Der große Espresso Test 2019

Auf Coffeeness teste ich seit 2008 Espressobohnen. So hat dieser Kaffee-Blog angefangen und diese Tests sind immer noch ein wichtiger Teil von Coffeeness. Die Auswahl des richtigen Espressos für den Siebträger oder den Kaffeevollautomaten ist nicht immer einfach. Hier stelle ich meine Favoriten vor.

  • Langen

    Arnes Empfehlung

    Tolles Preis-Leitungs-Verhältnis

    Beständige Qualität seit Jahren

    Viele Bio Kaffees

    Keine sehr fruchtigen Kaffees

  • Quijote Kaffee

    Arnes Empfehlung

    Bestes Preis-Leistungsverhältnis

    Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis

    Tolles Team

    Tolle Espressos

    Machmal ausverkaufte

  • Illy Espresso

    Für Supermarktbohnen relativ gut

    Zu teuer bei der Qualität

    Oft alt im Supermarkt

    Komische Werbeversprechen

Espresso Test 2019: Die Ewige Suche Nach Der Besten Bohne

Auf Coffeeness.de teste ich schon seit 2008 Espressos. Regelmäßig bekomme ich Testpakete zugeschickt und kann meinem Ruf als Feinschmecker alle Ehre machen. Auch 2019 geht es mit den Tests der besten Espressobohnen weiter. Was gibt es Schöneres, als in seinem Kaffee Blog den Shot mit der getigerten Crema zu testen. Solltet ihr nach Kaffeebohnen Tests für eure Kaffeemaschine suchen geht es hier entlang:


Was ihr hier nicht findet:

Instant-Espresso jeglicher Art, lösliche Kaffees oder Espresso-Pads sind für mich ein absolutes no-go. Die Umwelt und eure Gesundheit liegt mir viel zu sehr am Herzen, um euch mit so einem Schund zu belästigen, oder ihn euch gar zu empfehlen.

In meinen Tastings bekommt ihr Tipps, wo ihr die besten Espressos online kaufen könnt. Ich mache gerne ausführliche Testberichte mit Bewertungen.

Auch Stiftung Warentest und Ökotest testen Kaffees und Espressos, dort geht es aber in erster Linie um überall erhältliche Supermarktkaffes. Auf Coffeeness.de geht es um Edel-Espressos von den besten Röstern Deutschlands.

Im folgenden Text und auch auf ganz Coffeeness.de verwende ich den Plural „Espressos“ und nicht „Espressi“ – das ist sicher Geschmackssache.

Espressobohnen Tests

Mein Ziel ist es euch eine gute Empfehlung aus der Sicht eines Baristas zu geben. Ich helfe euch bei der Kaufentscheidung und gebe euch Tipps, wie ihr die empfohlenen Espressos zubereitet könnt.

Außerdem gebe ich euch reichlich Ideen, was besonders gut zu dem getesteten Espresso passt, ob es ein schön rauchiger Schinken oder ein aromatischer Käse ist.

Berlin ist ein Schlaraffenland für Espresso-Feinschmecker. Ich bin viel in Berlin unterwegs und schaue mir auch hier die Röster und Cafés genau an und berichte über meine Ausflüge nach Kreuzberg oder in den Prenzlauer Berg.

Arne mit Professional PLH

Welche Espressos Teste ich?

Ich teste für euch die Espressos mit dem besten Ruf. Dabei kommen mir meistens Leckereien von Kleinröstern in die Espressotasse aber ich teste auch Produkte von bekannten Marken, weil sich auch viele Kaffeeliebhaber für diese Marken interessieren.

Ob Segafredo, Illy, Lavazza, Fausto oder Alnatura, fast alle sind dabei. Sollte euch eine Marke fehlen, lasst es mich bitte wissen. Leider muss ich sagen, dass die Discounter- und Supermarktkaffees in meinen Tests meistens sehr bescheiden abschneiden, anders als bei Ökotest oder Stiftung Warentest.

Selbstverständlich teste ich nur Espressos in der ganzen Bohne, die ich frisch mahle. Fertig gemahlener Espresso kommt mir nicht ins Haus.

Die italienisch Art Kaffee zu kochen, teste ich auch an Fairtrade- und Biozertifizierten Espressos, allerdings ist dies keine Voraussetzung für einen Test.

