Sage The Barista Express Impress Espressomaschine Test : Mehr Freiheit dank Limits?

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

Wie wir testen | Unser Team

Neben der Frage, ob eine hybride Siebträgermaschine in meinem Espressomaschinen-Test 2024 näher am Vollautomaten oder an der Siebträgermaschine ist, stellt sich noch eine weitere:

Neben der Frage, ob eine hybride Siebträgermaschine in meinem Espressomaschinen-Test 2024 näher am Vollautomaten oder an der Siebträgermaschine ist, stellt sich noch eine weitere:

Wie viel Unterstützung sollten hybride Kaffeemaschinen leisten? Wann wird daraus Bevormundung? Die Sage the Barista Express Impress bringt euch auch ohne Erfahrung zu eurem Kaffee – automatischem Tamping- und Dosiersystem sei Dank.

Anders als bei der Barista Touch Impress fühle ich mich von der The Barista Express Impress dadurch aber schnell eingeschränkt. 

Warum? Schnappen wir uns meine brandneuen entkoffeinierten Bohnen für Vollautomat und Siebträgermaschine und finden wir es ohne Kaffee-Tatter heraus!

Für Anfänger

Sage Barista Express Impress

Starterpaket für Espresso-Fans

Gute Bedienung

Leiser Betrieb

Sehr schöne Schaumlanze

Viel Support bei der Zubereitung

Temperaturschwankungen bei Extraktion

Funktionelle Limits

Sage-Siebträger im Vergleich: Welches Hybrid-Modell kaufen?

Als ich die Sage Barista Touch mit der Barista Touch Impress verglichen habe, habe ich zunächst nur auf die Tamping-Station geachtet. Es hat sich jedoch schnell herausgestellt, dass die Impress-Versionen ihren Klassenkameraden einige Dinge voraus haben. 

So ist das auch bei der Sage The Barista Express Impress und der Sage Barista Express. Beim Mahlwerk wurde genauso nachgearbeitet wie bei den Elementen zum Impress Puck System.

Sage Barista Express vs Impress

Sage Barista Express Espressomaschine Hauptbild

In ihrem Kern sind die „einfache“ Sage The Barista Express und die „automatischere“ Barista Express Impress identisch und besitzen klare Kern-Features:

  • Bedienung über Knöpfe/Tasten

  • Mahlwerk aus Edelstahl

  • Kontrolle Espresso über Manometer

  • Manuelle Dampfdüse

  • Pre-Infusion

  • Heizsystem mit PID-Temperaturregelung für optimale Brühtemperatur

  • Pumpendruck 15 Bar

  • Schnelles Aufheizen

  • Bohnenbehälter 250 g, Wassertank 2 l

  • 54 mm-Siebträger mit ein- und doppelwandigen Sieben

  • Erhältlich in Brushed Stainless Steel und weiteren Farben

Darüber hinaus gibt es nur wenige, aber deutliche Abweichungen:

Sage Barista Express ImpressSage Barista Express
Testmodell

Sage Barista Express Impress

Sage Appliances SES875

Gehäusematerial

Edelstahl

Edelstahl

Verfügbare Farben/Design

Typ

Einkreiser

Einkreiser

Bedienung

Tasten, Drehknöpfe

Tasten, Drehknöpfe

Display

Nein

Nein

Manometer

Durchmesser Siebe

54 mm

54 mm

Siebe einwandig

Siebe doppelwandig

Tamper

Automatische Tamping Station

Manuell (Basic)

Wassertank

2,0 l

2.0 l

Wasserfilter

Mahlwerk

Mahlgrade

25

16

Bohnenfach

Temperatur einstellbar

Rezepte speichern

Vorbrühfunktion

Dampflanze

Manuell (Fortgeschritten)

Manuell (Fortgeschritten)

