Beste Camping Kaffeemaschine – Test 2021: Lecker Kaffee im Wohnmobil

Heißes Wasser bekommen wir auf Reisen auch ohne Stromanschluss hin. Entweder mit einem Campingkocher, einem Solar-Gadget oder dem guten alten Lagerfeuer. Kaffee unterwegs zuzubereiten ist also an sich kein Problem.

Heißes Wasser bekommen wir auf Reisen auch ohne Stromanschluss hin. Entweder mit einem Campingkocher, einem Solar-Gadget oder dem guten alten Lagerfeuer. Kaffee unterwegs zuzubereiten ist also an sich kein Problem.

Wer nicht nur im Zelt, sondern mit Wohnmobil oder Camper unterwegs ist, kann sich sogar den Luxus einer Camping-Kaffeemaschine leisten. Viele Modelle aus meinem Kaffeemaschinen-Test 2021 bieten sich auch für Reisen an. Andere definitiv nicht.

In diesem Ratgeber gebe ich euch Tipps für Kaffee auf Rädern und schaue mir verschiedene Alternativen an, mit denen ihr auf dem Campingplatz eine mobile Coffeebar aufmachen könnt, ohne euer Wohnmobil mit zu viel Equipment vollzustopfen.

Kaffeemaschinen fürs Wohnmobil: Runter vom Gas, ran an die 230V-Steckdose

Wenn ihr den Suchbegriff „Camping-Kaffeemaschinen“ eingebt, landet ihr vorrangig bei Sortimenten, die Mini-Wasserkocher, Perkolatoren, French Press aus Metall und den Bialetti Espressokocher aufführen. Das ergibt Sinn, schließlich bedeutet Campen zuallererst Kaffee kochen ohne Strom.

Erweitern wir den Blick auf Wohnmobil und Camper, ist auch ein Kaffeevollautomat oder eine Filterkaffeemaschine denkbar. Ob solche Kaffee-Technik nicht ein wenig dem Camping-Abenteuer widerspricht, lassen wir mal dahingestellt.

Wenn ihr auf eine Camping-Kaffeemaschine setzen wollt, gelten andere Voraussetzungen als für eure heimische Küche. Manche sind klar, andere sind für Camping-Einsteiger vielleicht überraschend:

Kaffeeausrüstung zum Camping

Sicherung & Strom auf dem Campingplatz: Einfach anschließen? Von wegen!

Bevor wir über alles andere reden, reden wir über Strom. Ein Camper ohne Stromzufuhr ist Quatsch – es sei denn, ihr wollt die Batterie im Auto belasten.

Campingplätze bieten euch (in Europa) Stromanschlüsse mit 230 Volt Spannung, die ihr mit einem 3-poligen CEE-Stecker abruft. Anderswo braucht ihr Adapter. Dieser 230V-Stromanschluss ist mit einer Sicherung ausgestattet, die auf die Stromstärke (in Ampere) reagiert.

Die Sicherung zu Hause greift meist bei 16 Ampere, zudem gibt es mehrere Sicherungen für unterschiedliche Stromkreise bzw. Räume und Bereiche. Für den Stromanschluss am Wohnmobil habt ihr eine Sicherung, die je nach Stellplatz weit unter 16 Ampere greift.

Jede Kaffeemaschine (und jedes Gerät im Camper) läuft mit einer gewissen Leistung, die in Watt angegeben wird. Ein Mini-Wasserkocher ruft beispielsweise unter 1.000 Watt ab. Die Melitta Enjoy Top Therm Kaffeemaschine verlangt 1.000 Watt.

Melitta Enjoy Top Therm

Für den DeLonghi Magnifica S (und die meisten anderen Vollautomaten) sind bis zu 1.450 Watt notwendig. Eine Bialetti mit Strom heizt das Wasser bei nur ‎365 Watt auf.

Fürs Kaffee kochen im Wohnwagen ist es wichtig zu wissen, wie viel Leistungsbedarf alle eure elektrischen Geräte haben. Um einen Näherungswert zu erhalten, bildet ihr die Summe aus folgender Formel:

Leistung des Geräts in W / 230V = Maximal Stromstärke in A

Bei der Melitta Filterkaffeemaschine müsste die Sicherung auf dem Campingplatz also über 4 Ampere liegen (Bedarf 4,35). Beim Kaffeevollautomat schon über 6 Ampere (Bedarf 6,3). 