Es handelt sich eben nur um Zertifikate und es gibt Kaffeefarmen, die weit über dem Niveau dieser Regulierungen operieren aber aus Kosten- oder Zeitgründen diesen Zertifizierungsprozess noch nicht durchlaufen haben. Deswegen finde ich Modelle des direkten Handels auch so interessant.

Ich teste Espressos aus allen Anbauregionen. Äthiopien ist besonders oft vertreten.

Wie ich Espresso Tests durchführe

La Pavoni

Diese Espressomaschine nutze ich

Ich teste alle Espressos mit meiner La Pavoni Professional, eine der schönsten Espressomaschinen der Welt. Dieser Siebträger wird in Handarbeit hergestellt und die Espressozubereitung mit ihm ist ebenfalls per Handhebel durchzuführen.

Eine Handhebelmaschine ist eine Diva. Sie hat sozusagen ihren eigenen Willen und verlangt ihrem Partner alles ab, um den perfekten Shot zu ziehen. Aber wenn es gelingt, ist der Espresso unvergleichlich.

Die Anschaffung eines neuen Schlachtschiffs für die Küche ist ebenfalls schon in Planung und es wird auf ein Dualboiler-System herauslaufen. Ich liebäugele auch schon ein wenig mit einer Rocket R58 aber als Student „darf“ ich die natürlich nicht kaufen.

Espresso Mühle

Bei Kaffeemühlen habe ich Neuanschaffungsverbot, jedenfalls ist die Küche schon relativ voll. Für die Espressos im Test nutze ich eine Mazzer Mini.

Für meinen French Press und Handfilter Kaffee nutze ich eine Kaffeemühle von Kitchenaid, für diesen Zweck ist sie sehr gut geeignet und schon seit vielen Jahren treu im Einsatz. Es gibt auch einen Siebträger von Kitchenaid, von dem ich euch herzlich abrate, das Teil taugt nichts und ist zu teuer.

Fürs Camping oder zwischendurch haben wir eine Handkaffeemühe von Zassenhaus. Ich habe auch noch ein paar uralt Mühlen von Zassenhaus zu Hause, die sind aber ausrangiert und reine Deko-Objekte.

Aussehen und Geschmack – Wie teste und bewerte ich einen Espresso

Meine bestes Hilfsmittel ist das gute, alte Shot-Glas, hier sehe ich schon, wie die Beschaffenheit und Flussgeschwindigkeit des Espressos ist.

Ein guter und frischer Espresso lebt. Aber seine Lebenserwartung ist kürzer als die einer Eintagsfliege. Nachdem der Espresso gezogen wurde, verliert er schnell das, was ihn ausmacht: sein Aroma.

Der Espresso besteht aus drei Schichten: Dem Herzen, dem Körper und seiner Crema:

Ich teste Arabica Espressos ebenso wie Robusta Espressos und Mischungen aus beiden. Oft wird ein Anteil von 20-30% Robusta beigemischt, um einen volleren Körper, eine schönere Crema und mehr Aroma zu erreichen.

Selbstverständlich ist der Geschmack der getesteten Espresso entscheidend.

Espresso mit La Pavoni

Unterschied Espresso und Kaffee

Viele Menschen lieben es nach einem guten Essen eine Tasse Espresso zu trinken. Aber was unterscheidet eigentliche eine Espressobohne von einer konventionellen Kaffeebohne?

Der Unterschied von Kaffee und Espresso entsteht durch zwei, eigentlich drei Faktoren.

  • Die Röstung.
  • Die Zubereitung.
  • Was der Röster auf seine Packung schreibt.

Die Röstung

Espressos werden in der Regel stärker geröstet als Kaffees. Sie erhalten so einen tieferen Grad der Röstung, eine dunklere Farbe und einen öligen Glanz. Beim Glanz handelt es sich um die ätherischen Öle, die ab einem gewissen Röstgrad austreten.

Die Stärke der Röstung hat auch Einfluss auf die chemisches Zusammensetzung der Kaffeebohne, sie verliert einen Teil ihrer Chlorogensäure. Das ist gut für die Verträglichkeit. Deswegen bekommt vielen Menschen Espresso besser als Kaffee.