Heißwasserfunktion

Gewicht

11,0 kg

10.2 kg

Maße

33.0 x 38.0 x 41.0 cm

31,8 x 35,1 x 40,4 cm

Sonstiges

Razor-Dosierwerkzeug

Aktueller Preis

467,50 €

559,99 €

Sage Barista Express ImpressSage Barista Express
Testmodell

Sage Barista Express Impress

Sage Appliances SES875

Gehäusematerial

Edelstahl

Edelstahl

Verfügbare Farben/Design

Typ

Einkreiser

Einkreiser

Bedienung

Tasten, Drehknöpfe

Tasten, Drehknöpfe

Display

Nein

Nein

Manometer

Durchmesser Siebe

54 mm

54 mm

Siebe einwandig

Siebe doppelwandig

Tamper

Automatische Tamping Station

Manuell (Basic)

Wassertank

2,0 l

2.0 l

Wasserfilter

Mahlwerk

Mahlgrade

25

16

Bohnenfach

Temperatur einstellbar

Rezepte speichern

Vorbrühfunktion

Dampflanze

Manuell (Fortgeschritten)

Manuell (Fortgeschritten)

Heißwasserfunktion

Gewicht

11,0 kg

10.2 kg

Maße

33.0 x 38.0 x 41.0 cm

31,8 x 35,1 x 40,4 cm

Sonstiges

Razor-Dosierwerkzeug

Aktueller Preis

467,50 €

559,99 €

Allein mit diesen drei Faktoren schiebt sich die The Barista Express Impress gleichzeitig stärker an den Vollautomat und präsentiert sich als theoretisch bessere hybride Siebträgermaschine.

Das Mahlwerk ist dreimal wichtiger als eine PID-Temperaturregelung oder ein guter Automatikmodus. Je mehr Einstellungen das Mahlwerk bietet, desto facettenreicher wird der Geschmack in Tasse oder Kaffeeglas.

Allerdings wird auch deutlich, dass ihr für mehr Automatisierung und ein besseres Mahlwerk mehr investieren müsst. Damit der Kauf kein Reinfall wird, solltet ihr euch jeweils den gesamten Testbericht durchlesen. Denn eine automatischere Maschine ist nicht automatisch besser …

Sage Barista Express Impress vs Sage Barista Pro

Sage Barista Pro in Uebersicht

Ihr seht es der Sage Barista Pro sofort an, dass sie aus einer älteren Generation stammt. Zwar besitzt sie ein Display, ist jedoch meilenweit vom modernen Touch-Look anderer Sage-Espressomaschinen entfernt. Trotz Brushed Stainless Steel und klassischem Sage-Design.

Ist das schlecht? Kein Stück. Vor allem nicht, wenn sie gegen die Barista Express Impress antritt.

Sage Barista Express ImpressSage Barista Pro
Testmodell

Sage Barista Express Impress

Sage Appliances SES878

Gehäusematerial

Edelstahl

Edelstahl

Verfügbare Farben/Design

Typ

Einkreiser

Einkreiser

Bedienung

Tasten, Drehknöpfe

Tasten, Drehknöpfe

Display

Nein

Ja (LCD)

Manometer

Durchmesser Siebe

54 mm

54 mm

Siebe einwandig

Siebe doppelwandig

Tamper

Automatische Tamping Station

Manuell (Basic)

Wassertank

2,0 l

1.9 l

Wasserfilter

Mahlwerk

Mahlgrade

25

30

Bohnenfach

Temperatur einstellbar

Rezepte speichern

Vorbrühfunktion

Dampflanze

Manuell (Fortgeschritten)

Manuell (Fortgeschritten)

Heißwasserfunktion

Gewicht

11,0 kg

11,51 kg

Maße

33.0 x 38.0 x 41.0 cm

35,4 x 41,0 x 40,6 cm

Sonstiges

Razor-Dosierwerkzeug

Razor-Dosierwerkzeug

Aktueller Preis

467,50 €

663,89 €

Sage Barista Express ImpressSage Barista Pro
Testmodell

Sage Barista Express Impress

Sage Appliances SES878

Gehäusematerial

Edelstahl

Edelstahl

Verfügbare Farben/Design

Typ

Einkreiser

Einkreiser

Bedienung

Tasten, Drehknöpfe

Tasten, Drehknöpfe

Display

Nein

Ja (LCD)

Manometer

Durchmesser Siebe

54 mm

54 mm

Siebe einwandig

Siebe doppelwandig

Tamper

Automatische Tamping Station

Manuell (Basic)

