Die besten Kaffeebohnen im Test 2019

Schon seit 2008 teste ich auf Coffeeness Kaffeebohnen. Dabei sind wunderbare Kaffees von Kaffeeröstereien, aber auch Supermarktkaffees. Ob für den Handfilter, die Kaffeemaschine oder den Chemex, hier findet ihr den richtigen Kaffee. Das Leben ist einfach zu kurz für schlechten Kaffee.

  • Elephantbeans

    Arnes Empfehlung

    Direkthandel

    Richtig guter Kaffee und Espresso

    Jörg ist ein toller Röster

    Der Kaffee hält nie lange

  • Langen

    Arnes Empfehlung

    Tolles Preis-Leitungs-Verhältnis

    Beständige Qualität seit Jahren

    Viele Bio Kaffees

    Keine sehr fruchtigen Kaffees

  • Quijote Kaffee

    Arnes Empfehlung

    Bestes Preis-Leistungsverhältnis

    Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis

    Tolles Team

    Tolle Espressos

    Machmal ausverkaufte

  • Martermühle

    Arnes Empfehlung

    Kaffee für alle Geschmäcker

    Ohne Ecken und Kanten

    Viele Schokonoten

    Kein Röstdatum aufgedruckt

Kaffeesorte Perlbohnen

Mein Großer Jahresvergleich: Kaffeebohnen 2019 im Test

Hier findest du meine Kaffeetests und Kaffeeverkostungen. Cafés teste ich gerne in Berlin, denn hier lebe ich seit 6 Jahren und Berlin ist eine tolle Kaffeestadt.

Ich stelle dir Röstereien und deren hochwertige Handwerkskunst vor. Dabei konzentriere ich mich darauf, wie die verkosteten Kaffees schmecken und wie sie sich am besten zubereiten lassen. Auf dieser Seite findet ihr meine Tipps für den Kauf von Feinschmeckerkaffees im Internet. Wenn es so einfach wäre Kaffeebohnen online zu kaufen, würde es ja jeder machen. Moment… es macht eigentlich schon fast jeder. Aber es gibt viele Fallstricke, weil Bohne ist eben nicht gleich Bohne.


Wie ich Kaffeebohnen Tests durchführe

Klar, Kaffee ist Geschmacksache. Aber es gibt einige objektive Kriterien, mit denen Kaffee bewertet und getestet werden kann. Natürlich bin ich kein Roboter und bringe immer meine eigenen Vorlieben und Erfahrungen mit in die Tests ein.

Es gibt zur Kaffeezubereitung viele Methoden, die ich euch bereits vorgesellt habe. Für Verkostungen nutze ich meistens meine French Press von Bodum oder den Handfilter von Hario. Für den großen Espresso Test nutze ich meine La Pavoni Professional – es geht also bei mir mit echter Handarbeit zu.

Ich teste auch Kaffeevollautomaten, beispielsweise von Delonghi oder Krups.

Arne glücklich mit Kaffee

Bei Kaffeebohnentests habe ich sozusagen meine Standards, von denen ich dann bei Bedarf Abweichungen vornehme: Beim Mahlgrad, der Temperatur oder der Zeit des Ziehens.

Ich informiere euch in jedem Kaffeetest darüber, welche Zubereitungsmethode und welche Parameter ich genutzt habe. Wenn ich gerade besonders gut war, habe ich auch noch Lebensmittel mit dem Kaffee zusammen getestet und kann euch sagen, ob eine bestimmte Schokolade, ein Käse oder eine Frucht gut zu dem getesteten Kaffee passt.

Solche „Perfect Pairings“ gibt es häufig, man muss sie nur entdecken. Allerdings gibt es auch Katastrophenkombinationen.

Welche Kaffees teste ich?

Ich teste gerne Kaffees und Espressos von kleinen Röstereien, die ihr Handwerk lieben. Aber auch bekannte Marken nehme ich mit in mein „Testlabor“. Allerdings schneiden Supermarktkaffes von Aldi, Illy, Lavazza, Dalmayer, Tchibo oder anderen großen Kaffeeketten „traditionell“ schlecht ab. Alle Kaffees mahle ich selbst und frisch – mir kommen nur ganze Bohnen ins Haus.

Auch Stiftung Warentest testet Kaffees, allerdings geht es bei ihren Tests größtenteils um die Kaffees, die bei mir sehr schlecht abschneiden. Kleine Qualitätsbetriebe sind außen vor. Was eventuell für große bundesweite Untersuchungen auch legitim ist.