Bei intensiverer Röstung geht aber auch ein höherer Wasseranteil verloren. Die Bohne verliert an Gewicht und macht Espresso teurer als Kaffee. Ich dachte immer, dass würde die Stärke der Röstung in der Industrie beeinflussen, da Wasserverlust auch die Gewinnspanne mindert. Die höheren Kosten entstehen also nicht in erster Linie durch einen höheren Energieverbrauch, sondern durch den Gewichtsverlust in der Kaffeebohne. Aber die Großrösterein haben einen Trick auf Lager. Sie setzten das Wasser nach der Röstung einfach wieder zu.

Es gibt eine Vorgabe des Gesetzgebers für die Wassermenge, die im Röstkaffee sein darf, um diesen noch als solchen bezeichnen zu dürfen. Alle Verpackungen, auf denen „Kaffee“ steht, müssen diesen Vorgaben entsprechen.

b) Röstkaffee, Kaffee: gerösteter Rohkaffee, ungemahlen oder gemahlen, mit einem Wassergehalt von höchstens 50 Gramm in einem Kilogramm.

Nachzulesen ist das in der „Verordnung über Kaffee, Kaffee- und Zichorien-Extrakte„.

Also dürfen in Kaffeebohnen bis zu 5% Wasser enthalten sein. Und jetzt Ratet mal wie viel Wasser in fast alle Supermarktkaffees ist? Genau 5%.

Wie bekommen sie diese Punktlandung hin? Das ist einfach sie bespritzen den Kaffee nach der Röstung mit kaltem Wasserdampf zum Abkühlen. In kleinen Röstereien wird mit kalter Luft gekühlt. Also kauft ihr immer Wasser mit!

Die Zubereitung

Kaffee kann mit unterschiedlichem Equipment gekocht werden. Mit einer French Press, einem Handfilter, einer AeroPress oder einem Espressokocher. Es gibt zahlloses weiteres Zubehör, mit dem Kaffee gekocht werden kann.

Ein echter Espresso kommt nur unter hohem Druck von ca. 9 Bar zustande. Das geschieht in einem Siebträger, also einer Espressomaschine. Meistens werden sie elektrisch betrieben, es gibt aber auch Handhebelmaschinen wie meine La Pavoni Professional.

Das Kaffeemehl muss mit einer hochwertigen Kaffeemühle fein gemahlen und im Sieb verdichtet werden. Das wird mit einem Tamper gemacht. Jetzt wird heißes Wasser mit Druck durch den verdichteten Kaffee gepresst. Sollte der Espresso zu grob gemahlen, oder nicht stark genug getampert worden sein, läuft er zu schnell durch.

Bei falschen Parametern der Zubereitung wird ein Espresso bitter und wässrig oder schmeckt verbrannt.

Nur so kann die für einen Espresso charakteristische Crema entstehen.

Alles ohne Crema ist auch kein Espresso.

Was der Röster auf seine Packung schreibt: Kaffee und Espresso zu rösten ist ein anspruchsvolles Handwerk. Es gibt viele unterschiedliche Style und Philosophien, wie ein Espresso geröstet werden sollte. Die tiefe der Röstung hängt davon ab, was für den Röster ein (guter) Espresso ist.

Deswegen kann es durchaus sein, dass ein Espresso eines Rösters heller ist, als der Kaffee eines anderen. Und was Massenanbieter rösten und auf ihre Ware schrieben ist noch einmal eine Sache für sich. Ob der „Espresso Mailänder Art“ von Tchibo seinen Namen verdient, werde ich in kürze testen.

Espressokocher kein echter Espresso

Dann gibt es noch den sogenannten Espressokocher, in Wirklichkeit müsste das Teil aber Kaffeekocher heißen, denn das ist, was aus ihm letztlich herauskommt.

Ein Espressokocher macht keinen Espresso, dazu ist mehr Druck erforderlich (s.o.). Ein Bialetti Kocher kann das nicht, er ist mit seinen 1,5 Bar weit abgeschlagen.

Das bedeute nicht, dass er keine tollen Kaffees zubereiten kann, es bedeutet eben nur, dass er keinen Espresso macht. Demnach ist der Name der Espressokanne oder Espressokocher doch sehr wenig Zielführend.

Ich kenne den Herdkocher vom Camping und Outdoor Touren, dafür ist er gut geeignet, weil er nicht nur auf einem Ceran- oder Induktionskochfeld funktioniert, sondern auch und gerade auf einem Gasherd seine Stärken zeigen kann. Außerdem hat er ein geringes Gewicht.

