Jura E10 Test: Wirklich neu oder einfaches Cold Brew-Update?

Moin! Ich bin Arne, Ex-Barista und Kaffee-Nerd bei Coffeeness. Seit Jahren teste ich mit meinem Team Vollautomaten, Siebträgermaschinen und Bohnen – ehrlich, unabhängig und mit viel Leidenschaft. Unser Ziel: euch beim perfekten Kaffee zu helfen. Und wer mag, findet im Coffeeness-Shop auch unsere eigenen Bohnen und hochwertiges Zubehör.

Transparent erklärt: Wie wir testen

Wenn sich die Hersteller in meinem Kaffeevollautomaten Test 2026 mal auf einen Trend eingeschossen haben, kommen sie davon so schnell nicht wieder los. Momentan geht zum Beispiel nichts ohne Cold Brew – ob die Kunden das wirklich wollen oder nicht.

Nur so kann ich mir die Existenz des Jura E10 EA erklären. Hätte er nämlich nicht ein paar neue Cold Brew-Getränke an Bord, gäbe es kaum einen Unterschied zum Mittelklasse-Klassiker Jura E8.

Für das frostige Add-on zahlen wir auch einen recht saftigen Aufpreis. Das ist zwar keine Überraschung bei Jura, führt aber trotzdem unweigerlich zu einer Frage: Lohnt sich das überhaupt? Und wenn ja, für wen? Die Antworten findet ihr in diesem Testbericht.


Wie ein E8, aber mit Cold Brew

Der Jura E10 ist eher was für Kaltgetränke-Fans.

Gewohnte Jura-Qualität

Inklusive Cold Brew & Sweet Foam

Gute Kaltextraktion

Leise & hochwertig

Betagteres Bedienkonzept

Preis-Leistung unoptimal

Alle Spezifikationen
Wie ein E8, aber mit Cold Brew
Hersteller

Jura

Testmodell

E10 EA

Gehäusematerial

Kunststoff matt

Verfügbare Farben/Designs

Onyx Grey

Milchschaumsystem

Automatisch (Mit Schlauch)

Lautstärke (eigene Messung)

90

Brühgruppe herausnehmbar

Display

Touch

App

Benutzerprofile

Wassertank

19.0 l

Minimale Auslaufhöhe

6.5 cm

Maximale Auslaufhöhe

11.1 cm

Mahlwerk

Kegelmahlwerk Edelstahl

Elektronisches Mahlwerk

Bohnenfach

280 g

Zwei Bohnenfächer

Mahlgrade

7 Stufen

Kaffeepulverfach

Kannenfunktion

Kaffeegetränke auf Knopfdruck

36

Kaffeestärke einstellbar

10

Temperatur Kaffee einstellbar

3

Temperatur Milchschaum einstellbar

2-Tassenfunktion

keine Milchgetränke

Heißwasserfunktion

Heiße-Milch-Funktion

Nur Milchschaum beziehen

Wasserfiltereinsatz

im Lieferumfang enthalten

Gewicht

10 kg

Maße (Höhe x Breite x Tiefe)

34.8 x27 x 44.6 cm

Sonstiges

Cold Brew

Kalter Milchschaum

Aktueller Preis
Alle Spezifikationen

Überblick & Vergleich: Was kann der Jura E10 EA?

 Was bei Jura Kaffeevollautomaten als Mittelklasse durchgeht, ist bei anderen Herstellern längst Oberklasse. Zumindest preislich. Die schon lange existierende E-Klasse definiert sich über ein klassisches Bedienkonzept, überschaubare Kaffeespezialitäten und Preise knapp unter 1.000 Euro.

Während andere Modelle der Reihe eher wenig erfolgreich scheinen, ist der Jura E8 bereits in der vierten Auflage auf dem Markt. Auch in meinem Test konnte er bislang immer mit top Ergebnissen beim Geschmack, guten Ergebnissen bei der Handhabung und solala-Ergebnissen beim Preis punkten.

Der Jura E10 (15743 EA in Onyx Grey) soll die Erfolgsstory des E8 aufgreifen, aber als Kaffeevollautomat mit Cold Brew neue Käufer anziehen. Wie es aussieht, wird er den E8 nicht ersetzen, sondern ergänzen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Sinn ergibt.

