Feb
Bedienungsanleitung einer Kaffeepresse / French Press
Von Arne • French-Press
French Press / Pressstempelkanne – Test und Bedienungsanleitung

Ich bereite meinen Kaffee gerne mit der French Press zu. Aber es gibt einiges zu beachten. In diesem Artikel findest du eine Bedienungsanleitung in Form eines Videos und einer ausführlichen Beschreibung. Ich stelle dir die Vor- und Nachteile der French Press vor und es gibt noch einige Geheimtipps. Außerdem teste ich, wie sich der Geschmack des Kaffees durch Abschöpfen des Kaffeepulvers oder Anpassung des Mahlgrads verändert.
Ist French Press wirklich der richtige Name? Im Angebot haben wir auch viele andere:
- French Press
- Pressstempelkanne
- Kaffeepresse / Coffee Press
- Press Pot
- Coffee Plunger
- Cafetière
- Kaffeedrücker
- Chambordkanne
- Usw…
Ich bevorzuge den Namen „French Press“ und werde ihn in diesem Artikel verwenden. Neben der Kaffeepresse gibt es auch weitere Methoden der Kaffeezubereitung, wie mit der AeroPress oder der Handfiltration. Jede dieser Methoden hat ihre eigenen Vorteile und Eigenarten. Es gibt viele Wege guten Kaffee zuzubereiten aber auch viele Fehlerquellen die vermieden werden müssen.
Aus welchen Teilen besteht eine French Press?
Aber wie bereite ich den Kaffee in der French Press zu?
Noch mal zum Mitschreiben:
- Kaffee frisch und grob mahlen.
- Ca. 55g Kaffee pro Literkanne.
- Mit heißem aber nicht kochendem Wasser aufgießen bei ca. 95 Grad.
- Ein Mal umrühren.
- Vier Minuten ziehen lassen. Kaffee schnellstmöglich in die Tasse und dann in den Mund.
Weitere Tipps:
- Es ist wichtig das Sieb immer gut festzuschrauben. Sonnst kann es beim Herunterdrücken passieren, dass es sich löst.
- Man füllt die Kanne fast bis zum oberen Rand mit dem heißen Wasser (sonst stimmt das Mengenverhältnis nicht). Die meisten French Press haben zwei verschiedene Öffnungen im Deckel. Zum Tragen kann man die Öffnung zudrehen. Zum Einschenken würde ich immer die ganze Öffnung empfehlen.
- Diese Mühle verwende ich für meinen French Press Kaffee.
- Es gibt einige Kaffeeliebhaber, die das vorheizen der Kaffeepresse empfehlen. Ich sag es mal so: Es kann sicher nicht schaden aber macht meiner Erfahrung nach auch keinen signifikanten Unterschied. Dazu kommt, dass ich immer genau die Menge Wasser die ich brauche im Wasserkocher erhitze. Wasser wird außerdem verschwendet. Wenn überhaupt würde ich die Tassen vorheizen - das mache ich aber auch nicht
Häufige Fehler:
- Ich mache eine 1L French Press nur zu Hälfte voll und nehme dabei halbe Menge des Wassers und der Kaffeemenge. Klingt logisch ist aber ganz FLASCH! Das ist einer der häufigsten und ärgerlichsten Fehler. Jede French Press ist für ihre volle Füllmenge konzipiert.Zwischen dem Metallfilter und dem Glasboden bleibt auch bei vollem Durchdrücken des Stempels ein für das Kaffeepulver vorgesehener Freiraum.Bei richtiger Anwendung wird dieser voll oder mehr als voll vom Kaffee ausgefüllt. Bei 1/2 oder 1/3 Füllung ist noch Wasser und Kaffeepulver in diesem Freiraum. Dieses Wasser schwemmt alle feineren Kaffeepartikel aus und in die Tasse. Das Verändert den Geschmack und macht den Kaffee durch weitere Extraktion in der Tasse bitter.Aus diesem Grund gibt es die French Press in vielen Größen. Es gibt also zwei wichtige Regeln. Mache die French Press immer voll und bereite immer nur so viel Kaffee, wie du auch gleich verbrauchen kannst. Nach der ersten Kaffee nachzuschenken ist keine gute Idee – auch bei runtergedrücktem Stempel findet weiterhin eine Extraktion des Kaffees ins Wasser statt. Dann immer lieber eine zweite Runde Kaffee zubereiten!
