Gastroback 42360 Milchaufschäumer im Test

Gastroback 42360 Milchaufschäumer im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdatum: 5. Juni 2018 von 0

Ihr müsst nur auf den Preis des Gastroback 42360 Milchaufschäumers gucken, um zu wissen wohin die Reise bei diesem Testbericht gehen könnte. Denn fast 140 Euro für ein Gerät, das auf den ersten Blick kaum mehr kann als zum Beispiel der tolle Clatronic MS 3326 für einen Bruchteil des Preises, sind schon happig.

Selbst der in Sachen Angebot und Aufbau fast ähnliche Severin SM 9685 Milchaufschäumer kostet nur halb so viel. Erlaubt sich Gastroback hier also einen schlechten Scherz oder wirken Leistung und Ergebnisse wirklich so gastronomisch professionell, wie der Markenname suggeriert?

Anmerkung zu den Fotos: Bei diesem Test konnte ich auf meine Schwiegermutter als Model zurückgreifen. Also nein, ich trage immer noch keinen Nagellack.

Gastroback 42360 Milchaufschäumer im Test

Details erfahrt ihr natürlich im Testbericht. Aber eines so schon einmal verraten: Das Geld ist zwar definitiv nicht zum Fenster hinaus geworfen. Doch das Preisschild ist wirklich übertrieben.

Der erste Eindruck – Vergleich mit dem Severin SM 9685

EintragWert
GerätenameGastroback 42360 Milchaufschäumer
Maximale Schäummenge
500 ml*
Maximale FüllmengeCa. 700 ml**
Schäumdauer laut Herstellertemperaturabhängig
Schäumdauer im Test110 s (bei 61 Grad)
Milchtemperatur60,8 ° Celsius
Kaltschäumen
Milch erhitzen
Sonderfunktionen laut Hersteller/ Extras
Temperaturregler stufenlos bis 75 Grad
„Latte Art“-Einsatz
Messbecher im Deckel
Aktueller Preis
0.00 €

* laut Hersteller

** keine genaue ml-Angabe vom Hersteller

Meinen ersten Eindruck zum Gastroback 42360 will ich zur Abwechslung einmal mit einem Vergleich schildern. Denn als ich den Gastroback ausgepackt habe, musste ich praktisch sofort an den Severin SM 9685 denken: Edelstahlkännchen auf großem Sockel plus Temperatureinstellung – da nehmen sich beide Geräte überhaupt nichts.

Severlin Milchaufschäumer im Test

Hatte ich beim Severin-Test schon am Preis gemeckert, muss ich beim Gastroback natürlich zetern. Für die aktuell 0.00 € bei Amazon erhaltet ihr folgende Eckfaktoren:

  • Maximale Schäummenge von 500 ml. Das ist die größte Menge im gesamten bisherigen Test und liegt sogar noch über den 350 ml von Severin.
  • Maximale Füllmenge ca. 700 ml. Es gibt nur eine „Max“-Angabe im Edelstahlkännchen. Aber 700 ml ist realistisch. Der Severin bot genauso viel.
  • Stufenlose Temperaturregelung bis 75 Grad Celsius. Severin hatte hier vier eindeutige Stufen.
  • „Mixer-Deckel“ wie bei Severin – also mit Messbecher und Nachfüllöffnung für Sirup und Co. im laufenden Betrieb.
  • „Latte-Art“-Einsatz. Pahahahahahaha.

In meinen Testnotizen habe ich hinter diesen Stichpunkt nur einen Satz geschrieben: Bring it on! Wer mit dem aktuellen Trend Latte Art bei den Kunden Punkte sammeln will, muss natürlich auch abliefern.

Ohne Schaum

Der Einsatz sieht mir aber verdächtig nach der üblichen Rühreinheit aus, die für das bloße Erwärmen von Milch auch bei allen anderen Milchaufschäumern am Start ist. Darum konnte ich es mir nicht verkneifen, meinen Test dieses Mal mit diesem Einsatz zu beginnen. Was dabei herauskam, erfahrt ihr später.

Lüftung

Zurück zum ersten Eindruck: Was die Hochwertigkeit betrifft, ist der Gastroback auf jeden Fall etwas hübscher als der Severin-Kollege, weil er weniger Plastikoptik mitbringt. Potthässlich bleibt das Ungetüm mit Sockel und separatem Kännchen dennoch.

Die enorm große maximale Schäummenge ist natürlich ein schlagendes Pro-Argument für viele Familien. Allerdings bemängeln Amazon-Rezenten zurecht, dass sie dafür auch eine enorm große Mindestfüllmenge in Kauf nehmen müssen.