Jura E10 vs. Jura E8

Jura ist dafür bekannt, Kaffeevollautomaten auf den Markt zu werfen, bei denen man die Unterschiede manchmal mit der Lupe suchen muss. Auch habe ich sie schon öfter dabei “erwischt”, neue Features heimlich auch bei Vorgänger-Modellen nachzurüsten und damit ihre “Innovationen” kaputt zu machen. Das scheint beim Upgrade vom E8 zum E10 nicht passiert zu sein. Die Unterschiede fallen trotzdem sehr dünn aus:

Jura E10 EAJura E8 ED
Release20262025
FarbenOnyx GreyMidnight Silver
Cosmic Black
Bedienung3,5″-Tasten-Farbdisplay3,5″-Tasten-Farbdisplay
MahlwerkP.A.G.2+P.A.G.2
Mahlgrad7 Stufen7 Stufen
Kaffeespezialitäten3627
Cold Brew✔️❌
Sweet Foam✔️✔️
Light Brew✔️✔️
Coffee Timer✔️✔️
Kaffeestärke10 Stufen10 Stufen
Temperatur Kaffee3 Stufen3 Stufen
Lautstärke Mahlwerk laut Test67,4 dB64,5 dB
Aktuelles Preisniveau1.350 €950 €

Ob das aktuellere Mahlwerk im E10 viel besser ist, kann ich technologisch nicht beurteilen. Bei der Lautstärkemessung hat der E8 jedenfalls bessere Ergebnisse erzielt. In der Tasse kommen beide aber auf dasselbe, gewohnt erstklassige Jura-Niveau.

Es dürfte bereits auf der Hand liegen, welches Gerät ich grundsätzlich empfehlen würde: Wer Cold Brew nicht wirklich liebt, braucht keine 400 Euro zusätzlich für den E10 auszugeben. Light Brew als fancy Ausdruck für lauwarmen Kaffee haben schließlich beide an Bord.

Jura E10 vs. DeLonghi Eletta Ultra

Um zu verstehen, warum Juras Mittelklasse preislich-funktionell eigentlich eine Frechheit ist, müssen wir nur zum aktuellen Spitzenmodell von DeLonghi rüberschauen. Der DeLonghi Eletta Ultra kostet derzeit rund 150 Euro weniger als Juras Angebot und bietet deutlich mehr:

Jura E10 EADeLonghi Eletta Ultra
Release20262026
Bedienung3,5″-Tasten-Farbdisplay4,3‘‘ Touchdisplay
Mahlgrad7 Stufen13 Stufen
Lautstärke Mahlwerk laut Test67,4 dB65.3 dB
Kaffeespezialitäten3650+
Cold Brew✔️✔️
Sweet Foam✔️❌
Light Brew✔️❌
Kalter Milchschaum❌✔️
Benutzerprofile❌✔️
Aktuelles Preisniveau1.350 €1.200 €

Ich bin schon immer der Überzeung, dass kalter Kaffee ohne kalten Milchschaum etwas sinnlos ist. Schließlich müssen wir die Milch sonst mit Eiswürfeln runterkühlen und verwässern so den Drink.

DeLonghi ist zwar nicht so elegant und sexy wie Jura, aber im Duell Jura vs. DeLonghi bringen die Italiener inzwischen immer bessere Argumente, warum ihr vielleicht lieber auf etwas Sexappeal verzichten solltet.

Jura E10 Kaffeevollautomat richtig einstellen: Einfach oder einfach altbacken?

Ich argumentiere oft, dass eine einfache Display-Tasten-Bedienung viele gute Seiten hat. So ist sie etwa für Nutzer mit Einschränkungen oft eine bessere Alternative zum Touchdisplay. 

Aber ich bleibe dabei, dass ein aktueller Vollautomat für deutlich über 1.000 Euro nicht ohne Touchbedienung antreten sollte. Sonst wirkt das Ganze nämlich nicht mehr einfach, sondern altbacken und ein bisschen wie Abzocke.

Auf der anderen Seite tappt Jura mit dem E10 nicht in seine sonst übliche Falle. Statt auf merkwürdige Bedienkonzepte und Menüeinfälle setzen die Schweizer hier auf eine klare Menüführung. Zumindest größtenteils.

Die Kaffeespezialitäten werden in vier Genusswelten (heiß, kalt, lauwarm, süß) angeordnet, die Einstellungen sind im Großen und Ganzen selbsterklärend. Ihr dürft nur nicht vergessen, euer Kaffeeglas oder eure Tasse immer unter den richtigen Auslauf zu stellen.