Wassertank

2,0 l

1.9 l

Wasserfilter

Mahlwerk

Mahlgrade

25

30

Bohnenfach

Temperatur einstellbar

Rezepte speichern

Vorbrühfunktion

Dampflanze

Manuell (Fortgeschritten)

Manuell (Fortgeschritten)

Heißwasserfunktion

Gewicht

11,0 kg

11,51 kg

Maße

33.0 x 38.0 x 41.0 cm

35,4 x 41,0 x 40,6 cm

Sonstiges

Razor-Dosierwerkzeug

Razor-Dosierwerkzeug

Aktueller Preis

467,50 €

663,89 €

Preislich sind beide Siebträgermaschinen gleichwertig. Auch in diesem Fall macht das Mahlwerk (für mich) den Unterschied. Außerdem ist die Barista Pro klar „manueller“ und lässt euch mehr Freiheiten beim Kaffee. Das muss man jedoch wollen.

Alles in allem ist die Barista Pro eine genauso gute Entscheidung wie die Barista Express Impress. Wenn ihr euch mehr Freiheit bei der Bedienung und Zubereitung von Kaffee oder Latte Macchiato wünscht, solltet ihr günstige Barista-Pro-Angebote auschecken.

Sage Barista Express Impress vs DeLonghi la Specialista Prestigio

Neben Sage und Solis ist DeLonghi die einzige Marke, die sich mit ernsthaften Geräten in der Kategorie hybride Siebträgermaschine positioniert. Wenn wir die Barista Express Impress mit der DeLonghi La Specialista Prestigio vergleichen, sehen wir den unterschiedlichen Ansatz beider Maschinenhersteller:

Sage Barista Express ImpressDeLonghi La Specialista Prestigio
Testmodell

Sage Barista Express Impress

La Specialista Prestigio EC9355

Gehäusematerial

Edelstahl

Edelstahl

Verfügbare Farben/Design

Typ

Einkreiser

Einkreiser

Bedienung

Tasten, Drehknöpfe

Tasten, Drehknöpfe

Display

Nein

Nein

Manometer

Durchmesser Siebe

54 mm

51 mm

Siebe einwandig

Siebe doppelwandig

Tamper

Automatische Tamping Station

Automatische Tamping Station

Wassertank

2,0 l

2 Liter

Wasserfilter

Mahlwerk

Mahlgrade

25

8

Bohnenfach

Temperatur einstellbar

Rezepte speichern

Vorbrühfunktion

Dampflanze

Manuell (Fortgeschritten)

Manuell (Fortgeschritten)

Heißwasserfunktion

Gewicht

11,0 kg

13.5 kg

Maße

33.0 x 38.0 x 41.0 cm

38,0 x 37,0 x 44,5 cm

Sonstiges

Razor-Dosierwerkzeug

Aktueller Preis

467,50 €

609,00 €

Sage Barista Express ImpressDeLonghi La Specialista Prestigio
Testmodell

Sage Barista Express Impress

La Specialista Prestigio EC9355

Gehäusematerial

Edelstahl

Edelstahl

Verfügbare Farben/Design

Typ

Einkreiser

Einkreiser

Bedienung

Tasten, Drehknöpfe

Tasten, Drehknöpfe

Display

Nein

Nein

Manometer

Durchmesser Siebe

54 mm

51 mm

Siebe einwandig

Siebe doppelwandig

Tamper

Automatische Tamping Station

Automatische Tamping Station

Wassertank

2,0 l

2 Liter

Wasserfilter

Mahlwerk

Mahlgrade

25

8

Bohnenfach

Temperatur einstellbar

Rezepte speichern

Vorbrühfunktion

Dampflanze

Manuell (Fortgeschritten)

Manuell (Fortgeschritten)

Heißwasserfunktion

Gewicht

11,0 kg

13.5 kg

Maße

33.0 x 38.0 x 41.0 cm

38,0 x 37,0 x 44,5 cm

Sonstiges

Razor-Dosierwerkzeug

Aktueller Preis

467,50 €

609,00 €

Beide Espressomaschinen ähneln sich in vielen Punkten, doch sollten wir die stark begrenzte DeLonghi-Kaffeemühle nicht unterschätzen: 

Sie ist ein klarer Indikator dafür, dass DeLonghi eher auf Anfänger und Einsteiger setzt, die auch mit fortschreitendem Wissen keine Bohnen-Experimente machen.