Milchschaum

Die liegt bei 200 ml, was ich für einen ordentlich Latte zwar nicht zu wenig finde, was aber sehr viele Kleinsthaushalte auf der Suche nach einem Cappuccino etc. Verschwendung nennen. Und da gehe ich durchaus mit.

Die stufenlose Temperaturregelung ist ebenfalls eine feine Sache, zumal der Drehknopf sehr leichtgängig und überaus eindeutig beschriftet ist. Sogar ein optimaler Temperaturbereich zum Schäumen ist angezeichnet.

Deckel

Alles in allem ist der Gastroback 42360 auf jeden Fall ein überaus solides und hochwertiges Stückchen Technik, das seinen Preis zumindest auf dem Papier mit allerlei Funktionen, großer Füllmenge und trendigen Gimmicks zu rechtfertigen versucht.

Füllmenge

So ganz gelingt ihm das aber nicht, schließlich bekommt ihr für die Hälfte des Geldes schon ein Gerät, das nur wenig weniger kann und bietet. Der Sprung erscheint mir einfach zu happig – auch wenn ich denke, dass der Gastroback 42360 eher ein bisschen auf die Einsteigergastronomie abzielt. Also auf Läden, die Milchschaum anbieten wollen, aber keine richtige Espressomaschine haben.

Die Vorbereitung

In der Betriebsanleitung zum Gastroback 42360 gibt es ein ellenlanges Traktat dazu, welche Milch ihr in welchem Zustand verwenden könnt. Manches stimmt, anderes ist Quark. Hinter all den vielen Worten verbirgt sich für mich aber ein anderes Signal:

So ganz sicher, was die Leistungsfähigkeit betrifft, scheint sich der Hersteller auch nicht. Denn wer sich wirklich nach allen Seiten verbal absichert, hat in meinen Augen immer ein bisschen Schiss vor dem Unmut der Kunden.

Milch einfüllen

Ich jedenfalls habe wie immer meine vollfette Wiesenmilch genommen (nur nicht auf den Fotos), die ordentlich Cremigkeit in den Schaum bringt (und nicht andersrum, wie bei Gastroback behauptet). Außerdem habe ich das Kännchen noch einmal gesäubert. Das war hier zwar nicht wirklich nötig, schadet aber nie.

Ein ganz wichtiger Hinweis zu den Rühreinsätzen: Die müsst ihr wirklich mit Schmackes auf den Pipus am Kannenboden setzen. Es muss wirklich „Klack“ machen, sonst sitzt der Einsatz nicht richtig und kann sich folglich auch nicht auf dem Magnetfeld des Induktionskochers drehen.

Ich habe, wie schon angekündigt, zunächst den Latte Art-Einsatz genommen, die Milch bis zur Mindestmarke eingefüllt und den Temperaturregler auf 61 Grad gestellt. Danach nur noch auf den Knopf gedrückt und los ging es!

Einen zweiten Durchgang habe ich mit dem Schäumeinsatz und der Einstellung 65 Grad durchgeführt. Ich wollte es einfach wissen …

Die Anwendung

Gastroback macht keine Angaben zur Schäumzeit, was bei unterschiedlichen Temperaturen natürlich auch Sinn ergibt. Bei meiner ersten Einstellung war der Schäumer nach 1.50 Minuten fertig, was recht fix ist.

Einschalten

Allerdings ging er mir vorher mit seinem Krach extrem auf die Nerven, denn er ist um Einiges lauter als viele andere Geräte im Test. Auch der Severin-Konkurrent war leiser. Dafür gab es aber keinerlei Geruchsentwicklung, die mich bei anderen Geräten, auch dem Severin, immer gestört hat.

Das Umgießen am Ende gelang wieder recht gut, da ihr hier ein handliches Kännchen mit Ausgießtülle nutzen könnt. Dennoch ist es wesentlich unhandlicher als ein ordentlicher Milchpitcher für Latte Art. Perfekte Überleitung …

Das Ergebnis

Meine Skepsis war berechtigt. Der angebliche Latte Art-Schaum erhielt in meinen Notizen folgendes Urteil: nicht ganz falsch, aber auch nicht richtig. Ja, der „Schaum“ ist fließfreudig, allerdings viel zu unregelmäßig durchgeschäumt mit viel zu vielen unregelmäßigen Poren. Er ist dabei instabil wie sonstwas und sieht im Grunde aus wie etwas aufgeschlagene Milch.