Auf Coffeeness.de geht es nicht um den Durchschnittsgeschmack und nicht um den Kaffee vom Discounter, den jeder irgendwie runter bekommt für den kleinen Kick an Koffein. Ich teste die besten Kaffees der Welt und lege euch ans Herz, mehr Geld für guten Kaffee auszugeben.

Kaffee rote Tasse

Auf die Kaffeetasse umgerechnet sind selbst die teuersten Kaffees günstiger als erwartet.

Auf Coffeeness.de gibt es auch eine Kategorie mit Kaffee Rezepten, dort erfahrt ihr alles über die Zubereitung von Kaffeespezialitäten. Über Cappuccino, Latte Macchiato, Milchkaffee und die zahllosen anderen Köstlichkeiten.

Geschmack – wie verkoste ich Kaffee bei einem Test?

Wenn ihr mit der Verkostung von Kaffee starten wollt, empfehle ich vergleichende Tests durchzuführen. Vergleicht einen neuen Kaffee direkt mit einem euch schon gut bekannten und versucht, eure Sensorik an den Unterschieden zu schulen.

Erste Schritte

Zunächst sammle ich allgemeine Informationen über den zu verkostenden Kaffee:

  • Name
  • Händler
  • Röster
  • Preis
  • Packungsgröße

  • Röstdatum (frische)
  • Aufbereitung
  • Herkunft
  • Art (Arabika oder Robusta)

Dann rieche ich erst an dem einen, dann an dem nächsten Kaffee und versuche Unterschiede zu erkennen und notiere mir diese.

Jetzt wird der Kaffee geschlürft und mit schön viel Sauerstoff verbunden. Es darf und soll schmatzende Geräusche machen. Zwischen dem Kaffee darf gerne Wasser zum neutralisieren getrunken werden.

Zuletzt darf der Kaffee aus dem Kaffeebecher in den Mund. Schön die Zunge durch den Kaffee fahren lassen, um die Viskosität zu bestimmen.

Jetzt bin ich in der Lage, den Kaffee nach folgenden Kriterien zu testen und zu bewerten:

  • Geruch
  • Säure
  • Körper und Mundgefühl
  • Abgang
  • Und denn gibt es noch eine Gesamtbeurteilung

Am Ende geht es natürlich um die Frage, ob ich den Kaffee aus dem Test empfehlen kann oder nicht. Denn ich bin mir darüber bewusst, dass meine Leser und Leserinnen Feinschmecker sind.

Zunge Kaffee

Legende: Grün: bitter, Orange: sauer, Rosa: süß

Meine Testkriterien im Überblick

Geruch

Es sind alle denkbaren Aromen dabei. Es gibt nussige und erdige Kaffee, welche die nach nassem Moos duften. Es gibt Kaffees, die riechen wie ein Strauß Blumen und andere wie eine Tankstelle.

Säure

Es gibt saure Kaffees, die nicht schmecken. Das merkt ihr vor allem, wenn sie abkühlen und man die Chlorogensäure herausschmecken kann. Aber es gibt auch die gute Säure, diese Prickelt auf den Außenseiten der Zunge wie Kohlensäure und kann wunderbar frisch und lecker sein. Diese Kaffees passen oft hervorragend zu Zitrusfrüchten.

Körper und Mundgefühl

Nicht jeder Kaffee liegt gleich auf der Zunge, einige sind wässrig andere voll. Einige habe eine Viskosität, die an Wasser erinnert, bei anderen gleich sie eher Milch oder gar Sahne. Die Geschmacksqualität Umami ist nicht jedem bekannt, sie beschreibt die „Fleischigkeit“ einer Speise oder eines Getränks. Ein gutes Rinderfilet ist besonders Umami und ein voller Kaffee ist das auch. Ein Kaffee kann eine natürliche Süße aufweisen. Die könnt ihr besonders an der Zungenspitze schmecken. Einige Kaffees bringen von Natur und durch die Röstung an Honig erinnernde Aromen mit.

Abgang

Kennen sicher viele vom Wein. Aber wie lange bleibt der Geschmack eines Kaffees auf der Zunge und wie verändert sich dessen Wahrnehmung? Ist er angenehm oder will er schnell runtergespült werden. Meine Theorie ist ja, dass es in so vielen Restaurants Wasser zum Espresso gibt, weil die Betreiber wissen wie schrecklich er schmeckt.

Kaffee Geruch

Was ist der Unterschied von Arabica und Robusta?

Kaffee stammt aus der Familie der Rubiaceae. Arabica und Robusta sind Pflanzenarten dieser Gattung. Arabica Kaffee wird zu 70% angebaut und Robusta Kaffee zu 30%.