Bei Sage ist das andersherum: Die Australier wollen den Einstieg erleichtern, danach sollt ihr aber vom Mahlgrad bis zur Temperatur immer wieder neue Wege gehen.

Auch wenn die Milchschaumdüse an einer Siebträgermaschine für viele nicht so wichtig ist wie etwa das Mahlwerk oder die PID-Temperaturregelung, muss ich das DeLonghi-Modell loben. Die Profi-Maße machen erstklassigen Milchschaum und animieren euch dazu, bei Latte Macchiato und Co alles zu geben.

Auf der anderen Seite ist jeder Mahlgrad mehr für Espresso unverzichtbar, da ihr für unterschiedliche Kaffeebohnen immer an der Mühle drehen solltet. Selbst wenn sich die Bohnen in Farbe und Röstung ähneln. 

Fast einzig aus diesem Grund tendiere ich hier zur Barista Express Impress. Obendrauf mag ich die Haptik und den Gesamteindruck einer Sage mehr als den Look einer DeLonghi Espressomaschine.

Bunt, bunter: The Barista Express Impress

Ich habe schon öfter meine Theorie erläutert, dass ihr das Barista-Level einer Siebträgermaschine nicht an Profi-Details wie einer PID-Temperaturregelung oder dem Pumpendruck ablesen könnt. Sondern an der Farbe.

Ginge es danach, dürfte die Barista Express Impress gar nicht als ernstzunehmende Espressomaschine gelten. Die The Barista Express Impress ist nämlich erhältlich in

  • Gebürstetes Edelstahl-Grau (SES876BSS4EEU1)

  • Trüffelschwarz (SES876BTR4EEU1)

  • Meersalzfarben (SES876SST4EEU1)

  • Pflaumenblau

  • Schwarzer Edelstahl (SES876BST4EEU1)

  • Roter Samtkuchen (SES876RVC4EEU1)

The Barista Express Impress einstellen: Mit oder ohne Anleitung?

Eine hybride Siebträgermaschine wird von mir stets danach bewertet, wie schnell ihr zu einem perfekten Espresso kommt, ohne etwas davon zu verstehen. Da wir hier ohne visuelle Unterstützung durch einen Bildschirm auskommen müssen, geht das nicht ohne Gebrauchsanleitung. Oder doch?

Mahlwerk & Mahlgrad einstellen

Sage Barista Express Impress Mahlgrad einstellen

Sage liefert die The Barista Express Impress auf Mahlgrad 16 aus und empfiehlt, diesen zu belassen. Das würde ich nicht tun. Stellt das Mahlwerk lieber feiner, Stufe 11 ergab in meinem Testdurchlauf optimales Kaffeepulver.

Wie immer gilt: Verstellt das Mahlwerk nur im laufenden Betrieb und arbeitet euch stets in kleinen Schritten vor.

Auch wenn das Mahlwerk aus Edelstahl besteht und Sage nicht gerade für die leiseste Verarbeitung bekannt ist, gehört die The Barista Express Impress zweifelsfrei zu den ruhigeren Varianten der Australier. Nach der Brüllerei der Barista Touch Impress ist die Express Impress geradezu flüsterleise.

Siebträger vorbereiten

Sage Barista Express Impress tampern

Sage ist stets so nett und liefert zwei Sets an Sieben. Die doppelwandigen oder druckbeaufschlagten Varianten sind für Einsteiger ideal. Sie bauen auch bei falscher Dosierung oder Verdichtung von Kaffeemehl mehr Widerstand gegen Wasser auf. 

Allerdings gibt es aufgrund der Automatisierung der The Barista Express Impress keinen Grund für diesen Rookie-Umweg. Nehmt also gleich die einwandigen Versionen.

Bevor ihr das tut, solltet ihr jedoch den unsäglichen Plastikeinsatz entfernen, den nahezu alle (hybriden) Siebträgermaschinen für Normalnutzer einsetzen. Was auch immer er soll – er sorgt nur dafür, dass euer Espresso unnötig mit Plastik in Kontakt kommt.

