeLonghi ECAM 22.110Philips SensorTouchMelitta Purista
Optik✚✚✚✚✚
Bedienung✚✚✚✚✚✚✚✚
Reinigung✚✚✚✚✚✚✚✚
Features✚✚✚✚✚
Mahlwerk✚✚✚✚✚✚
Kaffee + Schaum✚✚✚✚✚✚✚✚
Preis-Leistung✚✚✚✚✚✚✚✚

Wenn ihr euch fragt, welchen Kaffeevollautomaten für Einsteiger ich euch als besten absolut ans Herz legen würde, stelle ich Gegenfragen: Was soll eure Kaffeemaschine zubereiten? Habt ihr den Willen, euch mit der Zubereitung von Milchschaum zu beschäftigen? Welche Angebote der Hersteller würdet ihr in der Praxis wirklich annehmen?

Der beste Kaffeevollautomat ist derjenige, den ihr vollständig nutzt. Alles, was ihr nicht braucht, ist rausgeschmissenes Geld.

DeLonghi Maestosa Kaffeevollautomat Arne happy

Darum stelle ich auch die Behauptung in den Raum, dass sich viele nur deswegen teure Geräte in die Küche holen, weil sie besser aussehen und einen höheren Prestigefaktor haben.

Wer sich solche Einstellungen spart, spart gleichzeitig eine Menge Geld, Platz und oft auch Nerven. Denn wo weniger einzustellen ist, macht ihr auch weniger falsch!

Letztendlich könnt ihr die Frage „Welcher Kaffeevollautomat ist der beste für zu Hause?“nur individuell klären. Preis und Leistung müssen für euch stimmen. Kaffee auf Knopfdruck machen alle, Milchschaum viele.

Einen sehr detaillierten Ratgeber zur alles entscheidenden Frage findet ihr im Übersichtsartikel zu meinen Kaffeevollautomaten Tests 2020. Alles, was dort nicht beantwortet ist, klären wir wie immer gern in den Kommentaren!

5 Kommentare

    Hallo Arne,

    nur ein kleiner Hinweis. Die Seriennummer ändert sich bei jedem Gerät. Du meinst bestimmt die Produkt oder Typnummer.

    Antworten
    Arne

    Hallo Patrick,

    danke für deinen Kommentar und den Hinweis. Wo haben wir denn die Seriennummer erwähnt? Sorry, wir finden das gerade nicht :). Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Lieber Arne darf ich dich fragen, was du vom neuen Tchibo Automaten hältst? Hast du den schon mal getestet? Liebe Grüße, Melanie

    Antworten

    Hallo Arne, ich finde ganz viele Beschreibungen zu Maschinen mit Milchschaumfunktion, trinke aber meistens schwarzen Kaffee-daher wäre mir hier der Geschmack wichtig. Welche Kaffeemaschine (ohne Milchschaumfunktion) würdest du denn empfehlen oder meinst du generell, dass die teureren (mit Milchschaumfunktion) auch qualitativ besseren Kaffee produzieren?
    Viele Grüße, Anna

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