Ich kenne die Frage „ist das ein reiner Arabica Kaffee?“ sehr gut, aber Achtung, Arabica gibt es oft, aber nur selten handelt es sich um einen guten Kaffee, insbesondere das Sortiment in Supermärkte glänzt zwar mit der Aufschrift Arabica (auch in Discountern wie Aldi oder Lidl) aber es handelt sich um kein Gütesiegel, sondern nur um die Art des Kaffees

Um es auf den Punkt zu bringen: es gibt auch viele schlechte Arabica Kaffees und einige hervorragende Robusta Kaffees – deren Ruf ist aber so schlecht geworden, dass sie gerne das Label „Edel-Robusta“ bekommen, um ein wenig aufgewertet zu wirken.

Für beide Kaffeearten gilt, es gibt gute und schlechte und die guten haben ihren Preis.

Hier sind exemplarisch ein paar Unterschiede zwischen Arabica und Robusta Kaffee:

  • Die Kaffeebäume der Art Robusta werden deutlich größer als ihre Verwandten.
  • Robusta Kaffeebohnen sind kleiner und rundlicher. Außerdem haben sie einen höheren Koffeinanteil: Robusta ca. 4% / Arabica ca. 2,5 %.
  • Arabica Kaffees haben mehr ätherische Öle und ein florales Aroma.
  • Die Robustabohnen enthalten mehr Chlorogensäuren.
  • Der Name Robusta kommt nicht von ungefähr; die Art ist sehr robust gegenüber Fressfeinden, Parasiten, Krankheiten und höheren Temperaturen.
  • Sie wachsen auch in niedrigen Hanglagen.
  • Robusta-Kaffees wachsen in etwa 300-600m Höhe, dagegen wachsen Arabica-Kaffees in etwa 600 bis über 1000m Höhe. Deswegen wird Robusta auch Tiefland-Kaffee genannt.
  • Arabika Kaffees sind im Einkauf durchschnittlich teurer. Ihnen wird ein besserer Geschmack nachgesagt. Im allgemeinen auch stimmt das auch, doch gibt es hochwertige Robusta Kaffees, die mit fast jedem Arabica mithalten.
  • Robusta wird gerne als Beimischung für Espressos verwendet. Das führt zu einer tollen Crema und einem vollen Körper. Außerdem machen diese Espressos besonders wach.

Wichtig: Robusta Kaffee muss nicht schlecht und Arabica Kaffee muss nicht gut sein, ansonsten ist einiges an den Vorurteilen dran.

Kaffeeanbauregionen und Kaffeeaufbereitung

Sobald die Kaffeekirschen reif sind, können sie entweder maschinell oder per Hand geerntet werden.

Allerdings gibt es dann eine Vielzahl an Methoden die gepflückten Kaffeebohnen aufzubereiten. Es gibt auch regionale Unterschiede bei der Aufbereitung der Kaffees.

Viele Faktoren wirken sich auf den Geschmack eines Kaffees aus:

  • Die Umweltbedingungen (Region, Höhenlage, Sonne, Breitengrad usw.)
  • Die Aufbereitung des Kaffeebohnen
  • Die Röstung
  • Die Zubereitung

Jetzt stelle ich euch kurz die drei häufigsten Methoden der Kaffeeaufbereitung vor und erkläre, welche Charakteristika diese Kaffees ausmachen.

Nasse Kaffeeaufbereitung

Schon der Name dieser Aufbereitungsart lässt vermuten, dass besonders viel Wasser gebraucht wird. Das stellt in Anbauregion mit Wasserknappheit eine Herausforderung dar. In Äthiopien, Kenia oder Tansania ist Wasser knapp.

Unreife und minderwertige Kaffeekirschen werden aussortiert. Im nächsten Schritt wird die Schale der Kaffeekirschen entfernt. Auch das Fruchtfleisch der Kirsche wird von der Kaffeebohne getrennt. Über der Bohne beleibt nur die Schleimschicht und eine Pergamenthülle. Diese werden in großen Tanks einem Fermentationsprozess unterzogen.

Was ist Fermentation?

Fermentation oder Fermentierung bezeichnet einen Gärungsprozess. Also die biologische Umsetzung von Materialien mit Hilfe von Bakterien, Pilzen oder zugesetzten Enzymen.

Bei der Kaffeeaufbereitung sind Bakterien beteiligt. Die Dauer dieses Prozesses ist von der Temperatur abhängig, sie kann von 5 bis 60 Stunden dauern.