Dosierung optimieren

Wenn eine ernstzunehmende Siebträgermaschine einen Smiley als Bedienhilfe einsetzt, enttarnt sie sich sofort als Maschine für Anfänger. Das ist keine Bewertung, das ist Fakt – auch wenn das Ganze ein bisschen infantil wirkt.

Die Smiley-Skala ist allerdings ein elementares Feature der The Barista Express Impress. Denn sie soll euch helfen, beim Mahlen und Dosieren schneller zum Optimum zu kommen. Und das geht so:

Nach dem Mahlen und Tampern zeigt euch die Skala an, ob zu viel oder zu wenig Kaffeemehl im Sieb liegt. Dann könnt ihr entweder nachdosieren oder überschüssiges Kaffeemehl mit dem Razor-Tool abnehmen. 

Dann setzt ihr den Siebhalter nochmals in die Station. Sobald der Smiley getroffen ist, speichert die Siebträgermaschine das Ergebnis fürs nächste Mal.

Sage Barista Express Impress Dosing optimal

Ihr könnt dieses Feature auch umgehen und den Kaffee manuell per Kaffeewaage dosieren – zum Beispiel auf 19 Gramm Kaffeepulver für einen Doubleshot Espresso. Speichern ist dann allerdings nicht.

Auch wenn die automatischen Mengen nicht aufs Gramm genau stimmen, ist die Sage Barista Express Impress doch ausreichend präzise und vor allem angenehm konsistent. 

Das Smiley-Feedback ist in meinen Augen genau das richtige Feature, um Einsteigern die Angst vor der Espressomaschine zu nehmen.

Espresso- bzw. Wassermenge einstellen

Während ihr die The Barista Express Impress für die individuelle Dosierung ein bisschen austricksen müsst, könnte es bei der Justierung der Kaffeemenge nicht einfacher sein:

Haltet den Knopf für einen einfachen oder doppelten Espresso gedrückt, bis er blinkt. Startet einen Bezug und stoppt ihn beim Erreichen der korrekten Menge Kaffee. Diese wird gespeichert.

Für einen 40-Milliliter-Doubleshot greift ihr am besten zur Kaffeewaage und peilt ein Gewicht von 40 Gramm an.

Solltet ihr abnerden wollen, könntet ihr sogar die vorprogrammierte Prä-Infusionszeit verstellen. Ich finde jedoch, dass das ein Niveau ist, auf dem diese Siebträgermaschine nicht agiert. Aber schön, dass wir es tun könnten.

Temperatur einstellen

Ich habe keine Ahnung, warum Sage dieses Detail nicht in den USP nennt: Ihr könnt die Brühtemperatur um je zwei Grad Celsius nach oben oder unten justieren. 

Das ist für eine „einfache“ Siebträgermaschine nicht selbstverständlich und macht oft einen großen Unterschied bei den Kundenbewertungen.

Bezieht zunächst ein paar Kaffee, nehmt ein Thermometer und checkt die Temperaturanzeige. Falls ihr dann mehr oder weniger Wumms benötigt, ist das nur ein paar Knopfdrücker entfernt.

Bedienungsanleitung auf Deutsch (PDF)?

Ich kann euch nur raten, die Bedienungsanleitung der The Barista Express Impress gut wegzupacken. Denn es ist unmöglich, die Maschinenunterlagen auf Deutsch online zu finden – zumindest bei Sage selbst. Ich habe euch notgedrungen die englische Version verlinkt. 

Zwar gibt es eine Service-Seite, doch diese bietet keine Infos zu den Impress-Maschinen. Ihr könnt allerdings viele Hinweise zur „normalen“ Barista Express Siebträgermaschine auf die Impress-Version übertragen.

Etwa der Hilfsartikel How to clean the steam wand in five steps mit Video gilt sowieso uneingeschränkt für jede Siebträgermaschine mit Dampflanze.

Doch braucht ihr die Anleitung unbedingt? Am Anfang auf jeden Fall – und falls ihr etwas Größeres einstellen oder verändern wollt, ebenso. Sie ist ausführlich und verständlich genug, um euch langes Raten zu ersparen.