Arne Espressokocher

Kann ich Espresso in der French Press zubereiten?

Espressoröstungen lassen sich häufig hervorragend in der French Press zubereiten, allerdings handelt es sich dann um einen Kaffee mit kräftiger Röstung und nicht um einen Espresso.

Die AeroPress, der Handfilter und die Kaffeepresse sind Methoden um verschiedene Kaffeevarianten zuzubereiten. Einen echten und richtigen Espresso mit Crema, bekommt ihr nur mit Hilfe eines Siebträgers und der Fähigkeit diesen zu bedienen.

Was für Espresso Varianten gibt es?

Bei einem Espresso handelt es sich um eine aus Mailand stammende Art der Kaffeezubereitung. Dabei wird heißes Wasser unter hohem Druck durch eine dunkel geröstete und fein gemahlene Kaffeebohne gedrückt.

Aber es gibt unterschiedliche Varianten diese Kaffeezubereitung.

Espresso Solo

Ein einfacher Espresso oder Espresso Solo wird mit 30ml Wasser zubereitet. Es werden 8 Gramm fein gemahlene und dunkel geröstete Espressobohnen verwendet, die mit einem Druck von ca. 9 Bar und einer Temperatur von um die 90 Grad zubereitet werden. Dabei gelangt etwa 75% des Koffeins der Kaffeebohnen in den Espresso.

Espresso aus dem Kaffeevollautomaten

Oft werden Äpfel mit Birnen verglichen. Das gilt auch für die verschieden Zubereitungsvarianten von Espresso.

Es gibt Espresso aus dem Siebträger und Espresso aus dem Kaffeevollautomat.

Diese unterscheiden sich von der Extraktion, ihrer Struktur, Geschmack und optisch. Ob es sich bei einem Espresso aus dem VA um einen „echten“ Espresso handelt ist Definitionssache. In den meisten Definitionen ist von einem sehr feinen Mahlgrad die Rede. Das können Kaffeevollautomaten nicht. Jeder von euch, der schon einen Puck – also den verdichteten Espresso – aus einem Siebträger geschlagen hat, weiß, wie hartnäckig dieser sein kann. Das würde Kaffeevollautomaten verstopfen.

Deswegen wird eine etwas gröbere Mahlung angesetzt. Diese kann zu Unterextraktion führen. Aber mit dem richtigen Espresso können auch sehr gute VA-Espressos gezogen werden, diese sind aber nicht direkt vergleichbar mit einem Espresso aus dem Siebträger. Sie sollten als eigene Zubereitungsmethode gesehen werden. Genau wie French Press Kaffee sich von Kaffee aus dem Handfilter unterscheidet.

Beachtet werden sollte:

  • VA-Espresso und Siebträger-Espresso unterscheiden sich.
  • Für die unterschiedlichen Zubereitungen sind unterschiedliche Espressobohnen geeignet.
  • VA-Espresso wird gröber gemahlen.
  • VA-Espresso hat eine hellere Crema und kann bei der Auswahl des falschen Espressos sauer werden.

VA Espresso

Doppio Espresso

Bei einem doppelten Espresso werden ca. 14 Gramm Kaffeepulver genutzt. Durch diese wird ca. 50ml Wasser gepresst.

Espresso Macchiato

Während bei einem Latte Macchiato Milch und Milchschaum vom Espresso Shot befleckt werden (daher der Name), ist es bei einem Espresso Macchiato genau umgekehrt. Hier wird der Espresso von ein wenig Michschaum befleckt. Einige mögen auch einen zusätzlichen Schuss heiße Milch. Aber der Espressoanteil sollte immer über 50% bleiben, sonst handelt es sich nicht mehr um einen Espresso Macchiato.

Ristretto

Es handelt sich bei einem Ristretto sozusagen um einen kurzen Espresso, der mit der gleichen Kaffeepulvermenge wie ein Espresso zubereitet, durch den aber nur die Hälfte des Wasser gepresst wird.

Der Extraktionprozess wird sozusagen nach der Hälfte abgebrochen. Das bedeuten aber, das ein Ristretto mehr als ein halber Espresso ist, denn in der esten Hälfte der Extraktion werden besonders viele Aromen abgegeben.

Der Ristretto ist besonders dunkel und erinnert mit seinen Aromen an edle 100% Schokolade.