Man unterscheidet noch zwei von einander abweichende Methoden. Bei der einen wird den Tanks Wasser hinzugefügt, dass bezeichnet man als Nass-Fermentation.

Bei der zweiten reicht die Feuchtigkeit der entpulpten, also von der Schale und einem Großteil des Fruchtfleisches befreiten, Kaffeekirsche – dies wird dann Trockenfermentation genannt.

Nach der Fermentation werden die Kaffeebohnen gewaschen. Die Schleimschicht und eine Pergamenthülle lassen sich jetzt leicht entfernen. Die gereinigten Bohnen werden auf Trockenplätzen oder maschinell getrocknet.

Geschmack von nassaufbereiteten Kaffees

Gute nassaufbereitete Kaffees haben oft einen sehr lebhaften Geschmack und eine präsente Säure. Diese könnt ihr auf euren Zungenaußenseiten spüren.

Trockene Kaffeeaufbereitung

Die trockene, also ungewaschene oder auch natürlich genannte Aufbereitung ist schnell erklärt.

Die Kaffeekirschen werden gründlich gereinigt. Jetzt werden sie zwei bis drei Wochen in der Sonne getrocknet, mit Schale und Fruchtfleisch. Sie werden während der Trocknung ständig gewendet, um ein gleichmäßiges Trocknen zu ermöglichen. Das wird so lange fortgesetzt, bis sich das Fruchtfleisch mit dem Silberhäutchen und der pergamentartigen Hülle maschinell von der Bohne trennen lässt. Bei der trockenen Aufbereitung findet keine Fermentation statt! Anschließend werden die Kaffeebohnen erneut gereinigt und verlesen.

Gute, trocken (natürlich) aufbereitete Kaffees zeichnen sich meist durch eine hohe Komplexität aus. Sie haben einen besonderen und blumigen Duft. Sie weisen fruchtige und folorale Aromen auf.

Halbtrockene Aufbereitung von Kaffeebohnen

Auch “pulped natural” genannt, also entpulpt und dann ebenfalls natürlich aufbereitet.

Bei dieser Methode wird nicht die ganze Kaffeekirsche getrocknet, sondern der entpulpte Kern. Also die Kaffeebohne. Es findet keine Fermentation statt!

Gute halbtrocken aufbereitete Kaffees haben zumeist einen vollen Körper und weisen die Geschmacksqualität Umami auf. Sie haben würzige, komplexe und intensive Aromen.

Fair Trade und Bio Zertifikate

Es gibt viele Zertifikate, z.B. von Ökotest, das sog. Bio Zertifikat, ein Fair Trade Zertifikat usw. Die Markanteiel von Bio und Fair gehandelten Kaffees in den letzten Jahren ist dramatisch angestiegen.

Gerade der Anteil an doppelt zertifizierten Kaffees ist gewachsen:

Kaffeebohnen Test - Fairtrade

(Quelle: Statista.de)
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/12208/umfrage/anteil-von-bio-kaffee-mit-fairtrade-siegel-am-gesamtabsatz-von-fairtrade-kaffee-zeitreihe

Ich teste auch viele dieser Bio- und Fair-Trade-Kaffees auf  Coffeeness.de. Allerdings sind diese Zertifikate keine Voraussetzung, da sie einerseits keine Qualitätsgarantie sind und nur ein Zertifikat darstellen.

Die Hürden einen Kaffee beispielsweise mit einem Bio Zertifikat zu versehen sind hoch. Es kostet Geld und Zeit. Es kann sein, dass eine kleine Kaffeefarm weit über den Kriterien des Zertifikats operiert, aber trotzdem kein Zertifikat besitzt. Deswegen finde ich auch den Direkthandel von Kaffee besonders interessant.

Berühmte Kaffees

Ich teste viele Kaffeebohnen, darunter einige sehr bekannte. Ob es ein Jamaica Blue Mountain oder ein Katzenkaffee ist, mir ist schon fast alles in die Kaffeetasse gekommen. Aber auch übliche Kaffes aus Afrika, Lateinamerika oder dem asiatisch-pazifischen Raum werden getestet.

In den Kaffeebohnentests findet ihr Kaffees aus Äthiopien (Sidamo und Yirgacheffe). Aber auch aus Kenia, Tansania und anderen afrikanischen Ländern.

Natürlich dürfen auch lateinamerikanische Kaffees aus Brasilien, Mexiko, Kolumbien und anderen Ländern nicht fehlen.

Es sind auch Kaffees aus Indonesien, Papua Neuguinea und Sumatra sowie Kaffees aus der Karibik in den Tests.