Beste Einstellungen für unsere Kaffeebohnen

MahlgradMengeKaffeestärkeTemperatur
Espresso5 von 7*40 ml8 von 103 von 3
Kaffee5 von 7*120 ml8 von 101 von 3
Latte Macchiato5 von 7*40 ml8 von 103 von 3
Cold Brew Espresso1 von 7*40 ml10 von 10—
Cold Brew Kaffee1 von 7*120 ml5 von 10—
Cold Brew Cappuccino1 von 7*8 von 10—

*Jura dreht Nummerierung um

Wir haben den Jura E10 Test ausnahmsweise mit meiner KRÄFTIG Röstung durchgeführt. Mit anderen Röstungen aus unserem Shop erzielt ihr etwas andere Ergebnisse. Vergleicht am besten selbst – zum Beispiel mit unserem Probierpaket!

Mahlwerk: Mahlgrad und Lautstärke

Juras P.A.G.-Mahlwerke (Professional Aroma Grinder) haben einen klaren Vorteil: Da sie sich zwischen Mahlgängen komplett auseinander ziehen, um Kaffeereste aus den Edelstahl-Kegeln zu entfernen, könnt ihr das Mahlwerk jederzeit verstellen – ob es nun läuft oder nicht.

Solltet ihr andere Mahlwerke gewöhnt sein, müsst ihr dabei bedenken, dass Jura die Nummerierung seiner 7 Stufen seit Neuestem umdreht – 1 steht für grob, 7 für fein. Das ist an sich logisch, führt nur im Vergleich zur gesamten Mahlwerkwelt schnell zu Einstellfehlern.

Die Entspannungstechnik macht es aber leichter, den Jura E10 an die jeweilige Getränkewelt anzupassen. Und das ist notwendig:

Für alle heißen Getränke empfehle ich die Stufe 5 von 7, für alle kalten Getränke solltet ihr auf die gröbste Stufe (1 von 7) setzen. Das hat etwas mit der längeren Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver zu tun, die grobe Mahlung verhindert eine Überextraktion.

Mit gemessenen 67,4 Dezibel ist das E10-Mahlwerk zwar auf dem Papier lauter als andere Kollegen, in der Realität stört das Mahlgeräusch aber nicht. Wie wir es von Jura gewohnt sind, sorgt die exzellente Verarbeitung der gesamten Maschine für eine hervorragende Isolation.

Füllmenge & Kaffeestärke optimieren

Bei der Füllmenge und Kaffeestärke für heiße Getränke gibt es keine Überraschungen. Für einen Espresso wählt ihr 40 Milliliter, für den Kaffee 120 Milliliter. Die Kaffeestärke solltet ihr wie immer höher stellen, selbst wenn ihr auf meine KRÄFTIG Röstung setzt. Hier entscheidet am Ende jedoch euer Geschmack.

Cold Brew-Getränke anpassen

Jura wäre nicht Jura, wenn die Schweizer nicht doch an irgendeiner Stelle ihres Bedienkonzepts für den E10 auf dumme Gedanken kämen:

Normalerweise erreicht ihr die Feineinstellungen für ein Getränk durch langes Drücken der Taste beim jeweiligen Icon. Wenn ihr die Kaltoptionen des E10 justieren wollt, sagt euch jedoch die Maschine, dass ihr dafür zum jeweiligen Heißgetränk gehen müsst.

Das ist kompletter Quatsch, da eine heiße Extraktion anders funktioniert als eine kalte. Je nach Röstung und Kaffeebohnen sind mehr oder weniger Kaffeepulver pro Bezug oder eine andere Füllmenge wichtig, um den optimalen Geschmack herauszuholen.

In der Praxis ist das nach meinen Erfahrungen im Test zwar nur für den Cold Brew-Kaffee notwendig, hier aber besonders wichtig: Eine deutlich geringere Kaffeestärke unterstreicht die Leichtigkeit des Getränks. Egal mit welchen Kaffeebohnen.

Milchschaum vorbereiten

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Juras Milchsystem zählt die Ausgabe in Sekunden und arbeitet bei jeder Maschine anders. Daher gebe ich keine Empfehlungen für die optimale Menge. Tastet euch passend zu eurem Gefäß und dem Getränk ans Ideal heran.

Für einen Latte Macchiato empfehle ich allerdings, die Pause zwischen dem Milchschaum- und Kaffeebezug auf 20 Sekunden einzustellen. Das ist die optimale Spanne, um richtig schöne Schichten zu erhalten.

Vergesst außerdem nicht, dass alle Getränke mit Milchschaum aus dem separaten Auslauf an der rechten Vorderseite ausgegeben werden. Wie schon erwähnt, erinnert euch die Maschine leider nicht daran.

Espresso & Kaffee

Mit 56 Grad Celsius wirkt der heiße Espresso auf dem Papier etwas frisch. In der Tasse ist er ein bestens temperierter, klassischer Jura-Schluck mit vollmundiger Schokolade und geschmacklichen Bestnoten.

