Die 10 Geheimnisse der Kaffeebohnen

Die meisten von euch kennen Kaffeebohnen wahrscheinlich nur in geröstetem Zustand oder sogar nur als Pulver.Kaffee Barista Instant-Granulat, Kapseln, Tütchen und ähnliche Unarten ignoriere ich mal diplomatisch.

An gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen ist natürlich nichts auszusetzen. Schade ist es trotzdem, dass wir über diese wundervolle Pflanze so wenig wissen, die uns so viel Genuss beschert. Dieser Artikel soll das ändern und euch die Kaffeebohne näher vorstellen. Wer auf der Suche nach gutem Kaffee und Espresso ist findet hier die richtigen Bohnen:

Also – Coffeeness präsentiert: Die 10 Geheimnisse der Kaffeebohnen!

Kaffeebohnen sind eigentlich Kirschkerne

“Kaffeebohne” ist eine hübsche umgangssprachliche Bezeichnung, aber mit Bohnen haben Kaffeebohnen nichts zu tun. Die Früchte der Kaffeepflanze heißen Kaffeekirschen. Reife Arabica- und Robusta-Kirschen (siehe unten) haben mit essbaren Kirschen außer dem Namen auch die rote Farbe gemein.

Kaffeebohnen in der Kirsche

Die Kerne dieser Kirschen enthalten die Samen der Pflanze und lassen sich außerdem zu einem leckeren Heißgetränk weiterverarbeiten. Genau: Kaffeebohnen sind einfach die Kerne von Kaffeekirschen. Man kann sie übrigens auch als Kaffeebeeren bezeichnen, aber da passt das mit den Kernen nicht so gut.

Süßes Fruchtfleisch, bittere Pelle

Entgegen anderslautenden Gerüchten ist das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche durchaus essbar und schmeckt süß. Leider ist aber die äußere Haut bitter, so dass beim Verspeisen dieser Früchte keine Freude aufkommt. Außerdem müsste man sie im richtigen Reifegrad und bald nach der Ernte essen, weil das Fruchtfleisch schnell verfault. Deshalb ist es eher unüblich, Kaffeekirschen zu essen.

Manche machen aus Kaffee Tee – oder Limo

Bei der normalen Kaffeeproduktion interessieren nur die Kerne. Das Fruchtfleisch und die Haut sind meist Abfall oder Biodünger. Dabei gibt es eine alte Tradition, die getrockneten Früchte als Aufgussgetränk zu verwerten. Es nennt sich Cascara, enthält viel Koffein und bringt je nach Kaffeeart verschiedene Fruchtaromen mit.

Bei Green Cup Coffee könnt ihr die getrockneten Kirschen für den Aufguss beispielsweise bestellen. Selosoda bietet einen Kaffeekirschentrunk in Limonadenform an.

Die meisten Kaffeebohnen sind Zwillinge

In den meisten Kaffeekirschen wachsen eng aneinander geschmiegt zwei Kerne heran. Dadurch entsteht die bekannte Form der Kaffeebohnen mit einer runden und einer flachen Seite. Seltener sind Kaffeekirschen mit nur einem Kern, der dann rund ist und Perlbohne heißt (auf dem Foto rechts).

Kaffeesorte Perlbohnen

Perlbohnen entstehen in der Regel, wenn die Kirsche für zwei Kerne nicht genug Nährstoffe bekommt. Deswegen haben sie ein besonders mildes Aroma. Manche Produzenten züchten gezielt Kaffepflanzen, die viele Perlbohnen hervorbringen. Dieser Kaffee ist meist teurer als der Flachbohnen-Kaffee, den wir Normalsterblichen trinken.

Arabica will hoch hinaus

Wahrscheinlich sind euch die Bezeichnungen “Arabica” und “Robusta” geläufig. Das sind die beiden häufigsten Kaffeearten. Aber wo liegen eigentlich die Unterschiede?

Arabica, unter Botanikern als “Coffea Arabica” bekannt, steht in dem Ruf, die edlere und bessere Bohne zu sein. Das stimmt nur bedingt. Es gibt viele Einflüsse, die einen Kaffee gut oder schlecht machen, und auch Robusta hat ihre Vorzüge.

Kaffeebohnen Kaffeekirsche

Die Arabica-Pflanze wächst meist in einer Höhe zwischen 1300 und 1500 Metern über dem Meeresspiegel. Manche Züchter bauen sie aber auch in Lagen über 2 Kilometer Höhe an. Dort wachsen die Pflanzen langsamer, bringen dabei aber besonders hochwertige Bohnen hervor.

Solche Kaffeesorten geben sich oft durch Wörter wie “Mountain” im Namen zu erkennen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Rocko Mountain Kaffee von Coffee Circle, den ich für Coffeeness schon mal getestet habe. Etwa 65 Prozent des weltweit gehandelten Kaffees gehört zur Sorte Arabica.