Wollt ihr neben dem Kaffeekocher gleichzeitig einen Kühlschrank oder ähnliches betreiben, muss dessen Bedarf obendrauf gerechnet werden.

Campingplätze in Deutschland, Spanien oder sonstwo haben teilweise höchst unterschiedliche Sicherungen. Da seid ihr mit einer Pressstempelkanne und einem Wasserkocher meist besser für jede Reise gerüstet als mit einer ausladenden Espressomaschine.

Rechnet also vorher mal durch, was in eurem Wohnmobil welche Leistungsaufnahme hat und holt euch neben einer strombetriebenen Camping-Kaffeemaschine zusätzlich kleine, stromlose Alternativen. Sonst scheitert ihr unter Umständen an der 230V-Hürde.

Camping-Kaffeemaschine mit 12 Volt: Kaffee aus dem Zigarettenanzünder?

Marken wie Rosenstein & Söhne oder Waeco bieten dezidierte Camping-Kaffeemaschinen mit einem Anschluss für den Zigarettenanzünder. Neben Kaffeemaschinen für Filter gibt es auch „Espressomaschinen“, die allerdings mit Pad oder Kapsel betrieben werden.

Der Begriff Zigarettenanzünder ist heute ein Synonym für die sogenannte Bordspannsteckdose im Auto. Sie liefert 6 bzw. 12 Volt Spannung, im LKW sind es 24 Volt.

12 Volt sind nicht 230 Volt, weshalb der Leistungsabruf dieser Geräte wesentlich geringer ausfällt. Die Maschine von Rosenstein & Söhne beispielsweise ruft 170 Watt ab. Das geht natürlich auf Kosten der Tassenzahl pro Brühvorgang.

Eine solche 12V-Filtermaschine hat für mich etwas von Crêpesmaker: Die Funktion ist nicht nur extrem spezialisiert, sie ist auch extrem begrenzt. Zudem macht ihr euch unterwegs öfter Kaffee als Pfannkuchen. Ihr seid nicht ohne Grund mit dem Wohnwagen auf Tour. Ihr habt also Platz für einen „richtigen“ Kaffeekocher.

Das Gegenargument ist klar: Andere Modelle benötigen richtigen Strom, Alternativen einen Gaskocher usw. Die 12-Volt-Maschine kann auch auf der Autobahn schnell mal eine Tasse Kaffee machen. Und sie ist klein. Und meist günstig. Aber wie oft wird ihre spezialisierte Ausrichtung wirklich nötig?

Eine genauso spezielle Idee ist die Kaffeemaschine mit Akku, die zum Beispiel von Werkzeugherstellern wie Makita angeboten wird. Auch die Akkus liefern 12 Volt, die Maschine ist auf eine Tasse ausgelegt. Makita macht den Verwendungszweck gleich selbst eindeutig: Sie können mitten auf der Baustelle sitzen oder an irgendeiner Raststätte auf der Hälfte des Weges zu Ihrem Kunden … Fürs Camping ist das einfach Quatsch.

Größe & Gewicht: Platz ist wertvoll, Sprit ist teuer

Dass im Wohnmobil jeder Zentimeter Platz zählt, muss ich euch nicht sagen. Darum solltet ihr Kaffeemaschinen und Kaffee-Equipment auch stets nach ihren Maßen beurteilen. Das Gewicht wird häufig vernachlässigt, auch wenn es mindestens ebenso wichtig ist.

Beim Rucksack-Campen spart euch jedes Gramm weniger Rückenschmerzen. Beim Wohnmobil spart es Sprit. Und zwar hochgerechnet eine Menge. Selbst, wenn die einzelne Maschine überschaubar bleibt. Zum Beispiel:

Eine Filterkaffeemaschine wie die Top Therm bleibt unter 2 Kilogramm, während etwa der Moccamaster bei 2,6 Kilogramm rangiert.

Im Vergleich sind manuelle Methoden mal wieder unschlagbar. Der Reise-Wasserkocher Severin WK 3644 bringt nur 600 Gramm mit (bei einem Leistungsbedarf von unter 700 Watt), eine French Press von Bodum wiegt ungefähr 700 Gramm, wenn ihr auf das klassische Glasmodell Chambord setzt. Aber …

Kaffeekanne aus Glas, Filtermaschine aus Plastik?