- Es wird oft zu fein gemahlener Kaffee verwändet. Das führt zu einer Überextraktion und bitterem Kaffee. Außerdem verdichtet sich das Kaffeepulver so stark, dass das herunterdrücken des „Stempels“ sehr schwergängig ist.
- Der Kaffee zieht zu kurz. Sehr wichtig für das Aroma des Kaffees ist die Kontaktzeit des Pulvers mit dem Wasser. Je gröber der Kaffee gemahlen ist, desto länger die Kontaktzeit. Bei Filterkaffee wäre die Zeit entsprechend kürzer.
- Wie immer kommt es auch auf die richtige Wassertemperatur und das Verhältnis von Kaffee zu Wasser an. Hier werden auch häufig Fehler gemacht.
Vorteile der Kaffeezubereitung mit der French Press:
- Direkter und homogener Kontakt des Kaffees mit dem Wasser.
- Leichte Anpassungsmöglichkeiten des Geschmackes durch Veränderung von: Mahlgrad, Kaffeemenge, Ziehzeit, Abschöpfen (oder nicht).
- Es findet keine Filtration statt. Der Metallfilter ist so grob, dass er nur das Kaffeepulver runterdrückt aber alle ätherischen Öle durchlässt. Es bildet sich sogar eine leichte Crema auf der Oberfläche.
- Die French Press ist leicht zu reinigen.
- Es gibt French Presses in allen erdenklichen Größen. Von 0.2L bis 1,5L habe ich alles ausprobiert. Meine persönliche Erfahrung und die meiner Mutter ist: je größer die French Press, desto besser schmeckt der Kaffee.
Nachteile der Kaffeezubereitung mit der French Press:
- Das Glas kann kaputt gehen (insbesondere in der Spülmaschine). Ersatzgläser kosten fast genauso viel wie die gesamte French Press.
- Wer keine feinen Kaffeepartikel im Kaffee mag, wird leider einige finden.
Kaffee aus der French Press mit Abschöpfen – was verändert sich?
Ich berichte hier von meinen eigenen Erfahrungen. Jeder Kaffee verhält sich anders aber ich glaube, es lassen sich folgende Tendenzen ableiten:
- Der Geruch verändert sich nur schwach. Er ist weniger intensiv und das kommt besonders Kaffees mit vielen floralen Aromen zugute.
- Die Säure des Kaffees verändert sich ebenfalls. Bei Kaffees, die sehr viel Säure haben, ist das Abschöpfen eine interessante Variante, weil der Kaffee nicht so leicht übersäuert.
- Der Körper wird geringer und das Mundgefühl seidiger und des gibt weniger Partikel im Kaffee.
- Der Abgang wird schneller und weniger rauchig und intensiv.
Dieser Artikel wird laufend erweitert. Bald hier zu finden:
- French Press Kaffee stärker aufbrühen und später mit Wasser auffüllen – was verändert sich?


2. October 2009 • 12:28 1 K. Thiebus schrieb
Hallo,
ich würde gerne zwei Dinge ergänzen. Zum finde ich es ungeheuer wichtig, den Kaffee nach dem durchpressen sofort umzugießen, weil die zweite bis dritte Tasse sonst schon ungenießbar ist. Sich zu beeilen hilft da auch nicht und ist beim Kaffeegenießen eigentlich auch nicht der Sinn. Ich verwende hierzu eine vorgeheizte, d.h. mit heißem Wasser umgespülte, Thermoskanne. Zum anderen empfiehlt der french press Hersteller meiner Wahl, den Kaffee in (beinahe unerträglicher) Langsamkeit durchzupressen. Ich nehme momentan an, es soll so vermieden werden, dass der fein gemahlene Anteil durch den groben Anteil in den Kaffee gedrückt wird. (Nur weil man eine fixe Mahlstärke eingestellt hat, heißt das ja keineswegs, dass alle Körner gleich groß werden oder dass kein Pulver entsteht.)