Außerdem ist die chemische Zusammensetzung unterschiedlich. Es gibt in Kaffee und Espresso Komponenten, die sich bei der Zubereitung lösen. Dabei spielen Druck, Temperatur und Zeit eine Rolle.

Hier ist der Faktor Zeit anders als bei einem Espresso, also handelt es sich auch um eine andere Lösung.

Kaffee Lungo

Ein Kaffee Lungo ist ein Espresso, durch den die doppelte Menge Wasser beim Bezug mit dem Siebträger gelaufen ist. Das heißt die gleiche Espressobohnenmenge wird unter Druck mit mehr heißem Wasser durchpresst. Sozusagen das Gegenteil von einem Ristretto.

Caffè americano

Beim Caffé Americano wird der Espresso, in der Regel mindesten ein doppelter, auf herkömmlichem Weg bezogen und anschließend mit heißem Wasser verdünnt. Man bekommt so ein Getränk mit einem relativ geringen Körper und einem langen rauchigen Abgang.

Espresso auf Eis

Einfach und lecker. Die Zubereitung funktioniert genau wie bei einem einfachen oder doppelten Espresso, nur lässt man diesen auf einen Eiswürfel laufen. Bitte nicht zu viel Eiswürfel verwenden – das verwässert das Ergebnis. Genau der richtige Shot für heiße Sommertage.

Entkoffeinierter Espresso

Genau wie bei Kaffeebohnen gibt es auch entkoffeinierte Espressos. Es gibt Menschen, die wollen manchmal oder immer die koffeinfreie Variante eines Espresso trinken, weil sie befürchten sonst nicht gut schlafen zu können, während der Schwangerschaft oder der Annahme, dies sei gesünder.

Warum auch immer diese Entscheidung fällt, es gilt das gleiche wie beim Kaffee und Espresso im allgemeinen:

„Es gibt gute und es gibt schlechte entkoffeinierte Espressos“.

Allerdings gehen die verschiedenen Methoden zur Entkoffeinierung nicht spurlos an den Bohne vorbei, ein Teil des Aromas geht verloren.

Es ist zwar richtig, dass das Koffein keinen Einfluss auf den Geschmack hat, die Verfahren zur Entkoffeinierung aber sehr wohl.

In der EU darf ein Kaffee oder Espresso mit der Aufschrift „entkoffeiniert“ höchstens 0,1% Koffein enthalten. In anderen Ländern gibt es andere Schwellenwerte.

Es gibt verschieden Methoden Kaffeebohnen zu entkoffeinieren:

Direct method

Die Kaffeebohnen werden in heißem Wasser eingeweicht. Anschließend wird Dichlormethan, Methylenchlorid oder Ethylacetat hinzugegeben. Die Chemikalien klingen schon ein wenig unheimlich.

Enthylacetat ist reizend und Dichlormethan steht im Ruf gesundheitsschädlich zu sein.

Aber sie haben einen geringen Siedepunkt von knapp unter 40 Grad und deswegen dürfte nach der Röstung von ihnen nichts mehr übrig sein.

„Dichlormethan dient als Abbeizmittel für Lacke, Entfettungsmittel und Extraktionsmittel für Koffein sowie als Lösungsmittel für Harze, Fette, Kunststoffe und Bitumen. Außerdem wird es als Kältemittel in Kühlaggregaten eingesetzt.“, sagt Wikipedia.

Dieser Entkoffeinierungsprozess ist:

  • Günstig
  • Mit viel Chemie
  • Schlecht für den Geschmack
  • Praktisch, weil das Koffein weiterverarbeitet werden kann

Swiss Water® Process

Diese Methode wurde von der Swiss Water Decaffeinated Coffee Company entwickelt und vermarktet.

Auch bei diese Methode werden die ungerösteten Espressobohnen in heißem Wasser aufgeweicht. So werden alle in der Bohne befindlichen Bestandteile extrahiert und im Wasser gelöst. Auch das Koffein und Aroma der Kaffeebohnen. Das “aromatisierte” Wasser (“green coffee extract (GCE)”) läuft jetzt durch einen Aktivkohlefilter, durch den alle Koffeinmoleküle ausgefiltert werden.

Dieser Prozess wird so lange wiederholt bis die Kaffees oder Espressos koffeinfrei sind.