Glas und Reisen haben sich noch nie gut vertragen. Egal, wie ihr unterwegs seid. Genauso wenig, wie ihr eine wertvolle Tasse aus Porzellan in den Camper-Schrank packt, ist Glas für Kaffeemaschinen eine gute Idee.

Supergünstige Modelle wie die beliebte Melitta Easy sparen zwar Gewicht und haben eine campingtaugliche Größe. Aber es gibt erhöhte Bruchgefahr wegen mangelnder Glasdichte und mangelnder Stabilität. Was aus leichtem Glas und noch leichterem Kunststoff besteht, macht unterwegs schnell mal den Abgang.

Kaffeemaschinen mit Thermoskanne mögen etwas schwerer sein, aber in diesem Fall überwiegt die Sicherheit die Spriteinsparung. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Philips HD 7546 Gaia.

Philips HD 7546

Kapsel, Pad & Filter: Die Sache mit dem Abfall

Wenn ihr Kaffeesatz in die Pampa streut, freuen sich die Bäume. Fliegen Kapsel, Pad oder Filter aus Papier in den Müll, sieht die Sache anders aus. Wie meine Meinung zu „Kapselkaffee“ ist, könnt ihr in meinem Artikel „Kaffeekapseln: Alumüll, Umweltsünde und deine Mudder“ nachlesen.

Kurz gesagt, falls ihr aus Versehen solche Geräte besitzen solltet – könnt ihr für eure Padmaschine oder die Nespresso auch nachfüllbare Alternativen zu Aluminium-Gehäuse und Zellstoffnetz verwenden. Und lest meinen Artikel.

Doch der Witz einer Kapselmaschine besteht darin, dass ihr euch um solche Sachen keine Gedanken machen wollt, oder? Zumal ich immer noch nicht verstanden habe, mit welchem Kaffee in welchem Mahlgrad diese Dinge befüllt werden.

Alternativen zum Filter aus Papier gibt es genug – und sie sparen Müll, ohne das Grundprinzip zu verändern. Espressokocher oder auch ein Kaffeevollautomat produzieren bis auf den Satz überhaupt keinen Abfall.

Zero-Emission-Camping ist im Wohnwagen zwar schon von Natur aus unmöglich, aber wir können es mit unseren Entscheidungen rund um den Kaffee zumindest ein Stück besser machen.

Die besten Kaffeemaschinen für Wohnmobil & Campingplatz: Die optimale Tasse für jeden Geschmack

Auch wenn es objektive Faktoren für hervorragende Kaffeemaschinen im Wohnwagen gibt, dreht sich nach meiner Ansicht beim Kaffee vorrangig alles um euren Geschmack. 

Es gibt zig gute Gründe, warum eine simple French Press oder ein ähnlicher Kaffeebereiter die vernünftigere Wahl sind. Wer aber am liebsten Espresso trinkt, wird damit nicht glücklich.

Wer guten Filterkaffee liebt, aber einfach auf einen Knopf drücken will, braucht keinen V60-Kaffeefilterhalter und Geduld, sondern eine Empfehlung für eine Filtermaschine, die möglichst viel richtig macht. Wer eine Senseo-Kaffeepadmaschine oder Kapselmaschine sucht, ist bei mir natürlich vollkommen falsch. Denn mein Slogan lautet:

„Wer Kapselkaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Darum gehe ich jede Empfehlung für die optimale Camping-Kaffeemaschine nach Kategorie an und spare mir den unnötigen Vergleich mit anderen Funktionsweisen. Am Ende des Tages kommt es schließlich nur darauf an, wie heißes Wasser und Kaffeepulver zu einem möglichst leckeren Kaffee werden.

Kleiner Kaffeevollautomat fürs Camping: Philips & DeLonghi vorn

Philips und DeLonghi halte ich für die beste Marken-Empfehlung, wenn ihr auf den Campingplätzen dieser Welt mehr als einfachen Kaffee zubereiten wollt. Beide Hersteller haben eine ganze Batterie an kleinen Vollautomaten im Programm, die sich auch gut im Camper betreiben lassen.