Viele Grüße
Kim
11. October 2009 • 11:36 2 Arne schrieb
Hallo K. Thiebus,
vielen Dank für den Kommentar.
Mit dem Umkippen hast du sicher Recht. Ich habe drei verschiedene Größen von Kaffeepressen und mache immer so viel Kaffee, dass ich ihn direkt in meine Tasse oder die Tassen meiner Gäste umkippen kann. Das kommt aus gleiche raus.
Eine zweite Portion vorzubereite ziehe ich deutlich einer Thermoskanne oder einem warmen Behältnis vor.
Über die Geschwindigkeit beim drücken habe ich noch nicht nachgedacht. Das ist ein interessanter Punkt, an dem sicher was dran ist. Ich werde das ausprobieren.
Ich passe auch den Mahlgarad und die Kaffee Menge und die Ziehzeit den jeweiligen Kaffees an, dass sind nur Richtwerte von denen ihr euch an das Optimum ran testen könnt.
Viele Grüße,
Arne
18. March 2010 • 10:25 3 Jörg schrieb
Hi Arne,
was ich jetzt bei den amerikanischen Coffee-Geeks auf unserer Verkostungs-Karawane in Harrar/Äthiopien gesehen habe ist, dass die manchmal die aufschwimmenden Partikel vor dem Herunterdrücken abschöpfen. Der Kaffee bekommt dann einen anderen Charakter, etwas weniger Körper, etwas spritziger – zumindest war das beim mitgebrachten Tanzania Peaberry so.
Schöne Grüße von der Karawane aus Dire Dawa.
Jörg
30. September 2010 • 21:30 4 Maud Bär-Jacobi schrieb
Hei,
bin leider nur teetrinker, würde aber doch mal gerne wissen, ich habe eine Bodumkanne für kaffee wo ich denn den Kaffee dafür online bestellen kann und welchen Mahlgrad der kaffee haben muss? Habe bisher immer hier bei tchibo in mahlgrad 13 gekauft. meine cousine in norwegen hatte aber speziellen bodumkaffee dort der viel besser schmeckte, hast du einen tipp???
lieben gruß und vielen dank im voraus für die mühe
maud
26. October 2010 • 09:39 5 Arne schrieb
@ Berlinerröstgrad: Es gibt wirklich viele Varianten. Ich mache leider ständig meine Glas French-Press-n
kaputt. Eine gute Idee.
@ Maud: So grob wie möglich! Eine Anleitung für die French-Press und viele Kaffees findest du in diesen Artikeln:
http://www.coffeeness.de/barista-blog/bedienungsanleitung-einer-kaffeepresse/
http://www.coffeeness.de/barista-blog/zwolf-kaffeeverkostungen/
Ich entschuldige mich für die späte Antwort,
Grüße,
Arne
2. February 2011 • 06:19 6 Weinschreiber schrieb
Ich habe auch viele Varianten für meinen persönlich perfekten Kaffeegenuss ausprobiert und bin zum gleichen Ergebnis gekommen. Die Kaffeepresse ist nicht nur äußerst pflegeleicht, sondern darüber hinaus auch meine Siegerin in Sachen Geschmack!
23. June 2011 • 16:46 7 Michi schrieb
Mich stört der inflationäre Gebrauch von “Du” im Video. Wer schon krampfhaft auf Kumpel machen will und stur aufs Siezen verzichtet, sollte das “Du” trotzdem nicht an jeder Ecke reinquetschen, wo das “man” hingehört. Denn sonst hört sich der Beitrag an wie eine wörtliche Übersetzung eines englischen Textes per babelfish.
23. June 2011 • 20:11 8 Arne schrieb
Im Barista-Blog dreht sich alles um Geschmacksfragen
13. January 2012 • 16:52 9 Peter schrieb
Und das schöne obendrein: Die French Press-Version ist zudem umweltpolitisch mit die beste Variante der Kaffeezubereitung. Das zumindest wurde auf einem Fachkongress zum Thema CO2-Fußabdruck von Tchibo bekanntgegeben.