Ich finde es ziemlich gut, dass Jura auch meine KRÄFTIG Röstung sanft behandelt und so schön extrahiert, dass der Espresso niemals zu kräftig wirkt.

Der Kaffee kann mit gemessenen 70 Grad Celsius auch Frostbeulen überzeugen und hätte sogar noch reichlich Luft nach oben – wir haben ihn schließlich auf niedrigster Stufe zubereitet. Auch er bringt genau die richtige Menge an Kraft mit, das Bitterschokoladen-Bild wird aber naturgemäß weicher gezeichnet.

Milchschaum

Der perfekt geschichtete Latte Macchiato mit 58 Grad Celsius ist für mich eines der Highlights des Jura E10. Hier beweist sich auch, dass ein Getränk mit zwei Drittel Milch und großer Füllmenge eine kräftigere Röstung verträgt.

Die Süße der Milch und die Bitterschokolade des Espresso bieten sich gegenseitig die Stirn und schmecken zusammen wie ein richtig kräftiger Schokokuchen, von dem man mehr als ein Stück haben will. 

Das Milchschaum-Ergebnis ist zwar für Jura nicht außergewöhnlich, trotzdem hat es mir mal wieder vor Augen geführt, dass die Maschinenpreise an vielen Stellen dann doch berechtigt sind. Marketing und Image hin oder her.

Cold Brew

Weil Cold Brew inzwischen fast ein Standard-Feature ist, messe ich mittlerweile genau nach, was ein Hersteller unter Cold versteht – ohne Eiswürfel, versteht sich. Der Jura E10 legt in dieser Hinsicht ordentlich vor:

Der Espresso erreicht starke 29 Grad Celsius, die durch Eiswürfel sehr fix auf fast 0 Grad heruntergekühlt werden können. Die Eiswürfel sind meiner Meinung nach der Schlüssel, um aus einem durchaus guten Kaltpresso einen sehr leckeren Kaltpresso zu machen. 

Der kalte Kaffee hat sogar nur rund 26 Grad ohne Eiswürfel und wird zu einem schön süffigen Sommergetränk, das auch gut mit Tonic harmoniert. Hier muss ich jedoch zugeben, dass meine KLASSIK Röstung vermutlich besser funktionieren dürfte.

Da der E10 keine Kaltschaumfunktion hat, fließt der Cappuccino mit insgesamt 54 Grad Celsius aus der Maschine und kommt deshalb nicht ohne Eiswürfel aus. Die haben in Milchgetränken aber nicht viel verloren. Das lässt sich mit weniger Eis und einem zweiten Cold-Espresso verbessern, ist aber sicher nicht jedermanns Sache.

Reinigung & Pflege: Ihr wisst, was zu tun ist

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Kennste einen Jura, kennste alle: Da ihr die Brühgruppe nicht herausnehmen könnt (müsst), wird es noch leichter, den Jura E10 anständig zu reinigen.

Dazu startet ihr täglich alle notwendigen Reinigungs- und Spülprogramme, kümmert euch regelmäßig um die Entkalkung und macht einfach, was der Automat sagt. Auch dieses Mal beweisen die Schweizer ihr absolutes Verständnis dafür, was die Langlebigkeit einer Kaffeemaschine ausmacht – je einfacher und gründlicher sie zu pflegen ist, desto besser.

Fazit zum Jura E10: Was ist Cold Brew wert?

Sollte der Jura E10 EA trotz meiner Prognose den Jura E8 tatsächlich ablösen, halte ich den neuen Mittelklasse-Kaffeevollautomaten für eine gute Wahl. Sollte es den E8 weiterhin geben, sehe ich keinen Grund, warum ihr zum E10 greifen solltet.

Der Preis ist ziemlich abenteuerlich, selbst wenn wir das neue Mahlwerk und die Cold Brew-Optionen einrechnen. Wie bei vielen Kandidaten in meinem Kaffeevollautomaten Test 2026 sehe ich das Kaltbrühen als Zusatzfunktion, nicht als wichtigsten Kaufgrund.

Der E10 hat aber keine anderen Argumente, die ihn von anderen Geräten seiner eigenen Marke und Klasse abheben. Das ändert jedoch nichts an der generell hohen Bewertung. Wir haben es schließlich mit einem Jura Kaffeevollautomaten im besten Sinne zu tun. Qualität können die Schweizer nunmal im Schlaf.

Würdet ihr einen Kaffeevollautomaten nur wegen der Cold Brew-Option kaufen? Hinterlasst mir gern einen Kommentar!

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