Espresso & Milchschaum zubereiten: Erfahrungen aus dem Sage Barista Express Impress Test

Sage Barista Express Impress Espressobezug

Obwohl die Sage the Barista Express keinen Bildschirm und damit auch keine bunten Menüs hat, ist sie die kommunikationsfreudigste Siebträgermaschine des Herstellers. Zu jedem Griff gibt das Gerät Feedback – akustisch, visuell und immer eindeutig.

Doch sobald ihr die Abläufe verstanden habt, braucht ihr keine ständige Erinnerung, wie es geht. Dann wird das Gefeedbacke nervig.

Das lässt sich zwar umgehen, indem ihr die Maschine auf manuelle Funktionen umstellt und manches Signal ignoriert – aber dafür ist die Sage the Barista Express Impress Siebträgermaschine nicht gedacht.

Davon abgesehen zeigen sich einige Grenzen der Maschine tatsächlich erst, wenn ihr alles eingestellt und die ersten Kaffee oder Cappuccino zubereitet habt.

Automatisches Tampern

Wenn eine Siebträgermaschine automatisches Tampern verspricht, muss sie das perfekt machen. Schließlich brauchen wir den optimalen Druck und die optimale Verdichtung, um einen optimalen Espresso zuzubereiten. 

Das sogenannte Impress Puck System lässt euch auf jeden Fall nicht im Stich. Hier kommt nicht nur der korrekte Druck von etwa 10 Kilogramm aus der Espressomaschine, die Oberfläche wird zusätzlich mit einem kleinen „Twist“ geglättet. 

Grundsätzlich empfehle ich, den Hebel zweimal zu betätigen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Sage empfiehlt das auch.

PID-Temperaturregelung

Bisher habe ich die PID-Temperaturregelung einfach hingenommen. Zwar habe ich in vielen Profi- und Kundenbewertungen gelesen, dass dieses Sage-Feature bei keiner Siebträgermaschine zu funktionieren scheint – doch aufgefallen ist mir das nicht.

Bei der Sage The Barista Express Impress muss ich die Einschätzung aber teilen. Die viel beworbene PID-Temperaturregelung scheint ihren Job nicht so recht ernst zu nehmen. (PID steht übrigens für Proportional-Integral-Differential, falls ihr euch das fragt.) 

Denn bei ansonsten identischen Ausgangspunkten (selbe Kaffeebohnen, selbe Menge, selber Mahlgrad, optimale Verdichtung) kommt jedes Mal ein anderer Geschmack in die Espresso-Gläser.

Das ist ein klarer Hinweis auf eine inkonsistente Extraktion, die wiederum auf schwankende Temperaturen im Thermoblock hindeuten. Genau das soll die PID-Temperaturregelung eigentlich verhindern.

Ist das so schlimm? Jein. Die „wichtigsten“ Aromen bekommt natürlich auch die The Barista Express Impress in die Gläser. Aber für Experimente eignet sie sich so nicht.

Espresso (und Americano)

Mal abgesehen von den Fehlern der PID-Temperaturregelung ist es relativ einfach, einen anständigen Espresso in die Kaffeegläser zu bringen. Ihr habt auch genug Möglichkeiten, mit verschiedenen Facetten einer Röstung über verschiedene Zubereitungsparameter zu spielen.

Doch ich finde, darauf ist die Sage The Barista Express Impress Siebträgermaschine nicht ausgelegt. Sie ist eine eindeutige One-Touch-Workflow-Maschine, die ihr jeden Morgen mit den gleichen Einstellungen verwendet.

Falls ihr „Kaffee“ im Sinne einer Tasse Kaffee wollt, solltet ihr die Finger von der Bezugsmenge lassen und stattdessen einen Americano zubereiten. Das geht dank eigenem Heißwasserauslauf ganz einfach.

Milchschaum

Sage Barista Express Impress Milchschaum

Von den Thermoblock-Problemen der The Barista Express Impress merkt ihr zumindest beim Schäumen nix. Denn wie erwartet, bietet auch diese Sage Espressomaschine super Voraussetzungen für anständigen Milchschaum.

Schade nur, dass sie uns nicht verrät, wie ihr die Milchkanne beim Aufschäumen halten müsst, wann die optimale Milchtemperatur erreicht ist oder wie ihr Milchschaum für Latte Art auf Cappuccino unter die Crema hebt. Da bleiben nur YouTube-Tutorials und einige Übungsrunden mit Milch.