Hier ein Link zur Studie an anderer Stelle: http://green-cup-movement.org/de/kaffeewissen/kaffee-wo-wird-am-meisten-co2-produziert/
Geschmacklich top. Umweltbilanz: top. Wenn jetzt nicht zu viele Kannen zerstört werden, dann passt das Ganze!
Grüße,
Peter
18. January 2012 • 02:03 10 Michael schrieb
Ist es eigentlich notwendig, die French Press vollzufüllen, wie das im Artikel verlangt wird. Was ist, wenn ich nur zwei kleine Tassen zubereiten will, oder nur eine 20g Testpackung ausprobieren möchte ?
Kann ich da nicht einfach 200ml Wasser nehmen und eben die kleinere Menge durch den Filter drücken ?
Wobei sich die Frage stellt, ob der Stahlfilter nicht ein ordentlich Menge der 200ml “schluckt” …
18. May 2012 • 13:38 11 Sebastian schrieb
@Michael: man kann auch mit einer großen French Press eine einzelne Tasse machen – kann nur passieren, dass der Stempel nicht bis ganz nach unten geht und eine größere Menge Wasser übrig bleibt. Für mich selber hab ich deswegen die kleinere Bodum gekauft (http://www.frenchpresskaffee.de/das-optimale-werkzeug), die ist mit 0.35l ideal für eine einzelne Tasse.
Vom Abschöpfen hab ich auch schon öfter gehört. Soll dazu dienen, dass das schwimmende Pulver beim runterdrücken nicht überextrahiert. Ich selber habe aber keinen großen Unterschied feststellen können.
Grüße,
Sebastian
2. October 2012 • 00:39 12 JeriC schrieb
Ich kam kürzlich wie die Jungfrau zum Kinde zu einer solchen Maschine (eine Bodum) und muss auch sagen, es ist lange her, dass ich von einem Produkt so begeistert war (Weil die Art der Zubereitung so simpel ist, kein Müll anfällt und ich zumindest bei meinem Modell genau eine Tasse auf einmal zubereiten kann).
Bislang nehme ich allerdings immer fertigen, gemahlenen Kaffee. Obwohl er relativ fein ist, funktioniert es zufriedenstellend. Wenn sich durch den zu feinen Kaffee das Sieb zusetzen würde (was zu einem zu hohem Druck führen würde) würde ich das sicher schon durch den höheren Widerstand beim Herunterdrücken merken, nicht?
27. February 2013 • 17:09 13 Philippe schrieb
Wow, da ist ja eine ganze Diskusssion entbrannt! Vielen Dank für den tollen Artikel zur French Press. Hat wirklich Spass gemacht den zu lesen und das Video zu schauen!
23. March 2013 • 22:35 14 kaffeedrücker schrieb
Über’s Kaffe-Netz hier rein gestolpert, kann ich auch etwas von meiner
Erfahrung hinsichtlich French Press beitragen. Diese Art der Zubereitung
verwende ich schon lange und früher war halt die kleine Bodum der Inbegriff der Stempelkanne, ich kannte schlicht keine andere. Und natürlich sind mir im Laufe der Jahre viele Glaseinsätze kaputt gegangen. Gerade bei den kleinen Kannen mit Metallgestell liegt das an der Konstruktion. Kalk aus dem Wasser und Kaffeekrümel lagern sich an den Kanten des Gestells zwischen Metall und Glas ab. Und mit jedem Zyklus von Aufheizen und Abkühlen drückt diese “Krümelkante” auf das Glas und schneidet im Lauf der Zeit feine Rillen in’s Glas. Bei Kannen, die seit längerer Zeit verwendet werden, sieht man das. Und das Glas bricht häufig an dieser Stelle.
Das Nachkaufen der Einsätze war mir irgendwann zu blöd und so kam ich auch zu anderen Kannen. Zur Zeit u.a. ein Doppelwandkanne von Randwyck, die kein Gestell braucht.
27. March 2013 • 09:33 15 wellness welt schrieb
Eine tolle Art und weise einen schmackhaften Kaffee zu zubereiten!
Vor allem für menschen wie mich die sich keine Kaffeemaschine anschaffen wollen ist so eine French Press ideal.