Katzenkaffee

Kopi Luwak oder im Volksmund auch Katzenkaffee ist ein Kaffee, der aus dem Kot einer Schleichkatzenart produziert wird. Der Fleckenmusang frisst die Kaffeekirschen und der Fermentationprozess, der ansonsten in Tanks erzeugt wird, findet im Magen der Katze statt.

Also ja, dieser Kaffee wird aus Exkrementen hergestellt. Durch die hohe Rösttemperatur muss sich der Kaffeeliebhaber aber nicht vor Keimen oder Bakterien ängstigen.

Ich habe den Katzenkaffee bereits getestet und muss sagen, es war ein anständiger Kaffee, der seinen Superstar-Status aber nicht verdient.

Es gibt aber noch ein anderes ernstzunehmendes Problem beim Kopi Luwak und zwar ein Tierschutzproblem.

Deswegen riefen Tierschutzorganisationen wie peta.de dazu auf, auf diese Kaffees zu verzichten.

Unterschied Kaffee und Espresso

Sowohl Kaffee als auch Espresso stammt von den gleichen Kaffeepflanzen. Kaffee ist aber weniger lang geröstet als Espresso. Röstdauer ist hier das wesentliche Unterscheidungsmerkmal.

Unterschied von Kaffee und Espresso beim Rösten

Kaffee ist heller und matter während Espresso dunkler und teilweise ölig ist. Durch die stärkere Röstung werden ätherische Öle nach außen transportiert. Die lange Röstung bei Espressos hat ebenfalls eine Reduktion der Chlorogensäure zufolge und macht Espresso dementsprechend verträglicher als Kaffee.

Bei intensiverer Röstung geht aber auch ein höherer Wasseranteil verloren. Die Bohne verliert an Gewicht und macht Espresso teurer als Kaffee. Ich dachte immer, dass würde die Stärke der Röstung in der Industrie beeinflussten, da Wasserverlust auch die Gewinnspanne mindert. Die höheren Kosten entstehen also nicht in erster Linie durch einen höheren Energieverbrauch, sondern durch den Gewichtsverlust in der Kaffeebohne. Aber die Großrösterein haben einen Trick auf Lager. Sie setzen das Wasser nach der Röstung einfach wieder zu. Bisher war mir nur das Zusetzen von Maltrodextrin, also Zucker, bekannt.

Es gibt eine Vorgabe des Gesetzgebers für die Wassermenge die im Röstkaffee sein darf, um diesen noch als solchen bezeichnen zu dürfen. Alle Verpackungen, auf denen Kaffee steht müssen diesen Vorgaben entsprechen.

b) Röstkaffee, Kaffee: gerösteter Rohkaffee, ungemahlen oder gemahlen, mit einem Wassergehalt von höchstens 50 Gramm in einem Kilogramm.

Nachzulesen ist das in der „Verordnung über Kaffee, Kaffee- und Zichorien-Extrakte„.

Also dürfen in Kaffeebohnen bis zu 5% Wasser enthalten sein. Und jetzt ratet mal, wie viel Wasser in fast allen Supermarktkaffees ist? Genau 5%.

Wie bekommen sie diese Punktlandung hin? Das ist einfach: sie bespritzen den Kaffee nach der Röstung mit kaltem Wasserdampf zum Abkühlen. In kleinen Röstereien wird mit kalter Luft gekühlt. Also kauft ihr bei Supermarktkaffees immer Wasser mit!

Unterschied von Kaffee und Espresso bei der Zubereitung

Der klassische Espresso wird mit heißem Wasser unter hohem Druck von ca. 9 Bar erzeugt. Das bringt den Espresso auch zu seiner berühmten Crema. Die Menge eines einfachen Espressos entspricht i.d.R. 30 ml.

Kaffee wird auf vielen Wegen zubereitet. Wenn ihr schon fleißig auf Coffeeness.de gelesen habt, dann seid ihr sicherlich schon auf meine Tests mit French Press, dem Handfilter, der AeproPress, dem Espressokocher oder einer ganz normalen Kaffeemaschine gestoßen. Dies geschieht mit einer längeren Kontaktzeit von Wasser und Kaffeepulver.

Allerdings schmecken einige „Espressobohnen“ auch hervorragend, wenn sie mit einer Methode der klassischen Kaffeezubereitung gezaubert werden.

Deswegen kann aus einem Espresso oft auch ein guter Kaffee gemacht werden, aber aus einem Kaffee selten ein guter Espresso, dieser wird dann oft zu sauer.