Das feinteilige Mahlwerk in DeLonghi Kaffeevollautomaten wie dem Magnifica S ist natürlich ein starkes Kaufargument. Aber Philips Kaffeevollautomaten aus der EP-Reihe sind moderner und ein bisschen komfortabler zu bedienen.

Philips EP2220 Kaffeemaschine mit gluecklichem Arne

Die Preise leistungsähnlicher Modelle ähneln sich stark, es geht also ein bisschen nach eurem Geschmack. Ich würde jedoch generell auf Modelle mit eingebautem automatischem Milchaufschäumer verzichten. Lernt, die Schaumlanze zu bedienen!

Das spart Geld, Platz, Gewicht und liefert euch nicht nur Kaffee auf Knopfdruck, sondern auch heißes Wasser, wenn ihr es mal schnell braucht.

Über den Wacaco Minipresso und den Nanopresso habe ich bereits im Ratgeber zu „Kaffee unterwegs zubereiten“ geschrieben. Sie werden in einer Tour als manuelle Espressomaschine von Leuten empfohlen, die das ganze Jahr unterwegs sind und auf guten Kaffee im Espresso-Stil schwören. Es wird endlich mal Zeit für einen Test!

Klassische Kaffeemaschinen: Am besten mit Thermoskanne

Die Fähigkeit, heißes Wasser und Kaffeepulver in eine Tasse Kaffee zu verwandeln, hat jede Kaffeemaschine. Darum ist es fast egal, von welcher Marke sie stammt. Setzt ihr auf eine Thermoskanne, kommt jede Maschine mit vernünftigem Preis und ohne Schnickschnack infrage.

Arne mit Thermoskanne

Neben Melitta und Philips finde ich Severin als Lieferant für einfache Camping-Kaffeemaschinen gut. Sie sind unprätentiös, mit etwas Wasser sehr gut zu reinigen und mit Thermoskanne zum günstigen Preis zu haben.

Ein Beispiel, das ich noch testen muss, wäre die SEVERIN KA 9250 Filterkaffeemaschine. Mit 1.000 Watt Leistungsabruf und acht Tassen Fassungsvermögen ist sie ein wenig kompakter als ein übliches Haushaltsgerät, jedoch nicht einfach nur klein und mobil.

Das wichtigste Zubehör nicht vergessen!

Ob Maschine mit 500 Watt, USB-Anschluss und Akku, als French Press oder Espressokocher für den Gasherd: 

Bis auf Vollautomaten verarbeitet kein Gerät frische Kaffeebohnen zu ebenso frischem Kaffeepulver. Und wie wir alle wissen, ist der Kaffee der Knackpunkt. 

Denn nur, wer oben etwas Gutes reinkippt, bekommt unten etwas Gutes raus.

Viel wichtiger als die Camping-Kaffeemaschine sind deswegen am Ende des Tages die Kaffeebohnen, für die ihr eine Kaffeemühle braucht. Wenn ihr im Auto bzw. Wohnmobil reisetechnisch Gas gebt, ist es denkbar (und sinnvoll), eine Kaffeemühle für die Steckdose zu kaufen.

Kleine und kompakte Modelle wie die Melitta Molino oder die Rommelsbacher EKM 200 reichen für Kaffee in Filterkörnung vollkommen aus. Das passt auch zum 230V-Anschluss auf dem Platz.

Völlig ohne Strom (aber mit viel Kurbeln) funktioniert etwa mein Dauerbrenner Comandante, der auch mit Espressokörnungen problemlos klarkommt.

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Fazit Camping-Kaffeemaschine: Urlaub im Kaffeebecher

Arne mit Kaffeetasse

Ich turne normalerweise nur mit Campingkocher, Handmühle, Filter und sonst nichts durch die Weltgeschichte. Darum freue ich mich sehr, wenn ihr eure Kaffee-Erfahrungen auf den Campingplätzen dieser Erde mit uns teilt und eure liebste Camping-Kaffeemaschine vorstellt.

Habt ihr noch weitere Ideen und Tipps für die Kaffeezubereitung unterwegs oder wollt uns ein Gadget vorstellen, das wir noch nicht behandelt haben? Dann hinterlasst gerne fleißig Kommentare!

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