Dieser Entkoffeinierungsprozess ist:

  • Aufwändig
  • Teurer
  • Mit hohem Kaffeeverbrauch verbunden
  • Schlecht für den Geschmack
  • Dafür verantwortlich, dass das Koffein nicht genutzt werden kann

Kohlenstoffdioxid-Verfahren

Dieses Verfahren kommt ohne den Entsatz von Chemie aus. Dabei werden Kaffeebohnen, die mit Hilfe von Wasserdampf eingeweicht wurden, unter einem Druck von 73 bis 300 Bar mit überkritischem CO2 gespült und somit das Koffein in der fluiden Phase gelöst.

Dieses Verfahren wird von vielen Kennern geschätzt, weil es auf Chemie verzichtet.

Leider wirkt sich auch dieser Entkoffeinierungsprozess negativ auf den Geschmack der Kaffees und Espressos aus.

Geschmack von entkoffeinierten Espressos

Klar ist, wer seine Kaffees oder Espressos ohne Kaffein genießen will, muss abstriche beim Geschmack in Kauf nehmen. Ich habe schon viele Espressos ohne Koffein getestet und kann euch sagen, es gibt riesige Unterschiede.

37 Kommentare

    Hallo, ich habe mir vor ein paar Monaten eine Melitta Caffeo Ci zugelegt und bin bisher sehr zufrieden damit!
    Ihr sehr ausführliche Test hat mir bei der Entscheidung für den richtigen Vollautomaten sehr geholfen!
    Nun bin ich auf der suche nach einem günstigen aber trotzdem guten Espresso, da wir ca. 3kg pro Monat verbrauchen.
    Zurzeit habe ich den Lavazza Pervetto mit dem ich aber nicht zu 100% zufrieden bin, da er mir zu wenig Körper und Aroma hat. Gerade bei Milchgetränken kommt der Lavazza nicht gegen die Milch an.
    Nun habe ich mir mal probehalber zwei verschiedene Tchibo Espresso gekauft.
    1. Tchibo Sizilianer art
    2. Tchibo Barista
    Ich weiß das du warscheinlich bei dem 2. Espresso wieder einen tierischen Hals bekommen wirst (auf Grund des Namens), aber mich würde auch mal deine Meinung zu diesen Espressos interessieren!
    Wäre echt super wenn du diese auch mal testen könntest.

    mfg
    Kevin

    Antworten

    Hallo Arne,

    Deine Berichte sind gut recherchiert, nur in Punkto Bialetti möchte ich widersprechen!

    Millionen Espresso-Trinker benutzen eine Bialetti-Maschine weltweit und sind extrem zufrieden!

    Wir waren erst im Oktober 2016 in Neapel, wo wohl der stärkste/intensivste Espresso in jedem Kaffee zubereitet wird, und der Espresso aus der Bialetti steht dem kaum nach, wenn man Deine Tipps zum richtigen Espressokaffee, zur Mahlkörnung und dem Tampern beachtet!

    Also wehre ich mich dagegen, dass ein Espresso aus einer Bialetti kein Espresso wäre!!!

    Grüße Jörg

    Antworten

    Hallo,
    bin heute zum ersten Mal durch Zufall auf diese Internetseite gestoßen und finde sie sehr interessant und informativ.
    Ich habe als Siebträgermaschine eine GAGGIA Classic Coffee, gekauft 1992. Die Maschine läuft immer noch ohne Probleme, braucht jedoch für einen guten Espresso eine fachkundige Hand sonst ist der Espresso nicht trinkbar.
    Wie schätzen Sie denn die Qualität der Maschine ein? Gehört sie ausgetauscht oder war es eine gute Anschaffung?
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.
    Martin Künstler

    Antworten

    Hallo,
    habe heute durch Zufall diese sehr informative Internetseite entdeckt.
    Ich habe seit 1992 eine Siebträgemaschine GAGGIA Classic Coffee. Die Maschine läuft immer noch problemlos, braucht jedoch für einen wohlschmeckenden Espresso eine fachkundige Hand, sonst wird das nichts.
    Mit der Crema habe ich meine Probleme, sie will mir nicht so recht gelingen.
    Wie ist denn Ihre Meinung zu der Maschine, gehört sie ausgetauscht oder kann man mit ihr einen guten Espresso zubereiten, der auch Ihrem Gaumen standhalten würde.
    Grüße
    Martin Künstler