Das aufschäumen

Ich bin also fast überzeugt, dass euch hier ein X für ein U vorgemacht wurde, der Rühreinsatz wurde euch mit einem trendigen Marketingbegriff untergejubelt. Wenigstens stimmt aber die Temperatureinstellung, die mit 60,8 Grad Celsius extrem nah an der Voreinstellung liegt.

Nun ist es natürlich möglich, durch Fettstufen, Grundtemperatur der Milch etc. noch etwas mehr aus dem Latte Art-Schaum zu holen. Vergesst nicht die wortreichen Erklärungen in der Betriebsanleitung. Aber ich glaube, so viel mehr hilft das auch nicht, eben weil die Technik darauf gar nicht ausgelegt ist.

Der Milchschaum

Genau aus diesem Grund (und um nicht ungerecht zu sein) habe ich den Gastroback auch noch einmal mit dem Schäumeinsatz getestet und die Temperatur auf 65 Grad erhöht. Dabei kam wiederum ein typischer Schäumer-Schaum heraus:

Milchschaum Konsistenz

Relativ stabil, sogar ein bisschen zu fest, gut durchgeschäumt, feinporig, seidig. Das beweist mir im Umkehrschluss, dass wir es hier wirklich mit einem absolut typischen Milchaufschäumer zu tun haben, der nichts weiter kann als alle anderen. Schon gar keinen Latte Art-Schaum.

Aber: Bei dieser Einstellung war die Milchtemperatur wieder sehr exakt. Ich habe 64,5 Grad gemessen und rund 3.15 Minuten auf meinen Schaum gewartet. Auch dieser Wert zeigt mir, dass die kurzen 1.50 Minuten im ersten Durchgang eher fürs Rühren als fürs Schäumen sprechen.

Die Temperatur vom Schaum

Außerhalb der Wertung: Was kann der Gastroback 42360 Milchaufschäumer noch?

Die Betriebsanleitung ist unerbittlich: KEINE Puddings, keine Cremespeisen, keine Suppen, Soßen oder Sahne! Niemals! Okay sind hingegen die üblichen Verdächtigen wie heiße Schoki, Chai Latte und alle Versionen, bei denen Milch und Getränkepulver zusammenkommen.

Gerade die Getränkepulver dürften sich hier sehr gut integrieren lassen, denn ihr könnt die Milch ordentlich heiß einstellen und das Pulver später im laufenden Betrieb zugeben, wenn die Flüssigkeit schon eine anständige Temperatur hat.
Die Reinigung

Machen wir es kurz: Bis auf den Sockel dürfen wirklich alle Elemente in die Spülmaschine. Und das finde ich exzellent. Auch, wenn ihr keinen Spüler habt, gelingt euch die Reinigung des Edelstahlbechers mühelos.

Mein Fazit: Für wen eignet sich der Gastroback 42360 Milchaufschäumer?

Am Ende eines solchen Tests bin ich immer etwas ratlos: Denn auch, wenn das Gerät an sich okay ist, machen mich Marketingluftnummern immer wütend. Vor allem, wenn sie das Preisschild nach oben treiben.

Das ist in meinen Augen beim Gastroback 42360 auf jeden Fall so. Denn die Latte Art-Geschichte ist schlichtweg in die Hose gegangen, auch wenn der „echte“ Schaum genauso ausgefallen ist, wie wir es bei Severin und Co. schon gesehen haben.

Gastroback 42360 im Test

Nur da haben wir eben die Hälfte, beim Clatronic MS 3326 sogar fast 100 Euro weniger zu zahlen. Es gibt also im direkten Vergleich kaum einen Grund, sich für den Gastroback 42360 zu entscheiden.

Auch wenn er durchaus viele Pro-Argumente liefert:

  • Sehr große Füll- und Schäummenge
  • Stufenlose Temperatureinstellung
  • Exakte Milchtemperatur
  • Hochwertig verarbeitet und stabil
  • Leichte Bedienung
  • Sehr einfach zu reinigen
  • Schaum sehr standfest und feinporig

Die Contra-Argumente sind in diesem Fall jedoch ausschlaggebend:

  • Zu teuer
  • „Latte Art“-Einsatz entpuppt sich als simple Rühreinheit
  • Große Mindestfüllmenge
  • Nicht so hübsch anzuschauen

Hier ist einfach alles ein wenig zu überdimensioniert. Solltet ihr einen Kaffeeversorgungsstand aufmachen wollen oder einen Schäumer fürs Büro suchen, ist der Gastroback 42360 durchaus eine gute Idee, zumal ihr das Ding dann absetzen könnt. Doch für den Heimbetrieb ist dieser Milchaufschäumer zu übertrieben.

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

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