An Dampf-Bar und Beweglichkeit lässt es der Milchaufschäumer jedenfalls nicht vermissen. Überhaupt ist die Dampflanze wesentlich kraftvoller und professioneller, als man es von einer solchen Espressomaschine erwartet.

Sonstige Beobachtungen im Test-Forum

  • Die versprochene kurze Aufheizzeit ist wirklich kurz – in rund 40 Sekunden ist der Thermoblock einsatzbereit.

  • Während der Abstand zwischen Brühkopf und Abtropfschale für (meine) Cappuccino- und Latte-Gläser ausreicht, kommt ihr bei höheren Gläsern für Latte Macchiato nicht weit. Hier müsst ihr entweder die Tropfschale rausnehmen oder geht den Umweg über einen Mini-Pitcher für Espresso. Ich würde die zweite Variante wählen.

  • Der Siebträger sollte nicht vor Ende des Mahlvorgangs aus dem Halter der Maschine genommen werden. Das gibt eine riesige Sauerei.

Reinigung: Vorher, nachher & überhaupt gut

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Nichts ist einfacher, als eine Espressomaschine sauber zu halten. Ob sie nun ein Mahlwerk hat oder nicht. Vor und nach jedem Bezug von Kaffee oder Milchschaum spült ihr Brühkopf oder Schaumlanze mit einem Wasser- bzw. Dampfstoß durch. Das war es schon fast.

Die The Barista Express Impress bringt ein riesiges Reinigungs-Kit mit, das euch auch den Großputz oder das Entkalken um einiges erleichtert. Hier wendet ihr euch wieder an die Bedienungsanleitung, sie erklärt wirklich jeden Schritt minutiös.

Selbst wenn ihr besonders gründlich sein wollt, müsst ihr neben den täglichen Putzaufgaben (Wassertank leeren und trocknen, Tropfschale leeren und trocknen, Siebträger reinigen, spülen) nur selten aktiv werden. Genau das macht ein Modell wie The Barista Express Impress auch grundsätzlich attraktiver als mancher Vollautomat.

The Barista Express Impress: Ein Testbericht mit Vorbehalten

Für die Bewertung einer Maschine kommt es auch immer darauf an, wann ich sie in meinem Espressomaschinen-Test 2024 unter die Lupe nehme. Das könnte der Sage the Barista Express Impress zum Verhängnis geworden sein.

Für Anfänger

Sage Barista Express Impress

Starterpaket für Espresso-Fans

Gute Bedienung

Leiser Betrieb

Sehr schöne Schaumlanze

Viel Support bei der Zubereitung

Temperaturschwankungen bei Extraktion

Funktionelle Limits

Denn direkt davor habe ich die Barista Touch Impress untersucht und war vom Gesamtkonzept schwer begeistert. Das wiederum hat umso deutlicher gemacht, dass es der Barista Express Impress zwar nicht an Automatisierung fehlt, diese aber nicht zu Ende gedacht wurde. 

Ich mag die Unterstützung bei der Zubereitung. Mahlwerk, Qualität, Größe und Lautstärke passen auch. Doch wenn es darum geht, sich Kaffee in allen Facetten zu nähern, gibt euch die Barista Express Impress nicht genug Möglichkeiten.

Wie also lautet das Fazit? Da bin ich mir nicht so sicher. Wenn ich den Preisvergleich zu einem Modell wie der Barista Touch Impress mache, lege ich für eine Siebträgermaschine mit Mahlwerk dann doch lieber etwas mehr auf den Tisch und hole mir alles, was die Kategorie zu bieten hat.

Wie ist eure Meinung? Achtet ihr auf Details wie eine PID-Temperaturregelung oder bewertet ihr Geräte anders? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

FAQ

Laut meiner Tests können sowohl die Sage Oracle Touch als auch die Sage The Barista Touch Impress am meisten überzeugen.

Laut Herstellerangaben werden die Geräte in Sydney entwickelt, als Herstellungsort ist aber von Fernost auszugehen.

Dein Kaffee-Experte
Team Image
Arne Preuss

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

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