Acrylamid / Cloreogensäure und Maltrodextrin im Kaffee

Acrylamid entsteht während der Röstung von Kaffee und steht im Verdacht das Erbgut zu schädigen und Krebserregend zu sein. Für die Menge an Acrylamid wurden in der europäischen Union Grenzwerte festgelegt.

Je, schneller und stärker geröstet wird, desto mehr Acrylamid entsteht. Das sind gute Nachrichten für alle Feinschmecker, denn hochwertige Kaffees werden bei niedrigen Temperaturen schonend im Trommelröster geröstet.

Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Es gibt gesunde und ungesunde Kaffees, aber wer Qualitätsprodukte kauft, ist gut beraten.

Das ist ein interessantes Thema, mit dem sich auch schon ökotest.de beschäftigt hat.

Noch ein Hinweis zu sogenannten Gesundheitsportalen im Internet, wie z.B. das „zentrum-der-gesundheit“; hier wird sehr gerne unwissenschaftlich gegen Kaffee gehetzt, um eigene Supplemente und Alternativen verkaufen zu können. Verbraucherschutzzentralen warnen ausdrücklich vor diesen Seiten. Es wird hier nicht nur gegen Kaffee gehetzt (das wäre höchstens lustig). Auch HIV-Leugner und Verschwörungstheoretiker aller Art bekommen hier ihre Bühne.

Zum Thema Maltrodextrin also Zucker im Kaffee findest du hier meine Artikel.

Arne kocht Kaffee

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Kaffee

Wie soll ich Kaffee lagern?

Zunächst gilt natürlich die Regel, je kürzer du Kaffee lagerst, desto besser. Aber meistens lohnt es sich nicht, online nur eine oder zwei 250g-Packungen Kaffee zu bestellen, sondern es wird doch eher 1kg.

Der ungeöffnete Kaffee

Sollte bei knapp unter 20 Grad und nicht in der Sonne gelagert werden. Die Feinde des Kaffees sind neben der Zeit: Wasser, Sonne und andere Aromen. Deswegen ist es keine gute Idee den Kaffee im Gewürzregal zu lagern.

  • Trocken lagern
  • Dunkel lagern
  • Nicht lange lagern
  • Kühl lagern

Geöffneter Kaffee

Die Uhr tickt hier schneller, denn der Kaffee hat Kontakt zum Sauerstoff und gibt seine tollen Aromen an die Außenwelt ab. Das riecht sicher gut aber verschlechtert die Qualität des Kaffees.

Ich lasse den geöffneten Kaffee immer in der ursprünglichen Tüte und packe diese extra in einen Kaffeebohnenbehälter. Es gibt schöne 1kg Dosen. Der Behälter sollte lichtundurchlässig sein, nicht direkt in der Sonne und trocken stehen.

Darf ich Kaffee im Kühlschrank lagern?

Darüber schreibe ich wohl bald seit 10 Jahren. Bitte packt euren Kaffee nie in den Kühlschrank. Ich höre das so oft! Es ist wirklich eine schlechte Idee den Kaffee im Kühlschrank zu lagern.

Kaffee nimmt andere Aromen an, er saugt sie buchstäblich auf. Wollt ihr einen Kaffee haben, der nach Salami oder Käse riecht? Nein, ich auch nicht!

Der größte Nachteil ist, dass sich Kondenswasser durch den Temperaturunterschied in der Kaffeetüte sammelt. Diese Feuchtigkeit tötet den Kaffee. Dann ist er richtig tot und schmeckt nach Pfeffersalami.

Darf ich Kaffee einfrieren?

Kaffee und Espresso sollte nie in den Gefrierschrank. Bei gutem Kaffee handelt es sich um ein im höchsten Maße empfindliches Naturprodukt. Es steckt Aufwand und Liebe in jedem Veredelungsschritt.

Von der Kaffeekirsche bis in die Kaffeetasse geben sich Experten die Mühe den perfekten Kaffee zu zaubern. Der Röstprozess wird auf die Sekunde genau auf den Kaffee abgestimmt. Die Verpackung ist so optimiert, dass möglichst wenig Aromen verloren gehen.

Diese Arbeit wäre nicht nötigt gewesen, wenn die Produzenten gewusst hätten, dass ihr den Kaffee einfrieren würdet!

Kurzum: Kaffee und Espresso geht im Gefrierschrank drauf!

Kaffeesatz als Dünger

Bei euch fällt auch jede Woche ein Eimer voll Kaffeesatz an? Ab in den Garten damit. Ich empfehle Kaffee aber nur als Dünger für draußen, bei Zimmerpflanzen ist die Schimmelgefahr zu groß.