Botanisches Detail am Rande: Arabica ist einzige Kaffeepflanze, die sich selbst bestäuben kann. Im Unterschied zu ihren Verwandten braucht sie zur Fortpflanzung weder Wind noch Insekten.

Robusta hat mehr Kick und Crema

Robusta-Kaffee (Coffea Canephora) gedeiht am besten unterhalb von 1000 Metern Höhe. Er ist pflegeleichter und wächst schneller als Arabica-Kaffee. Die meisten Abnehmer und Produzenten ziehen den anspruchsvolleren Arabica-Kaffee vor. Der Weltmarktanteil von Robusta beträgt etwa 35 Prozent.

Robusta-Kaffee hat aber auch Vorteile:

  • Er enthält mehr Koffein, und zwar bis zur vierfachen Menge des Gehalts von Arabica-Kaffee
  • Er hat ein herberes Aroma, was je nach individueller Vorliebe durchaus ein Vorteil sein kann
  • Er bildet wegen seines höheren CO2-Gehalts eine bessere Crema

Einen großen Teil der produzierten Robusta-Bohnen verarbeiten die Hersteller zu Instant-Kaffee weiter. Eine elegantere Verwendung besteht aber darin, Arabica und Robusta zu mischen, um die Vorteile beider Sorten zu verbinden. Bei Qualitätskaffee ist es durchaus üblich, einen kleineren Teil Robusta-Bohnen beizumischen, um das gewünschte Aroma zu bekommen.

Arabica und Robusta sind nicht alles

Grüne KaffeebohnenAndere Kaffepflanzen neben Arabica und Robusta führen auf dem Weltmarkt ein Schattendasein – aber es gibt sie.

Excelsa-Kaffee zum Beispiel wurde erst 1904 im Tschad entdeckt, und der Tschad ist bis heute auch das einzige Land, das ihn produziert. Da die Einheimischen den Großteil selbst trinken, ist er weltweit eine Rarität.

Liberica-Kaffee enthält noch mehr Koffein als Robusta, dafür aber leider wenig Aroma. Außerdem ist er unter allen Kaffeepflanzen die langsamste: Seine Früchte brauchen etwas mehr als ein Jahr, um zu reifen. Bei Arabica sind es sieben bis neun Monate. Deshalb ist Liberica ein eher unattraktives Produkt.

Coffea Stenophylla ist eine weitere Rarität. Er wächst vor allem in Guinea und Sierra Leone und liefert den dort bekannten Highland Coffee – nicht zu verwechseln mit der vietnamesischen Café-Kette “Highlands Coffee”.

Kaffeebohnen bestehen zum Großteil aus Kohlenhydraten

Etwa 35 Prozent machen Kohlenhydrate bei der Zusammensetzung einer Arabica-Kaffeebohne aus. Darauf folgen Lipide (Fette) mit 17 Prozent und Proteine (Eiweiß) mit 7,5 Prozent. Zu etwa vier Prozent besteht sie aus Mineralien wie Kalium, Kalcium, Magnesium und Phosphor, von denen auch das meiste im zubereiteten Kaffee noch enthalten ist.

Kaffeebohnen wehren sich gegen natürliche Feinde

Kaffee KoffeinIn der Natur wehrt das Koffein mit seinem bitteren Geschmack Parasiten und Fressfeinde der Kaffeepflanze ab. Das passt dazu, dass die Robusta-Pflanze mit ihrem höheren Koffeingehalt, nun ja, robuster ist.

Wie ein interessanter ZEIT-Artikel mal berichtete, bereitet dies Forschern Schwierigkeiten bei dem Versuch, koffeinfreien Kaffee zu züchten: Die Pflanze braucht das Koffein.

Kaffee enthält Nicotinsäure – und das ist auch gut so

Über den Namen kann man ja schon mal stolpern. Nikotin ist doch giftig und macht süchtig, und dann auch noch Säure? Hier kann ich aber gleich Entwarnung geben. Nicotinsäure ist zwar chemisch mit Nikotin verwandt, hat aber nicht dessen negative Eigenschaften.

Vielmehr ist Nicotinsäure ein B-Vitamin, das unser Stoffwechsel braucht. Es kommt auch in vielen anderen Lebensmitteln vor. Eine Tasse Kaffee deckt ungefähr ein Zehntel eures Tagesbedarfs an Nicotinsäure ab.

Und, hättet ihr das alles gewusst? Haben euch die Kaffeebohnen noch andere Geheimnisse geflüstert, die hier fehlen? Dann haut in die Tasten! Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare.

  • Copyright Coffein_Foto: iStockPhoto.com/Bhakpong
  • Copyright Perlbohnen-Foto: iStockPhoto.com/bonchan

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