    Antworten

    Hallo, ich bin gerade von Nespresso und Senseo auf auf einen Vollautomten ( Siemens EQ.9 300 ) umgestiegen und recht enttäuscht, da der VA einfach keinen vernünftigen Crema kann. Einmal umrühren und er ist quasi weg.
    Da bin ich von Nespresso Dharkan verwöhnt….
    Mein Umstieg hat weder was mit Geschmack noch mit Umweltschutz zu tun. Das Alu ist nicht das Problem, sondern der Kaffee selber ist mit Anbau,Herstellung und Transport das Problem. Es ist einfach wirtschaftlicher mit einem VA ab ca. 4-5 Einheiten pro Tag. Aber was nützt mir das nun wenn der VA als eine Art Kompromiss keinen wirklichen Crema hinbekommt. Ein Tipp eines Bekannten ist fertiger, sehr fein gemahlener Espresso. Das muss ich noch testen, aber das ist ja nicht so ganz im Sinne eines Vollautomaten.

    Antworten

    Hallo Hr. Preuß,

    ich suche einen Kaffeevollautomaten so zwischen 600 bis 700 Euro vielleicht auch etwas mehr… habe aber echt keine Ahnung welchen Kaffeevollautomaten ich nehmen kann. Zu meiner Geschichte also ich bin Gastronom und habe eine Bremer Viva im Geschäft aber ich möchte mir eine kleine Maschine in die unsere Privat Küche stellen. Und hab eigentlich keine Lust mir irgendeine in die Küche zustellen wo ich mich nur rum Ärgere.. also meine Frau Trink gerne Cappucino und Latte … ich bin da eher der Espresso und Kaffeetrinker.. haben sie da einen Tipp und vielleicht bei der gelegenheit auch noch einen paar Richtig gute Bohnen im Kaffee und Espresso bereich..

    Danke schon mal
    Jürgen

    Antworten
    Arne

    Hallo Jürgen,

    für eine leichtere Auswahl des richtigen Kaffeevollautomaten habe ich einen Finder gebaut. In dem kannst du alle wünsche eingegeben und du bekommst den passenden Vollautomat mit Test von mir. Viele Spaß beim Ausprobieren:

    https://www.coffeeness.de/kaffeevollautomat-finder/

    Antworten

    Hallo Arne,

    gibt es denn deiner Meinung einen Preis-Leistungssieger unter den Espresso-Bohnen?

    Gruß,
    Timo

    Antworten
    Arne

    Hallo Timo, sagen wir es mal so: Ich bestelle meine Espresso bei https://www.quijote-kaffee.de/ ich finde dort ist das Preis-Leistungs-Verhälnis am besten! Viele Grüße, Arne

    Antworten

    Hall Arne,

    wir haben uns nun als VA die Bosch VeroAroma 700 gegönnt und sind sehr zufrieden (auch dank deines Tests dazu) :))
    Wir kommen von der dunkelen Seite und trinken am liebsten „milde“ Sorten Kaffee. Jetzt mit dem VA trinken wir ausschl. Milchkaffee und Latte Macchiato. Bestellen möchten wir jetzt auch bei „Quijote“ aber welche Sorte wäre da passend für uns?

    Danke und mach weiter so!!! :)))

    Antworten

    Moin Arne!
    Probier mal den Bio Espresso India Verde von der Hannoverschen Kaffeemanufaktur. Sehr schokoladig. Wir haben hier noch mehr brauchbare Röster wie z. B. 24°GRAD und Panama. Bestelle auch manchmal bei Utamtsi in Bremen. Lohnt sich immer, die Geschmacksnerven mit etwas Abwechslung zu verwöhnen!
    Danke für deinen Blog! Gesterm hat die Silvia meine alte Giada abgelöst.

    Viele Grüße aus Hannover,
    Sascha

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    Shit, mein erster Eintrag war am Morgen nicht zu sehen… Bitte einfach löschen!

    Antworten
    Arne

    Hallo Sascha, es dauert immer ein wenig bis ich Kommentare moderiere. Da sind leider auch viele nicht so nett Sachen dabei. Ich habe jetzt deinen Kommentar bei der Silvia stehen gelassen. Beste Grüße, Arne

    Antworten

Ich freue mich über deinen Kommentar