Der Kaffeesatz sollte untergehoben und gut verteilt werden. Ich habe auf einigen Seiten gelesen, dass Kaffee besonders gut für Regenwürmer sei. Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Für Menschen ist Koffein ungefährlich aber für Insekten sicher nicht.

Im Kaffeesatz bleibt mehr als die Hälfte des Koffeins zurück. Für den Garten ist Kaffee trotzdem die richtige Wahl.

Hilft gegen Knoblauchgeruch?

Knoblauch ist lecker und gesund aber am nächsten Tag ins Büro oder zum Zahnarzt zu gehen, kann unangenehm werden.

Schwarzer Kaffee soll helfen. Ich kann das bestätigen, denn nach dem Genuss eines starken Kaffees schmecke ich nichts mehr vom Knoblauch. Und das hilft mir schon. Wie die Wahrnehmung anderer Menschen ist, kann ich nicht sagen. Ich stelle mir eine Studie zu dem Thema auch unangenehm vor.

Handgepäck im Flugzeug und Kaffee

Die Horrorvorstellung: ihr gebt das Handgepäck auf das Band, es wird gescannt und in der nächsten Sekunde liegen 12 Sicherheitsbeamte über euch.

Zunächst die gute Nachricht, innerhalb der EU dürft ihr im Reisegepäck bis zu 10kg Kaffee mitführen. Siehe zoll.de

Auch im Handgepäck darf Kaffee mitgeführt werden. Aber in Kaffee werden oft Droge geschmuggelt. Der Kaffeebohnengeruch kann angeblich Drogenhunde überlisten. Ich halte es daher für möglich, dass Reisende die Kaffee im Handgepäck haben, gründlicher durchsucht werden.

Kann ich ganze Kaffee Bohne essen?

Auf jeden Fall! Damit nimmst du auch ordentlich Koffein zu dir. Allerdings können stark geröstete Kaffees ein weinig staubig auf der Zunge sein.

Toll ist es, Kaffeebohnen zu schokolieren, denn mit dunkler Schokolade überzogene Kaffeebohnen sind ein Traum! Dazu plane ich auch noch ein Rezept vorzustellen.

Grünen Kaffeebohnen als Diät Tipp?

Bitte gebt euer Geld lieber für gerösteten Kaffee aus. Oder röstet die grünen Kaffeebohnen selbst.

Das Versprechen abzunehmen, weil ihr einen Kaffeeextrakt zu euch nehmt, ist unseriös und reine Scharlatanerie. Es geht leider nur über die Ernährung und eine negative Energiebilanz. Sport soll helfen.

Kaffee kann durchaus den Appetit zügeln, er alleine ist aber keine gute Strategie zum Abnehmen, sondern nur für den Genuss da.

Haltbarkeit von Kaffeebohnen

Wie lange ist Kaffee eigentlich Haltbar? Das Verfallsdatum auf Kaffeepackungen ist oft sehr großzügig. Allerdings verliert der Kaffee sehr viel schneller sein Aroma.

Je älter ein Kaffee oder Espresso ist, desto schlechter schmeckt er. Das heißt nicht, dass er verdorben ist – die alten Kaffees müssen weder ranzig noch schimmelig sein, sie haben einfach nur kein gutes Aroma mehr. Sie sind also noch trinkbar aber nicht mehr zu genießen.

Deswegen ist das Röstdatum ein wichtiger Indikator. An ihm könnt ihr die Frische viel besser ablesen als am MHD, allerdings gibt es auch gute Röstereien, die es nicht auf die Kaffeebohnen stempeln, das ist sehr schade.

Wenn ihr das Datum der Röstung auf einer Kaffeepackung entdeckt, ist das auf jeden Fall ein sehr gutes Zeichen!

Ich versuche meine Kaffees und Espressos immer so schnell wie möglich zu verbrauchen. Dabei lasse ich sie aber in keinem Fall über 3 Monate alt werden.

67 Kommentare

    Hallo Arne,

    spannend, den Blog eines Profis zu lesen! Ich merke gerade wieder einmal, dass die sichere Identifizierung bestimmter Charakteristika eines Kaffees teilweise sehr schwer fällt.
    Ich sehe das aber änhlich wie Du: Bewusster Konsum, Schulung und viel Übung sind erforderlich.
    Ich habe mittlerweile so gut wie alles hier gelesen und würde mich über Neuigkeiten freuen 🙂

    Besten Gruß
    Basti

    Antworten
    Arne

    Hallo Basti,

    genau – und ab einer bestimmten Stelle ist es auch immer ein wenig Poesie 😉 Ich habe mir gerade deine Seite angeschaut. Freue mich immer über neue Kaffee Seiten. Coffeeness bekommt auch bald einen neue Anstrich.

    Ich habe übrigens auch die Zassenhaus Kaffeemühle „Brasilia“ fürs Camping und schreibe seit gestern etwas über Handkaffeemühlen – da schaue ich mir deinen Test auch noch mal genau an.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

    Antworten

    Einfrieren von Kaffeebohnen
    Ich bin nach dem Lesen etwas irritiert, denn die Rösterei Mohrbacher empfiehlt das Einfrieren ihrer Kaffeebohnen.

    Antworten
    Arne

    Hallo Karo,

    am besten ist es sehr keine Mengen Kaffee oder Espresso zu kaufen, die innerhalb von 6 Wochen getrunken werden sollte. Wobei die Meisten Röstungen 2 Wochen ausgasen und nach dieser Zeit am besten sind. Was Rösterei Mehrfacher empfiehlt ist eine mögliche Lösung, wenn mehr Kaffee als verbraucht werden kann im Haus ist. Es sollte trotzdem vermieden werden.

    Antworten

    Hallo zusammen,

    Kaffeesatz ist ein ausgezeichnetes Schädlingsbekämpfungsmittel im Garten (z. B. gegen Schnecken oder Ungeziefer auf Blumen). Es kann mehrere Monate dauern, aber dann sind selbst Kletterrosen absolut flohfrei.

    Viele Grüße aus dem Ruhrpott

    Antworten

    Natürlich kann man Kaffee im Kühlschrank aufbewahren. Bei mir kommen die Bohnen in ein Weckglas, welche zudem den Vorteil haben, dass man sich wirklich luftdicht verschließen kann.

    Antworten
    Arne

    Hallo lieber Horst Mahler,

    ich habe nicht gesagt es geht nicht. Ich habe nur gesagt es ist nicht gut für die Kaffeebohnen. Leider kommt es auch in einem Weckglas zur Bildung von Kondensfeuchtigkeit. Die ist schlecht für das Aroma. Aber wie immer gilt: „Erlaubt ist was schmeckt“.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

    Antworten

    Hallo Arne,
    ich bin seit ein paar Tagen Besitzer eines Siemens EQ 6 300 Kaffeevollautomaten. Recherchiert habe ich schon seit Monaten und bin somit auch auf deine Seite und den tollen Test hierzu gestoßen.
    Nun habe ich den Kaffeevollautomaten in Betrieb und bin auch sehr begeistert und zufrieden.
    Eine Unklarheit besteht aber noch, auf die ich als „Barista-Neuling“ bisher keine zufriedenstellende Antwort finden konnte.
    Espresso- oder Café Crema-Bohnen?
    Da ich gerne alle möglichen Kaffeegetränke trinke und anbieten möchten, muss ich einen Kompromiss finden.
    So naiv wie ich war, habe ich Espresso-Bohnen von Melitta aus dem Supermarkt gekauft und musste feststellen, dass mir diese überhaupt nicht schmecken, da zu würzig und stark. Vor allem als Café Crema in mittlerer Stärke hat es mir regelrecht den Magen umgedreht.
    Sollte ich besser auf Café Crema-Bohnen umsteigen um den Spagat verträglicher zu machen?
    Oder habe ich einfach nur die falsche Marke für Espresso-Bohnen gewählt?

    Ich hoffe, du hast einen Tipp für mich.
    Viele Grüße
    Ben

    Antworten

    Hallo,

    kannst du uns mal eine sehr gute Marke an Kaffeebohnen empfehlen für unseren neuen Siemens Kaffeevollautomaten. Ich habe gar keine Ahnung welche Marke wir da am besten nehmen. In erster Linie geht es uns um guten Espresso und guten Kaffee.

    Vielen Dank.

    Viele Grüße
    Frank

    Antworten
    Arne

    Hallo Frank,

    danke für deinen Kommentar. Ich empfehlen lieber Röster und keine Marken. Leider gibt es in Supermärkten keine guten Kaffees und Espressos. Eine Idee wäre bei quijote-kaffee.de einen dunklen und einen hellen Espresso zu bestellen. Die sind sehr gut. „Oh, Harvey!“ und „Guatemala“ – dann kannst du zwei sehr gute aber sehr unterschiedliche Espressos testen und sehen was das richtige für dich ist.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

    Antworten

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